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Электронная книга - «Die Klinik». Краткое содержание книги:

Boston, Suffolk General Hospital: Hier praktizieren Adam Silverstone, der vielversprechende Operateur und Wissenschaftler, Rafael Meomartino, ein kubanischer Aristokrat und ehemaliger Playboy, und der Farbige Spurgeon Robinson. Sie alle unterliegen der unerbittlichen Aufsicht von Dr. Longwood. Eines Tages pflanzt Meomartino einem jungen Mädchen eine Niere ein und gibt sie in die Obhut von Silverstone. Alles verläuft gut, aber dann stirbt das Mädchen über Nacht. Dr. Longwood wittert einen Kunstfehler und sucht einen Schuldigen ...
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Sie sah ihn an. Sie war betrunken. »Du hättest mich retten können«, sagte sie.

»Ich bin nicht einmal sicher, ob ich mich selbst retten kann.«

Er hob ihre Strümpfe auf und legte sie und den schwarzen Handschuh in ihre Handtasche.

»Geh«, sagte sie.

»Ich muß dich heimschicken, Liz.«

»Es ist viel zu spät.« Sie lächelte. »Ich sagte, daß ich nur Zigaretten holen gehe.«

Sie hatte ihr Unterkleid an, aber das Kleid machte Schwierigkeiten. Sie half ihm nicht, und es dauerte eine Weile, alles an Ort und Stelle zu bringen. Der Reißverschluß klemmte auf halbem Weg. Schwitzend kämpfte Adam mit ihm, aber es nützte nichts, der Reißverschluß kam weder vor noch zurück.

Der Mantel würde es verdecken, sagte er sich.

Als er ihr die Schuhe anzog und sie auf die Beine stellte, schwankte sie. Seinen Arm um ihre Taille, ihren um seinen Hals gelegt, führte er sie wie eine Patientin zur Tür.

Im Flur reichten die Generale Bier und Whisky-Soda herum.

»Nein, danke«, sagte Adam höflich und drückte mit dem Rücken auf den Liftknopf.

Als er sie unten in die Halle brachte, sah er, daß der Mann mit dem Viehstock zu einem neuerlichen Spaß ansetzte.

»Wenn Sie mit diesem Ding einen von uns berühren, Felix«, sagte er, »wickle ich es Ihnen um Ihren gottverdammten Hals.«

Felix sah verletzt drein. »Hast du diesen Schweinehund gehört?« fragte er die dicke Frau.

»Ich habe dir ja gesagt, die Leute hier sind genauso kalt wie ihr Wetter«, sagte sie, als Adam mit seiner Last weiterging. »Das nächste Mal wird man auf uns hören und es in Miami abhalten.«

Draußen fiel Schnee wie dünner Haferschleim. Adam wagte nicht, sie gegen die Hauswand zu lehnen; aneinan-dergeklammert schwankten sie in den nassen Matsch hinaus.

»Taxi!« schrie er.

Spritzend fuhren die Autos vorbei, unter ihnen mehrere Taxis.

»Taxi!«

»Du hast mich im Stich gelassen«, sagte sie.

»Ich liebe dich nicht«, sagte er. »Verzeih.«

Sein Haar war bereits triefnaß; in seinem Nacken schmolz der Schnee und durchweichte seinen Hemdkragen. »Außerdem sehe ich nicht ein, wieso du das Gefühl haben kannst, mich zu lieben. Wir kennen einander kaum.«

»Das macht nichts.«

»Natürlich macht es etwas. Um Christi willen, man muß einander doch wirklich kennen. Taxi!« schrie er einem vorbeifahrenden Schatten zu.

»Ich meine, das Lieben. Es wird überschätzt. Ich mag dich einfach.«

»Gott«, sagte er. Wieder schrie er und merkte, daß er heiser wurde. Wie ein Wunder blieb ein Taxi stehen, aber bevor er Liz von der Stelle rühren konnte, war ein listiger Exkorporal mit einer Mütze hineingesprungen und hatte die Tür zugeschlagen. Das Fahrzeug fuhr ab.

Wieder kam ein Taxi in Sicht, glitt vorbei, aber dann blieb es stehen, drei Meter vor ihnen, und zwei Männer stiegen aus.

»So komm doch«, sagte er und zog sie hinter sich her. »Bevor es uns entwischt.« Er rief nach dem Taxi, während sie ausrutschten und dahinschlitterten. Die beiden Männer waren jetzt ausgestiegen und kamen auf sie zu, und er sah, daß der eine Meomartino und der andere Dr. Longwood war. Der Alte sollte in einer solchen Nacht nicht ausgehen, dachte er.

Er zog sie nicht weiter. Sie sackten einfach zusammen und warteten. Meomartino starrte sie an, als er sie erreichte, sagte jedoch nichts.

»Wo bist du gewesen?« fragte Dr. Longwood. »Wir haben dich überall gesucht.« Er warf einen Blick auf Adam. »Wo haben Sie sie gefunden?«

»Hier«, sagte Adam.

Er wurde sich bewußt, daß ihr Arm noch immer um seinen Hals lag, daß er sie noch immer um die Taille hielt. Er machte sich los und übergab sie Meomartino, der stumm wie ein Fisch war und ihn anstarrte.

»Ich danke Ihnen sehr«, sagte Longwood steif. »Gute Nacht.«

»Gute Nacht.«

Ihr Mann und ihr Onkel teilten sich die Last und brachten sie zum Taxi. Die Tür öffnete sich und schloß sich endlich, der Motor heulte auf, die Hinterräder drehten durch. Matsch flog zurück und traf ihn wie eine Strafe am rechten Hosenbein, aber das war schon naß, und es kümmerte ihn nicht, denn er erinnerte sich an den verklemmten Reißverschluß.

»Taxi«, murmelte er hoffnungslos, als ein besetztes gelbes Taxi aus der Finsternis auf ihn zuschoß.

In den folgenden Tagen wartete er, an einer schweren Erkältung leidend, daß Longwood Blitz und Donner auf den Verführer seines Fleischs und Bluts herunterprasseln lassen würde. Der Alte konnte ihn auf alle möglichen Arten vernichten. Aber zwei Tage nach der Katastrophe vor dem Hotel hielt ihn Meomartino im Aufenthaltsraum der Chirurgen auf. »Meine Frau erzählte mir, daß Sie, als ihr schlecht wurde, so freundlich waren, sich beträchtliche Mühe zu machen, um ihr ein Taxi zu verschaffen.« Seine Augen sahen ihn herausfordernd an.

»Nun ...«

»Es war ein Glück, daß Sie sie zufällig getroffen haben. Ich möchte mich bei Ihnen bedanken.«

»Nicht der Rede wert.«

»Sie wird Ihre Hilfe bestimmt nicht wieder brauchen.« Meomartino nickte und ging, irgendwie Sieger. Nie hatte Adam soviel Abneigung und soviel Respekt empfunden. Was war aus seiner Revanche geworden, fragte er sich.

Longwoods Wut brach nicht über ihn herein. Adam arbeitete schwer, blieb im Krankenhaus und verbrachte seine dienstfreien Stunden in seinem Zimmer oder in der Patho-logie oder im Tierlabor. Er erbte alle möglichen chirurgischer Fälle, einen Blinddarm, eine Gallenblase, mehrere Magenoperationen, weitere Hautverpflanzungen bei Mr. Grigio.

Mrs. Bergstrom bekam ein Weihnachtsgeschenk: eine Niere. In der vorletzten Dezembernacht schmiß ein plötzlicher sonntäglicher Schneesturm vier Zoll reines Weiß auf die schmutzige Stadt herunter. Jenseits des Flusses, in Cambridge, stahl der sechzehnjährige, stockbesoffene Sohn eines berühmten Gelehrten einen Wagen, und als er vor dem Polizeifahrzeug davonsauste, das ihn vorsichtig über die Schneeglätte des Memorial Drive verfolgte, fuhr er an einen Betonpfeiler und war auf der Stelle tot. Seine kummervollen Eltern verlangten nur, nicht genannt zu werden, um der unbarmherzigen Publicity zu entgehen, und spendeten die Augenhornhaut des Jungen der Augenklinik und je eine Niere dem Bringham- und dem Suffolk-County-Krankenhaus. Adam saß bei Kender und quälte sich mit dem Problem ab, welche Dosis immunounter-drückende Medikamente man Mrs. Bergstrom mit der neuen Niere geben sollte.

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