Watership Down. Unten am Fluß
- Автор: Адамс Ричард
- Год: 2001
- Язык: немецкий
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Watership Down. Unten am Fluß». Краткое содержание книги:
Auch der Zeichentrickfilm von Martin Rosen mit dem Titelsong von Art Garfunkel wurde ein weltweiter Erfolg.
Der Autor
Richard Adams, 1920 in Berkshire geboren, studierte in Oxford Literatur und Geschichte. Auf den häufigen Fahrten zwischen seiner Londoner Wohnung, seinem kleinen Landhaus in den Downs südwestlich von London und Stratford-on-Avon unterhielt er seine Töchter Juliet und Rosamond mit Geschichten über Kaninchen und begann schließlich, sie aufzuschreiben. Nach dem Welterfolg von Watership down - Unten am Fluß hat Richard Adams seine Tätigkeit beim englischen Amt für Umweltschutz aufgegeben, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Er lebt mit seiner Familie auf der Insel Man.
Aus dem Englischen von Egon Strohm.
43. Die Große Patrouille
Was ist die Welt, o Soldaten?
Ich.
Ich, der unaufhörliche Schnee,
Dieser nördliche Himmel;
Soldaten, diese Einsamkeit,
Durch welche wir gehen,
Bin ich.
Walter de la Mare Napoleon
Als das Boot im Regen den Fluß hinuntertrieb, schwamm ein Teil von General Woundworts Autorität mit davon. Er hätte nicht mehr in Verlegenheit gewesen sein können, wenn Hazel und seine Kameraden über die Bäume davongeflogen wären. Bis zu diesem Augenblick hatte er sich als starker, furchtbarer Gegner gezeigt. Seine Offiziere waren durch Kehaars unerwarteten Angriff demoralisiert worden. Er nicht. Im Gegenteil, er hatte die Verfolgung trotz Kehaar fortgesetzt und tatsächlich einen Plan ausgearbeitet, um den Flüchtigen den Rückweg abzuschneiden. Schlau und findig in der Not, war es ihm beinahe gelungen, die Möwe zu verletzen, als er aus der dichten Deckung neben der Bohlenbrücke auf sie lossprang. Dann, nachdem er seine Beute an einer Stelle in die Enge getrieben hatte, wo Kehaar nicht viel tun konnte, um ihnen zu helfen, hatten sie plötzlich bewiesen, daß ihre Schlauheit größer war als seine, und ihn in Verwirrung auf der Böschung zurückgelassen. Er hatte zufällig gehört, wie einer seiner Offiziere einem anderen gegenüber das Wort tharn ausgesprochen hatte, als sie durch den Regen nach Efrafa zurückkehrten. Thlayli, Blackavar und die Weibchen des »Linken Hinterlaufs« waren verschwunden. Er hatte versucht, sie aufzuhalten, und es war ihm sichtbar mißlungen.
In jener Nacht blieb Woundwort lange wach und überlegte sich, was zu tun wäre. Am nächsten Tag berief er eine Ratssitzung ein. Er machte geltend, daß es keinen Zweck habe, eine Expedition den Fluß hinunterzuführen, um nach Thlayli zu suchen, außer sie wären stark genug, ihn zu besiegen, wenn sie ihn fänden. Das würde bedeuten, mehrere Offiziere und eine Anzahl Owsla mitnehmen zu müssen. Während sie weg wären, könnte es zu Hause Schwierigkeiten, zum Beispiel einen erneuten Ausbruch, geben. Es wäre wahrscheinlich, daß sie Thlayli überhaupt nicht fänden; denn es gab keine Spur, und sie wußten nicht, wo sie ihn suchen sollten. Wenn sie ihn nicht fanden, würden sie bei ihrer Rückkehr noch dümmer dastehen.
»Und wir stehen schon dumm genug da«, sagte Woundwort. »Seid euch darüber im klaren. Vervain wird euch berichten, was man in den Kennzeichen erzählt - daß Campion von dem weißen Vogel in den Graben gejagt wurde und daß Thlayli den Blitz vom Himmel herunterrief und Frith weiß was nicht alles.«
»Das beste«, sagte der alte Snowdrop, »wird sein, so wenig wie möglich darüber zu sprechen. Laßt Gras darüber wachsen. Sie haben ein kurzes Gedächtnis.«
»Eines allerdings gibt es, was überlegenswert wäre«, sagte Woundwort. »Wir wissen jetzt, daß es einen Ort gab, an dem wir tatsächlich Thlayli und seine Bande aufstöberten, nur war sich damals niemand darüber klar. Das war, als Mallow mit seiner Patrouille hinter ihnen her war, kurz bevor er von dem Fuchs getötet wurde. Irgend etwas sagt mir, daß sie dort, wo sie einmal waren, früher oder später wieder sein werden.«
»Aber wir können kaum mit genügend Kaninchen da draußen bleiben, um sie zu bekämpfen, Sir«, sagte Groundsel, »und es würde bedeuten, daß man sich eingraben und eine Weile dort leben müßte.«
»Ich bin auch deiner Meinung«, erwiderte Woundwort. »Eine Patrouille wird dort dauernd auf Abruf postiert werden. Sie werden Kratzer graben und dort leben. Sie werden alle zwei Tage abgelöst. Wenn Thlayli kommt, muß man ihn beobachten und heimlich verfolgen. Wenn wir wissen, wohin er die Weibchen geführt hat, dann werden wir mit ihm abrechnen können. Und ich sage euch dies«, schloß er, sich mit seinen großen blassen Augen in der Runde umblickend, »wenn wir wirklich herausfinden, wo er ist, bin ich bereit, alles auf mich zu nehmen. Ich sagte Thlayli, daß ich ihn persönlich töten würde. Er mag es vergessen haben, ich jedoch nicht.«
Woundwort führte die erste Patrouille selber an, nahm Groundsel mit, damit er ihm zeigte, wo Mallow die nach Süden führende Spur der Fremden aufgenommen hatte. Sie gruben Kratzer unter dem Gestrüpp am Rande von Caesars Gürtel und warteten. Nach zwei Tagen war ihre Hoffnung gesunken. Vervain löste Woundwort ab und wurde zwei Tage später von Campion abgelöst. Inzwischen gab es Hauptleute in der Owsla, die einander zuflüsterten, der General sei wie besessen. Es müsse ein Weg gefunden werden, ihn dazu zu bringen, seinen Plan aufzugeben, ehe er zu weit ging. Auf der Ratssitzung am nächsten Abend wurde vorgeschlagen, die Patrouille nach zwei Tagen einzustellen. Woundwort sagte ihnen zähnefletschend, sie sollten abwarten. Es begann ein Wortgefecht, hinter dem er mehr Opposition spürte, als ihm je zuvor begegnet war. Inmitten dieses Streites kamen - mit einem dramatischen Effekt, der vom General selbst zeitlich nicht günstiger hätte festgelegt worden sein - Campion und seine Patrouille völlig erschöpft herein und meldeten, daß sie Thlayli und seine Kaninchen genau da getroffen hatten, wo Woundwort sie vermutet hatte. Sie waren ihnen unbemerkt zu ihrem Gehege gefolgt, das, obgleich ziemlich weit weg, nicht zu entfernt für einen Angriff war, besonders, da man keine Zeit mehr zu verlieren brauchte, um es zu suchen. Es schien nicht sehr groß zu sein und könnte wahrscheinlich überrumpelt werden.
Die Nachricht erstickte jede Opposition und brachte den Rat und die Owsla wieder unter Woundworts unbestrittene Kontrolle. Mehrere Offiziere waren dafür, sofort aufzubrechen, aber Woundwort, der nun seiner Anhänger und seines Feindes sicher war, nahm sich Zeit. Nachdem er von Campion erfahren hatte, daß er tatsächlich Thlayli, Blackavar und den übrigen Auge in Auge gegenübergestanden hatte, beschloß er, noch eine Weile zu warten, für den Fall, daß sie jetzt besonders wachsam sein sollten. Überdies brauchte er Zeit, um den Weg nach Watership auszukundschaften und die Expedition zu organisieren. Seine Vorstellung war, die Strecke möglichst in einem Tag zu bewältigen. Dies würde jedem etwaigen Gerücht über ihre Annäherung zuvorkommen. Um sich zu überzeugen, daß sie dies tun könnten und trotzdem noch in der Lage sein würden zu kämpfen, wenn sie ankämen, nahm er Campion und zwei andere mit und legte selbst die dreieinhalb Meilen zum Hügelland östlich von Watership zurück. Hier erkundete er sofort den besten Weg, sich dem Buchenhang zu nähern, ohne gesehen oder gerochen zu werden. Der Wind kam wie in Efrafa vorwiegend von Westen. Sie würden abends ankommen und sich dann in der Talmulde südlich von Cannon Heath Down versammeln und ausruhen. Nach Anbruch der Dämmerung, wenn Thlayli und seine Kaninchen unter die Erde gegangen waren, würden sie die Kammlinie entlanglaufen und das Gehege angreifen. Wenn sie Glück hätten, würde es keine Warnung geben. Sie würden in dem eroberten Gehege für die Nacht sicher sein, und am folgenden Tag würden er selbst und Vervain nach Efrafa zurückkehren. Der Rest unter Campion konnte einen Tag Rast halten und dann mit den Weibchen und irgendwelchen anderen möglichen Gefangenen den Rückweg antreten. Die ganze Sache konnte in drei Tagen beendet sein.
Es wäre das beste, nicht zu viele Kaninchen mitzunehmen. Jeder, der nicht kräftig genug war, die Entfernung zurückzulegen und dann zu kämpfen, wäre bloß ein Hemmnis. Schließlich würde sich das Tempo als ausschlaggebend erweisen. Je langsamer die Wanderung, desto gefährlicher wäre es, und Nachzügler würden elil anziehen und den Rest entmutigen. Außerdem müßte, wie Woundwort sehr genau wußte, seine Führerschaft unbestritten sein. Jedes Kaninchen würde fühlen müssen, daß es dem General nahe war; und wenn es sich außerdem als einer ausgewählten Gruppe zugehörig empfand, um so besser.
Die Kaninchen, die mitgehen sollten, wurden höchst sorgfältig ausgewählt. Tatsächlich waren es sechs- oder siebenundzwanzig, zur Hälfte Owsla und der Rest vielversprechende Junge, die von ihren KennzeichenOffizieren empfohlen wurden. Woundwort hielt viel vom Wettkampf und ließ wissen, daß es eine Menge Chancen gäbe, Belohnungen zu gewinnen. Campion und Chervil waren damit beschäftigt, Leistungspatrouillen hinauszunehmen, und Raufereien und Übungskämpfe wurden beim Morgen-silflay organisiert. Die Mitglieder der Expedition waren von Wachtposten-Pflichten entbunden, und es wurde ihnen gestattet zu silflay, wann immer sie wünschten.