Witiko
- Автор: Штифтер Адальберт
- Язык: немецкий
- Жанр: Классическая проза
Электронная книга - «Witiko». Краткое содержание книги:
Die rosenfarbene seidene Fahne, welche ihnen Wladislaw gegeben hatte, und welche ein starker Mann von Prachatic trug, war schon tief unten gegen den Rand des Berges, und wie Witiko links schaute, sah er das rosenfarbene Banner bei Bolemil auch schon gegen den Rand des Berges, und dann das von Lubomir auch schon, und das von Zdik und von Diepold, und das große seidene rosige Banner des Herzogs ragte fast im Herzen des Feindes, und dann das von Chotimir und Diwiš, und so fort.
»Wir siegen, wir siegen«, tönten mehrere Stimmen.
Da rief links von Witiko, wo die von der Gegend des Plakahofes und des Waldsaumes standen, welche nicht zu dem Gebete niedergekniet waren, eine laute Stimme, daß sie weithin vernehmlich war: »Rette sich, wer kann.«
Und die Reiter, welche an jener Stelle standen, flohen auf den Ruf der Stimme zurück oder zu den Feinden, die Fußgänger warfen die rote Fahne auf den Boden, und rannten zu den Feinden.
Witiko rief: »Laßt sie fliehen, jetzt ist die Ehre erst rein, und die Waldleute werden sie wahren. Schmied von Plan, drücke unsere Leute links, Osel, rücket links, Rowno, Diet, schreit es weiter nach rechts zu denen von Ottau und von Attes und von Prachatic und von Winterberg, daß sie links rücken, zieht euch auch ein wenig zurück, daß der Kreis kleiner wird, laßt die Reiter zuerst auf den Platz jagen, daß das Offene weniger sichtlich ist, alle Heiligen im Himmel hassen den Verrat, ich eile an den Rand der Lücke, um Hilfe zu holen.«
Und als er diese Worte gerufen hatte, flog er mit seinem grauen Pferde über das Grün des Berges durch Gesträuche und Unebenheiten, wie er das Pferd im Walde gelehrt hatte, daß die Zweige fast den Bauch des Tieres streiften, bis er zu Scharen Bolemils kam, von deren Seite sich die Verräter losgelöst hatten.
Die hohen Männer Bolemils saßen auf den Pferden, hatten ihr Banner tief in den Feind getragen, und kämpften mit ihm. Bolemil saß hoch in der offenen Sänfte, welche Pferde trugen, auf denen Reiter saßen. Er hatte den schönsten Schlachtschmuck an, trug ein Panzerhemd und schimmernde Steine auf der Haube. Die weißen Haare des Hauptes und des Bartes flossen auf das Waffenkleid. Er führte aus der Sänfte den Befehl. Die Reiter hatten den Verrat ihrer Nachbarn gemerkt, sie zogen sich kämpfend langsam zurück, und drückten gegen rechts.
»Bolemil«, rief Witiko, »lasse deine Leute gegen rechts gehen, Verräter haben einen Platz geräumt, der gefüllt werden muß, sende zuerst die Reiter, und lasse die Fußgänger folgen.«
»Mein Sohn«, entgegnete Bolemil, »ich weiß alles, und habe an Dalimil die Befehle schon gegeben. Reite links zu Lubomir.«
Und Witiko ritt zu Lubomir, und sagte ihm die Sache, und er ritt dann zu dem Bischofe Zdik, der sein Banner hart an den Feinden hatte, und berichtete ihm, und er ritt zu Ben; aber er fand Ben nicht mehr, derselbe war gefallen, und lag weit hinter den Reihen, wo man die Zelte gelassen hatte. Witiko ritt nun zu Diepold und von da zu dem Herzoge. Der Herzog hatte sein großes Banner an der Stelle, welche die Mitte der feindlichen Reihe bezeichnete. Um ihn waren seine Reiter und erlesenen Männer. Odolen ganz in schwarze Kleider getan mit einer schwarzen Feder auf der Haube und in ein schwarzes glanzloses Waffenhemd gehüllt, war auf seinem schwarzen Pferde mitten in den Feinden, er warf nieder, was sich ihm nahte, und die Männer um ihn lüfteten den Raum. Neben ihm war Welislaw in blauem Gewande und mit guten Reitern, und weitete die Straße in die Feinde. Dann war Casta, der mit Reitern die Wucht der feindlichen Reiter drängte. Dann war Ctibor mit seinen Männern zu Pferde und neben ihm Beneda und der junge Zwest. Sie durchbrachen die Mauer der feindlichen Reiter. Dann war Bohuslaw, der junge Jurik, Sezima und Wecel. Um den Herzog, welcher in einem dunkelbraunen Gewande und in einem matten Waffenhemde und einer Spangenhaube ohne Feder auf einem schwarzen Rosse saß, waren Heinrich sein Bruder, Otto der Bischof von Prag, die drei Äbte und der Probst Daniel, Nemoy von Netolic, der alte Milota, Bartholomäus, der alte Preda, Gervasius und Wšebor. Dem Herzoge gegenüber in den Reihen der Feinde war Konrad von Znaim, den die Mährer zum Herzoge von Böhmen und Mähren gewählt hatten, Wratislaw von Brünn, Otto von Olmütz, Spitihnew der Sohn Boriwoys des Oheims des Herzoges, der alte Mikul, der alte Rodmil, Domaslaw mit roten Federn auf dem Haupte, Slawibor, Bogdan, Mireta, Strich und Jurata. Sie hatten das große weiße Banner ihres gewählten Herzoges bei sich.
Witiko kam auf seinem Pferde zu dem Herzoge geflogen, und rief: »Herzog Wladislaw, die von der Gegend des Plakahofes und des Waldsaumes unter Sohen, die zwischen Smil und Bolemil standen, haben dein Banner weggeworfen, und sind zu dem Feinde gegangen. Es ist ein Raum geworden, der erfüllt sein muß. Smil ist tot, und seine zwei Söhne sind tot; aber Rowno und Diet und Osel und ich und die andern halten die Waldleute zusammen, sie folgen uns, und werden stehen; aber lasse rechts rücken, daß sie nicht von dir getrennt werden.«
»Witiko«, sagte der Herzog, »wir haben schon die Kunde des Verrates, und Befehle sind erteilt worden; du hast ihn genauer genannt, und der Raum zwischen dir und Bolemil ist zu ordnen. Nemoy, lasse Botenreiter zu Odolen und zu Welislaw und zu Ctibor und den andern gehen, daß sie sich zurückziehen und fester schließen, die Reihe muß kürzer werden, wir selbst müssen zurückgehen. Heinrich, schicke Boten nach links zu Chotimir und zu Diwiš mit seinem Sohne Zdeslaw und zu Bolebor und Jurik, und lasse sagen, daß sie langsam zurück gehen und rechts drücken, und den Schluß mit der rechten Seite halten. Gott wird das Recht segnen. Witiko, nimm die zweihundert Reiter der blauen Fähnlein von mir, Wecel, überbringt ihnen den Befehl, reite mit ihnen zu dem öden Platze, und bedecke ihn mit rennenden Reitern, daß ihn die Feinde nicht fest mit Männern bestellen können, bis wir uns wieder geschlossen haben. Eile von dannen. Und ihr, Männer und Herren um mich, geht zurück, und haltet den Schluß, daß die Feinde nicht eindringen können, wir werden uns ohne die zweihundert behelfen, wenn wir fest in dem engeren Raume sind. Mit Gott und dem heiligen Markus.«
Witiko ritt zu den Reitern mit den blauen Fähnlein, und dann an ihrer Spitze, was ihre Pferde zu laufen vermochten, dahin, und wies ihnen mit seinem grauen Pferde den Weg. Er kam an Diepold vorbei, an denen, wo Ben, der jetzt tot war, befehligt hatte, an denen von Zdik, an Lubomir mit seinen Söhnen Schwiegersöhnen und ihren Scharen, und an der Sänfte des alten Bolemil. Dann traf er an den Platz der Plakaverräter. Da lagen die hohen Reiter Bolemils tot und zerstreut auf dem Felde, und ihre Rosse und ihre Feinde lagen umher. Sie hatten die Aufgabe, den Platz rein zu erhalten, mit dem Verluste ihres Lebens erfüllt. Bolemil ordnete eben Fußgänger auf den Platz ab.
Witiko ritt vorwärts gegen rechts. Da kam ihm eine Rotte Fußgänger entgegen, er konnte die Abzeichen nicht erkennen, und rief: »Heiliger Markus!« sie antworteten: »Swatopluk«, er stieß gegen sie, und warf sie. Dann ritt er weiter, und kam wieder auf Fußgänger, die Swatopluk riefen, und er warf sie wieder. Und dann kam er auf einen großen Haufen von Fußgängern, die das Wort Swatopluk hatten, er griff sie an, und hieb sie zum Teile nieder, und zerstreute sie zum Teile. Dann kamen Männer mit langen Schäften gegangen. Er schrie gegen sie: »Heiliger Markus!« und sie schrien entgegen: »Heiliger Markus!«
»Peter Laurenz, Schmied von Plan«, rief Witiko. »Ja, Witiko, mein junger Kriegsmann, wir sind es«, rief der Schmied, »deine Nachbarn alle, die an der Leuchte gesessen waren, und fest hinter uns kommen die des Rowno und von Wettern und von Friedberg und die Waldleute alle. Wir haben uns verabredet, daß wir uns nicht auseinander lassen wollen, wir hatten viel zu tun, uns so fest zu stellen, wie wir jetzt sind, wir gehen zu den Leuten des Herzogs, von denen sie uns haben reißen wollen.«