Die drei Musketiere
- Автор: Дюма Александр
- Язык: немецкий
- Переводчик: Zoller
- Жанр: Исторические приключения
Электронная книга - «Die drei Musketiere». Краткое содержание книги:
Mylady jedoch ist Athos’ Ex-Frau, die sich zu einem intrigenreichen Kampf gegen die Musketiere rüstet: Sie soll im Auftrag Richelieus die Königin Anna von Österreich und spanische Gemahlin Ludwigs XIII. bloßstellen. Ihr wird ein Liebesverhältnis mit dem Herzog von Buckingham nachgesagt. Dieser soll auf Geheiß des eifersüchtigen Richelieu durch Mylady de Winter ermordet werden, weil er sich zuvor mit den Protestanten von La Rochelle, wo die Musketiere zu Helden aufgestiegen waren, verbündet hatte. Richelieu fädelt daraufhin weitere Intrigen ein …
D'Artagnan erbleichte, und ein krampfhaftes Zittern schüttelte seine Glieder.
«Du jagst mir Schrecken ein, «sagte Athos, der ihn nur bei bedeutenden Gelegenheiten duzte;»was ist denn vorgefallen?«
«Rasch, laßt uns laufen, meine Freunde!«rief d'Artagnan, dessen Geist ein furchtbarer Verdacht durchzuckte:»sollte es abermals eine Rache von dieser Frau sein?«
Athos erbleichte ebenfalls.
D'Artagnan stürzte nach der Trinkstube; die drei Musketiere und die zwei Garden folgten ihm.
Das Erste was d'Artagnan beim Eintritt in den Speisesaal ins Auge fiel, war Baisemout, der sich in furchtbaren Convulsionen auf dem Boden wälzte.
Bleich wie der Tod suchten ihm Planchet und Fourreau Hülfe zu leisten, aber jeder Beistand war offenbar fruchtlos; alle Züge des Sterbenden waren im Todeskampfe zusammengezogen.
«Ah!«rief er, als er d'Artagnan gewahr wurde;»ah! das ist abscheulich: Ihr gebt Euch das Ansehen, als wolltet Ihr mich begnadigen, und Ihr vergiftet mich.«
«Ich!«rief d'Artagnan,»ich, Unglücklicher! Was sagst Du da?«
«Ich sage, daß Ihr mir diesen Wein gegeben habt; ich sage, daß Ihr mich habt trinken heißen, ich sage, daß Ihr Euch an mir rächen wolltet, ich sage, daß dies abscheulich ist.«
«Glaubt es nicht, Baisemout, «rief d'Artagnan,»glaubt es nicht: ich schwöre Euch…«
«Aber es lebt ein Gott! Gott wird Euch bestrafen! Mein Gott, laß ihn einen Tag leiden, was ich leide.«
«Beim heiligen Evangelium, «sprach d'Artagnan, sich auf den Sterbenden stürzend,»ich schwöre Euch, ich wußte nicht, daß dieser Wein vergiftet war, und wollte so eben selbst davon trinken.«
«Ich glaube Euch nicht, «sagte der Soldat und verschied unter doppelten Qualen.
«Schändlich! schändlich!«murmelte Athos, während Porthos die Flaschen zerbrach und Aramis etwas spät den Befehl gab, einen Beichtiger zu holen.
«Oh! meine Freunde, «sprach d'Artagnan,»Ihr habt mir abermals das Leben gerettet, und zwar nicht allein mir, sondern auch diesen Herren. Meine Herren, «fuhr er, sich an die Garden wendend, fort,»ich bitte, dieses ganze Abenteuer zu verschweigen; hohe Personen könnten in einer Beziehung zu dem, was Ihr gesehen habt, stehen, und das Schlimme von Allem dem würde auf uns zurückfallen.«
«Ach! gnädiger Herr, «stammelte Planchet, mehr todt als lebendig,»ach, gnädiger Herr, da bin ich schön durchgeschlüpft.«
«Wie, Schurke!«rief d'Artagnan,»Du wolltest also meinen Wein trinken?«
«Auf die Gesundheit des Königs, gnädiger Herr; ich wollte eben ein armseliges Gläschen leeren, als Fourreau mir sagte, man rufe mich.«
«Ach!«sprach Fourreau, dem die Zähne vor Schrecken klapperten,»ich wollte ihn entfernen, um allein trinken zu können.«
«Meine Herren, «sagte d'Artagnan,»Ihr begreift, daß ein solches Mahl nach dem, was vorgefallen ist, nur sehr traurig sein könnte: entschuldigt also gütigst, und wollt mich, ich bitte, an einem anderen Tag mit Eurer Gesellschaft beehren!«Die zwei Garden nahmen die Entschuldigungen d'Artagnan's höflich auf und entfernten sich, da sie wohl begreifen mochten, daß die vier Freunde allein zu sein wünschten.
Als der junge Garde und die drei Musketiere ohne Zeugen waren, schauten sie sich mit einer Miene an, aus der hervorging, daß sie die ernste Bedeutung ihrer Lage begriffen.
«Vor Allem, «sprach Athos,»wollen wir dieses Zimmer verlassen; ein Todter ist eine schlechte Gesellschaft.«
«Planchet, «sagte d'Artagnan,»ich empfehle Dir, über den Leichnam des armen Teufels zu wachen; er soll in geweihter Erde begraben werden. Allerdings hat er ein Verbrechen begangen, aber er bereute es.«
Die vier Freunde entfernten sich aus dem Zimmer und überließen Planchet und Fourreau die Sorge, Baisemout die letzte Ehre zu erweisen.
Der Wirth gab ihnen eine andere Stube, in die man ihnen weich gesottene Eier und Wasser brachte, das Athos selbst aus dem Brunnen schöpfte. Mit ein paar Worten wurden Porthos und Aramis über die Lage der Dinge in Klare gesetzt.
«Nun! wohl, «sagte d'Artagnan zu Athos,»Ihr seht, es ist ein Krieg auf Leben und Tod.«
Athos schüttelte den Kopf und erwiderte:
«Ja, ja, ich sehe es wohl, aber glaubt Ihr, sie sei es?«
«Ich bin es fest überzeugt.«
«Doch, ich muß Euch gestehen, daß ich noch daran zweifle.«
«Aber die Lilie auf der Schulter…«
«Es ist eine Engländerin, welche irgend ein Verbrechen in Frankreich begangen haben wird, wofür man sie gebrandmarkt hat.«
«Athos, es ist Eure Frau, sage ich Euch, «antwortete d'Artagnan;»erinnert Ihr Euch nicht, wie sehr sich die zwei Signalements gleichen?«
«Ich glaubte, die andere müßte todt sein, ich hatte sie so gut gehenkt!«
Nun war die Reihe an d'Artagnan, den Kopf zu schütteln.
«Aber was läßt sich am Ende machen?«sprach der junge Mann.
«Offenbar kann man nicht ewig mit einem Schwert über dem Haupte bleiben, «sagte Athos,»und man muß aus dieser Lage herauskommen.«
«Aber wie?«
«Hört: versucht es irgendwo mit ihr zusammen zu kommen und zu einer Erklärung mit ihr zu gelangen. Sagt ihr:»»Krieg oder Friede. Ich gebe Euch mein Ehrenwort als Edelmann, nie etwas von Euch zu sagen, nie etwas gegen Euch zu thun. Von Eurer Seite fordere ich einen feierlichen Eid, neutral in Beziehung auf meine Person zu sein; wollt Ihr dies nicht, so suche ich den Kanzler, den König, den Henker auf: ich bringe den ganzen Hof gegen Euch in Aufruhr, ich gebe Euch als Gebrandmarkte an: ich stelle Euch vor Gericht und wenn man Euch freispricht, nun wohl! dann tödte ich Euch, so wahr ich ein Edelmann bin, an dem nächsten besten Eckstein, wie ich einen wüthenden Hund umbringen würde.««
«Dieses Mittel gefällt mir, «erwiderte d'Artagnan,»aber wie mit ihr zusammenkommen?«
«Die Zelt, mein theurer Freund, die Zeit führt die Gelegenheit herbei; die Gelegenheit ist die Martingale; je höher man spielt, desto mehr gewinnt man, wenn man zu warten weiß.«