Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Историческая проза » Der Leuchtturm von Alexandria
Der Leuchtturm von Alexandria - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Der Leuchtturm von Alexandria

Электронная книга - «Der Leuchtturm von Alexandria». Краткое содержание книги:

Das Buch
Der Untergang des Römischen Reiches ist unabwendbar, politische Wirren und Intrigen sind am Ende des 4. Jahrhunderts nach Christus an der Tagesordnung. In dieser unruhigen Zeit wächst das Mädchen Charis in Ephesus auf. Charis scheint über geheimnisvolle, ja magische Fähigkeiten zu verfügen, die ihr Bewunderung ebenso wie Neid und Mißtrauen eintragen. Dabei ist es nicht Zauberei, sondern ihre fürsorgliche Liebe zur Kreatur, die ihr die wunderbare Kraft des Heilens und Pflegens verleiht. Das friedvolle Leben ihrer angesehenen Familie wird jäh zerstört, als der neue machtgierige Statthalter Festinus seine Aufmerksamkeit der zur Frau erblühenden Charis zuwendet. Sie entzieht sich seinen Nachstellungen durch eine tollkühne Flucht nach Alexandria als Eunuch verkleidet. In dieser Maske gelingt ihr, was einer Frau im Römischen Reich versagt war: sie läßt sich in Alexandria, der damaligen Hochburg der Medizin, zur Heilkundigen ausbilden. Doch die neue Rolle bewirkt eine schicksalhafte Wende in ihrem Leben: Als Charon avanciert sie zum Militärarzt im wilden Thrazien. Wegen ihrer Heilkunst wird sie von den Goten entführt – bis der Mann, den sie seit langem liebt, sie errettet und ihre wahre Identität erkennt. Ein hinreißend erzählter historischer Roman, der eine turbulente Epoche farbenprächtig und abenteuerlich spannend vergegenwärtigt.
Der Autor
Gillian Bradshaw wurde in Falls Church, Virginia, geboren, wuchs auf in Chile und studierte englische Literaturgeschichte an den Universitäten von Michigan und Cambridge. Ihre Bücher wurden mehrfach ausgezeichnet. Mit ihrer großartigen Trilogie um König Artus hat sich Gillian Bradshaw auch beim deutschen Leserpublikum einen Namen gemacht.
1 ... 73 74 75 76 77 78 79 80 81 ... 128
Перейти на страницу:

Ich hielt den Atem an. »Er will einen Einfall wagen? Und das hat er dir erzählt?«

Athanaric schüttelte den Kopf und lachte. »Frithigern gegen Rom kämpfen? Er betet Rom geradezu an! Das mußt du doch gemerkt haben. Nein, er möchte seine Erhabene Majestät darum bitten, die Terwingen als verbündeten Staat in das Imperium aufzunehmen und ihnen etwas von den thrazischen Gebieten zu überlassen, die im Augenblick brachliegen. Dann könnte der Kaiser das Land mit einer Steuer belegen und gotische Rekruten für seine Armee einziehen.« Athanaric grinste mich an.

»Frithigern hat mich gefragt, ob ich glaube, daß dem Kaiser dieser Plan zusagen werde. Ich habe ihm nicht geradeheraus eingeräumt, daß ich mir der begeisterten Zustimmung des Kaisers sicher sei; ich habe nur zugesagt, die Angelegenheit dem obersten Palastbeamten des Kaisers vorzutragen und ihm die Antwort sobald wie möglich zu überbringen. Aber ich weiß zuversichtlich, daß der Kaiser ganz begeistert von dem Plan sein wird.«

»Und was ist mit König Athanaric?« fragte ich. »Wäre er denn damit einverstanden, ein Vasall Roms zu werden?«

»Niemals! Bis in alle Ewigkeit nicht.« Athanaric lachte und tat seinen Onkel mit einer Handbewegung ab. »Es ist Frithigerns Idee. Und Frithigern ist äußerst erpicht darauf, sie geheimzuhalten. Er möchte den größeren Teil seines Volkes über die Donau führen und König des Vasallenstaates werden. Du hättest wohl nicht gedacht, daß er so mächtig ist, nicht wahr? Wenn man ihn nach seinem Haus beurteilt, macht er eher den Eindruck eines gewöhnlichen Landedelmannes. Nun, er kann innerhalb von ein paar Tagen tausend Krieger um sich scharen. Wahrscheinlich wird er den Fluß bereits nächstes Jahr um diese Zeit überqueren.«

Eine Zeitlang schwiegen wir alle beide. Als Athanaric weiterritt, lachte er leise vor sich hin, und seine Augen leuchteten. Ich dachte über die Goten nach. Sie würden also den Fluß überqueren, die brachliegenden Landstriche Thraziens besiedeln und dem Kaiser Steuern zahlen! Der Gedanke daran verursachte mir ein unbestimmtes Unbehagen. Es konnte nicht zwei Mächte im Staat geben: Wenn der Kaiser die eine war, wo blieb da ein gotischer König?

»Wollen die Terwingen denn als Römer leben?« fragte ich Athanaric. »Ich weiß, daß sie Rom bewundern, aber es ist leichter, es aus der Entfernung zu bewundern, als direkt unter den Flügeln des Adlers zu hocken.«

»Natürlich wollen sie als Römer leben!« rief Athanaric irritiert. Jetzt erst wurde mir bewußt, daß ihn die Aussicht auf die in Thrazien siedelnden Goten begeisterte. Natürlich: Es war genau das gleiche, was sein Vater getan hatte und wozu er selbst erzogen worden war. Vielleicht dachte er, er werde eine Heimat haben, wenn der ganze Stamm herüberkäme.

»Du siehst sie von der anderen Seite der Donau aus und denkst ›edle Barbaren‹, nicht wahr?« sagte er. »Dabei ist nichts Edles an der Art und Weise, in der sie leben. Sie befinden sich fast ununterbrochen im Krieg – die Terwingen mit den Greuthungen, die Goten mit den Sarmaten und alle miteinander. Sie leben durch das Schwert, und sie werden von dem jeweils Stärksten beherrscht. Sebastianus nennt Lupicinus ungebildet, weil dieser noch nie etwas von Homer gelesen hat; Frithigern kann überhaupt nicht lesen, nicht einmal seinen eigenen Namen. Was wäre von deinem Hippokrates übriggeblieben ohne Bücher, he? Er wäre in Vergessenheit geraten, und du würdest wie Xanthos praktizieren, so wie du es von deinem Vater gelernt hättest. Du schaust auf Rom, und du erblickst eine Macht, die deine Freunde in Alexandria umgebracht hat; sie schauen auf Rom und erblicken eine Macht, die die Welt durch Gesetze, inneren Frieden und Gelehrsamkeit beherrscht. Von Armenien bis Britannien, von Afrika bis zum Rhein: eine Regierung, zwei gemeinsame Sprachen und tausend Jahre Kultur. Sieh uns an: einen griechischen Eunuchen aus Amida oder Ephesus und den Sohn eines gotischen Fürsten und einer illyrischen Edelfrau, wir unterscheiden uns in bezug auf unsere Muttersprache, auf unsere Sitten und Gebräuche, auf unseren Glauben – und doch sind wir beide Römer. Das zählt mehr als alles, was uns trennt; das sichert den Frieden. Warum sollten die Terwingen nicht Rom bewundern und unter seiner Herrschaft glücklich werden?«

Ich vermochte ihm keine Antwort zu geben. Ich beobachtete sein Gesicht und lauschte seiner Stimme, und plötzlich schienen die Worte nicht viel zu bedeuten. In seinen Augen war ein wunderbares Leuchten, und er sprach in diesem raschen, abgehackten Griechisch und jagte seine Worte mit der gleichen stürmischen Großartigkeit, mit der er seine Pferde ritt. Ich fühlte einen Kloß im Hals.

»Was ist los?« fragte Athanaric, und seine Begeisterung schlug in überraschte Besorgnis um.

»Nichts«, entgegnete ich. »Ich hoffe, du hast recht. Wann sind wir an der Donau? Ich bin kein Hunne; ich bin es nicht gewohnt, auf Pferderücken zu leben.«

Er lachte, und ich konzentrierte mich auf das Reiten. Es stimmte natürlich keineswegs, daß nichts los war. Ich hätte meine Symptome, eins nach dem anderen benennen können, allerdings hätte ich mich dazu auf eine andere Autorität als die des Hippokrates berufen müssen:

Nicht könnt’ ich mehr reden, Gelähmt war die Zunge, Heiß überlief’s mir die Haut, Der Blick ward mir dunkel, Die Ohren sausten, Schweiß brach aus, Es ergriff mich Zittern, Grüner bin ich als Gras, Fast glaub’ ich zu sterben.

O heiliger Jesus Christus, dachte ich, warum mußte mir das gerade jetzt passieren? Warum mußte es mir überhaupt passieren? Ich hätte es nicht geschehen lassen dürfen. Es kann nichts daraus werden, und ich vertraue ja Athanaric noch nicht einmal richtig. Niemals würde ich ihm zuliebe die Medizin aufgeben, selbst, wenn es ihn auch erwischen sollte. Aber wie konnte es ihn erwischen, da er mich die ganze Zeit nur als Chariton gekannt hatte? O Jesus Christus, wann hatte all dies angefangen? Denn ich wußte, daß da irgend etwas seit einiger Zeit in mir auf der Lauer gelegen hatte, doch erst als mein ganzer Körper seine Kraft spürte, gab ich vor mir selber von einem Augenblick zum andern zu, daß ich verliebt war.

6

Ganz unschuldig hatte ich geglaubt, in Theogenes verliebt gewesen zu sein; hatte angenommen, daß die Mischung aus Zuneigung und Schmerz, die ich für ihn empfunden hatte, bereits das Schlimmste sei, was ich von der »Leidenschaft, dem Tyrannen der Götter und Menschen«, zu befürchten hatte. Ich erkannte meinen Irrtum. Von ihm hatte ich nicht geträumt, war nicht schweißgebadet aufgewacht, um die halbe Nacht lang heißglühend dazuliegen und an meinen Nägeln zu kauen oder bei dem Geräusch seiner Schritte abwechselnd von heißen und kalten Schauern überlaufen zu werden. Natürlich hätte ich Athanaric wie eine giftige Schlange meiden sollen. Aus einer derartigen Leidenschaft konnte nichts als Bloßstellung und Schande erwachen. Eine Ehe stand außer Frage – sein Vater wollte ihn mit einer reichen Erbin verheiraten, und kein ehrbarer Mensch würde eine Armeeärztin heiraten. Ich fühlte mich ganz benommen vor Sehnsucht und träumte sogar davon, heimlich zu ihm zu gehen und zu sagen: »Ich bin gar kein Eunuch; mein Name ist Charis, nicht Chariton; ich bin noch jung, und früher hielt man mich sogar für hübsch. Bitte schlaf mit mir und behalte es für dich!« Aber wozu sollte das führen? Athanaric war nicht der Mann, so etwas für sich zu behalten. Er würde Fragen stellen und immer weitere Fragen und alles herausfinden, und es wäre nur allzu wahrscheinlich, daß er mich zu Thorion zurückschickte. Und selbst wenn er es nicht tat: Würde die Leidenschaft nach ihrer Erfüllung etwa von selbst erlöschen? Oder würde sie nur wachsen und mich mit unsichtbaren Ketten an Athanaric fesseln? Oder noch schlimmer, mit sichtbaren. Ich konnte schließlich genauso leicht wie die nächstbeste Frau schwanger werden. Hippokrates ist ja der Meinung, daß gesunde und an harte Arbeit gewöhnte Frauen leichter empfangen als verwöhnte, vornehme Frauen. Ich kannte ein paar Arzneien, von denen man annahm, sie könnten die Empfängnis erschweren, doch ich bezweifelte ihre Wirksamkeit. Genau wie Aphrodisiaka sind solche Mittel nicht immer zuverlässig. Und dann steckte ich in einer üblen Klemme: Entweder würde ich vor den Augen der ganzen Welt Schande über mich bringen und das Kind austragen, oder ich würde mir ein Mittel zusammenmischen, um das Kind abzutreiben. Und das würde bedeuten, meinen Eid zu brechen und mein Leben zu riskieren. Nein, es war unmöglich, ich mußte diesem Mann ganz einfach aus dem Wege gehen und alles Erdenkliche tun, um ihn mir aus dem Kopf zu schlagen.

1 ... 73 74 75 76 77 78 79 80 81 ... 128
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)