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Menschen wie Götter

Электронная книга - «Menschen wie Götter». Краткое содержание книги:

Die Menschen der fernen Zukunft greifen nach den Sternen. Mit Hilfe gewaltiger Raumschiffe durchpflügen sie das Weltall, erforschen fremde Planeten und schließen Freundschaft mit außerirdischen Zivilisationen. Sie erschaffen neue Welten aus dem Nichts und verwandeln ungastliche Steinwüsten in blühende Paradiese.
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Sie antwortete mit gewohnter Schärfe: »In dem Bericht habe ich nur unverständliche Fakten und oberflächliche Vermutungen über deren Ursachen gefunden. Ich habe nichts zu widerlegen.«

Ihre Worte beeindruckten mich schwerer, als ich an jenem Tag zuzugeben bereit war.

Am Abend war unser Salon voll. Olga, Romero.

Oleg, Orlan und Lussin hatten Sessel bekommen.

Trub und Grazi hatten sich unter Schwierigkeiten auf den Sofas niedergelassen. Den Engel störten die Flügel, und der drei Meter lange Grazi vermied es ängstlich, sich zu erheben, um nicht mit dem Kopf an die Decke zu stoßen. Romero berichtete in seinem zeremoniellen altertümlichen Stil von dem Eindruck, den der Bericht über den Untergang der ersten Expedition zum Galaxiskern im Großen Rat hinterlassen hatte. Die zweite Expedition sollte die unsichtbaren Gegner aufspüren und die Möglichkeilen eines friedlichen Verkehrs mit ihnen erkunden. Das würde kein Kriegszug sein, sondern eine Friedensmission. Sämtliche Ressourcen des Sternenbundes standen zur Verfügung, um die neue Expedition auszurüsten.

»Stellen Sie nun Ihre Fragen, Admiral, und äußern Sie Ihre Zweifel«, schloß Pawel.

Ich hatte Zweifeclass="underline" Die Ramiren, die zu suchen sich die erste Expedition aufgemacht hatte, waren nicht gefunden. Die Räuber-Planeten, von denen die Sternenflugzeuge verfolgt worden waren, hatte Allan als Lebewesen bezeichnet, doch der Beweis, daß sie real lebendig waren und keine Absonderlichkeiten der toten Natur, fehlte. Den Bezirk der »staubigen Sonnen«, in deren Peripherie die Expedition umgekommen war, hielt Allan für die Wohnstatt einer vernunftbegabten Zivilisation, aber es war nicht gelungen, auch nur einem einzigen ihrer Vertreter zu begegnen, also blieb ihre Existenz bloße Hypothese.

Die Versuche, zum Kern vorzudringen, waren auf Widerstand gestoßen. Was wollte das schon besagen?

Der Widerstand konnte physische, uns bislang unbekannte Gründe haben, denn niemand würde behaupten, daß wir im Universum alles erforscht hätten. Romero wollte mir antworten, doch ich wandte mich an Oleg: »Du bist Oberkommandierender des zweiten Geschwaders. Wie stehst du zu meinen Zweifeln?«

Er antwortete zurückhaltend. »Sie lassen sich nur auf einem Wege ausräumen: indem wir nun von neuem zum Kern fliegen und klären, was da hindert, in ihn einzudringen.«

Ich mußte Oleg immer wieder anschauen. Er glich seinem Vater und glich ihm auch wieder nicht. Von der Mutter hatte er die zarte weiße Haut, die fast durchsichtig wirkte. Er errötete, wenn er antwortete, und die Röte lief wie eine Flamme von den Wangen zur Stirn, zu den Ohren und zum Hals. Mädchenhaft war seine Erscheinung: der schöne Kopf, die langen goldenen Locken, die übrigens nicht so kraus waren wie einst die von André, die schmalen Schultern, die schlanke Taille, die dünnen langen Finger. Oft trügt das Äußere, für Oleg, der zum Oberkommandierenden des zweiten Geschwaders ernannt worden war, traf das besonders zu. Unter den Kapitänen für große Sternenfahrt zählte er zu den unerschrockensten und erfolgreichsten. Olga hatte ihn als Admiral für die längst geplante Expedition zu den Hyaden empfohlen, und er wäre schon zu dem Haufen dieser in einen Abgrund stürzenden Sterne gejagt, hätte sich nicht die Katastrophe mit Allan ereignet. Der Große Rat hatte die Fahrt zu den Hyaden wegen der neuen Expedition zum Kern abgesagt.

»Deine Antwort befriedigt mich«, entgegnete ich.

»Und nun berichten Sie, was es Neues bei der Vorbereitung zu der Expedition gibt!« Romero erklärte, daß die Expedition auf dem uns allen bekannten Dritten Planeten im Perseus vorbereitet werde, unter der Leitung von André und dem Demiurgen Ellon. Auf den Sternenflugzeugen würden außer den Tanew-Annihilatoren auch die biologischen Geschütze der Galakten installiert, desgleichen Vorrichtungen, die die Ausmaße der Sternenflugzeuge und sämtlicher sich auf ihnen befindlicher Körper veränderten. Aber die wichtigste Neuerung seien Mechanismen, die die Raummetrik rings um das betreffende Sternenflugzeug umgestalteten. Jedes Schiff sei nun eine Art Dritter Planet, der in seiner Umgebung beliebige Krümmungen vornehme. Wäre Allans Geschwader mit Gravitationsschnecken-Mechanismen ausgerüstet gewesen, wäre viel Unheil verhütet worden. Die Metrikgeneratoren konstruiere Ellons Gruppe.

»Ellon, Ellon… Kennst du ihn, Orlan?«

»Ich habe Ellon vorgeschlagen«, erwiderte Orlan stolz. »Im Perseus gibt es keinen zweiten Demiurgen, der ein so begabter Konstrukteur wäre.«

Ich bemerkte, daß Grazi mißmutig den Kopf wiegte.

»Ein Letztes«, setzte ich fort. »In welcher Eigenschaft soll ich nach Meinung des Großen Rates an der Expedition teilnehmen? Altertümlich ausgedrückt:

Welches Amt soll ich bekleiden?«

»Sie sollen die Seele und das Gewissen der Expedition sein, Eli«, sagte Oleg.

»Schlecht organisiert ist jene Expedition, wo Seele und Gewissen von den übrigen Expeditionsmitgliedern getrennt sind.« Mein Einwand rief Gelächter hervor, obwohl ich ernst gesprochen hatte.

Romero sagte versöhnlich: »Da Sie nun schon einmal den Terminus Amt verwendet haben, so wollen wir es als wissenschaftliche Leitung bezeichnen – es hat einst solch einen Begriff gegeben, lieber Admiral.«

»Haben Sie selbst die Absicht, an der Fahrt teilzunehmen, Pawel?«

»Der Große Rat wird mir sicherlich gestatten, die Erde zu verlassen »

Nach der Beratung setzte ich mich zu Grazi. »Als Orlan sich lobend über Ellon äußerte, seufztest du, Grazi. Bist du mit seiner Einschätzung nicht einverstanden?«

Der Galakt erstrahlte wohlwollend. Seinesgleichen lächelt so gern, daß er bei jedem Anlaß diesen freudigen Gesichtsausdruck verschenkt.

»Nein, Eli. Mein Freund, der Demiurg Orlan, hat Ellon völlig zutreffend als einen genialen Ingenieur charakterisiert. Aber schau, Eli…« Er stockte, indessen er weiterlächelte. »Du kennst unsere Einstellung in den künstlichen Organen. Ellons Organismus hat einen viel höheren Grad an Künstlichkeit als die übrigen Demiurgen; ich fürchte, sogar sein Gehirn enthält künstliche Elemente, obwohl Orlan das bestreitet.«

Ich lächelte ebenfalls, jedoch auf Menschenart ironisch. Der Abscheu der Galakten vor künstlichen Organen ist mir immer wie eine spaßige Absonderlichkeit vorgekommen. Grazis Erklärung ließ ich an meinen Ohren vorbei schwirren. Jeder Mensch macht Fehler, ich habe wahrscheinlich mehr als andere gemacht. Und obwohl sie auf den ersten Blick harmlos waren, wirkten sie sich doch verhängnisvoll aus!

4

Wie furchtbar hatte sich André verändert! Olga hatte mich gewarnt, doch ich hatte gelacht, als sie sagte, ich würde ihn nicht wiedererkennen. Das konnte es nicht geben, daß mir mein bester Freund fremd geworden sein sollte. Und selbstredend erkannte ich André sofort, als die »Orion« über dem Anlegeplatz des Dritten Planeten schwebte und er durch die weit offenen Schiffstüren gestürzt kam. Aber ich war erschüttert.

Ich hatte André als erschöpften, vom Wahnsinn noch nicht erholten, aber lebendigen, sogar energischen Mann mittlerer Jahre verlassen. Jetzt umarmte mich ein Greis, ein geschäftiger, nervöser, weißhaariger, runzliger, vorzeitig hinfällig gewordener Greis.

»Ja, ja, Eli!« sagte André auflachend, da ihm meine Bestürzung nicht entging. »In unmittelbarer Nachbarschaft mit den unsterblichen Galakten altern wir seltsamerweise besonders schnell. Schuld ist wahrscheinlich die teuflische Gravitation auf diesem Planeten, das Zusammenrollen und Auseinanderwickeln des Raumes ist der biologischen Harmonie ebenfalls nicht förderlich. Erinnerst du dich an Vagabund? Jenes mächtige Gehirn, dem du unbedingt den riesigen Körper eines verspielten Drachens geben mußtest’.’«

»Ich hoffe, er ist am Leben?«

»Doch, doch! Aber den Drachenweibchen stellt er schon lange nicht mehr nach. Sein Denkvermögen ist übrigens in Ordnung.« Wir betraten den Planeten. Die Fahrt der »Orion« zum Perseus schildere ich nicht, für die folgenden Ergebnisse sind meine Eindrücke von diesem Flug ohne Bedeutung. Ich erwähne nur, daß Oleg noch auf der Erde bleiben mußte, um die Besatzungen für die Schiffe auszuwählen. Er hatte vor, mit dem nächsten Transport im Perseus einzutreffen. Ich will auch nicht sämtliche Begegnungen beschreiben, die ich auf dem Dritten Planeten hatte, sie sind allein für Mary und mich interessant. Ich verweile lediglich, obwohl das für die nachfolgenden Ereignisse ohne Belang ist, bei der Landschaft des Dritten Planeten.

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