Die drei Musketiere
- Автор: Дюма Александр
- Язык: немецкий
- Переводчик: Zoller
- Жанр: Исторические приключения
Электронная книга - «Die drei Musketiere». Краткое содержание книги:
Mylady jedoch ist Athos’ Ex-Frau, die sich zu einem intrigenreichen Kampf gegen die Musketiere rüstet: Sie soll im Auftrag Richelieus die Königin Anna von Österreich und spanische Gemahlin Ludwigs XIII. bloßstellen. Ihr wird ein Liebesverhältnis mit dem Herzog von Buckingham nachgesagt. Dieser soll auf Geheiß des eifersüchtigen Richelieu durch Mylady de Winter ermordet werden, weil er sich zuvor mit den Protestanten von La Rochelle, wo die Musketiere zu Helden aufgestiegen waren, verbündet hatte. Richelieu fädelt daraufhin weitere Intrigen ein …
Da diese Worte wirklich mit dem Befehl, den sie erhalten hatten, übereinstimmten, so verbeugten sie sich leicht zum Zeichen der Bestätigung.
Athos schwang sich in den Sattel und sprengte im Galopp davon. Doch statt der Straße zu folgen, ritt er quer durch das Feld, trieb sein Pferd kräftig mit den Sporen an und hielt von Zeit zu Zeit stille, um zu horchen.
Bei einem seiner Halte vernahm er auf der Straße die Tritte mehrerer Pferde. Er zweifelte nicht daran, daß es der Kardinal mit seiner Eskorte sei. Sogleich sprengte er noch eine Strecke voraus, stieg dann rasch ab, rieb sein Pferd mit Haidekraut und Baumblättern, sprang wieder in den Sattel und stellte sich auf der Straße ungefähr zweihundert Schritte von dem Lager auf.
«Wer da!«rief er von ferne, als er die Reiter ansichtig wurde.
«Das ist, glaube ich, unser braver Musketier, «sagte der Kardinal.
«Ja, Monseigneur, «erwiderte Athos,»er ist es.«
«Herr Athos, «sprach Richelieu,»empfangt meinen Dank, daß Ihr uns so gut Wache gehalten habt. Meine Herren, wir sind an Ort und Stelle, reitet durch das Thor links; das Losungswort ist: der König und Ré.
Nach diesen Worten nickte der Kardinal den drei Freunden mit dem Kopfe zu und ritt, gefolgt von seinem Stallmeister, nach rechts, denn diese Nacht schlief er selbst im Lager.
«Nun, wie steht es?«fragten Porthos und Aramis, als der Kardinal außer dem Bereich ihrer Stimmen war,»hat er das von ihr geforderte Papier unterzeichnet?«
«Allerdings, «antwortete Athos ruhig,»ich habe es hier.«
Und die drei Freunde wechselten keine Silbe mehr bis in ihr Quartier, und sagten nur den Wachen das Losungswort.
Man ließ nun Planchet durch Mousqueton sagen, sein Herr werde gebeten, wenn er von der Laufgraben-Wache abkomme, sich sogleich nach der Wohnung der Musketiere zu begeben.
Mylady machte, wie es Athos vorhergesehen hatte, keine Schwierigkeit, den Männern zu folgen, als sie dieselben vor der Thüre erblickte; wohl hatte sie einen Augenblick Lust, sich zu dem Kardinal zurückführen zu lassen und ihm Alles zu erzählen, aber eine Enthüllung von ihrer Seite führte eine Enthüllung von Athos herbei; sie konnte wohl sagen, Athos habe sie gehängt, aber Athos konnte sagen, daß sie gebrandmarkt war; sie hielt es also für das Klügste zu schweigen, in der Stille abzureisen, mit ihrer gewöhnlichen Gewandtheit die Sendung zu erfüllen, die sie übernommen hatte, und wenn alles zur Zufriedenheit des Kardinals vollzogen wäre, Rache von ihm zu fordern.
Nachdem sie die ganze Nacht gereist war, langte sie um sieben Uhr Morgens im Fort de la Pointe an; um acht Uhr war sie an Bord und um neun Uhr lichtete das Schiff die Anker und segelte nach England.
XVIII. Die Bastei Saint Gervais
Als d'Artagnan bei den drei Freunden eintraf, fand er sie in demselben Zimmer versammelt. Athos dachte nach. Porthos kräuselte seinen Schnurrbart, Aramis betete aus einem reizenden, in blauen Sammet gebundenen Büchlein.
«Bei Gott!«sagte er,»meine Herren, ich hoffe, daß sich das, was Ihr mir sagen wollt, wohl der Mühe lohnen wird, sonst könnte ich Euch nicht verzeihen, daß Ihr mich veranlaßt habt, allein die Mauern einer Bastei niederzureißen!«Ach! daß Ihr nicht dabei wäret, es ging hübsch warm zu.«
«Wir befanden uns anderswo, wo es auch nicht kalt war, «antwortete Porthos, während er seinem Schnurrbart eine ihm eigenthümliche Biegung verlieh.
«Stille!«sagte Athos.
«Oh! oh!«rief d'Artagnan, der das leichte Stirnrunzeln des Musketiers wohl verstand,»es scheint Neuigkeiten zu geben.«
«Aramis, «sprach Athos,»ich glaube. Du hast vorgestern in der Herberge zum Parpaillot [Fußnote] gefrühstückt; wie ißt man dort?«
«Ich war für meine Perlon sehr schlecht versorgt; vorgestern war Fasttag und sie hatten nur Fleischspeisen.«
«Wie!«rief Athos,»in einem Seehafen haben sie keine Fische?«
«Sie sagen, «antwortete Aramis, und wandte sich wieder zu seiner frommen Lektüre,»sie sagen, der Damm, den der Herr Kardinal bauen lasse, vertreibe sie in das offene Meer.«
«Das ist es nicht, was ich von Euch wissen wollte, Aramis, «entgegnete Athos,»ich wollte Euch fragen, ob Ihr ohne Zwang gewesen, ob Euch niemand gestört habe.«
«Es scheint mir, wir hatten nicht zu viele lästige Gäste. Ja, in Beziehung auf das, was Ihr wissen wollt, Athos, werden wir uns ziemlich wohl beim Parpaillot befinden.«
«Also auf, zum Parpaillot, «sprach Athos,»denn hier sind die Wände wie Papierblätter.«
D'Artagnan, der an die Handlungsweise seines Freundes gewöhnt war, und an einem Wort, an einem Zeichen, an einer Geberde von ihm erkannte, wenn es sich um eine Angelegenheit von Bedeutung handelte, nahm Athos beim Arm und entfernte sich mit ihm, ohne ein Wort zu sagen. Porthos folgte mit Aramis plaudernd.
Auf dem Wege begegnete man Grimaud. Athos winkte ihm mitzugehen. Grimaud gehorchte seiner Gewohnheit gemäß stillschweigend. Der arme Bursche hatte am Ende beinahe das Sprechen verlernt.
Man gelangte in die Trinkstube zum Parpaillot. Es war sieben Uhr morgens und es wurde eben Tag. Die vier Freunde bestellten ein Frühstück und traten in eine Stube ein, wo sie nach der Aussage des Wirths nicht gestört werden sollten.
Zum Unglück war die Stunde zu einer Berathung schlecht gewählt. Man hatte gerade Tagwache geschlagen. Jeder schüttelte den Schlaf von den Gliedern und nahm, um die feuchte Luft zu vertreiben, in der Trinkstube einen Schluck zu sich; Dragoner, Schweizer, Garden, Musketiere, Chevauxlegers folgten sich so rasch, daß sich der Wirth gut dabei stehen mußte, aber den Absichten der vier Freunde entsprach dies keineswegs. Sie erwiderten auch die Grüße, Toaste und Späße ihrer Genossen sehr verdrießlich.
«Wir werden uns hiedurch einen Streit zuziehen, «sprach Athos,»und wir brauchen dies gegenwärtig nicht. D'Artagnan erzählt uns von Eurer Nacht; wir erzählen Euch die unsere nachher.«
«In der That, «sprach ein Chevauleger, der sich hin- und herwiegte und langsam etwas Branntwein aus einem Glase, das er in der Hand hielt, kostete,»in der That, Ihr waret auf der Laufgraben-Wache, mein Herr Garde, und es scheint mir, Ihr hattet einen Strauß mit den Rochellern auszufechten.«
D'Artagnan schaute Athos an, als wollte er ihn fragen, ob er dem Eindringlinge antworten solle, der sich in das Gespräch mischte.
«Nun, «sagte Athos,»hörst Du nicht, daß Herr von Busigny Dir die Ehre erweist, das Wort an Dich zu richten? Erzähle was vorgefallen ist, da es diese Herren zu wissen wünschen.«
«Habt ihr nicht eine Bastei genommen?«fragte ein Schweizer, der Rum aus einem Bierglase trank.
«Ja, Herr, «antwortete d'Artagnan sich verbeugend,»wir haben diese Ehre gehabt: wir haben sogar, wie Ihr hören konntet, unter eine der Ecken ein Pulverfäßchen gebracht, das beim Aufspringen eine hübsche Bresche machte, abgesehen davon, daß der übrige Theil des Baues, insofern die Bastei nicht von gestern war, gewaltig erschüttert wurde.«
«Welche Bastei ist es?«fragte ein Dragoner, der an seinem Säbel eine Gans gespießt hielt, die er herbei brachte um sie braten zu lassen.
«Die Bastei Saint Gervais, «antwortete d'Artagnan,»aus der die Rocheller unsere Arbeiter beunruhigten.«
«Und die Affaire war hitzig?«
«Gewiß. Wir haben fünf Mann, die Rocheller acht bis zehn verloren.«
«Balzembleu!«rief der Schweizer, der trotz der bewundernswürdigen Sammlung von Flüchen, welche die deutsche Sprache besitzt, die Gewohnheit französisch zu fluchen angenommen hatte.
«Doch ist es wahrscheinlich, «sagte der Chevauxleger,»daß sie diesen Morgen Pioniere abschicken werden, um die Bastei wieder in Stand zu setzen.«
«Ja, das ist wahrscheinlich, «bemerkte d'Artagnan.
«Meine Herren, «sagte Athos,»eine Wette!..«
«Ah! ja, eine Wette!«rief der Schweizer.