Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Другие приключения » Ferne Ufer: Roman (German Edition)
Ferne Ufer: Roman (German Edition) - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Ferne Ufer: Roman (German Edition)

Электронная книга - «Ferne Ufer: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:

Ferne Ufer: Roman (German Edition)
1 ... 116 117 118 119 120 121 122 123 124 ... 315
Перейти на страницу:

Er warf den Kopf in die Höhe und blickte einen Moment zum Himmel, dann hastete er weiter, zwar nicht rennend, aber doch, so schnell er gehen konnte.

»Was hat er nur?«, sagte ich und bückte mich, um mir den Schuh wieder anzuziehen. Plötzlich fiel mir auf, dass die Menschen überall um uns herum stehen blieben, nach oben starrten und dann losliefen.

»Was meinst du …?«, begann ich, doch als ich mich Jamie zuwandte, hatte auch er den Blick gebannt aufwärtsgerichtet. Auch ich blickte auf, und im nächsten Moment begriff ich, dass das rote Leuchten der Wolken um einiges intensiver war als die eigentliche Farbe des Dämmerhimmels, und dass es auf eine Weise zu flackern schien, die ebenso besorgniserregend wie untypisch für Sonnenuntergänge war.

»Feuer«, sagte er. »Gott, ich glaube, es ist in der Leith Wynd!«

Im selben Moment erscholl weiter unten auf der Straße der Ruf »Feuer!«, und als sei diese offizielle Diagnose endlich das Signal zum Losrennen gewesen, strömten die hastenden Gestalten vor uns über die Straße wie ein Lemmingsschwarm, als könnten sie es nicht abwarten, sich in die Flammen zu stürzen.

Einige besonnenere Seelen kamen uns entgegengerannt. Auch sie riefen »Feuer!«, vermutlich jedoch in der Absicht, die Feuerwehr zu alarmieren – oder das, was hier als Feuerwehr durchging.

Jamie war bereits in Bewegung und zerrte mich mit sich. Ich folgte ihm ungeschickt auf einem Bein. Statt stehen zu bleiben, schleuderte ich mir auch den anderen Schuh vom Fuß. Ich rutschte im Laufen auf den kalten nassen Steinen aus und stieß mir die Zehen.

Der Brand war nicht in der Leith Wynd, sondern nebenan in der Carfax Close. Der Eingang der Gasse war mit aufgeregten Schaulustigen verstopft, die sich gegenseitig umherschubsten und die Hälse reckten, um besser sehen zu können, und sich wirre Fragen zuriefen. Der Rauchgeruch drang heiß und beißend durch die feuchte Abendluft, und die knisternde Hitze prallte mir in Wellen ins Gesicht, als ich mich in die Gasse duckte.

Jamie zögerte nicht, sondern schob sich in die Menge und furchte sich mit blanker Gewalt seinen Weg. Ich hielt mich dicht hinter ihm, ehe die menschlichen Wellen wieder zusammenschlagen konnten, und schaffte mir mit den Ellbogen Platz. Das Einzige, was ich vor mir sehen konnte, war Jamies breiter Rücken.

Dann platzten wir vor der Menge ins Freie, und ich konnte nur zu gut sehen. Dichte graue Qualmwolken quollen aus den beiden Parterrefenstern der Druckerei, und ich konnte ein flüsterndes, knisterndes Geräusch hören, das sich über das Raunen der Menge erhob, als spräche das Feuer mit sich selbst.

»Meine Presse!« Mit einem Schreckensschrei schoss Jamie die Eingangstreppe hinauf und trat die Tür ein. Eine Rauchwolke wälzte sich aus dem offenen Eingang und umschloss ihn wie ein hungriges Tier. Ich erspähte flüchtig, wie er unter der Wucht des Rauchs stolperte; dann ließ er sich auf die Knie sinken und kroch in das Gebäude.

Mehrere Männer folgten seinem Beispiel und rannten die Eingangstreppe hinauf, um ihrerseits im raucherfüllten Inneren zu verschwinden. Die Hitze war so intensiv, dass ich spürte, wie mir der Wind die Röcke um die Beine wehte, und ich fragte mich, wie die Männer es dort innen aushalten konnten.

Hinter mir in der Menge wurden neue Rufe laut und verkündeten das Eintreffen der Stadtwache, die mit Eimern bewaffnet war. Die Männer, die diese Aufgabe offenbar nicht zum ersten Mal erledigten, zogen ihre weinroten Röcke aus und begannen auf der Stelle, das Feuer zu attackieren, indem sie die Fenster einschlugen und voller Ingrimm eimerweise Wasser hineinschleuderten. Unterdessen wuchs die Menge weiter an, und ihr Lärmen wurde von einer Kaskade klackernder Füße auf den vielen Treppen der Gasse untermalt, weil jetzt die Familien, die die oberen Etagen der umliegenden Gebäude bewohnten, hastig ihre Horden aufgeregter Kinder in Sicherheit brachten.

Ich konnte mir nicht vorstellen, dass die Bemühungen der Eimerbrigade, so heldenhaft sie auch sein mochten, bei einem offenbar weit fortgeschrittenen Feuer viel bewirken würden. Ich bewegte mich auf dem Bordstein hin und her und versuchte vergeblich, im Inneren irgendeine Bewegung zu sehen, als der Anführer der Eimerkette einen erschrockenen Aufschrei ausstieß und gerade noch zurücksprang, ehe ihn ein Bleisetzkasten treffen konnte, der durch das zerbrochene Fenster flog und scheppernd auf dem Pflaster landete, so dass die Buchstaben in alle Richtungen hüpften.

Zwei oder drei Straßenkinder schlängelten sich durch die Menge und schnappten nach den Buchstaben, wurden aber von entrüsteten Nachbarn unsanft vertrieben. Eine rundliche Dame mit Häubchen und Schürze riskierte Leib und Leben, indem sie einen Satz nach vorn machte, den schweren Setzkasten an sich nahm und ihn zum Bordstein schleifte, wo sie sich schützend darüber hockte wie eine Henne auf ihrem Nest.

Ehe ihre Begleiterinnen jedoch die restlichen Buchstaben aufsammeln konnten, mussten sie zurückweichen, weil es jetzt aus beiden Fenstern Gegenstände hagelte: weitere Setzkästen, Walzen, Farbkissen und Flaschen mit Druckerschwärze, die auf dem Bordstein zerbrachen und große Spinnenkleckse erzeugten, die in die Löschwasserpfützen liefen.

Durch den Luftzug der Fenster und der offenen Tür ermuntert, war die Stimme des Feuers von einem Flüstern zu einem selbstzufrieden lachenden Tosen angeschwollen. Da es immer noch Gegenstände aus den Fenstern regnete und die Stadtwache so daran gehindert wurde, Wasser hineinzuwerfen, rief der Anführer seinen Männern etwas zu, hielt sich ein durchnässtes Taschentuch vor die Nase und rannte in das Gebäude hinein, gefolgt von einem halben Dutzend seiner Kameraden.

Die Reihe formierte sich eilig neu, volle Eimer wanderten von der nächsten Pumpe um die Ecke weiter von Hand zu Hand, und die Männer schnappten eifrig nach den leeren Eimern, die die Treppe heruntergepurzelt kamen, um damit zur Pumpe zu rennen und sie nachzufüllen. Edinburgh ist zwar eine Stadt aus Stein, doch wo so viele Gebäude mit so vielen Feuerstellen und Schornsteinen so dicht beieinanderstehen, muss es dennoch oft zu Bränden kommen.

Offenbar traf das zu, denn erneute Unruhe hinter mir kündete vom späten Eintreffen der Feuerspritze. Die wogenden Menschen teilten sich wie das Rote Meer, um die Spritze durchzulassen, die von Männern gezogen wurde, nicht von Pferden, für die in den engen Gassen nicht genug Platz gewesen wäre.

Die Feuerspritze war ein Wunderwerk aus Messing, und sie leuchtete als Spiegel der Flammen selbst wie Glut. Die Hitze nahm jetzt zu; ich konnte spüren, wie meine Lungen mit jedem heißen Atemzug trockener wurden und sich mühsamer füllten, und ich hatte Todesangst um Jamie. Wie lange würde er in diesem höllischen Nebel aus Rauch und Hitze Luft bekommen, von der Gefahr durch die Flammen selbst ganz zu schweigen?

»Jesus, Maria und Josef!« Ian, der sich ungeachtet seines Holzbeins durch die Menge gezwängt hatte, erschien plötzlich an meiner Seite. Er packte meinen Arm, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren, als ein erneuter Hagel von Gegenständen die Menschen rings um uns zurückdrängte.

»Wo ist Jamie?«, rief er mir ins Ohr.

»Da drinnen!«, bellte ich zurück und zeigte mit dem Finger auf das Gebäude.

In der Tür der Druckerei kam plötzlich Gedränge auf und ein Durcheinander von Rufen, das sogar das Feuer übertönte. Mehrere Beinpaare wankten unter der Rauchwolke umher, die aus der Tür quoll. Sechs Männer, unter ihnen Jamie, tauchten auf und wurden vom Gewicht eines massigen Apparats fast in die Knie gezwungen – Jamies kostbare Druckerpresse. Sie bugsierten sie die Eingangstreppe hinunter und schoben sie ein Stück weit in die Menge hinein, dann wandten sie sich wieder der Druckerei zu.

Zu spät für weitere Rettungsmanöver; innen krachte es, ein erneuter Hitzestoß ließ die Menge hastig zurückweichen, und plötzlich erhellten Flammen die Fenster im oberen Stock. Ein paar Männer strömten hustend und würgend aus dem Gebäude, einige auf allen vieren, rußgeschwärzt und schweißnass vor Anstrengung. Die Bemannung der Spritze pumpte wie verrückt, doch der dicke Wasserstrahl aus ihrem Schlauch machte nicht den geringsten Eindruck auf das Feuer.

1 ... 116 117 118 119 120 121 122 123 124 ... 315
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)