Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Wer die Wahrheit sucht - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Wer die Wahrheit sucht

Электронная книга - «Wer die Wahrheit sucht». Краткое содержание книги:

An einem frühen Dezembermorgen wird Guy Brouard — Millionär, Mäzen und Frauenheld — ermordet an einem Strand der englischen Kanalinsel Guernsey aufgefunden. Verdächtige und Motive gibt es mehr als genug. Nur die junge Amerikanerin China River hat keines. Doch alle Indizien weisen ausgerechnet auf sie. China hatte ihren Bruder aus Kalifornien nach Guernsey begleitet, um Guy Brouard die Architekturpläne für ein von ihm gestiftetes Museum zum Gedenken an die deutsche Besatzung der Insel im Zweiten Weltkrieg zu übergeben. Eine andere Verbindung existiert augenscheinlich nicht.
Simon St. James, engster Vertrauter von Chief Inspector Thomas Lynley, reist mit seiner Frau Deborah auf die winterliche Kanalinsel, um die Unschuld von China, einer alten Freundin Deborahs, nachzuweisen. Doch je tiefer sie in die verschworene Inselgemeinschaft eintauchen, desto mehr Personen entdecken sie, die dem wohltätigen Mitbürger Guy Brouard alles andere als freundschaftliche Gefühle entgegenbringen — und die auf irgendeine Weise in den Mord verstrickt sind: seine Exfrau, sein Sohn, seine Geliebte, seine Schwester, seine jugendlichen Schützlinge, der tragisch ausgebootete einheimische Architekt. Liegen die Motive in Brouards undurchsichtiger Vergangenheit? Oder reichen sie zurück bis in Guernseys wechselvolle Geschichte?
1 ... 75 76 77 78 79 80 81 82 83 ... 182
Перейти на страницу:

London ist bombardiert worden, das darf die Welt keinen Moment vergessen, aber was hier passiert ist. Kein Mensch erinnert sich! Gerade so, als hätte sich's nur um kleine Unannehmlichkeiten gehandelt. Aber dass der Hafen bombardiert worden ist — neunundzwanzig Tote, Frankie, und wir hatten nicht eine einzige Waffe, um uns zu verteidigen. und diese armen Jüdinnen, die in die Lager gekommen sind, und die Hinrichtungen! Sie brauchten einen nur als Spitzel abstempeln, und schon wurde er einen Kopf kürzer gemacht. Aber die ganze Welt tut so, als wäre bei uns nichts geschehen. Na, denen werden wir bald zeigen, wie es wirklich war, nicht wahr, mein Junge?«

Das war endlich der richtige Moment, sagte sich Frank. Er würde nicht erst einen künstlichen Einstieg in das Gespräch fabrizieren müssen. Er brauchte nur die Gelegenheit beim Schopf zu packen, darum sagte er, ehe er es sich anders überlegen konnte:»Dad, es ist leider etwas passiert. Ich wollte es dir eigentlich nicht sagen. Ich weiß, wie viel das Museum dir bedeutet, und ich brachte es nicht übers Herz, deine Träume platzen zu lassen.«

Graham neigte den Kopf zur Seite und bot seinem Sohn das Ohr, von dem er immer behauptete, es wäre sein Besseres.»Was sagst du?«, fragte er.

Frank wusste, dass mit dem Gehör seines Vaters alles in Ordnung war. Es funktionierte nur dann nicht, wenn er etwas nicht hören wollte. Darum sprach er einfach weiter und teilte seinem Vater mit, dass Guy Brouard vor einer Woche gestorben war. Sein Tod sei plötzlich und unerwartet gekommen, er sei offensichtlich kerngesund gewesen und habe nicht ans Sterben gedacht, sonst hätte er sich gewiss überlegt, was im Fall seines Ablebens aus ihren Plänen für das Kriegsmuseum werden sollte.

«Wie war das?«Graham schüttelte den Kopf, als wollte er ihn von irgendetwas befreien.»Hast du gesagt, Guy ist tot? Da hab ich mich doch verhört?«

Leider nicht, sagte Frank. Guy Brouard sei wirklich tot und habe aus irgendeinem Grund nicht, wie man habe erwarten können, für alle Eventualitäten vorgesorgt. Er habe keinerlei Mittel für das

Kriegsmuseum hinterlassen, somit müsste der Bau erst einmal zurückgestellt werden.

«Was?«, sagte Graham, schluckte sein Essen hinunter und griff mit unsicherer Hand nach seinem milchweißen Tee.»Minen haben sie gelegt. Schrapnellminen. Und Sprengladungen. Minenriegel. Klar haben sie Warnfähnchen aufgestellt, aber du musst dir das mal vorstellen. Kleine gelbe Fähnchen, die uns verboten haben, unseren eigenen Grund und Boden zu betreten. Das muss die ganze Welt erfahren, Junge. Und dass wir unsere Marmelade mit Irisch Moos gemacht haben.«

«Ich weiß, Dad. Es ist wichtig, dass niemand vergisst. «Frank hatte keinen Appetit mehr auf den Rest seiner Pastete. Er schob den Teller zur Tischmitte und drehte seinen Stuhl so, dass er seinem Vater direkt ins Ohr sprechen konnte. Du wirst jetzt hinhören, ob du willst oder nicht, bedeutete dies. Mach die Ohren auf, Dad. Jetzt werden andere Saiten aufgezogen.»Dad«, sagte er» das Museum wird nicht gebaut. Wir haben nicht das Geld dazu. Wir haben uns darauf verlassen, dass Guy den Bau finanziert, aber er hat kein Geld dafür hinterlassen. Dad, ich weiß, du kannst mich hören, und es tut mir Leid, es sagen zu müssen, wirklich Leid, glaub mir, ich hätte es dir überhaupt nicht gesagt — ich wollte dir eigentlich gar nichts von Guys Tod sagen — , aber als ich hörte, was in seinem Testament steht, hatte ich keine Wahl mehr. Es tut mir Leid. «Und er redete sich ein, es täte ihm wirklich Leid, obwohl das nur ein Teil seiner Geschichte war.

Graham verschüttete heißen Tee auf seiner Brust, als er die Tasse zum Mund führen wollte. Frank streckte die Hand aus, um seinen Arm zu stützen, aber Graham fuhr zurück und vergoss noch mehr Tee. Er hatte eine dicke Weste an, die über seinem Flanellhemd zugeknöpft war, so dass er sich nicht verbrühte. Außerdem war es ihm offenbar wichtiger, die Berührung seines Sohns zu meiden, als seine Kleider abzutupfen.»Wir beide, ich und du«, sagte er leise mit trübem Blick.»Wir hatten unseren Plan, Frank.«

Frank hätte nicht geglaubt, dass es ihn so tief erschüttern könnte, seinen Vater allen Halt verlieren zu sehen. Es war ein Gefühl, als sähe er einen Goliath in die Knie sinken.»Dad«, sagte er,»um nichts auf der Welt möchte ich dir wehtun. Wenn ich wüsste, wie ich dein Museum ohne Guys Hilfe bauen könnte, würde ich es tun. Aber es gibt keine Möglichkeit. Die Kosten sind zu hoch. Uns bleibt keine Wahl, als aufzugeben.«

«Aber alle müssen es erfahren«, protestierte Graham Ouseley, doch seine Stimme war schwach und weder Tee noch Pastete schienen ihn mehr zu interessieren.»Niemand soll vergessen.«

«Das finde ich ja auch. «Frank suchte verzweifelt nach einem Weg, um den Schmerz seines Vaters zu lindern.»Vielleicht finden wir irgendwann doch noch eine Möglichkeit, dafür zu sorgen, dass die Welt nicht vergisst.«

Grahams Schultern sanken herab. Er sah sich in der Küche um wie ein Schlafwandler, der aufgewacht und völlig verwirrt ist. Seine Hände lagen in seinem Schoß und begannen krampfartig die Serviette zusammenzuknüllen. Sein Mund bildete zuckend Wörter, die er nicht aussprach. Seine Augen nahmen die vertrauten Gegenstände wahr, und er schien sich mit Blicken an ihnen festzusaugen, um allen Trost, den sie bieten konnten, aus ihnen zu ziehen. Er stemmte sich am Tisch in die Höhe, und Frank, der glaubte, er wolle zur Toilette, in sein Bett oder seinen Sessel im Wohnzimmer, stand ebenfalls auf. Aber als er seinen Vater beim Ellbogen nehmen wollte, wehrte der alte Mann ihn ab. Was er suchte, lag auf der Arbeitsplatte, wo Frank es sauber gefaltet hingelegt hatte — die Zeitung mit dem Wappen mit den zwei Kreuzen zwischen den Wörtern Guernsey und Press.

Graham packte die Zeitung und drückte sie an sich.»Nun gut«, sagte er zu Frank.»Es ist ein anderer Weg, aber es kommt aufs Gleiche raus. Und das ist die Hauptsache.«

Frank versuchte, dahinter zu kommen, was für eine Verbindung sein Vater zwischen der Vereitelung ihrer Pläne und der Lokalzeitung zog. Er sagte in zweifelndem Ton:»Na ja, ich nehme an, die Zeitung wird die Story bringen. Damit könnten wir vielleicht ein, zwei Steuerflüchtlinge für eine Spende gewinnen. Aber ob uns ein Artikel in der Zeitung genug Geld bringt. ich glaube, darauf können wir uns nicht verlassen, Dad. Und selbst wenn wir könnten, würde es Jahre dauern, bis wir das Geld beisammen hätten. «Er sagte nicht, dass sein Vater mit zweiundneunzig Jahren diese Zeit nicht mehr hatte.

Graham sagte:»Ich ruf sie selber an. Sie werden schon kommen. Das wird sie interessieren, ganz bestimmt. Wenn sie erst mal wissen, worum es geht, werden sie angerannt kommen. «Er ging sogar drei wacklige Schritte bis zum Telefon und hob ab, als wollte er auf der Stelle telefonieren.

«Dad, wir können nicht erwarten, dass die Story für die Zeitung dieselbe Wichtigkeit besitzt wie für uns«, sagte Frank.»Bringen werden sie sie wahrscheinlich, sie ist ja von menschlichem Interesse. Aber du solltest dir lieber keine allzu großen Hoffnungen — «

«Es ist Zeit«, beharrte Graham, als hätte Frank nichts gesagt.»Ich habe es mir vorgenommen. Vor meinem Tod erledige ich das noch. Das hab ich mir geschworen. Die einen haben die Treue gehalten, die anderen nicht. Und die Zeit ist gekommen. Bevor ich sterbe, Frank. «Er kramte in einigen Zeitschriften, die auf der Arbeitsplatte unter der angesammelten Post der letzten Tage lagen.»Wo ist das Telefonbuch?«, fragte er.»Was für eine Nummer haben die, Junge? Komm, lass uns anrufen.«

Aber Frank ging die Wendung von Treue und Treubruch im Kopf herum und die Frage, was sein Vater tatsächlich damit meinte. Es gab im Leben tausend verschiedene Arten der Treue und des Treubruchs, aber im Krieg, unter feindlicher Besatzung, gab es nur eine. Er sagte vorsichtig:»Dad, ich glaube nicht. «Mein Gott, wie sollte er seinen Vater von dieser unbesonnenen Reaktion abbringen?» Hör zu, Dad, das ist keine gute Art, das anzupacken. Und es ist viel zu früh — «

1 ... 75 76 77 78 79 80 81 82 83 ... 182
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)