Das Feld der Schwerter
- Автор: Иггульден Конн
- Год: 2005
- Язык: немецкий
- Жанр: Историческая проза
Электронная книга - «Das Feld der Schwerter». Краткое содержание книги:
Inzwischen sehen die beiden ehemaligen Widersacher Pompeius und Crassus dem Ende ihres zweijährigen Konsulats entgegen. Pompeius ist entsetzt, als Cäsar mit seiner Legion vorzeitig Spanien verlässt und seine Kandidatur für das Amt eines Konsuls bekannt gibt. Als Kandidat des einfachen Volkes gelingt es dem jungen Mann, die Wahl zu gewinnen. Mittlerweile glaubt Cäsar erkannt zu haben, wo seine Bestimmung liegt; wie sein Vorbild Alexander der Große will er neue Länder erobern und für Rom erschließen. Er beginnt einen Eroberungsfeldzug gegen Gallien. Doch bald schon muss Cäsar erkennen, dass er in dem grausamen Gallierkönig Vercingetorix einen ebenbürtigen Gegner hat.
Mittlerweile droht Rom im Chaos zu versinken. Einige Emporkömmlinge aus der Unterschicht kämpfen rücksichtslos um die Vorherrschaft. Als der Pöbel nach einer heftigen Straßenschlacht auf dem Forum schließlich das Senatsgebäude niederbrennt, lässt Pompeius sich zum Diktator ernennen und macht sich daran, mit Hilfe seiner Legionen die Ordnung wieder herzustellen. Will Cäsar seine Macht in Rom verteidigen, muss er gegen eines der ältesten Gesetze des Imperiums verstoßen: An der Spitze seiner Legionen überschreitet er den Rubikon …
Autor
Conn Iggulden unterrichtete Englisch an der Universität von London und arbeitete sieben Jahre als Lehrer, bevor er schließlich mit dem Schreiben historischer Abenteuerromane begann. Er lebt mit seiner Frau und seinem Sohn im englischen Hertfordshire. Die Tore von Rom, der erste Band seiner Imperator-Tetralogie, stand in England wochenlang auf den vordersten Plätzen der Bestsellerlisten.
Deutsch von Gerald Jung
Die Originalausgabe erschien unter dem Titel
»Emperor: The Field of Swords«
bei Harper Collins Publishers, London.
»Verehrte Senatoren und Tribunen«, hob Suetonius an, »ich bin kein Freund Cäsars, wie viele von euch wissen.« Leises Lachen ertönte von den Bänken, und er erlaubte sich ein kleines Lächeln. »Wir alle haben von seinem Sieg gegen die Helvetier in Gallien gehört, eine ehrenhafte Schlacht, die unsere Bürger auf den Marktplätzen zu lautem Jubel veranlasst hat. Trotzdem ist die Angelegenheit seiner Schulden kein geringes Problem. Ich habe hier eine grobe Einschätzung vorliegen.«
Suetonius suchte mit großem Gebaren auf einem Papier herum, obwohl er die Zahlen natürlich auswendig kannte.
»Dem Herminius schuldet er knapp unter eine Million Sesterze. Den anderen Gläubigern zusammen noch einmal eine Million und zweihunderttausend Sesterze. Das sind keine kleinen Summen, meine Herren. Ohne diese Summen könnten die Männer, die sie ihm in gutem Glauben vorgestreckt haben, womöglich selbst in die Armut getrieben werden. Sie haben ein Recht darauf, uns anzurufen, wenn Cäsar keine Anstalten macht, in diese Stadt zurückzukehren. Das Zwölftafelgesetz ist, was Schulden angeht, sehr deutlich, und wir sollten keinen Feldherrn unterstützen, der die Statuten auf diese Art und Weise verhöhnt. Ich verlange vom Senat, ihm die sofortige Rückkehr zu befehlen, um seine Schulden in der Stadt zu begleichen. Wenn das nicht möglich ist, kann uns vielleicht eine Versicherung von Seiten des Pompeius ein wenig beruhigen, die besagt, dass Cäsars Aufenthalt in Gallien ein eindeutiges Ende gesetzt ist, damit diejenigen, die sich mit den Folgen dieser Schulden plagen, ein festgelegtes Datum ins Auge fassen können, an dem sie beglichen werden. Ich stimme dafür, Cäsar zurückzurufen.«
Er setzte sich wieder, und Pompeius wollte gerade den nächsten Redner aufrufen, als er sah, dass sich der neue Tribun erhoben hatte.
»Hast du dem irgendetwas hinzuzufügen, Polonus? «, fragte Pompeius und lächelte den Mann an.
»Nur dass mir die Argumente meines Vorredners wie ein kleiner Stock vorkommen, mit dem wir einen so erfolgreichen General prügeln wollen«, antwortete Polonus. »So wie ich die Angelegenheit verstanden habe, handelt es sich um persönliche Schulden Cäsars, auch wenn er sie dazu verwendet hat, seine Soldaten auszurüsten und zu versorgen. Sobald er in die Stadt zurückkehrt, können seine Gläubiger ihn dieser Summen wegen belangen, und wenn er nicht zahlen kann, gibt es dafür harte Strafen. Bis dahin jedoch sehe ich keine Veranlassung dafür, dass sich der Senat mit gewöhnlichen Geldverleihern gemein machen und seine Rückkehr durchsetzen soll.«
Zustimmendes Gemurmel erhob sich aus den Reihen der Senatoren, und Pompeius musste ein Lächeln unterdrücken. Viele von ihnen hatten Schulden, und Suetonius müsste ein Genie sein, um sie dazu zu bringen, einen General zurückzurufen, nur damit dem Drängen schmieriger Existenzen wie Herminius nachgegeben werden konnte. Pompeius war erfreut darüber, dass sich Polonus gegen den Antrag ausgesprochen hatte. Vielleicht stand er doch nicht im Sold des Clodius. Pompeius suchte den Blick des Tribuns; er verneigte sich kurz, als der nächste Sprecher sich erhob, und hörte der Rede irgendeines unbedeutenden Sohnes der Nobilitas nicht einmal richtig zu.
Pompeius wusste, dass es nicht wenige gab, die seine Entlassung und Wiedereinführung der Tribunen für einen meisterlichen Streich hielten. Besonders die älteren Mitglieder erhofften sich von ihm Stärke und Führungskraft, mit denen er den neuen Mitspielern im großen Spiel gegenübertreten sollte. Viele von ihnen hatten ihn unter vier Augen aufgesucht, doch im Senat machte sie ihre Angst schwach. Es gab nicht viele, die es wagten, sich jemanden wie Clodius zum Feind zu machen. Selbst einem Mann wie Pompeius trieb der Gedanke, Clodius könnte eines Tages Konsul werden, den Schweiß auf die Stirn.
Während der junge Senator seine Rede weiter ausführte, wanderte Pompeius’ Blick zu Titus Milo, einem anderen Vertreter der neuen Kräfte im Senat. Genau wie Clodius vor ihm war er in den Senat eingezogen, nachdem das Vermögen, das er als Kaufmann gemacht hatte, verloren gegangen war. Vielleicht konnten sich die beiden aus diesem Grund, ihrer gemeinsamen Herkunft wegen, nicht ausstehen. Milo hatte ein rotes Gesicht vom Trinken und war fett, wohingegen Clodius eher gedrungen war. Beide Männer konnten so derb sein wie die schlimmste Gossenhure. Insgeheim fragte sich Pompeius, ob man sie nicht aufeinander hetzen könnte. Damit wäre das Problem auf angenehme Weise gelöst.
Die Abstimmung wurde rasch durchgeführt, und ausnahmsweise wankten die Anhänger des Pompeius nicht. Clodius hatte nicht gesprochen, und Pompeius wusste, dass er wahrscheinlich Suetonius vorgeschickt hatte, ohne ihm seine volle Unterstützung zu gewähren. In dieser Nacht würde es keine Berichte über Banden geben, die urplötzlich in den Gassen wüteten. Clodius spürte Pompeius’ nachdenklichen Blick auf sich und nickte ihm mit seinem massigen Schädel zu wie ein Gleichgestellter dem anderen. Pompeius erwiderte die Geste aus reiner Gewohnheit, obwohl seine Gedanken mit den schlimmsten Gerüchten befasst waren. Es hieß, Clodius beschäftigte Leibwächter, die Schändung als übliches Mittel der Überredung anwandten, wenn sie ihren Geschäften nachgingen. Es war eine der vielen Geschichten, die diesen unangenehmen Mann wie Fliegen umschwirrten. Pompeius presste die Zähne zusammen, als er das heimliche, amüsierte Strahlen in Clodius’ Augen entdeckte. In diesem Moment beneidete er Julius in Gallien. Bei allen Entbehrungen eines Feldzugs waren seine Schlachten zweifellos einfacher und sauberer zu schlagen als jene, die Pompeius hier in Rom auszufechten hatte.
28
Brutus brüllte der Zehnten wütende Befehle zu, als die Männer ihre kleinen gallischen Pferde auf die dunkle Masse der Reiter zu- lenkten, die in der Ferne, am Fuße des »die Hand« genannten Felsens, auf sie warteten. Zwar konnte er Julius’ Wunsch, die Veteranen der Zehnten bei sich zu haben, nur zu gut nachvollziehen, trotzdem hockten die Legionäre wie störrische Kinder auf ihren Gäulen. Bei allem, was über einfaches Schritttempo hinausging, wichen die Pferde aus der Reihe, und sobald das Gelände nicht eben und ohne Hindernisse war, wurden die rotgesichtigen Soldaten abgeworfen und durchlitten die Schmach, so lange neben ihren Tieren herrennen zu müssen, bis sie sich wieder in den Sattel gehievt hatten.
Als reichte das noch nicht aus, kochte Brutus innerlich darüber, dass Marcus Antonius den Befehl über die weiter hinten abwartenden Legionen erhalten hatte. Er konnte die Tatsache akzeptieren, dass Julius ihn und Octavian als Anführer der Extraordinarii dabeihaben wollte, aber Marcus Antonius hatte sich nicht das Recht erworben, Julius’ stellvertretender Kommandeur zu sein. Brutus war übelster Laune, als er sein Pferd herumriss, um auf Unruhe direkt hinter ihm zu reagieren.
»Nehmt die Zügel auf, beim Mars, sonst lasse ich euch auspeitschen! «, schrie er einen Trupp unglücklicher, kreuz und quer durcheinander wimmelnder Triarii an. In ihrer schweren Rüstung saßen sie wie scheppernde Getreidesäcke auf den Pferden, und Brutus verdrehte die Augen, als sich der Nächste zu weit nach vorne beugte und mit einem lauten Scheppern zwischen den Beinen seines Reittieres verschwand.
So zog man nicht in eine Schlacht, auch wenn ihr Ausbruch noch ungewiss war. Die Zehnte war an den Rhythmus der Fußsoldaten gewöhnt, und die schwitzenden, fluchenden Männer rings um ihn herum hatten nichts von der konzentrierten Ruhe, die er sonst von ihnen kannte.
Octavian galoppierte an ihm vorbei und zwang mit seinem kräftigen Wallach eine ungleichmäßige Reihe von Ponys wieder in Formation. Die beiden Männer wechselten einen kurzen Blick. Octavian grinste. Ihn schien die Situation zu amüsieren. Brutus lächelte nicht zurück, sondern verfluchte stattdessen leise die Zehnte, als zwei Pferde ein Stück vor ihm aneinander gerieten und die Reiter verzweifelt an den Zügeln rissen, bis die gequälten Tiere in Panik ausbrachen und durchgingen. Brutus holte sie mit einem kurzen Sprint ein und hielt sie fest, bis die Legionäre sie wieder unter Kontrolle hatten. Man konnte von den Männern nicht die lässige Haltung Tausender von Übungsstunden erwarten, und er hoffte nur, dass Julius genug Verstand besaß, den Befehl zum Anhalten zu geben, bevor Ariovist ihre erbärmlichen Reiterkünste auffielen. Männer, die im Sattel geboren waren, würden sich nicht täuschen lassen.