Die Akte [The Pelican Brief-de]
- Автор: Гришэм Джон
- Язык: немецкий
- Переводчик: Christel Wiemken
- Жанр: Другие детективы
Электронная книга - «Die Akte [The Pelican Brief-de]». Краткое содержание книги:
Zwei mysteriöse Mordfälle im Umfeld höchster politischer Kreise der USA. Ein Skandal in der Dimension von Watergate bahnt sich an… Die junge Jurastudentin Darby Shaw findet Zusammenhänge, an die niemand zu denken wagt, und legt eine Akte an. Eine tödliche Dokumentation: denn nicht nur Darby muss um ihr Leben fürchten, sondern alle, die die Akte kennen…
Namen nie nennen, nicht einmal als Verfasserin des Dossiers.«
«Spricht sie viel über das Dossier?«
«Nicht über das eigentliche Schreiben. Es war eine verrückte Idee, sie ging ihr nach und hatte sie schon fast wieder verworfen, als die Bomben anfingen hochzugehen. Sie bedauert, das verdammte Ding geschrieben zu haben. Sie und Callahan haben sich wirklich geliebt, und auf ihr lastet eine Menge Kummer und Schuldgefühl.«
«Und wie sieht Plan B aus?«
«Wir stürzen uns auf die Anwälte. Mattiece ist zu verschlagen und schlüpfrig, als dass wir ohne Vorladungen und Haftbefehle und derartige Dinge, die uns nicht zur Verfügung stehen, an ihn herankommen könnten. Aber wir kennen seine Anwälte. Er wird von zwei großen Firmen hier in der Stadt vertreten, und auf die konzentrieren wir uns. Ein Anwalt oder eine Gruppe von Anwälten haben das Oberste Bundesgericht sorgfältig analysiert und die Namen von Rosenberg und Jensen vorgeschlagen. Mattiece selbst hätte nicht gewusst, wen er umbringen lassen sollte. Also haben seine Anwälte es ihm gesagt. Es muss eine Verschwörung gewesen sein.«
«Aber Sie können sie nicht zum Reden zwingen.«
«Nicht über einen Mandanten. Aber wenn die Anwälte schuldig sind, dann werden wir irgend etwas herausbekommen. Wir brauchen ein Dutzend Reporter, die eine Million Leute anrufen, Anwälte, Anwaltsgehilfen, Sekretärinnen, Bürokräfte. Wir stürzen uns auf diese Bastarde.«
Keen paffte an seiner Pfeife und schien unbeeindruckt.»Welche Firmen sind das?«
«White and Blazevich und Brim, Stearns and Kidlow. Lassen Sie nachsehen, was wir über sie in unserem Archiv haben.«
«Von White and Blazevich habe ich schon gehört. Es ist ein großer, republikanischer Laden.«
Gray nickte und trank den Rest seines Kaffees.
«Was ist, wenn es eine andere Firma war?«fragte Keen.»Was ist, wenn die Firma nicht in Washington sitzt? Was ist, wenn die Verschwörer dichthalten? Was ist, wenn da nur ein juristischer Kopf am Werk war, der einem obskuren Anwaltsgehilfen in Shreveport gehört? Was ist, wenn einer der Hausanwälte von Mattiece den Plan ausgeheckt hat?«
«Manchmal können Sie mich zur Verzweiflung treiben. Wissen Sie das?«
«Das sind stichhaltige Fragen. Also was ist, wenn?«
«Dann gehen wir zu Plan C über.«
«Und wie sieht der aus?«
«Das weiß ich nicht. So weit ist sie noch nicht gekommen.«
Sie hatte ihn angewiesen, sich von den Straßen fernzuhalten und in seinem Zimmer zu essen. Er hatte ein Sandwich und Pommes frites in einer Tüte und ging brav auf sein Zimmer im achten Stock des Marbury. Ein asiatisches Zimmermädchen kam ihm mit einem Servierwagen in der Nähe seines Zimmers entgegen. Er blieb vor seiner Tür stehen und holte den Schlüssel aus der Tasche.
«Sie etwas vergessen haben, Sir?«fragte das Mädchen.
Gray sah sie an.»Wie bitte?«
«Sie etwas vergessen haben?«
«Nein. Wieso?«
Das Mädchen kam einen Schritt näher.»Sie gerade gegangen, Sir, und jetzt schon wieder da.«
«Ich bin vor vier Stunden gegangen.«
Das Mädchen schüttelte den Kopf und kam noch einen Schritt näher, um ihn genauer zu betrachten.»Nein, Sir. Ein Mann kommt aus Ihrem Zimmer vor zehn Minuten. «Sie zögerte und musterte eingehend sein Gesicht.»Aber, Sir, jetzt ich glaube, es war ein anderer Mann.«
Gray warf einen Blick auf die Zimmernummer an der Tür. 838. Er starrte das Mädchen an.»Sind Sie ganz sicher, dass ein anderer Mann in diesem Zimmer war?«
«Ja, Sir. Vor ein paar Minuten.«
Er geriet in Panik, eilte auf die Treppe zu und rannte acht Stockwerke hinunter. Was war in dem Zimmer? Nichts außer Kleidungsstücken. Nichts über Darby. Er blieb stehen und griff in eine Tasche. Der Zettel mit der Adresse des Tabard Inn und ihrer Telefonnummer steckte darin. Er holte tief Luft und betrat das Foyer.
Er musste sie finden, und zwar schnell.
Darby fand einen freien Tisch im Lesesaal im zweiten Stock der Edward Bennett Williams Law Library in Georgetown. Als reisende Kritikerin juristischer Bibliotheken stellte sie fest, dass Georgetown bisher die angenehmste war. Es war ein separates, fünf Stockwerke hohes Gebäude, durch einen schmalen Hof von McDonough Hall, der Juristischen Fakultät, getrennt. Die Bibliothek war neu, glatt und modern, aber trotzdem noch eine juristische Bibliothek, die sich jetzt rasch mit Sonntagsstudenten füllte, die an ihr Abschlussexamen dachten.
Sie schlug Band fünf des Martindale-Hubbell auf und fand das Kapitel mit den Washingtoner Kanzleien. White and Blazevich ging über achtundzwanzig Seiten. Namen, Geburtsdaten, Universitäten, Berufsorganisationen,
Auszeichnungen, Preise, Komitees und Veröffentlichungen von vierhundertzwölf Anwälten, zuerst der Partner, dann der angestellten Anwälte. Sie machte sich Notizen.
Die Firma hatte einundachtzig Partner, die übrigen waren Angestellte. Sie gruppierte sie nach dem Alphabet und schrieb sämtliche Namen auf ihren Block. Sie war nur eine einfache
Jurastudentin, die sich bei der erbarmungslosen Jagd nach einem Job über mögliche Arbeitgeber informierte.
Die Arbeit war langweilig, und ihre Gedanken schweiften ab. Vor zwanzig Jahren hatte Thomas hier studiert. Er war ein hervorragender Student gewesen und hatte behauptet, er hätte viele Stunden in der Bibliothek verbracht. Er hatte für das Law Journal geschrieben, etwas, das sie unter normalen Verhältnissen gleichfalls getan hätte.
Der Tod war ein Thema, das sie in den letzten zehn Tagen unter verschiedenen Aspekten betrachtet hatte. Von einem friedlichen Tod im Schlaf abgesehen, war sie sich nicht klar, welches die beste Art sein würde. Ein langsames, qualvolles Hinscheiden infolge einer Krankheit war ein Alptraum für das Opfer und seine Angehörigen, aber zumindest hatte man Zeit für Vorbereitungen und Abschiednehmen. Ein gewaltsamer, unvermuteter Tod war in Sekunden vorbei und vermutlich das Beste für den Dahingeschiedenen. Aber für die Überlebenden war der Schock lähmend. Es gab so viele schmerzhafte Fragen. Hat er gelitten? Was war sein letzter Gedanke? Weshalb ist es passiert? Und beim schnellen Tod eines geliebten Menschen zusehen zu müssen, war unbeschreiblich.
Sie liebte ihn umso mehr, weil sie ihn hatte sterben sehen, und sie befahl sich, endlich damit aufzuhören, die Explosion zu hören und den Rauch zu riechen und zuzusehen, wie er starb. Wenn sie in drei Tagen noch am Leben war, würde sie an einem Ort sein, wo sie die Tür abschließen und weinen und mit Gegenständen werfen konnte, bis der Kummer vorüber war. Sie war entschlossen, diesen Ort zu erreichen. Sie war entschlossen, sich ihrem Kummer hinzugeben und ihn zu überwinden. Das war das mindeste, das sie verdiente.
Sie memorierte Namen, bis sie mehr über White and Blazevich wusste als sonst jemand außerhalb der Firma. Sie trat hinaus in die Dunkelheit und fuhr mit einem Taxi ins Hotel.
Matthew Barr flog nach New Orleans, wo er sich mit einem Anwalt traf, der ihn anwies, sich in ein bestimmtes Hotel in Fort Lauderdale zu begeben. Der Anwalt ließ sich nicht darüber aus, was in diesem Hotel passieren würde, aber als Barr am Sonntagabend dort ankam, stellte er fest, dass ein Zimmer für ihn reserviert war. Eine Nachricht an der Rezeption besagte, dass er in den frühen Morgenstunden einen Anruf erhalten würde.
Um zehn rief er Fletcher Coal zu Hause an und berichtete ihm über den bisherigen Verlauf der Reise.
Coal hatte andere Dinge im Kopf.»Grantham ist verrückt geworden. Er und ein Typ namens Rifkin von der Times rufen alle möglichen Leute an. Sie könnten tödlich sein.«
«Haben sie das Dossier gesehen?«
«Ich weiß nicht, ob sie es gesehen haben, aber sie haben davon gehört. Rifkin hat gestern einen meiner Mitarbeiter angerufen und ihn gefragt, was er über das Pelikan-Dossier weiß. Der Mann wusste nichts und hatte den Eindruck, dass Rifkin sogar noch weniger wusste. Ich glaube nicht, dass er es gesehen hat, aber sicher sind wir nicht.«