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Ambulanzschiff

Электронная книга - «Ambulanzschiff». Краткое содержание книги:

ORBIT HOSPITAL ist ein Klinikum im All, das allen raumfahrenden Lebensformen der Galaxis medizinische Hilfe leistet. Es nimmt alle Geschöpfe auf, ob sie ein Dutzend Gliedmaßen haben oder gar keine, ob sie sich von Radioaktivität ernähren oder Wasser atmen — von anderen exotischen Gewohnheiten und Bedürfnissen ganz zu schweigen. Es ist ein ökologisches Tollhaus und ein organisatorischer Irrwitz, aber es ist für alle da und es funktioniert. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes — lebensnotwendig.
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Die Erzählung Sector General (Das Orbit Hospital) wies jedoch Mängel auf. Ted Carnell war der Meinung, ihr fehle eine zusammenhängende Handlung. Die Hauptperson, Dr. Conway, gerate lediglich von einer medizinischen Ausnahmesituation in die andere, ohne sein eigentliches Hauptproblem zu lösen — nämlich den inneren moralischen Konflikt, den der Militarismus des Monitorkorps — das für das reibungslose Funktionieren des Hospital verantwortlich war — auf der einen Seite und der stark ausgeprägte Pazifismus des medizinischen Personals auf der anderen Seite bei dem Arzt hervorrief. Außerdem hätte die ganze Geschichte wegen ihrer Episodenhaftigkeit Ähnlichkeit mit einer interstellaren ›Emergency Ward 10‹ — eine ausgesprochen kitschige Krankenhausserie, die zu jener Zeit im britischen Fernsehen lief. Diese Seifenoper mit meiner Erzählung zu vergleichen war zweifellos der rücksichtsloseste chirurgische Eingriff von allen! Carnell sagte des weiteren, daß ich ›efficient‹ in der Geschichte zweimal unterschiedlich geschrieben hätte und beide Male falsch. Es gab noch andere Fehler, die sich erst im nachhinein herausstellten, in den späteren Geschichten der Serie jedoch korrigiert wurden.

Aber Ted gefiel der Grundgedanke. Er sagte, die Idee mit dem riesigen Hospital im All sollte ich zumindest hin und wieder aufgreifen. Außerdem erzählte er mir, Harry Harrison habe in seinem Büro vorbeigeschaut und sich ein wenig über mich geärgert, weil ich ihm mit der Idee eines interstellaren Hospitals zuvorgekommen sei; denn Harry hatte eine Serie von vier oder fünf Geschichten mit genau dem gleichen Hintergrund geplant, in der Meinung, das sei ein völlig neuer Einfall. Zwar habe er immer noch vor, die Geschichten zu schreiben, sagte Ted, doch sein Enthusiasmus sei nun deutlich gedämpft.

Diese letzte Nachricht erschreckte mich fast zu Tode.

Zwar hatte ich Harry Harrison bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht persönlich kennengelernt, wußte aber ziemlich viel über ihn. Seit ich als blutjunger SF-Fan Rockdiver gelesen hatte, war er einer meiner Lieblingsautoren. Wie ich wußte, konnte er mit anderen Leuten ziemlich laut reden, wenn er erregt war, und wahrscheinlich stellte er eine wandelnde Deathworld (Die Todeswelt) auf zwei Beinen dar. Und plötzlich kam ich daher, ein SF-Fan und hauptberuflicher Autor, der noch immer grün hinter den Ohren war und tatsächlich die Frechheit besaß, seinen Enthusiasmus zu dämpfen. Doch Harry muß eine wirklich liebenswürdige und nicht nachtragende Seele sein, denn mir stieß nichts Furchtbares zu; wenigstens bis heute nicht.

Trotzdem muß es irgendwo eine andere Welt geben, in der er sich zuerst mit der Idee anfreundete und meinen Enthusiasmus dämpfte, und wo in den SF-Regalen der Buchläden eine Romanserie über ein interstellares Hospital von Harry Harrison steht. Wenn jemand eine transversale Zeitmaschine erfinden sollte, dann würde ich sie mir herzlich gerne für ein paar Stunden ausleihen, um mir diese Bücher kaufen zu können.

Die zweite Geschichte der Serie hieß Trouble With Emily (Probleme mit Emily), und mit ihr konnte sich Ted schon weit eher anfreunden. Erneut war Dr. Conway die Hauptperson — diesmal lastete ihm statt eines ausgeprägten Komplexes ein winziger Alien mit Psikräften auf den Schultern. Zudem stand ihm eine Mannschaft des Monitorkorps zur Seite, die ihm bei der Behandlung eines brontosaurierähnlichen Patienten half, den man Emily getauft hatte, weil einer der Korpsoffiziere ein Faible für die literarischen Werke der Bronte-Schwestern hatte.

Doch die Funktion des Monitorkorps — das neben seinen administrativen und polizeilichen Aufgaben auch dem Gesetz der galaktischen Föderation Geltung verschaffte, deren über sechzig intelligente Spezies im Mitarbeiterstab des Orbit Hospitals vertreten waren — mußte erklärt werden. Das Ergebnis war eine sehr lange Erzählung mit ungefähr 000 Wörtern, die zu jener Sector-General-Geschichte wurde, die es eigentlich nie gab.

In erster Linie stellte das Monitorkorps eine Polizeitruppe von interstellarer Größenordnung dar. Aber ich wollte nicht, daß es sich dabei um eine dieser üblicherweise skrupellosen, von Routine durchdrungenen und im Grunde von Dummheit geprägten Organisationen handelte, die einem so herrlich gelegen kommen, wenn ein idealistisch eingestellter Hauptdarsteller in einen moralischen Konflikt geraten soll. Conway gehörte zu den anständigen Burschen, und ich wollte, daß auch die Mitglieder des Monitorkorps anständige Burschen waren, die lediglich andere Vorstellungen davon hatten, welche Taten die besseren Werke hervorbringen.

Zu den Aufgaben der Monitore gehörten nicht nur interstellare Erkundungsflüge und das Knüpfen von Erstkontakten, sondern auch die Aufrechterhaltung des Föderationsfriedens — und diese Pflicht konnte, wenn es ihnen nicht gelang, die Kriegstreiber rechtzeitig aufzuhalten, durchaus zu einer Polizeiaktion führen, die von einer kriegerischen Handlung nicht mehr zu unterscheiden war. Das Monitorkorps zog allerdings bei weitem die psychologische Kriegsführung vor, deren Ziel es war, Gewalt auf oder zwischen Planeten zu verhindern oder wenigstens zu begrenzen. Wenn nun trotz der Bemühungen der Monitore ein Krieg ausbrach, dann überwachten sie die Wesen, die ihn führten, sehr genau.

Solche kriegerischen Wesen waren eher einer psychologischen als physiologischen Klassifikation zuzuordnen, und unabhängig von ihrer Spezies zählten sie zu der Kategorie, die für die meisten Probleme der Föderation verantwortlich war. Die Geschichte berichtete davon, wie sich das Monitorkorps zuerst bemühte, den Krieg zu beenden, und später versuchte, ihn wenigstens einzugrenzen. Conway und das Hospital kamen nur dann vor, wenn alles katastrophal schiefging und eine große Anzahl von terrestrischen und extraterrestrischen Verwundeten behandelt werden mußte. Der ursprüngliche Titel der Geschichte lautete Classification: Warrior.

Ted war jedoch nicht von seiner Behauptung abzubringen, die Geschichte wäre viel zu ernst, um in die Sector-General-Reihe eingefügt zu werden. Er ließ mich sämtliche Zusammenhänge mit dem Monitorkorps (das ich in Stellare Garde umtaufte), mit der Föderation, dem Hospital im galaktischen Sektor zwölf und Conway streichen. Die Geschichte erhielt den neuen Titel Occupation: Warrior (Der Krieger) und erschien in der Textsammlung The Aliens Among Us (Brüder im Kosmos), die auch in der englischen Ausgabe eine recht ordentliche Sector-General-Erzählung mit dem Titel Countercharm enthielt. Die beiden Geschichten erhoben jedoch nicht den Anspruch, miteinander etwas zu tun zu haben.

Mit der nächsten Erzählung, Visitor at Large (Ein außergewöhnlicher Besuch), die in der Corgi-Sammlung Hospital Station enthalten ist, kam die Serie wieder richtig in Schwung. Im Orbit Hospital tauchte erstmals der insektenartige, unglaublich feingliedrige und für Emotionen empfängliche Dr.

Prilicla auf, der später die populärste Figur der Serie werden sollte. Der Patient, den Conway und Prilicla in dieser Story behandelten, konnte physisch gar nicht erkranken und litt ausschließlich unter psychologischen Störungen. Dieser Patient war amöbisch, höchst anpassungsfähig und besaß die Fähigkeit, zu jeder gegebenen Situation die benötigten Gliedmaßen und Sinnesorgane einfach hervorzustülpen. Er vermehrte sich durch Zellteilung und erbte bei seiner ›Geburt‹ alle Erfahrungen und Kenntnisse seines Elternteils und des Elternteils seines Elternteils, bis zum Evolutionsbeginn zurück. Sein Problem bestand darin, an einem Trauma zu leiden, auf Grund dessen er sich von allen äußeren Kontakten zurückzog und sich langsam in Wasser auflöste — und Wasser war auch die Lösung des Problems, und zwar im wahrsten Sinne des ›Wassers‹.

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Главный герой
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