Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Фэнтези » Fiebertraum [=Dead Man River / Fevre Dream - de]
Fiebertraum [=Dead Man River / Fevre Dream - de] - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Fiebertraum [=Dead Man River / Fevre Dream - de]

Электронная книга - «Fiebertraum [=Dead Man River / Fevre Dream - de]». Краткое содержание книги:

Abner Marsh, Flußschiffer auf dem Mississippi und ein Koloß von einem Mann, steht nach der Flutkatastrophe von 1857 vor dem wirtschaftlichen Ruin. Da bietet ihm der Aristokrat Joshua York die Partnerschaft an, um das schnellste Dampfschiff auf dem Mississippi bauen zu lassen. Für den Kapitän scheint sich ein Traum zu verwirklichen.
Doch während der Jungfernfahrt der Fiebertraum entpuppt sich Joshua York zum Entsetzen Marshs als Vampir, und der Plan, als schnellster Dampfschiffkapitän in die Geschichte einzugehen, tritt in den Hintergrund, denn York fährt den Fluß hinab, um die Letzten seiner kranken alten Rasse zu sammeln und sie vom Erbe ihrer blutgierigen Leidenschaft zu befreien. Zuvor jedoch muß er den mächtigen Blutmeister Damon Julian besiegen, einen Vampir voll animalischem Magnetismus, der den roten Durst seines Nachtvolks durch Mord und Heimtücke zu löschen versucht.
Und mit jedem Flußkilometer sinkt Abner Marshs Schiff tiefer in einen blutigen Alptraum jenseits der Realität.

»Fiebertraum begeistert Stephen King‐Fans ebenso wie Leser von Mark Twain. Ein düster‐romantisches Buch, das mich bis in die Träume und Phantasien verfolgte. Ihm gebührt ein grandioser Erfolg.«
ROGER ZELAZNY
1 ... 102 103 104 105 106 107 108 109 110 ... 122
Перейти на страницу:

Framm nickte und wandte sich zum Gehen. An der Tür verharrte er. »Wenn ich einen neuen Job habe«, sagte er, »dann halte ich weiterhin die Augen offen. Wenn ich sie finde, dann hören Sie von mir.«

»Sie werden sie nicht finden«, sagte Marsh illusionslos. Dann schloß Framm die Tür, verließ seinen Dampfer und verschwand aus seinem Leben, und Abner Marsh war nun so allein wie nie zuvor. Nun war niemand mehr da außer ihm, niemand, der sich an die Fiebertraum erinnerte oder an Joshuas weißen Anzug und an die Hölle, deren Feuer hinter den Augen Damon Julians loderte. Nun war alles das nur deshalb noch lebendig, weil Marsh sich erinnerte, und Marsh hatte die Absicht zu vergessen.

Die Jahre verstrichen.

Die Eli Reynolds verdiente auf dem Missouri recht gut. Fast ein Jahr lang war sie dort unterwegs, und Marsh führte sie und hielt sie in Schuß und kümmerte sich um seine Fracht und seine Passagiere und seine Hauptbücher. Er verdiente während der ersten beiden Trips genug, um drei Viertel seiner beträchtlichen Schulden zu bezahlen. Er hätte sogar reich werden können, hätten die Ereignisse in der großen Welt sich nicht gegen ihn verschworen; die Wahl Lincolns (Marsh stimmte für ihn trotz der Tatsache, daß er Republikaner war), die Sezession, die Belagerung von Fort Sumter. Marsh dachte an Joshua Yorks Worte, als dieses Blutbad sich ankündigte: Der rote Durst hat die Nation erfaßt, und nur Blut wird ihn stillen können.

Eine ganze Menge Blut war nötig, dachte Marsh nachher voller Bitterkeit. Er redete nur selten über den Krieg oder seine Erlebnisse, und konnte mit denen, die in ihren Erzählungen die Schlachten immer wieder aufs neue schlugen, nicht viel anfangen. »Da war mal ein Krieg«, sagte er laut. »Wir haben gesiegt. Jetzt ist er vorbei, und ich weiß nicht, warum wir dauernd darüber reden sollen, als wäre es etwas, worauf man stolz sein müßte. Das einzig Gute war, daß er die Sklaverei beendet hat. Ansonsten kann ich nicht viel mit den Folgen anfangen. Menschen zu erschießen, ist nichts, womit man sich brüsten kann, verdammt noch mal.« Marsh und die Eli Reynolds kehrten während der ersten Kriegsjahre zum oberen Mississippi zurück und holten Soldaten von St. Paul und Wisconsin und Iowa in den Süden. Später diente er auf einem Kanonenboot der Union und nahm an einigen Schlachten auf dem Fluß teil.

Karl Framm kämpfte ebenfalls auf dem Fluß. Marsh hörte auch, daß er bei den Kämpfen um Vicksburg fiel, aber etwas Genaueres konnte er nicht in Erfahrung bringen.

Als wieder Frieden herrschte, kehrte Marsh nach St. Louis zurück und befuhr mit der Eli Reynolds den oberen Mississippi. Er gründete mit den Eignern oder Kapitänen von vier konkurrierenden Schiffen eine Gemeinschaft und richtete eine Paketlinie mit festen Fahrtzeiten ein, um effektiver mit den größeren Firmen Schritt halten zu können, die den Oberlauf fest in ihrer Hand hatten. Aber sie waren alle sture, ungestüme Männer, und nach einem halben Jahr ständiger Streitigkeiten und Meinungsverschiedenheiten wurde die Gesellschaft wieder aufgelöst. Zu diesem Zeitpunkt stellte Abner Marsh fest, daß ihm die Lust am Dampfschiffgewerbe verlorengegangen war. Irgendwie hatte der Fluß sich verändert. Nach dem Krieg schien es nicht einmal mehr ein Drittel der Dampfer zu geben, die früher dagewesen waren, dennoch war der Wettbewerb härter geworden, da die Eisenbahn mehr und mehr ins Fracht‐ und Passagiergeschäft einstieg. Wenn man jetzt in St. Louis einlief, dann fand man nur noch vielleicht ein Dutzend Dampfer an der Anlegestelle, wo sie sich früher sicherlich über eine Meile weit gedrängt hatten. Es fanden in jenen Jahren nach dem Krieg auch noch andere Veränderungen statt. Die Kohle begann fast überall das Holz zu verdrängen, außer in den wilderen Abschnitten des Missouri. Staatliche Aufseher kamen mit Vorschriften und Gesetzen, die befolgt werden mußten, Sicherheitsüberprüfungen und Registrierungen und allem möglichen Zeug und versuchten sogar, die Rennen zu verbieten. Die Dampfschiffer veränderten sich ebenfalls. Die meisten Männer, die Marsh gekannt hatte, waren nun schon tot oder hatten sich zur Ruhe gesetzt, und diejenigen, die ihre Plätze einnahmen, waren Fremde mit seltsamen Gewohnheiten. Der alte, polternde, fluchende, freigebige, wilde Flußmann, der einen auf den Rücken klopfte, einem die ganze Nacht Drinks spendierte und die wildesten Lügen erzählte, war eine aussterbende Rasse. Selbst Natchez‐under‐the‐Hill war nur noch ein geisterhafter Schatten seiner selbst, wie Marsh hörte, fast genauso ruhig wie die Stadt auf dem Berg mit ihren eleganten Villen und ihren exotischen Namen.

Eines Abends im Mai 1868, mehr als zehn Jahre, nachdem er zum letztenmal Joshua York und die Fiebertraum gesehen hatte, unternahm Abner Marsh einen Spaziergang auf dem Uferdamm. Er erinnerte sich an den Abend, als er und Joshua sich zum erstenmal begegnet waren und den gleichen Weg gegangen waren; damals hatten die Dampfer sich geradezu am Pier gedrängt, große stolze Seitenpaddler und zähe kleine Heckpaddler, alte und neue Schiffe, und die Eclipse hatte zwischen ihnen gelegen, festgemacht an ihrem Leichter. Nun war die Eclipse selbst ein Leichter, und es gab Burschen auf dem Fluß, die sich selbst alte Dampfschiffer nannten, die sie niemals in ihrem Leben gesehen hatten. Und die Anlegestelle war fast leer. Marsh blieb stehen und zählte. Fünf Schiffe. Sechs, wenn er die Eli Reynolds mitzählte. Die Reynolds war nun schon so alt, daß Marsh beinahe Angst hatte, sie auf den Fluß hinauszusteuern. Sie müßte eigentlich das älteste Dampfschiff der Welt sein, dachte er, mit dem ältesten Kapitän. Und er und sie waren nun beide ein wenig müde.

Die Great Republic nahm Fracht auf: Sie war ein riesiger neuer Seitenraddampfer, der vor einem Jahr aus einer Werft in Pittsburgh heruntergekommen war. Es hieß, sie sei einhundertfünfzehn Meter lang, womit sie das größte Schiff auf dem Fluß war, nun da die Eclipse und die Fiebertraum verschwunden und vergessen waren. Sie war auch prächtig. Marsh hatte sie sicherlich schon dutzendmal betrachtet und war sogar einmal an Bord gewesen. Ihr Ruderhaus war reich ausgestattet mit Technik und Zierrat und besaß eine Zierkuppel als Dach, und das Glas und das polierte Holz und die Teppiche im Schiff waren so üppig, daß es einem fast das Herz brach. Sie sollte das feinste, schönste Dampfschiff sein, das jemals gebaut worden war, luxuriös genug, um alle älteren Schiffe vor Scham versinken zu lassen. Aber sie war nicht besonders schnell, hatte Marsh außerdem gehört, und es hieß auch, daß sie Verluste in beängstigenden Höhen einfuhr. Er stand da mit vor der Brust verschränkten Armen, sah grimmig und unerschütterlich aus in seinem düsteren schwarzen Mantel und schaute zu, wie die Schauerleute sie beluden. Die Arbeiter waren schwarz, und zwar jeder von ihnen. Das war auch anders geworden. Alle Schauerleute auf dem Fluß waren jetzt farbig. Die Immigranten, die vor dem Krieg als Schauerleute, Heizer und Deckshelfer gearbeitet hatten, waren weitergezogen, Marsh wußte nicht wohin, und die befreiten Sklaven hatten ihre Plätze eingenommen.

Während sie arbeiteten, sangen die Schauerleute. Ihr Lied war ein leiser melancholischer Gesang. Dunkel ist die Nacht und lang der Tag, lautete er. Und die Heimat ist so weit. Weine, Bruder weine nur. Marsh kannte den Gesang. Es gab auch noch eine weitere Strophe, die lautete: Vorüber ist die Nacht, der lange Tag, vorbei. Singt meine Brüder, singt. Aber diese Strophe sangen sie nicht. Nicht heute abend hier auf diesem verlassenen Dampferpier, wo sie ein Schiff beluden, das nagelneu war und prachtvoll und dennoch nicht genügend Aufträge bekam. Während er ihnen zusah und zuhörte, kam es Abner Marsh so vor, als läge der ganze Fluß im Sterben — und er selbst auch. Er hatte für den Rest seiner Zeit auf dieser Erde genügend dunkle Nächte und lange Tage erlebt, und er war sich nicht mehr sicher, ob er noch ein richtiges Zuhause hatte.

1 ... 102 103 104 105 106 107 108 109 110 ... 122
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)