Die drei Musketiere
- Автор: Дюма Александр
- Язык: немецкий
- Переводчик: Zoller
- Жанр: Исторические приключения
Электронная книга - «Die drei Musketiere». Краткое содержание книги:
Mylady jedoch ist Athos’ Ex-Frau, die sich zu einem intrigenreichen Kampf gegen die Musketiere rüstet: Sie soll im Auftrag Richelieus die Königin Anna von Österreich und spanische Gemahlin Ludwigs XIII. bloßstellen. Ihr wird ein Liebesverhältnis mit dem Herzog von Buckingham nachgesagt. Dieser soll auf Geheiß des eifersüchtigen Richelieu durch Mylady de Winter ermordet werden, weil er sich zuvor mit den Protestanten von La Rochelle, wo die Musketiere zu Helden aufgestiegen waren, verbündet hatte. Richelieu fädelt daraufhin weitere Intrigen ein …
Als sie die Ecke des Laufgrabens erreichten, der ihnen als Wall dienen sollte, stürzte einer von den Garden; eine Kugel hatte ihm die Brust durchbohrt; der andere war wohlbehalten und setzte seinen Lauf nach dem Lager fort.
D'Artagnan wollte seinen Gefährten nicht so verlassen und beugte sich über ihn herab, um ihn aufzuheben; aber in diesem Augenblicke wurden zwei Schüsse abgefeuert; eine Kugel zerschmetterte dem bereits verwundeten Garden den Kopf, die andere prallte an dem Felsen ab, nachdem sie auf zwei Zoll an d'Artagnan vorüber geflogen war.
Der junge Mann wandte sich lebhaft um, denn dieser Angriff konnte nicht von der Bastei kommen, die durch die Ecke des Laufgrabens maskiert war. Sogleich fielen ihm die zwei Soldaten ein, die ihn verlassen hatten, und er erinnerte sich dabei der Mörder, die ihm zwei Tage vorher nach dem Leben getrachtet. Er beschloß daher, diesmal zu untersuchen, woran er sich zu halten hätte, und fiel auf den Leib seines Kameraden nieder, als ob er todt wäre.
Alsbald sah er, wie sich zwei Köpfe über einem verlassenen Werke, dreißig Schritte von ihm erhoben. Es waren die unserer zwei Soldaten. D'Artagnan hatte sich nicht getäuscht. Diese Leute waren ihm nur gefolgt, um ihn zu tödten, in der Hoffnung, der Tod des jungen Mannes würde dem Feinde auf die Rechnung gebracht werden.
Da er jedoch nur verwundet sein und ihr Verbrechen anzeigen konnte, so näherten sie sich ihm, um ihm den Garaus zu machen. Durch die List d'Artagnans getäuscht, versäumten sie es glücklicher Weise, ihre Gewehre wieder zu laden. Als sie auf zehn Schritte von ihm entfernt waren, stand d'Artagnan, der bei seinem Falle sein Schwert fest in der Hand behalten hatte, rasch auf, und befand sich mit einem Sprunge bei ihnen.
Die Mörder begriffen, daß sie, wenn sie nach dem Lager entflohen, ohne ihren Mann getödtet zu haben, von diesem verklagt wurden; es war daher ihr erster Gedanke, zum Feinde überzugehen. Der Eine von ihnen nahm seine Flinte beim Lauf und bediente sich derselben als einer Keule. Er führte einen furchtbaren Schlag nach d'Artagnan, der ihm dadurch auswich, daß er sich auf die Seite warf, aber durch diese Bewegung ließ er dem Banditen freien Raum, und dieser lief sogleich nach der Bastei.
Da die Rocheller, welche dieselben bewachten, nicht wissen konnten, in welcher Absicht dieser Mann zu ihnen kam, so gaben sie Feuer auf ihn, und er stürzte mit zerschmetterter Schulter nieder.
Während dieser Zeit warf sich d'Artagnan auf den zweiten Soldaten und griff ihn mit dem Degen an. Der Kampf währte nicht lange; der Elende hatte zu seiner Vertheidigung nichts als die abgefeuerte Flinte. Der Degen des Garden glitt an dem Laufe des unnütz gewordenen Gewehres ab und durchdrang den Schenkel des Mörders, welcher niederfiel.
D'Artagnan setzte ihm sogleich seine Degenspitze an die Gurgel.
«Oh! tödtet mich nicht, «rief der Bandit,»Gnade! Gnade! mein Offizier, und ich werde Euch Alles sagen.«—»Ist Dein Geheimnis so viel Werth, daß ich Dir das Leben schenke?«fragte der junge Mann. — »Ja, sobald Ihr das Leben einigermaßen schätzt, wenn man erst zwanzig Jahre alt ist, wenn man schön und brav ist, wie Ihr, und Alles erreichen kann.«—»Elender, «sagte d'Artagnan,»sprich schnell. Wer hat Dir den Auftrag gegeben, mich zu ermorden?«—»Eine Frau, die ich nicht kenne, die man aber Mylady nannte.«—»Doch wenn Du diese Frau nicht kennst, woher weißt Du ihren Namen?«—»Mein Kamerad kannte sie und nannte sie so. Sie verhandelte mit ihm und nicht mit mir. Er hat sogar in seiner Tasche einen Brief von dieser Person, der von großem Belang für Euch sein muß, wie ich ihn sagen hörte.«—»Aber wie kommst Du dazu, an diesem Hinterhalt Antheil zu nehmen?«—»Er machte mir den Vorschlag, diesen Streich zu zwei auszuführen, und ich willigte ein.«—»Und wie viel hat sie Euch für dieses Unternehmen gegeben?«—»Hundert Louisd'or.«—»Schön, «sprach der junge Mann lachend,»sie denkt doch, ich sei etwas werth. Hundert Louisd'or, das ist eine Summe für Schurken Eurer Art; auch begreife ich, daß Du eingewilligt hast, und ich begnadige Dich, jedoch unter einer Bedingung.«—»Unter welcher?«fragte der Soldat unruhig, als er sah, daß noch nicht Alles zu Ende war. — »Daß Du mir den Brief holst, den Dein Kamerad in seiner Tasche hat.«—»Aber das ist nur eine andere Art, mich zu tödten, «rief der Bandit.»Wie soll ich diesen Brief unter dem Feuer der Bastei holen?«—»Du mußt Dich entschließen, ihn herbei zu schaffen, oder ich schwöre Dir, daß Du von meiner Hand stirbst.«—»Gnade! Herr, Barmherzigkeit! Im Namen der jungen Dame, die Ihr liebt, die Ihr vielleicht todt glaubt, und die es nicht ist!«rief der Bandit, sich auf die Kniee erhebend und mit der Hand stützend, denn er fing an mit seinem Blut auch die Kräfte zu verlieren. — »Woher weißt Du, daß es eine junge Frau gibt, die ich liebe, und daß ich diese junge Frau todt geglaubt habe?«fragte d'Artagnan. — »Aus dem Briefe den mein Kamerad in seiner Tasche hat.«—»Du siehst also wohl, daß ich diesen Brief bekommen muß, «sprach d'Artagnan.»Nicht mehr gezögert, oder wie sehr es mir auch widerstrebt, mein Schwert zum zweiten Male in das Blut eines Elenden zu tauchen, wie Du bist, ich schwöre Dir so wahr ich ein ehrlicher Mann bin…«
Bei diesen Worten machte d'Artagnan eine so drohende Geberde, daß sich der Verwundete erhob.
«Halt, halt!«rief er, seinen Muth wieder durch den Schrecken gewinnend,»ich gehe… ich gehe.«
D'Artagnan nahm die Büchse des Soldaten, ließ ihn vor sich hergehen und trieb ihn gegen seinen Gefährten zu, indem er ihn von Zeit zu Zeit mit der Spitze seines Degens in die Hüfte stach. Es war furchtbar anzuschauen, wie dieser Unglückliche, auf seinem Weg eine lange Blutspur zurücklassend, bleich vor dem bevorstehenden Tode, sich ungesehen zu dem Leichnam seines Kameraden hinzuschleppen suchte, der zwanzig Schritte von ihm entfernt lag.
Der Schrecken war so stark auf seinem mit kaltem Schweiß bedeckten Gesichte ausgeprägt, daß d'Artagnan Mitleid bekam und ihn verächtlich anschaute.
«Nun!«sprach er,»ich will Dir zeigen, welch ein Unterschied zwischen einem Manne von Herz und einem Feigling Deiner Art stattfindet. Bleibe, ich werde gehen!«
Und schnellen Schrittes, mit lauerndem Auge jede Bewegung des Feindes beobachtend, alle Vortheile des Terrains benützend, gelangte d'Artagnan bis zu dem zweiten Soldaten.
Es gab zwei Mittel, seinen Zweck zu erreichen: entweder mußte er ihn auf der Stelle durchsuchen oder mußte er ihn, seinen Leib als Schild gebrauchend, nach dem Laufgraben tragen und dort erst durchsuchen.
D'Artagnan zog das zweite Mittel vor und lud den Mörder in dem Augenblick, wo der Feind Feuer gab, auf seine Schulter.
Ein leichter Stoß, ein letzter Schrei, ein Beben des Todeskampfes bewiesen d'Artagnan, daß ihm derjenige, welcher ihn ermorden gewollt, das Leben gerettet hatte.
D'Artagnan erreichte wieder den Laufgraben und warf den Leichnam neben den Verwundeten.
Sogleich begann er die Untersuchung: eine lederne Brieftasche, eine Börse, worin sich offenbar ein Theil von der Summe fand, die der Bandit erhalten hatte, ein Becher und Würfel bildeten die ganze Hinterlassenschaft des Todten.
Er ließ den Becher und die Würfel, wo sie hingefallen waren, schleuderte die Börse dem Verwundeten zu und öffnete gierig die Brieftasche.
Mitten unter unwichtigen Papieren fand sich folgender Brief den er mit Gefahr seines Lebens geholt hatte:
«Da Ihr die Spur dieser Frau verloren habt, und sie nun in Sicherheit in dem Kloster ist, wohin Ihr sie nie durftet gelangen lassen, so sucht wenigstens den Mann nicht zu verfehlen. Verfehlt Ihr ihn, so wißt Ihr, daß ich eine lange Hand habe, und daß Ihr die hundert Louisd'or, die Ihr von mir erhalten habt, teuer bezahlen müßt.«
Keine Unterschrift. Dessenungeachtet kam der Brief unleugbar von Mylady. Er behielt ihn also, als ein Actenstück zum Behuf der Überweisung, und da er sich hinter der Ecke des Laufgrabens in Sicherheit befand, so fing er an den Verwundeten auszufragen. Dieser gestand, daß er es mit seinem soeben getöteten Kameraden übernommen hatte, eine junge Frau, die von Paris durch die Barriere de la Vilette abreisen sollte, zu entführen, daß sie sich aber in einer Schenke, um zu trinken, aufgehalten und den Wagen um zehn Minuten versäumt hatten.