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Kalle Blomquist [с иллюстрациями]

Электронная книга - «Kalle Blomquist [с иллюстрациями]». Краткое содержание книги:

Liebe junge Detektive!
Aufgepaßt: Dieses Buch enthält die gesammelten Erfahrungen des großen Meisterdetektivs Kalle Blomquist. Vollzählig. Das ist von unschätzbarem Wert für Euch. Denn ob Ihr nun auf der Suche nach einem verborgenen Schatz seid oder einen exakten Plan ausarbeiten müßt, wie man einen langgesuchten Juwelendieb endlich zur Strecke bringen kann, oder blitzschnell entscheiden müßt, wenn der eigene Blutsbruder plötzlich gekidnappt wird, egal also in welch verzwickte Situation Ihr kommt, Kalle Blomquist, der Meisterdetektiv, wird Euch den richtigen Tip geben.
Und wer weiß, vielleicht spricht man dann eines Tages von Euch als dem großen Meisterdetektiv …

VERLAG FRIEDRICH OETINGER
HAMBURG

Deutsch von Cäcilie Heinig und Karl Kurt Peters
Bilder von Volker Heydorn
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über in das klare Wasser, das im Sonnenschein glitzerte und schimmerte, zu werfen und auf der kleinen Brücke zu liegen, die Augen zu schließen und an nichts zu denken. Jetzt aber, als sie das alles durfte, war es für sie nur ein qualvoller Aufschub, der ihren großen Plan hinauszögerte.

Rasmus dagegen war toll vor Begeisterung. Wie ein fröhlicher kleiner Frosch sprang er in dem Wasser am Strand umher.

Nicke saß auf der kleinen Anlegebrücke und paßte auf, und Rasmus bespritzte ihn tüchtig mit Wasser und lachte und schrie und sprang auf und nieder, so daß es um ihn her sprühte. Er schwamm auch, aber dabei war er todernst und hielt die Luft an, bis er knallrot im Gesicht war. Danach atmete er mit großem Geschnaufe und brüllte Nicke entzückt zu: »Hast du es jetzt gesehen? Hast du gesehen, daß ich fünf Stöße schwimmen kann?«

Vielleicht hatte Nicke es gesehen, vielleicht aber auch nicht.

»Du bist schon eine lustige kleine Ordnung, du«, sagte er.

Mehr sagte er nicht zu Rasmus’ großartiger Fertigkeit im Schwimmen – aber war das etwa kein Lob?

Eva-Lotte lag auf dem Rücken und ließ sich von den Wellen tragen. Sie starrte in den Himmel hinein und wiederholte sich immer wieder: »Ruhig bleiben! Nur ruhig bleiben! Alles geht gut!«

Richtig überzeugt war sie davon aber nicht, und als Nicke rief, jetzt wäre Schluß mit dem Baden, fühlte sie, wie sie vor Spannung blaß wurde.

»Ein wenig dürfen wir doch noch im Wasser bleiben, Nik-ke«, sagte Rasmus bittend.

Eva-Lotte aber hielt es nicht länger aus. Deshalb nahm sie Rasmus auf den Arm und sagte: »Nein, Rasmus, komm, wir gehen!«

Rasmus strampelte und zappelte und sah hilfesuchend zu Nicke. Aber einmal waren Nicke und Eva-Lotte derselben Meinung.

»Beeilt euch jetzt«, sagte Nicke. »Es wäre gut, wenn der Chef erst gar nichts davon wissen würde.«

Eva-Lotte zog den sich sträubenden Rasmus hinter einige dichte Büsche. In fliegender Hast zog sie sich an. Dann kniete sie neben Rasmus nieder, um ihm zu helfen. Seine kleinen Finger hatten so große Schwierigkeiten mit den Knöpfen.

»Das ist auch gar nicht so leicht, glaub es mir«, sagte Rasmus. »Es ist schwer, wo die Knöpfe doch hinten sitzen, und ich bin hier vorn.«

»Ich werde sie zuknöpfen«, sagte Eva-Lotte. Mit leiser Stimme fuhr sie fort: »Rasmus, du willst doch gern eine Weiße Rose werden?«

»Ist doch klar«, sagte Rasmus. »Und Kalle hat gesagt, daß …«

»Ja, aber du mußt dann auch jetzt genau machen, was ich dir sage«, unterbrach ihn Eva-Lotte.

»Was soll ich denn machen?«

»Du sollst mir deine Hand geben, und dann laufen wir hier weg, so schnell wir überhaupt können.«

»Da wird sich aber Nicke ärgern«, wandte Rasmus bekümmert ein.

»Jetzt kümmern wir uns einmal nicht um Nicke«, flüsterte Eva-Lotte. »Wir wollen rasch fort und die Hütte suchen, die Kalle und Anders gebaut …«

»Kommt ihr bald oder muß ich euch holen?« rief Nicke von der Anlegestelle herüber.

»Immer ruhig!« schrie Eva-Lotte. »Wir kommen – wann wir kommen!« Dann nahm sie Rasmus’ Hand und flüsterte aufgeregt: »Lauf, Rasmus, lauf!«

Und Rasmus lief, so schnell ihn seine fünfjährigen Beinchen tragen konnten. Mitten zwischen die Tannen liefen sie. Rasmus strengte sich sehr an, mit Eva-Lotte gleichen Schritt zu halten.

Sie sollte doch sehen, welch eine gute Weiße Rose er war. Und er keuchte, während er rannte:

»Na, jedenfalls war es gut, daß Nicke gesehen hat, daß ich fünf Stöße schwimmen kann!«

ELFTES KAPITEL

Die Sonne begann zu sinken, und Rasmus war müde. Seit mehreren Stunden tat er nun schon etwas, was ihm gar nicht gefiel.

»Es sind viel zu viele Bäume in diesem Wald«, sagte er mißmutig. »Und wann kommen wir bloß zu der Hütte?«

Eva-Lotte wünschte nichts mehr, als ihm darauf antworten zu können. Sie war einer Meinung mit Rasmus: Es gab zu viele Bäume in diesem Wald. Und zu viele kleine Felsen, über die man klettern mußte, zu viele Kuhlen, in die man hineinstolper-te, und allen möglichen anderen Kram, der einem den Weg versperrte, zu viele Zweige und Äste und Büsche, die einem die Beine zerkratzten. Und dann viel zuwenig kleine selbstgebaute Hütten. Zwar war es nur eine einzige kleine Hütte, nach der sie sich sehnte, aber die war ja nicht zu finden. Eva-Lotte fühlte den Mißmut in sich aufsteigen. Sie hatte es sich so einfach vorgestellt, die Hütte zu finden, aber jetzt zweifelte sie daran, ob sie sie jemals finden würde. Und wenn sie sie fand – waren Anders und Kalle überhaupt da? Waren sie zur Insel zurückgekommen, nachdem sie die Geheimdokumente gefunden hatten? Tausend Dinge konnten inzwischen passiert sein, tausend Dinge konnten sie an der Rückkehr gehindert haben. War es nicht möglich, daß sie ganz allein auf der Insel waren, Rasmus und sie – und die Kidnapper? Eva-Lotte fror bei dem Gedanken. Lieber, lieber Anders, bester guter Kalle, seid doch bitte in der Hütte, betete sie leise und verzweifelt. Und laß sie mich endlich finden, endlich.

»Nur Blaubeeren und Blaubeeren«, sagte Rasmus und sah böse auf das Blaubeerenkraut, das ihm weit über die Knie reichte. »Ich möchte etwas gebratenen Speck haben.«

»Ich begreife dich«, sagte Eva-Lotte, »aber in den Wäldern wächst noch kein gebratener Speck.«

»Sssss«, machte Rasmus und drückte damit sein Mißfallen an der jetzigen Ordnung der Dinge aus. »Und dann möchte ich meine Borkenboote haben.« Und damit war er bei einem Thema, das ihn bereits den ganzen Weg beschäftigt hatte. Warum hatte er nicht seine Borkenboote mitnehmen dürfen?

»Kleines Untier«, dachte Eva-Lotte. Hatte sie sich deswegen in wilde Gefahren gestürzt, wollte sie ihn unter furchtbaren Abenteuern retten, nur damit er hier neben ihr hertrabte und nach gebratenem Speck und seinen Borkenbooten jammerte?

Aber schon bevor sie diese Gedanken zu Ende gedacht hatte, tat es ihr leid, und impulsiv nahm sie Rasmus in die Arme. Er war doch noch so klein … und so müde und hungrig – ganz natürlich, daß er da quengelte.

»Versteh doch bitte, Rasmus«, sagte sie zärtlich. »Deine Borkenboote habe ich wirklich vergessen.«

»Dann finde ich, daß du blöd bist!« sagte Rasmus unbarmherzig.

Und dann setzte er sich einfach zwischen die Blaubeersträucher. Er wollte nicht mehr weitergehen. Kein Flehen half. Vergeblich bettelte Eva-Lotte – vielleicht lag die Hütte schon ganz in der Nähe, sagte sie, vielleicht brauchten sie nur noch ein kleines, kleines Stück zu gehen!

»Ich will nicht«, sagte Rasmus, »meine Beine sind so schläfrig.«

Einen Augenblick lang überlegte Eva-Lotte, ob sie den Tränen, die irgendwo in ihrer Kehle bereitsaßen, freien Lauf lassen sollte. Dann biß sie die Zähne zusammen. Sie setzte sich auch, lehnte den Rücken an einen großen Stein und zog Rasmus an sich.

»Setz dich zu mir und ruh dich ein wenig aus, Rasmus«, sagte sie.

Mit einem Seufzer streckte sich Rasmus in dem weichen Moos aus und legte seinen Kopf in Eva-Lottes Schoß. Müde blinzelte er Eva-Lotte an. Es sah aus, als habe er die Absicht, sich nie mehr von der Stelle zu rühren. Eva-Lotte dachte: Laß ihn ein Weilchen schlafen, dann geht es nachher sicher besser vorwärts! Sie nahm seine Hand, und er überließ sie ihr, ohne etwas zu sagen. Dann begann sie, ihm etwas vorzusingen. Er versuchte zwinkernd, die Augen aufzubehalten, und folgte mit den Blicken einem Schmetterling, der über den Sträuchern da-hinschwebte.

»Blaubeeren wachsen in unserem Wald, Blaubeeren …« sang Eva-Lotte leise.

Aber da protestierte Rasmus. »Es wäre besser, wenn du singen würdest: Gebratener Speck wächst in unserem Wald, gebratener …« Und dann schlief er ein.

Eva-Lotte seufzte. Sie wünschte, auch schlafen zu können.

Sie wünschte einzuschlafen und dann zu Hause in ihrem Bett aufzuwachen, um zu entdecken, daß all das Furchtbare nur ein Traum gewesen war. Voller Sorge und unruhig saß sie da und fühlte sich sehr, sehr einsam.

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