Die drei Musketiere
- Автор: Дюма Александр
- Язык: немецкий
- Переводчик: Zoller
- Жанр: Исторические приключения
Электронная книга - «Die drei Musketiere». Краткое содержание книги:
Mylady jedoch ist Athos’ Ex-Frau, die sich zu einem intrigenreichen Kampf gegen die Musketiere rüstet: Sie soll im Auftrag Richelieus die Königin Anna von Österreich und spanische Gemahlin Ludwigs XIII. bloßstellen. Ihr wird ein Liebesverhältnis mit dem Herzog von Buckingham nachgesagt. Dieser soll auf Geheiß des eifersüchtigen Richelieu durch Mylady de Winter ermordet werden, weil er sich zuvor mit den Protestanten von La Rochelle, wo die Musketiere zu Helden aufgestiegen waren, verbündet hatte. Richelieu fädelt daraufhin weitere Intrigen ein …
Madame Coquenard stieß neue Seufzer aus. Molière hatte damals seinen Geizhals noch nicht geschrieben. Madame Coquenard gebührt also der Vorrang vor Harpagon.
Der Rest der Equipirung wurde nach und nach auf dieselbe Weise debattirt, und das Resultat der Sitzung war, daß die Procuratorin von ihrem Gatten acht hundert Livres in baarem Gelde verlangen und das Pferd und das Maulthier liefern sollte, welchen beiden Geschöpfen die Ehre zugedacht war, Porthos und Mousqueton zum Ruhme zu tragen.
Als diese Bedingungen festgestellt und die Interessen vertragsmäßig bestimmt waren, nahm Porthos von Madame Coquenard Abschied und kehrte mit abscheulichem Hunger nach seiner Wohnung zurück.
V. Zofe und Gebieterin
Trotz der Stimme seines Gewissens, trotz der weisen Rathschläge von Athos und der zarten Erinnerung an Madame Bonacieux, verliebte sich d'Artagnan von Stunde zu Stunde mehr in Mylady; auch verfehlte er nicht, ihr täglich auf eine Weise den Hof zu machen, von welcher der eitle Gascogner überzeugt war, sie müsse früher oder später eine Erwiderung zur Folge haben.
Als er eines Tages, die Nase hochtragend, leichten Sinnes wie ein Mensch, der einem Goldregen entgegensieht, nach dem Hotel von Mylady kam, traf er die Zofe unter der Einfahrt; aber diesmal begnügte sich die hübsche Ketty nicht mit einem flüchtigen Lächeln, sie nahm ihn sachte bei der Hand.
«Gut!«sprach d'Artagnan zu sich selbst,»sie ist mit einer Botschaft ihrer Herrin an mich beauftragt; sie wird mir ein Rendezvous bezeichnen, das man mir mündlich zu geben nicht gewagt hat, «und dabei schaute er das schöne Kind mit der siegreichsten Miene an.
«Ich wünschte ein paar Worte mit Euch zu sprechen, Herr Chevalier, «stammelte die Kammerjungfer. — »Sprich, mein Kind, sprich, «sagte d'Artagnan,»ich höre.«—»Hier unmöglich; was ich Euch zu sagen habe, ist zu lang und besonders zu geheim.«—»Nun! was ist aber dann zu machen?«—»Wenn der Herr Chevalier mir folgen wollte, «sagte Ketty schüchtern. — »Wohin Du willst, mein schönes Kind.«—»So kommt.«
Und Ketty, die seine Hand nicht losgelassen hatte, zog ihn nach sich auf eine düstere Wendeltreppe, und öffnete eine Thüre, nachdem sie etwa fünfzehn Stufen hinaufgestiegen waren.
«Tretet ein, Herr Chevalier, hier sind wir allein und können ruhig mit einander sprechen.«
«Was ist das für ein Zimmer, mein schönes Kind?«fragte d'Artagnan.»Das meinige, gnädiger Herr; es steht mit dem meiner Gebieterin durch diese Thüre in Verbindung. Aber seid ohne Sorgen, sie kann nicht hören, was wir sprechen, da sie sich nie vor Mitternacht schlafen legt.«
D'Artagnan ließ seine Blicke umherschweifen. Das kleine Zimmer war reizend, sowohl was den Geschmack, als was die Reinlichkeit betraf, aber unwillkürlich hefteten sich seine Augen auf die Thüre, von der ihm Ketty gesagt hatte, sie führe nach dem Zimmer von Mylady.
Ketty erriet, was in der Seele des jungen Mannes vorging, und seufzte.
«Ihr liebt also meine Gebieterin sehr, Herr Chevalier?«fragte sie.
«Ich weiß nicht, ob ich sie wahrhaft liebe, ich weiß nur, daß ich wahnsinnig in sie verliebt bin.«
Ketty stieß einen zweiten Seufzer aus.
«Ach! mein Herr, das ist schade.«
«Was Teufels siehst Du denn darin so Unangenehmes?«
«Ich meine, weil meine Gebieterin Euch gar nicht liebt.«
«Wie!«rief d'Artagnan,»sollte sie Dich beauftragt haben, mir dies zu sagen?«
«Oh! nein, gnädiger Herr, aber ich habe aus Theilnahme für Euch den Entschluß gefaßt, es Euch kund zu thun.«
«Ich danke, meine gute Ketty, aber nur für die Absicht, denn Du wirst wohl zugeben, daß eine solche Eröffnung nicht gerade angenehm ist.«
«Das heißt, Ihr glaubt nicht an das, was ich Euch gesagt habe, nicht wahr?«
«Ich gestehe, daß ich, bis Du mir irgend einen Beweis für Deine Behauptung zu geben vermagst…«
«Was sagt Ihr zu diesem?«
Ketty zog aus ihrem Busen ein kleines Billet ohne Aufschrift hervor.
«Für mich?«rief d'Artagnan, sich rasch des Briefchens bemächtigend, und mit der Geschwindigkeit eines Gedankens zerriß er den Umschlag, trotz des Geschreies, das Ketty erhob, als sie sah, was er thun wollte, oder vielmehr, was er that.
«Ach! mein Gott! Herr Chevalier, was macht Ihr da?«sprach sie.
«Ei! bei Gott, «erwiderte d'Artagnan,»muß ich nicht von dem, was an mich gerichtet ist, Kenntniß nehmen?«Und er las:»Ihr habt auf mein erstes Billet nicht geantwortet: seid Ihr leidend, oder habt Ihr vergessen, mit welchen Augen Ihr mich auf dem Ball der Frau von Guise ansahst? Die Gelegenheit ist da, Graf, laßt sie nicht entschlüpfen.«
D'Artagnan erbleichte, er war in seiner Eigenliebe verletzt, er glaubte sich in seiner Liebe verwundet.
«Dieses Billet ist nicht für mich!«rief er. — »Nein es ist für einen Andern; Ihr habt mir nicht Zeit gelassen, dies Euch zu sagen.«—»Für einen Andern! sein Name! sein Name!«rief d'Artagnan wüthend. — »Für den Grafen von Wardes.«
Die Erinnerung an die Scene in Saint-Germain trat plötzlich wieder vor den Geist des anmaßenden Gascogners und bestätigte die Eröffnung Ketty's.
«Armer, lieber Herr d'Artagnan, «sprach diese in einem Tone voll Mitleids und drückte dem jungen Manne abermals die Hand. — »Du beklagst mich, gute Kleine, «sagte d'Artagnan.»Oh! ja, von ganzem Herzen, denn ich weiß, was Liebe heißt.«—»Du weißt, was Liebe heißt?«fragte d'Artagnan und schaute sie zum ersten Male mit einer gewissen Aufmerksamkeit an. — »Ach! ja.«—»Nun wohl! dann würdest Du, statt mich zu beklagen, viel besser daran thun, mir zu meiner Rache an Deiner Gebieterin zu verhelfen.«—»Und was für eine Rache wollt Ihr nehmen?«—»Meinen Nebenbuhler aus seiner Stelle verdrängen.«—»Dazu werde ich Euch nie behülflich sein, Herr Chevalier, «erwiderte Ketty lebhaft. — »Und warum nicht?«—»Aus zwei Gründen.«—»Aus welchen?«—»Erstens, weil meine Gebieterin Euch nie lieben wird.«—»Weißt Du dies?«—»Ihr habt sie in ihrem Innersten verletzt.«—»In welcher Beziehung kann ich sie verletzt haben, da ich doch, seit ich sie kenne, wie ein Sklave zu ihren Füßen liege? Sprich, ich bitte Dich.«—»Ich werde dieß nur dem Manne gestehen… der in der Tiefe meines Herzens zu lesen vermag.«