Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Der Idiot - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Der Idiot

Электронная книга - «Der Idiot». Краткое содержание книги:

Der Idiot
1 ... 93 94 95 96 97 98 99 100 101 ... 221
Перейти на страницу:

»Erstens bin ich für Sie nicht ›mein Herr‹, und zweitens beabsichtige ich Ihnen keinerlei Erklärungen zu geben«, erwiderte der höchst ergrimmte Iwan Fjodorowitsch in scharfem Ton, stand auf, ging, ohne ein weiteres Wort zu sagen, zum Ausgang der Veranda und stellte sich dort auf die oberste Stufe hin, den Anwesenden den Rücken zuwendend. Er war höchst empört über Lisaweta Prokofjewna, die auch jetzt noch nicht daran dachte, sich vom Fleck zu rühren.

»Meine Herren, meine Herren, gestatten Sie mir doch endlich, etwas zu sagen, meine Herren!« rief der Fürst bekümmert und aufgeregt; »und tun Sie mir den Gefallen, lassen Sie uns so miteinander reden, daß wir uns gegenseitig verstehen! Auf den Artikel will ich nicht weiter eingehen, meine Herren; lassen wir ihn meinetwegen beiseite; nur ist ja alles, was in dem Artikel gedruckt ist, unwahr, meine Herren! Ich darf Ihnen das sagen, weil Sie es ja selbst wissen; man muß sich geradezu schämen. Ich würde daher sehr verwundert sein, wenn einer von Ihnen das geschrieben haben sollte.«

»Ich habe von dem Artikel bis auf diesen Augenblick nichts gewußt«, erklärte Ippolit. »Ich billige ihn nicht.«

»Ich habe zwar gewußt, daß er geschrieben war; aber ... ich hätte ebenfalls nicht dazu geraten, ihn zu drucken, weil es noch zu früh ist«, fügte Lebedjews Neffe hinzu.

»Ich habe es gewußt; aber ich habe ein Recht ... ich ...«, murmelte »Pawlischtschews Sohn«.

»Wie! Sie selbst haben das alles verfaßt?« fragte der Fürst, indem er Burdowski gespannt anblickte. »Aber das ist doch ganz unmöglich!«

»Wir brauchen Ihnen aber keine Berechtigung zu solchen Fragen zuzugestehen«, mischte sich Lebedjews Neffe hinein.

»Ich habe mich ja nur gewundert, daß Herr Burdowski das fertig gebracht hat ... aber ... ich möchte doch eines bemerken: wenn Sie diese Sache schon der Öffentlichkeit übergeben hatten, warum fühlten Sie sich denn dann vorhin so beleidigt, als ich in Gegenwart meiner Freunde von eben dieser Sache zu reden anfing?«

»Endlich!« murmelte Lisaweta Prokofjewna ärgerlich.

»Und Sie haben sogar noch vergessen, Fürst«, bemerkte, plötzlich zwischen den Stühlen hervorschlüpfend, Lebedjew, der sich nicht länger beherrschen konnte und beinah fieberte, »Sie haben noch vergessen, daß nur Ihr guter Wille und Ihre beispiellose Herzensgüte Sie veranlaßt haben, diese Herren zu empfangen und anzuhören, und daß sie keinerlei Recht haben, dies zu fordern, um so weniger, da Sie diese Angelegenheit schon an Gawrila Ardalionowitsch zur Erledigung abgegeben haben, ebenfalls infolge Ihrer außerordentlichen Güte. Jetzt aber, durchlauchtigster Fürst, wo Sie sich inmitten Ihrer auserlesenen Freunde befinden, dürfen Sie auf diese Gesellschaft nicht um dieser Herren willen verzichten; Sie könnten allen diesen Herren ohne weiteres die Tür weisen, worüber ich als Besitzer dieses Hauses mich sogar außerordentlich freuen würde ...«

»Vollkommen richtig!« erscholl auf einmal aus dem Hintergrund General Iwolgins dröhnende Stimme.

»Genug damit, Lebedjew, genug damit, genug damit ...«, begann der Fürst; aber ein ganzer Sturm unwilliger Ausrufe übertönte seine Worte.

»Nein, entschuldigen Sie, Fürst, entschuldigen Sie; jetzt darf es nicht damit genug sein?« überschrie Lebedjews Neffe alle übrigen. »Jetzt muß die Sache klar und bestimmt festgestellt werden, da sie offenbar nicht richtig verstanden wird. Es sind hier juristische Finten hineingebracht worden, und auf Grund dieser Finten droht man, uns zur Tür hinauszuwerfen! Meinen Sie denn wirklich, Fürst, daß wir so dumm wären, nicht selbst zu verstehen, daß unsere Sache sich nicht gerichtlich verfolgen läßt, und daß wir vom juristischen Standpunkt aus nicht berechtigt sind, auch nur einen Rubel von Ihnen zu verlangen? Aber wir sagen uns, daß, wenn hier auch kein juristisches Recht vorliegt, dafür doch ein menschliches, natürliches Recht vorhanden ist, ein Recht des gesunden Verstandes und der Stimme des Gewissens, und daß, wenn auch dieses unser Recht in keinem vermoderten menschlichen Gesetzbuch geschrieben steht, doch ein anständiger, ehrenhafter Mensch, was ganz dasselbe ist wie ein vernünftig denkender Mensch, verpflichtet ist, auch in denjenigen Fällen anständig und ehrenhaft zu bleiben, die in den Gesetzbüchern nicht verzeichnet stehen. Darum sind wir hierher gekommen, ohne zu fürchten, daß man (womit Sie uns soeben gedroht haben) uns deshalb aus der Tür werfen werde, weil wir nicht bitten, sondern fordern, und weil unser Besuch zu so später Stunde unschicklich ist (wiewohl wir eigentlich nicht so spät gekommen sind, sondern Sie es waren, der uns in der Gesindestube solange warten ließ), darum, sage ich, sind wir furchtlos hierher gekommen, weil wir annehmen, Sie seien ein vernünftig denkender Mensch, das heißt ein ehrenhafter, gewissenhafter Mensch. Ja, es ist wahr: wir sind nicht demütig hereingekommen, nicht wie Schmarotzer und Bittsteller, sondern mit erhobenem Kopf, wie freie Männer, und durchaus nicht mit einer Bitte, sondern mit einer freien, stolzen Forderung (hören Sie: nicht mit einer Bitte, sondern mit einer Forderung; merken Sie sich das!). Wir legen Ihnen nun in würdiger Form, offen und geradezu die Frage vor: glauben Sie in der Burdowskischen Angelegenheit im Recht oder im Unrecht zu sein? Geben Sie zu, daß Pawlischtschew Ihnen zahllose Wohltaten erwiesen und Sie vielleicht sogar vom Tod errettet hat? Wenn Sie es zugeben (und die Sache ist ja sonnenklar!), beabsichtigen Sie oder halten Sie es nach Ihrem Gewissen für gerecht, jetzt, wo Sie in den Besitz von Millionen gekommen sind, Ihrerseits den in Not befindlichen Sohn Pawlischtschews schadlos zu halten, wenn er auch den Namen Burdowski führt? Ja oder nein? Wenn Sie ja sagen, das heißt mit anderen Worten, wenn in Ihnen das steckt, was Sie in Ihrer Sprache Ehre und Gewissen nennen, und was wir mit einem zutreffenderen Ausdruck als gesunde Vernunft bezeichnen, so stellen Sie uns zufrieden, und die Sache ist erledigt. Stellen Sie uns zufrieden ohne Bitten und Dankbarkeitsbezeigungen unsererseits; erwarten Sie solche von uns nicht; denn Sie werden das nicht um unseretwillen, sondern um der Gerechtigkeit willen tun. Wenn Sie uns aber nicht zufriedenstellen wollen, das heißt nein antworten, dann gehen wir sofort weg, und die Verhandlungen werden abgebrochen; Ihnen aber sagen wir ins Gesicht, in Gegenwart aller Ihrer Zeugen, daß Sie ein Mensch von geringem Verstand sind und auf einer niedrigen Stufe geistiger Entwicklung stehen, daß Sie nicht wagen dürfen und nicht berechtigt sind, sich künftighin einen Mann von Ehre und Gewissen zu nennen, und daß Sie dieses Recht für gar zu billigen Preis kaufen wollen. Ich bin zu Ende. Ich habe die Frage formuliert. Jagen Sie uns jetzt aus dem Haus, wenn Sie es wagen! Sie können das tun; Sie haben die Macht dazu. Aber vergessen Sie nicht, daß wir trotzdem fordern und nicht bitten! Wir fordern; wir bitten nicht.« Lebedjews Neffe, der sehr hitzig geworden war, hielt inne.

»Wir fordern, wir fordern, wir fordern, wir bitten nicht ...!« stammelte Burdowski und wurde dabei rot wie ein Krebs.

Auf die Worte von Lebedjews Neffen folgte eine gewisse allgemeine Bewegung der Zuhörer, und es wurde sogar ein Gemurr hörbar, wiewohl alle Mitglieder der ganzen Gesellschaft es offenbar vermieden, sich in die Sache einzumischen, vielleicht mit einziger Ausnahme Lebedjews, der sich wie im Fieber befand. (Es war merkwürdig: Lebedjew, der doch augenscheinlich auf seiten des Fürsten stand, empfand jetzt nach der Rede seines Neffen doch eine Art Vergnügen befriedigten Familienstolzes; wenigstens ließ er mit einer Miene besonderer Genugtuung seinen Blick rings über die Anwesenden schweifen.)

»Meiner Ansicht nach«, begann der Fürst mit ziemlich leiser Stimme, »meiner Ansicht nach haben Sie, Herr Doktorenko, in allem, was Sie soeben gesagt haben, zur Hälfte vollkommen recht; ich will sogar zugeben, daß Sie in der bei weitem größeren Hälfte recht haben; und ich würde mit Ihnen vollkommen einverstanden sein, wenn Sie nicht in Ihrer Äußerung etwas weggelassen hätten. Was Sie da eigentlich weggelassen haben, das Ihnen genau anzugeben bin ich nicht in der Lage; aber es fehlt entschieden etwas, damit Ihre Worte in vollem Umfang als gerecht gelten könnten. Aber wenden wir uns lieber zur Sache, meine Herren; sagen Sie doch: warum haben Sie diesen Artikel drucken lassen? Jedes Wort darin ist ja eine Verleumdung, so daß Sie, meine Herren, meiner Ansicht nach eine Gemeinheit begangen haben.«

1 ... 93 94 95 96 97 98 99 100 101 ... 221
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)