Percy Jackson 01 - Diebe Im Olymp
- Автор: Риордан Рик
- Серия: Percy Jackson #1
- Язык: немецкий
- Жанр: Прочая древняя литература
Электронная книга - «Percy Jackson 01 - Diebe Im Olymp». Краткое содержание книги:
Das Ungeheuer schüttelte sich und sprang umher wie ein Bulle beim Rodeo. Es hätte sich rückwärts gegen den Baum pressen und mich dabei zerquetschen können, aber mir dämmerte, dass es bei diesem Oschi nur einen Gang gab: vorwärts.
Grover lag noch immer stöhnend im Gras. Ich hätte ihm gern zugeschrien, er solle die Klappe halten, aber so, wie ich herumgeschüttelt wurde, würde ich mir die Zunge abbeißen, wenn ich den Mund aufmachte.
»Essen!«, stöhnte Grover.
Der Stiermann fuhr zu ihm herum, trat wieder von einem Bein auf das andere und machte sich bereit zum Angriff. Ich dachte daran, wie er das Leben aus meiner Mutter herausgequetscht hatte, um sie dann in einem Blitz verschwinden zu lassen, und Wut erfüllte mich wie Hochoktantreibstoff. Ich hielt mich mit beiden Händen an einem Horn fest und zog mit aller Kraft daran. Das Monster erstarrte, grunzte überrascht und dann – knack!
Der Stiermann schrie und schleuderte mich durch die Luft. Ich landete auf dem Rücken im Gras. Mein Kopf schlug gegen einen Felsen. Als ich mich aufsetzte, konnte ich nur verschwommen sehen, aber ich hielt ein Horn in der Hand, eine messergroße spitze Waffe.
Das Ungeheuer griff an.
Ohne nachzudenken, drehte ich mich auf die Seite und kam auf die Knie. Als das Ungeheuer vorbeibretterte, bohrte ich ihm das abgebrochene Horn in die Seite, genau unter seinen zottigen Rippen.
Der Stiermann brüllte voller Qualen auf. Er schlug um sich, zerkratzte sich die Brust, dann fing er an, sich aufzulösen – nicht wie meine Mutter in einem goldenen Blitz, sondern wie zerkrümelnder Sand, der nach und nach vom Wind davongetragen wird, so ähnlich wie damals Mrs Dodds.
Das Monster war verschwunden.
Es regnete nicht mehr. Das Gewitter grollte zwar noch, war aber schon weitergezogen. Ich stank wie feuchtes Vieh und meine Knie schlotterten. Mein Kopf schien bersten zu wollen. Ich war schwach und verängstigt und zitterte vor Kummer. Ich hatte gerade gesehen, wie meine Mutter verschwunden war. Ich wollte mich hinlegen und weinen, aber da war Grover, der meine Hilfe brauchte, und ich schaffte es, ihn auf die Beine zu ziehen und ins Tal hinabzutaumeln, auf die Lichter des Bauernhofes zu. Ich weinte, ich rief nach meiner Mutter, aber ich hielt Grover fest – ich würde ihn nicht loslassen.
Das Letzte, woran ich mich noch erinnere, ist, dass ich auf einer Holzveranda zusammenbrach, dass ich zu einem Ventilator hochschaute, der sich über mir drehte, dass Motten um eine gelbe Lampe kreisten und dass ein mir bekannt vorkommender bärtiger Mann und ein hübsches Mädchen mit Locken wie Cinderella ernst auf mich herabblickten. Das Mädchen sagte: »Das ist er. Er muss es sein.«
»Sei still, Annabeth«, sagte der Mann. »Er ist noch bei Bewusstsein. Bring ihn ins Haus.«
Ich spiele Binokel mit einem Pferd
Ich hatte seltsame Träume, in denen viele Tiere vorkamen. Die meisten wollten mich umbringen. Alle anderen wollten etwas zu essen.
Sicher bin ich mehrere Male aufgewacht, aber was ich sah und hörte, ergab keinen Sinn und deshalb ließ ich mich einfach wieder wegsacken. Ich weiß noch, dass ich in einem weichen Bett lag und mit einem Löffel mit etwas gefüttert wurde, das wie gebuttertes Popcorn schmeckte, aber eine Art Pudding war. Das Mädchen mit den blonden Locken beugte sich über mich und grinste, als es mir mit dem Löffel Kleckse von der Wange kratzte.
Als sie sah, dass meine Augen offen waren, fragte sie: »Was wird zur Sommersonnenwende passieren?«
Ich konnte nur krächzen: »Was?«
Sie schaute sich um und schien von niemandem gehört werden zu wollen. »Was ist los? Was ist gestohlen worden? Wir haben nur noch ein paar Wochen!«
»Tut mir leid«, murmelte ich. »Ich weiß nicht …«
Jemand klopfte an die Tür und das Mädchen stopfte ganz schnell meinen Mund mit Pudding voll. Als ich das nächste Mal aufwachte, war sie verschwunden.
Ein großer kräftiger Typ, wie ein Surfer, stand in einer Zimmerecke und starrte mich an. Er hatte blaue Augen – mindestens ein Dutzend – auf den Wangen, auf der Stirn, auf den Handrücken.
Als ich endlich richtig zu Bewusstsein kam, erschien mir meine Umgebung absolut nicht seltsam, nur war alles hübscher, als ich es gewohnt war. Ich saß in einem Liegestuhl auf einer breiten Veranda und schaute über eine Wiese hinüber zu grünen Hügeln in der Ferne. Der leichte Wind duftete nach Erdbeeren. Über meinen Knien lag eine Decke, in meinem Nacken steckte ein Kissen. Das alles war wunderbar, aber mein Mund fühlte sich an, als ob ein Skorpion darin genistet hätte. Meine Zunge war trocken und rissig und mir tat jeder einzelne Zahn weh.
Auf dem Tisch neben mir stand ein hohes Glas. Es sah aus, als wäre es mit geeistem Apfelsaft gefüllt, mit einem grünen Trinkhalm und einem durch eine Cocktailkirsche gepiksten Sonnenschirmchen aus Papier.
Meine Hand war so schwach, dass mir das Glas fast hingefallen wäre, als sich meine Finger darum schlossen.
»Vorsicht«, sagte eine vertraute Stimme.
Grover lehnte am Verandageländer und sah aus, als ob er mindestens eine Woche lang kein Auge zugetan hätte. Unter dem Arm hielt er einen Schuhkarton. Er trug Jeans, ziemlich hohe Stiefel und ein knallorangefarbenes T-Shirt mit der Aufschrift CAMP HALF-BLOOD. Es war der alte Grover. Nicht der Ziegenknabe.
Vielleicht hatte ich also einen Albtraum gehabt. Vielleicht war meiner Mom nichts passiert. Wir machten noch immer Ferien und waren aus irgendeinem Grund in diesem großen Haus zu Besuch. Und …
»Du hast mir das Leben gerettet«, sagte Grover. »Ich … na ja, ich dachte, das sei das Mindeste, was ich tun könnte … Ich bin zurück zu dem Hügel gegangen. Ich dachte, du wolltest es vielleicht behalten.«
Ehrfürchtig stellte er mir den Schuhkarton auf die Knie.
Er enthielt ein schwarzweißes Stierhorn, unten gezackt, weil es abgebrochen worden war, und an der Spitze klebte geronnenes Blut. Es war kein Albtraum gewesen.
»Der Minotaurus«, sagte ich.
»Äh, Percy, es ist keine gute Idee …«
»So wird er in den griechischen Mythen doch genannt, oder nicht?«, fragte ich. »Der Minotaurus. Halb Mensch, halb Stier.«
Grover trat unbehaglich von einem Fuß auf den anderen. »Du warst zwei Tage bewusstlos. Wie viel weißt du überhaupt noch?«
»Meine Mom. Ist sie wirklich …«
Er starrte zu Boden.
Ich schaute über die Wiese. Ich sah Baumgruppen, einen sich dahinschlängelnden Bach, viele Erdbeerbeete unter blauem Himmel. Sanfte Hügel umgaben das Tal, der höchste, gleich vor uns, war der, auf dem die hohe Fichte stand. Sogar die sah im Sonnenschein schön aus.
Meine Mutter war nicht mehr da. Die ganze Welt hätte schwarz und kalt sein müssen. Nichts dürfte schön aussehen.
»Tut mir leid«, sagte Grover und schniefte. »Ich bin ein Versager. Ich bin … ich bin der mieseste Satyr auf der ganzen Welt.«
Er stöhnte und trat so energisch mit dem Fuß auf, dass der herunterfiel. Ich meine, der Stiefel fiel herunter. Er war mit Styropor ausgestopft, in dem ein hufförmiges Loch zu sehen war.
»Oh, zum Styx!«, murmelte Grover.
Donner grollte über den klaren Himmel.
Als er sich damit abmühte, seinen Huf wieder im Stiefel zu verstauen, dachte ich, na, dann ist das immerhin klar.
Grover war ein Satyr. Ich wäre jede Wette eingegangen, dass ich winzige Hörner auf seinem Kopf finden würde, wenn ich ihm die braunen Locken abrasierte. Aber ich fühlte mich zu elend, um es interessant zu finden, dass es Satyrn – oder auch Minotauren – wirklich gab. Das alles bedeutete, dass meine Mom wirklich ins Nichts gequetscht worden war, dass sie sich in gelbes Licht aufgelöst hatte.
Ich war allein. Ein Waisenkind. Ich würde bei … Gabe dem Stinker leben müssen? Nein. So weit würde es niemals kommen. Dann würde ich lieber auf der Straße hausen. Ich würde mich für siebzehn ausgeben und zur Armee gehen. Irgendetwas würde mir schon einfallen.