Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Die Habenichtse - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Die Habenichtse

Электронная книга - «Die Habenichtse». Краткое содержание книги:

Isabelle und Jakob treffen sich am 11. September 2001 nach Jahren auf einer Party in Berlin wieder. Sie verlieben sich, heiraten und bekommen die Chance, nach London zu ziehen, wo Jakob Schicksal? Zufall? eine Stelle in einer Anwaltskanzlei antritt, die eigentlich für einen Kollegen vorgesehen war, der bei den Anschlägen auf das World Trade Center umgekommen ist. Isabelle arbeitet von dort aus weiter für ihre Berliner Grafikagentur und genießt, in den spannungsreichen Wochen vor Ausbruch des Kriegs im Irak, ihr Londoner Leben.
Die beiden haben alles, was ein junges, erfolgreiches Paar braucht und stehen doch mit leeren Händen da. Sehnsüchtig und ratlos sehen sie zu, wie ihr Leben aus den Fugen gerät. Jakob ist fasziniert von seinem Chef, Isabelle von Jim, dem Dealer. Die untergründigen Ströme von Liebe und Gewalt werden spürbar, und das Nachbarskind Sara wird ihr Opfer.
1 ... 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71
Перейти на страницу:
ragend. Sie haben Polly mitgenommen, Sie haben mir die Jacke dagelassen? Es drehte hilfesuchend den Kopf zu Jim. — Sag ihr, wo Polly ist, forderte er Isabelle grinsend auf. Er trat näher. — Sag ihr, was du mit ihrer Dreckskatze gemacht hast, sie konnte seine Wärme spüren, den angespannten, erhitzten Körper. Aber er war abgelenkt, als wäre ihm etwas eingefallen, das er vergessen hatte, er drängte sich an Isabelle vorbei, griff nach einem Umschlag, der auf dem Fernseher lag, — das war es, sagte er, davon hast du doch geredet, von den Fotos. Unschlüssig hielt er den Umschlag in der Hand, als zerfalle etwas, dachte Isabelle, zerfällt in seine Teile. Sara ließ die Jacke sinken, sie sah Jim flehentlich an. Langsam legte er den Umschlag zurück, und Sara nahm ihn, streckte ihm den Umschlag wieder hin, als wäre er, da die Jacke nichts bewirkte, etwas, das sie anbieten könnte, streckte Isabelle den Umschlag hin, — laß das, Jims Stimme überschlug sich, er riß den Umschlag an sich, zerriß ihn, Schnipsel fielen zu Boden, bunt, sah Isabelle, Schnipsel von Farbfotos, dazwischen weißes Papier, das, was der Umschlag gewesen war. Im Zimmer war es heller geworden, da die Sonne ein Stück tiefer gerutscht war. — Aber Sie haben mir gesagt, daß die Frau weiß, wo Polly ist. — Hältst du endlich die Klappe? Deine Scheißkatze, tot ist sie, kapierst du? Tot, wiederholte er, wegen ihr, er zeigte auf Isabelle, weil sie deine Katze nicht leiden konnte, weil es ihr egal ist, was mit deiner Katze passiert. Er drehte sich ganz zu Sara, warf den Kopf in den Nacken, Schauspieler, dachte Isabelle, aber das war es nicht, es war kein Schauspiel, nicht für Jim und Sara, die einander gegenüberstanden, und während es wieder dunkler wurde, vermutlich, weil eine Wolke vor die Sonne geglitten war, roch sie den abgestanden Rauch, die alte Bettwäsche, die staubigen Polster, nie gelüftet, auf dem Glastisch stand ein Glas. — Jim, sagte sie, ich möchte gehen. Sie drehte sich um, ging auf die Tür zu, die abgeschlossen war, der Schlüssel steckte nicht. — Jim, laß mich gehen. Ich habe sie von der Fensterbank geschubst, das ist alles. Keine Katze stirbt, bloß weil man sie im Erdgeschoß von der Fensterbank schubst! Ihre Stimme klang schrill, empört, als würde es etwas nützen, sich zu empören, — Jakob wollte anrufen, sagte sie, aber sie wußte, daß er sich keine Sorgen machen würde. Und selbst wenn, dachte sie. Interessiert beobachtete Jim, wie sie die Tür losließ, einen halben Schritt ins Zimmer trat. — Jim? Es gelang ihr, ihre Stimme zu kontrollieren. — Du lügst, sagte Jim. Er verzog das Gesicht, gestikulierte ins Leere, um einen Gedanken zu fassen oder zu verscheuchen, seine Hand traf dabei Sara, die neben ihm stand, nicht fest, aber er schien froh, endlich auf Widerstand zu treffen, auf irgend etwas, das ihnen erlaubte vorwärtszukommen. Isabelle richtete sich ein bißchen auf. — Sara, sagte sie beherrscht, Sara, hast du Jim erzählt, was du mit deiner Katze gemacht hast? Daß du sie mit einem Stock geschlagen hast, mit einem dicken Stock? Erstaunt hielt Jim still. — Was sagst du? Aber es war die Gemeinheit, die schiere Gemeinheit ihrer Denunziation, die ihn aufmerken ließ, die wieder in Gang setzte, was stillgestanden hatte wie ein kaputtes Uhrwerk, und sogar die Wolke gab die Sonne wieder frei, so daß es heller wurde und sie sein Gesicht sehen konnte, das sich veränderte, es war, als schaute man einem primitiven Film zu, einem Daumenkino. Da war es, er nahm eine Spur auf, alles Überflüssige mit einer gekränkten, hochmütigen Geste zur Seite wischend, sie sah, wie er einatmete, er suchte noch, suchte etwas, so, wie sie auch. — Vielleicht sollte ich dich mitnehmen? sagte er zu Isabelle, willst du mitkommen, mit deinem hübschen, unschuldigen Gesicht? Er trat auf sie zu und stellte sich hinter sie, seine Hände spielerisch um ihren Hals, dann abwärts gleitend, unter den Stoff der blaugrünen Bluse, fester, konzentriert. Sara gab einen wimmernden Laut von sich. Mit einem Fluch löste er sich von Isabelle, schnellte vor, zwei Schritte, holte aus, die Hand zur Faust geballt, zog Isabelle schon wieder an sich, während Sara noch einen Moment schwankend dastand, bevor sie fiel, blutend. Der kleine Schrei war aus Isabelles Mund gekommen, aber seine Hand preßte sich auf ihren Mund, lockerte sich wieder, streichelte die Lippen, drängte sie sacht auseinander, — nichts passiert, murmelte er in ihr Ohr, komm schon, lockte er, liebkoste sie, bis ihre Lippen sich öffneten, ihre Zunge seinen Finger berührte. Das Kind drehte sich zur Seite, richtete sich auf, es hustete einmal, das Blut lief ungehindert übers Kinn und wurde vom T-Shirt aufgesaugt. Der Finger zog sich aus Isabelles Mund zurück, Sara schaute zu den beiden auf, fuhr sich unsicher übers Kinn, spuckte, spuckte noch einmal, Isabelle schloß die Augen, Übelkeit schüttelte sie, eine leichte Ohrfeige traf sie, sie hörte seine Stimme, auflachend, — du wolltest doch, daß sie bestraft wird. Er beugte sich nach rechts. — Mach die Augen auf! Schob sie vorwärts, auf das Mädchen zu, das seine Hand ausgestreckt vor sich hielt, einen kleinen, verschmierten Zahn darauf, ohne zu weinen. Ich kann nichts tun, dachte Isabelle wieder und wieder, spürte den warmen Körper, schmiegte sich an ihn, aber unbarmherzig schob er sie auf das Mädchen zu, das ihnen entgegenblickte, diese winzige, riesige Entfernung, Jim murmelte etwas, seine Hände gaben Isabelle einen kleinen Stoß, ließen sie allein. Sie drängte zu ihm zurück, als könne er sie trösten, sie wollte die Augen schließen, umarmt werden, aber er stieß sie weg. — Du würdest überall betteln, nicht? sagte Jim. Weißt du, was du bist? Wie ein schwarzes Loch, man kann alles in dich reinschütten, und es verschwindet spurlos. Jäh faßte er sie wieder und drehte sie um. — Nichts sieht man in deinem Gesicht, grade mal ein bißchen Angst. Er musterte Isabelle aufmerksam, sein Mund verzog sich. — Das Mädchen stinkt, merkst du das nicht? Er griff ihren Nacken, zwang sie hinunter. — Sie hat sich vollgepinkelt. Ließ sie los, trat zurück. — Sie hat in die Hose gemacht, sagte er ruhig, zieh sie aus. Ich will, daß du sie nackt ausziehst. Nein, dachte sie, nein, aber sie bückte sich, Sara zuckte zurück, versuchte auszuweichen, der Zahn fiel aus ihrer Hand zu Boden. — Mach schon, sagte Jim gleichgültig, schaute sich suchend um, als wüßte er nicht, was er tun sollte, ging in die Küche, kam mit einem Messer wieder. Isabelle gehorchte, folgte der Bewegung ihrer eigenen Hände ungläubig, Hände, die nach dem T-Shirt des Kindes griffen und es über seinen Kopf zogen, nicht grob, nicht vorsichtig, sondern präzise und geschickt, als hätte sie diese Szene hundertfach geprobt. Alexa müßte hier sein, dachte Isabelle, mit ihrer Kamera, sie fing an zu weinen, legte das T-Shirt beiseite, zog den jetzt schlaffen Körper zu sich, nestelte an dem Knoten und streifte Hose und Unterhose zusammen bis zu den Knöcheln herunter, hob das Kind hoch. Sara stand jetzt nackt vor ihr, wischte sich über die Nase, verschmierte das Blut, sie weinte nicht, starrte Isabelle an, ängstlich und getröstet, dann spuckte sie aus, vorsichtig, spuckte einen zweiten Zahn aus, sie schien nicht zu begreifen, was das war, fragend blickte sie zu Isabelle, die vor ihr kniete, blaß, vor Angst und Scham atemlos. Jim trat Sara leicht mit der Schuhspitze, einmal, ein zweites Mal, als prüfe er einen Gedanken. Im Garten hörte man plötzlich Kinderstimmen, ein Junge schrie laut Kommandos, die anderen antworteten kreischend. — Dave, sagte Sara, ohne sich zur Gartentür zu wenden. Isabelle schaute sie an, das spitze Kindergesicht, das trocknende Blut. — Dein blöder Bruder, sagte Jim abwesend, die rechte Hand spielte mit dem Messer. — Fahren wir alle zusammen, kaufen uns ein Häuschen, nicht wahr? Mit einem Garten und einem Kirschbaum in der Mitte. Dann ging er zu dem Mädchen. — Nein, bettelte Isabelle, weinte, ohne sich zu bewegen. — Nein? grinste Jim, aber helfen wirst du ihr nicht, oder? Vom Fleck rühren wirst du dich ihretwegen nicht? Hastig fingerte Isabelle die Knöpfe ihrer Bluse auf, streifte den Rock, die Unterhose ab, verhakte sich in den Sandalen, saß nackt auf dem Boden. — Will ich nicht, beschied Jim, nachdem er sie gemustert hatte. Die linke Hand fuhr in ihr Haar. Er zog straff, soviel er davon halten konnte, stellte den Fuß auf ihre Schulter, um sie am Aufstehen zu hindern, setzte die Klinge am Scheitel an, machte eine rasche Bewegung. Ließ das abgeschnittene Haar achtlos fallen. — Gut so, sagte er, als hätte er endlich gefunden, was er suchte. — Jetzt kann dein Mann dir wenigstens einmal ansehen, daß du etwas erlebt hast. Er stand da, müde. Dann ging er ins Schlafzimmer, kam mit einer Jacke überm Arm zurück, zögerte kurz, raffte mit zwei Handbewegungen ihre Kleider zusammen und hob sie auf, ging zur Tür, griff seine Tasche und ging zur Tür hinaus. Er schloß von außen ab. Sie sah durchs Fenster, wie er die Treppen hinaufstieg, seine Beine, dann nur noch seine Füße, die Kleider, die zu Boden fielen. Von draußen hörte man einen Vogel, die Kinder nicht mehr.

1 ... 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)