Die drei Musketiere
- Автор: Дюма Александр
- Язык: немецкий
- Переводчик: Zoller
- Жанр: Исторические приключения
Электронная книга - «Die drei Musketiere». Краткое содержание книги:
Mylady jedoch ist Athos’ Ex-Frau, die sich zu einem intrigenreichen Kampf gegen die Musketiere rüstet: Sie soll im Auftrag Richelieus die Königin Anna von Österreich und spanische Gemahlin Ludwigs XIII. bloßstellen. Ihr wird ein Liebesverhältnis mit dem Herzog von Buckingham nachgesagt. Dieser soll auf Geheiß des eifersüchtigen Richelieu durch Mylady de Winter ermordet werden, weil er sich zuvor mit den Protestanten von La Rochelle, wo die Musketiere zu Helden aufgestiegen waren, verbündet hatte. Richelieu fädelt daraufhin weitere Intrigen ein …
«So ist es, «erwiderte der Kardinal trocken.
«Und nun, «sprach Mylady, ohne daß sie die Veränderung im Tone des Kardinals zu bemerken schien,»nun, da ich die Instruktionen Eurer Eminenz in Bezug auf Eure Feinde erhalten habe, so wird mir Monseigneur erlauben, ihm ein paar Worte über die meinigen zu sagen.«—»Ihr habt also Feinde?«fragte Richelieu. — »Ja, Monseigneur, gegen die Ihr mir Eure Unterstützung schuldig seid, denn ich habe sie mir im Dienste Eurer Eminenz zugezogen.«—»Und wer sind sie?«fragte der Kardinal. — »Vor allem eine kleine Intrigantin, Namens Bonacieux.«—»Sie ist im Gefängnisse von Nantes.«—»Das heißt, sie war dort, «entgegnete Mylady;»aber die Königin hat sich von dem König einen Befehl zu verschaffen gewußt, mit dessen Hülfe sie dieselbe in ein Kloster bringen ließ.«—»In ein Kloster?«sagte der Herzog. — »Ja, in ein Kloster.«—»Und in welches?«—»Ich weiß es nicht; daß Geheimniß ist wohl verwahrt.«—»Ich werde es erfahren.«—»Und Eure Eminenz wird mir sagen, in welchem Kloster sich diese Frau befindet?«—»Ich sehe keinen Grund, es Euch zu verweigern, «sprach der Kardinal. — »Gut. Nun habe ich noch einen andern Feind, der mir viel furchtbarer ist, als die kleine Madame Bonacieux.«—»Und wen?«»Ihren Liebhaber.«—»Wie heißt er?«—»Oh! Eure Eminenz kennt ihn wohl, «rief Mylady voll Zorn;»er ist der böse Genius von uns Beiden. Es ist derselbe Kerl, der bei einem Zusammentreffen mit den Leibwachen Ew. Eminenz den Sieg zu Gunsten der Musketiere des Königs entschieden hat; derselbe, der dem Grafen von Wardes, Eurem Emissär, vier Degenstiche versetzte und dadurch die Angelegenheit mit den Nestelstiften scheitern machte; derselbe, der mir, weil er weiß, daß ich ihm Madame Bonacieux entführte, den Tod geschworen hat.«—»Ah! ah!«sagte der Kardinal,»ich weiß, von wem Ihr sprechen wollt.«—»Ich will von dem elenden d'Artagnan sprechen.«—»Das ist ein kecker Geselle, «rief der Kardinal. — »Und gerade, weil er ein kecker Geselle ist, hat man ihn um so mehr zu fürchten.«—»Man müßte einen Beweis von seinem Einverständniß mit Buckingham haben, «sprach der Herzog. — »Einen Beweis!«rief Mylady,»es werden mir zehn zu Gebot stehen.«—»Gut, dann ist es die einfachste Sache der Welt. Liefert mir diesen Beweis und ich schicke ihn in die Bastille.«—»Wohl, Monseigneur, aber hernach?«—»Wenn man in der Bastille ist, gibt es keine Hernach, «entgegnete der Kardinal mit dumpfer Stimme.»Ah! bei Gott!«fuhr er fort,»wenn es mir so leicht wäre, mich meines Feindes zu entledigen, als es mir leicht ist. Euch den Eurigen vom Halse zu schaffen, und wenn Ihr gegen solche Leute Straflosigkeit von mir verlangtet…«—»Monseigneur, «versetzte Mylady,»Zug um Zug, Leben um Leben, Menschen um Menschen: gebt mir diesen, und ich gebe Euch den andern.«—»Ich weiß nicht, was Ihr damit sagen wollt, «erwiderte der Kardinal,»und will es sogar nicht einmal wissen; aber ich hege den Wunsch, Euch angenehm zu sein, und ich sehe nichts Ungeeignetes darin. Euch Euern Wunsch in Betreff eines so untergeordneten Geschöpfes zu gewähren, um so mehr als dieser kleine d'Artagnan, wie Ihr mir sagt, ein lockerer Geselle, ein Raufbruder, ein Verräther ist.«—»Ein Schandbube! Monseigneur! ein Schandbube!«—»Gebt mir Tinte, Feder und Papier, «sagte der Kardinal.
Es trat ein kurzes Stillschweigen ein, woraus hervorging, daß der Kardinal damit beschäftigt war, die Ausdrücke zu suchen, in denen das Billet beschrieben werden sollte, oder es wirklich zu schreiben. Athos, der kein Wort von der Unterredung verloren hatte, nahm seine zwei Gefährten bei der Hand und führte sie ans andere Ende der Stube.
«Nun, «sagte Porthos,»Was willst Du? und warum läßt Du uns nicht den Schluß des Gespräches hören?«
«Stille!«entgegnete Athos, leise redend,»wir haben Alles vernommen, was wir vernehmen mußten; übrigens halte ich Euch nicht ab, den Rest zu hören, aber ich muß gehen.«
«Du mußt gehen?«fragte Porthos.»Aber wenn der Kardinal nach dir verlangt, was sollen wir antworten?«
«Ihr wartet nicht, bis er nach mir verlangt, Ihr sagt ihm, ich sei als Kundschafter vorausgeritten, weil mich gewisse Worte unseres Wirthes auf den Gedanken gebracht hätten, daß der Weg nicht sicher sei. Ueberdies werde ich dem Stallmeister des Kardinals ein paar Worte zuflüstern. Das Weitere geht mich an, kümmre Dich nicht darum.«
«Sei klug, Athos, «sagte Aramis.
«Seid ruhig, «antwortete Athos,»Ihr wißt, daß ich kaltes Blut habe.«
Porthos und Aramis nahmen ihren Platz bei der Ofenröhre wieder ein.
Athos ging hinaus, ohne ein Geheimniß daraus zu machen nahm sein Pferd, das mit denen seiner zwei Freunde an die Läden angebunden war, überzeugte mit vier Worten den Stallmeister von der Nothwendigkeit einer Vorhut bei der Rückkehr, untersuchte, scheinbar mit großer Pünktlichkeit, das Zündkraut auf seiner Pistole, nahm den Degen zwischen die Zähne und ritt wie ein verlorener Posten auf dem Wege voraus, der nach dem Lager führte.
XVII. Eheliche Scene
Richelieu kam, wie es Athos vorhergesehen hatte, alsbald herab. Er öffnete die Thür der Stube, in welche die Musketiere eingetreten waren, und fand Porthos in einem sehr hitzigen Würfelspiel mit Aramis begriffen. Mit einem Blick durchforschte er alle Winkel der Stube und sah, daß einer von seinen Leuten fehlte.
«Was ist aus Herrn Athos geworden?«fragte er.
«Monseigneur, «antwortete Porthos,»er ist als Kundschafter vorausgeritten wegen einiger Worte unseres Wirthes, aus denen er entnehmen mußte, daß der Weg nicht sicher sein dürfte.«
«Und Ihr, was habt Ihr gemacht, Herr Porthos?«
«Ich habe Aramis fünf Pistolen abgenommen.«
«Und nun könnt Ihr mit mir zurückkehren?«
«Wir stehen Eurer Eminenz zu Befehl.«
«Zu Pferde also, meine Herren, denn es ist spät.«
Der Stallmeister war vor der Thüre und hielt das Pferd des Kardinals am Zügel. Eine Gruppe von zwei Menschen und drei Pferden erschien im Schatten. Diese zwei Menschen waren diejenigen, welche Mylady nach dem Fort de la Pointe geleiten und ihre Einschiffung bewachen sollten.
Der Stallmeister bestätigte dem Kardinal das, was die zwei Musketiere ihm bereits in Beziehung auf Athos gesagt hatten. Der Kardinal machte eine billigende Geberde und schlug den Rückweg ein, wobei er sich mit denselben Vorsichtsmaßregeln umgab, die er bei seinem Auszug genommen hatte.
Lassen wir ihn beschützt von seinem Stallmeister und den zwei Musketieren seinen Weg nach dem Lager verfolgen, und kehren wir zu Athos zurück.
Eine Zeit lang hatte er seinen Marsch in gleichem Tempo fortgesetzt, aber als er aus dem Gesichte war, warf er sein Pferd auf die rechte Seite, machte einen Umweg und kehrte auf etwa zwanzig Schritte in das Gehölze zurück, um das Vorüberziehen der kleinen Truppe zu beobachten; als er die eingefaßten Hüte seiner Gefährten und die goldene Franse am Mantel des Herrn Kardinals erkannte, wartete er, bis sich die Reiter um die Ecke der Straße wandten, und sobald er sie aus dem Gesichte verloren hatte, sprengte er im Galop nach dem Wirthshause zurück, das man ihm ohne Schwierigkeit öffnete.