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Электронная книга - «Die Fünfundvierzig». Краткое содержание книги:

Die Fünfundvierzig
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Als die ungeduldige Herzogin dies sah, schickte sie einen andern ab, der ebensowenig zurückkam wie der erste.

»Unser Offizier,« sagte nun die stets optimistische Herzogin, »befürchtete wohl, zu schwach an Leuten zu sein, und so wird er unsere Boten als Verstärkung behalten haben; das ist klug, aber beunruhigend.« – »Beunruhigend, ja, sehr beunruhigend,« erwiderte Mayneville, dessen Augen den tiefen, düsteren Horizont nicht verließen.

»Mayneville, was kann denn geschehen sein?« – »Ich will selbst zu Pferde steigen, und wir werden es erfahren.« Hierbei machte er eine Bewegung, um wegzugehen, doch die Herzogin hielt ihn zurück.

»Ich verbiete es Euch,« rief die Herzogin, »wer würde denn bei mir bleiben? Wer würde alle unsere Offiziere, unsere Freunde erkennen? Nein, nein, bleibt, Mayneville, man macht sich ganz natürlich Befürchtungen, wenn es sich um ein so wichtiges Geheimnis handelt; aber in der Tat, der Plan war zu gut kombiniert und besonders zu sehr geheim gehalten als daß er uns nicht gelingen sollte.«

»Neun Uhr,« sagte Mayneville, mehr auf seine eigene Ungeduld, als die Worte der Herzogin erwidernd; »ah! nun verlassen die Jakobiner ihr Kloster und stellen sich längs den Mauern des Hofes auf.«

»Still!« rief die Herzogin, die Hand gegen den Horizont ausstreckend. – »Was?« »Still! horcht!« Man fing an in der Ferne ein Rollen, ähnlich dem des Donners, zu haben. »Das ist die Kavallerie,« rief die Herzogin, »sie bringen ihn uns, sie bringen ihn.«

Und, ihrem brausenden Charakter gemäß, von der grausamsten Angst zu der tollsten Freude übergehend, klatschte sie in die Hände und rief: »Ich habe ihn! Ich habe ihn!«

Mayneville horchte immer noch.

»Ja,« sagte er, »es ist ein rollender Wagen, begleitet von galoppierenden Pferden.«

Und er befahl mit voller Stimme: »Aus den Mauern, meine Väter, aus den Mauern!«

Sogleich öffnete sich das große Gitter der Priorei, und in schöner Ordnung kamen die zweihundert bewaffneten Mönche heraus, an deren Spitze Borromée marschierte.

Sie nahmen ihre Stellung quer über die Straße.

Man hörte Gorenflot rufen: »Wartet auf mich, wartet doch auf mich! Es ist wichtig, daß ich an der Spitze des Kapitels stehe, um Seine Majestät würdig zu empfangen.«

»Auf den Balkon, Sire Prior, auf den Balkon!« rief Borromée; »Ihr wißt wohl, daß Ihr uns alle beherrschen müßt; die Schrift sagt: Du wirst sie beherrschen, wie die Zeder den Ysop!«

»Das ist wahr,« sagte Gorenflot, »das ist wahr; ich vergaß, daß ich diesen Posten gewählt hatte, zum Glück seid Ihr da, um mich daran zu erinnern, Bruder Borromée.«

Borromée gab leise einen Befehl, und vier Brüder stellten sich auf den Balkon neben den würdigen Prior.

Bald fand sich die Straße, die in einiger Entfernung von der Priorei eine Biegung bildete, von einer Anzahl von Fackeln beleuchtet, mit deren Hilfe die Herzogin und Mayneville Panzer schimmern und Schwerter glänzen sehen konnten.

Unfähig, sich zu beherrschen, rief sie: »Geht hinab, Mayneville, und bringt ihn mir ganz gebunden, ganz von Wachen eskortiert.« – »Ja, ja,« sagte Mayneville zerstreut; »doch eines beunruhigt mich.«

»Was?« – »Ich höre das verabredete Zeichen nicht.«

»Wozu das Zeichen, da man ihn hat?« – »Aber man hätte ihn, wie mir scheint, erst hier der Priorei gegenüber festnehmen sollen.«

»Sie werden früher eine bessere Gelegenheit gefunden haben.« – »Ich sehe unsern Offizier nicht.«

»Ich sehe ihn.« – »Wo?«

»Jene rote Feder.« – »Alle Teufel, Madame!«

»Was?« – »Jene rote Feder ist Herr von Epernon! Herr von Epernon, den Degen in der Hand!«

»Man hat ihm seinen Degen gelassen.« – »Beim Tod! er befiehlt.«

»Unseren Leuten. Es ist also Verrat?« – »Ei! Madame, es sind nicht unsere Leute.«

»Ihr seid verrückt, Mayneville.«

In diesem Augenblick schwang Loignac an der Spitze des ersten Zuges ein großes Schwert und rief: »Es lebe der König!«

»Es lebe der König!« wiederholten in voller Begeisterung mit ihrem gaskognischen Akzent die Fünfundvierzig.

Die Herzogin erbleichte und sank wie ohnmächtig auf das Fenstersims.

Düster und entschlossen nahm Mayneville das Schwert in die Hand; er wußte nicht, ob man das Haus stürmen würde. Der Zug rückte immer weiter, wie ein Lärm- und Lichtwirbel. Er hatte Bel-Esbat erreicht und war der Priorei nahegekommen.

Borromée machte drei Schritte vorwärts. Loignac trieb sein Pferd gerade gegen den Mönch an, der ihm unter seiner wollenen Robe den Kampf anzubieten schien. Doch als Mann von Kopf sah Borromée, daß alles verloren war, und faßte sogleich seinen Entschluß.

»Platz! Platz!« rief Loignac mit gewaltiger Stimme, »Platz dem König!«

Borromée, der seinen Degen unter der Robe gezogen hatte, steckte ihn auch unter der Robe wieder in die Scheide.

Von dem Geschrei und dem Geräusch der Waffen elektrisiert, von den Flammen der Fackeln geblendet, streckte Gorenflot seine mächtige Rechte aus und segnete den König mit dem Zeigefinger und dem Mittelfinger vom Balkon herab. Heinrich, der sich aus dem Schlage neigte, sah ihn und begrüßte ihn lächelnd.

Dieses Lächeln, ein authentischer Beweis für die Gunst, in der der würdige Prior der Jakobiner bei Hofe stand, begeisterte Gorenflot dergestalt, daß er ebenfalls: Es lebe der König! mit einer Lunge anstimmte, welche die Gewölbbogen einer Kathedrale zu heben imstande gewesen wäre. Borromée rief fast ebenso laut: »Es lebe der König!«, und dann brüllte das ganze Kloster: »Es lebe der König!« und schwang seine Waffen.

»Ich danke, meine ehrwürdigen Väter, ich danke!« rief Heinrichs III. scharfe Stimme.

Heinrich zog an dem Kloster, welches das Ziel seiner Fahrt sein sollte, wie ein Wirbel von Feuer, Lärm und Glorie vorüber und ließ Bel-Esbat in der Finsternis.

Von dem Balkon herab, durch den vergoldeten Wappenschild verborgen, hinter dem sie auf die Knie gesunken war, verschlang die Herzogin jedes Gesicht, auf das die Fackeln ihr flammendes Licht warfen.

»Ah!« machte sie einen Schrei, indem sie auf einen Reiter der Eskorte hinwies. »Seht! seht, Mayneville!« – »Der junge Mann, der Bote des Herrn Herzogs von Mayenne, im Dienste des Königs!«

»Wir sind verloren!« murmelte die Herzogin. – »Wir müssen fliehen, und zwar rasch, Madame,« sagte Mayneville; »heute Sieger, wird der Valois morgen seinen Sieg mißbrauchen.«

»Wir sind verraten worden!« rief die Herzogin. »Dieser junge Mann hat uns verraten! Er wußte alles!«

Der König war schon fern; er war mit seinem ganzen Gefolge unter der Porte Saint-Antoine verschwunden, die sich vor ihm geöffnet und hinter ihm geschlossen hatte.

Chicot segnet Ludwig XI. für die Erfindung der Post.

Chicot, zu dem wir zurückkehren, war nach der Erkennung des Herrn von Mayenne so schnell als möglich geflüchtet. Zwischen dem Herzog und ihm bestand nun wieder ein Kampf auf Leben und Tod.

»Auf! auf!« rief der brave Gaskogner, seinen Ritt in der Richtung nach Beaugency beschleunigend, »hier oder nie ist die Gelegenheit, durch Postpferde das vereinigte Geld von drei erhabenen Personen, die man Heinrich von Valois, Tom Modeste Gorenflot und Sebastian Chicot nennt, laufen zu lassen.«

Gewandt, nicht nur alle Gefühle, sondern auch alle Lebenslagen nachzuahmen, nahm Chicot sogleich die Miene eines vornehmen Herrn an. Nie war ein Fürst mit größerem Eifer bedient worden, als Chicot, nachdem er sein Pferd verkauft und eine Viertelstunde mit dem Postmeister gesprochen hatte.

Sobald er im Sattel saß, beschloß er, nicht eher anzuhalten, als bis er sich an sicherem Orte befände; er galoppierte daher so rasch, als es ihm die Pferde bei dreißigmaligem Wechsel gestatteten. Er selbst war wie aus Stahl gemacht und schien nach sechzig Meilen, die er in zwanzig Stunden zurückgelegt, nicht im geringsten ermüdet. Erst nachdem er in drei Tagen Bordeaux erreicht hatte, erlaubte er sich, ein wenig Atem zu schöpfen.

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