Percy Jackson 01 - Diebe Im Olymp
- Автор: Риордан Рик
- Серия: Percy Jackson #1
- Язык: немецкий
- Жанр: Прочая древняя литература
Электронная книга - «Percy Jackson 01 - Diebe Im Olymp». Краткое содержание книги:
Was ihn schließlich rettete, waren die Schuhe.
Die fliegenden Turnschuhe waren ihm immer ein wenig zu weit gewesen, und endlich schlitterte Grover gegen einen hohen Felsen und der linke Schuh flog ihm vom Fuß. Er jagte in die Dunkelheit hinab und verschwand im Abgrund. Der rechte Schuh zog Grover zwar weiter, aber nicht mehr so stark. Grover konnte sich an den Felsen klammern und ihn als Anker nutzen.
Er war wenig mehr als drei Meter vom Abgrund entfernt, als wir ihn packen konnten und den Hang wieder hochzogen. Der zweite geflügelte Schuh löste sich von selbst, umkreiste uns wütend und trat uns empört vor den Kopf, ehe er zu seinem Zwillingsbruder in den Abgrund flog.
Wir ließen uns erschöpft auf den Obsidiankies fallen. Meine Glieder kamen mir bleischwer vor. Sogar mein Rucksack schien schwerer geworden zu sein, als habe ihn irgendwer mit Steinen gefüllt.
Grover war ziemlich übel zerschrammt. Seine Hände bluteten. Seine Augen hatten jetzt ziegenhafte Strichpupillen, wie immer, wenn er schreckliche Angst hatte.
»Ich weiß nicht, wie …«, keuchte er. »Ich hab doch nicht …«
»Warte«, sagte ich. »Hört mal.«
Ich hörte etwas – ein tiefes Flüstern in der Finsternis.
Nach einigen Sekunden sagte Annabeth: »Percy, das hier …«
»Pst!« Ich sprang auf.
Das Geräusch wurde jetzt lauter, eine murmelnde, böse Stimme, die von tief, tief unter uns kam. Aus dem Abgrund.
Grover setzte sich auf. »W-was ist das für ein Geräusch?«
Annabeth hörte es jetzt auch. Das konnte ich ihren Augen ansehen. »Tartarus. Der Eingang zum Tartarus.«
Ich drehte die Kappe von Anaklysmos.
Das Bronzeschwert dehnte sich aus, es schimmerte in der Dunkelheit und die böse Stimme schien zu zögern, nur für einen Moment, dann nahm sie ihren Singsang wieder auf.
Ich konnte die einzelnen Wörter jetzt fast verstehen, es waren alte, uralte Wörter, älter noch als Griechisch. Als ob …
»Zauber«, sagte ich.
»Wir müssen weg hier«, sagte Annabeth.
Mit vereinten Kräften zogen wir Grover auf die Hufe und stiegen den Tunnel wieder hoch. Meine Beine wollten sich nicht schnell genug bewegen. Mein Rucksack behinderte mich. Die Stimme hinter uns wurde lauter und zorniger und wir rannten los.
Keinen Moment zu früh.
Ein kalter Windstoß riss an uns, die ganze Grube schien Atem zu holen. Für einen entsetzlichen Moment verlor ich den festen Boden unter den Füßen, meine Schuhe rutschten im Kies ab. Wenn wir auch nur ein wenig näher am Rand gewesen wären, wären wir in den Abgrund gesaugt worden.
Wir mühten uns weiter vorwärts und am Ende erreichten wir den Ausgang des Tunnels, wo der Gang sich zum Asphodeliengrund erweiterte. Der Wind legte sich. Wütendes Geheul erhob sich aus der Tiefe des Tunnels. Irgendetwas war kein bisschen entzückt darüber, dass wir entkommen waren.
»Was kann das nur gewesen sein?«, keuchte Grover, als wir uns in der relativen Sicherheit eines Pappelwäldchens auf den Boden geworfen hatten. »Ein Schmusetier von Hades?«
Annabeth und ich wechselten einen Blick. Ich sah ihr an, dass sie eine Ahnung hatte, vermutlich die, die ihr schon auf der Taxifahrt nach L. A. gekommen war, aber sie hatte zu große Angst, darüber zu sprechen. Und das allein hätte mich fast in Panik versetzt.
Ich drehte die Kappe auf mein Schwert und schob den Kugelschreiber wieder in die Tasche. »Weiter jetzt.« Ich sah Grover an. »Kannst du gehen?«
Er schluckte. »Ja, sicher. Und diese Schuhe konnte ich eigentlich noch nie leiden.«
Er versuchte sich mutig anzuhören, aber er zitterte ebenso sehr wie Annabeth und ich. Was immer da unten in der Grube gesessen hatte, ein Schmusetier war das nicht. Es war unaussprechlich alt und mächtig. Nicht einmal Echidna hatte mir dieses Gefühl gegeben. Ich war fast erleichtert, als ich dem Tunnel den Rücken zukehren und zum Palast des Hades weiterwandern konnte.
Fast.
Die Furien kreisten über der Brüstung, hoch oben im Zwielicht. Die äußeren Festungswände glitzerten schwarz und die sechs Meter hohen Bronzetore standen weit offen.
Aus der Nähe sah ich, dass in die Tore Todesszenen eingraviert waren. Einige stammten aus moderner Zeit – eine Atombombe explodierte über einer Stadt, in einem Schützengraben kauerten Soldaten mit Gasmasken, eine lange Schlange von Opfern einer Hungersnot in Afrika wartete mit leeren Schalen –, aber alle sahen aus, als seien sie schon vor Jahrtausenden in Bronze geritzt worden. Ich hätte gern gewusst, ob ich hier Weissagungen sah, die sich bewahrheitet hatten.
Auf dem Innenhof gab es den seltsamsten Garten, den ich je gesehen hatte: Pilze in vielen Farben, giftige Sträucher und seltsame, leuchtende Pflanzen, die alle ohne Sonnenlicht heranwuchsen. Statt Blumen gab es hier kostbare Juwelen, Rubinhaufen, groß wie meine Faust, Klumpen von Rohdiamanten. Überall verteilt, wie erstarrte Festgäste, standen die Statuen der Medusa, versteinerte Kinder, Satyrn und Zentauren, alle mit groteskem Lächeln.
Mitten im Garten sahen wir eine Gruppe von Granatapfelbäumen, ihre orangefarbenen Blüten wirkten in der Dunkelheit neongrell. »Der Garten der Persephone«, sagte Annabeth. »Geht weiter.«
Ich begriff, warum sie nicht stehen bleiben wollte. Der würzige Duft der Granatäpfel war einfach überwältigend. Mich überkam das plötzliche Verlangen, sie zu essen, aber dann fiel mir Persephones Geschichte ein. Ein Bissen unterirdische Kost und wir würden hier niemals wieder wegkommen. Ich zog Grover mit mir, damit er sich keine dicke, saftige Frucht pflücken konnte.
Wir stiegen die Treppe zum Palast hoch, gesäumt von schwarzen Säulen, und traten durch einen schwarzen Marmortorbogen in das Haus des Hades. Die Eingangshalle hatte einen polierten Bronzeboden, der im Licht der Fackeln zu brodeln schien. Es gab keine Decke, nur hoch über uns das Dach der Höhle. Ich nahm an, dass sie sich hier unten wegen Regen keine Sorgen zu machen brauchten.
Auf jeder Seite des Torbogens standen Skelette in Militäruniform. Einige trugen griechische Rüstungen, andere britische Rotröcke, wieder andere Tarnanzüge und zerfetzte US-Flaggen auf den Schultern. Sie hielten Speere, Musketen und Maschinengewehre in der Hand. Keiner machte sich die Mühe, uns aufzuhalten, aber ihre leeren Augenhöhlen folgten uns, als wir durch die Halle gingen, auf die riesigen Türen auf der anderen Seite zu.
Zwei Skelette von den U. S. Marines, bewaffnet mit Granatwerfern mit Raketenantrieb, bewachten die Türen. Sie grinsten auf uns herab.
»Wisst ihr was?«, murmelte Grover. »Ich wette, Hades hat nie Ärger mit Staubsaugervertretern.«
Mein Rucksack schien jetzt eine Tonne zu wiegen. Ich begriff einfach nicht, wieso. Ich hätte ihn gern aufgemacht, um nachzusehen, ob ich irgendwie eine verirrte Bowlingkugel aufgelesen hatte, aber dafür war jetzt nicht der richtige Moment.
»Na los, Leute«, sagte ich. »Wir sollten vielleicht … anklopfen?«
Ein heißer Wind fegte durch den Gang und die Türen öffneten sich. Die Wächter traten beiseite.
»Ich nehme an, das bedeutet, immer hereinspaziert«, sagte Annabeth.
Der Saal hinter der Tür sah aus wie in meinem Traum, nur war Hades’ Thron diesmal besetzt.
Er war der dritte Gott, dem ich begegnete, aber der erste, der mir wirklich göttlich vorkam.
Er war mindestens drei Meter groß und trug schwarze Seidengewänder und eine Krone aus geflochtenem Gold. Seine Haut war albinohaft weiß, sein Haar schulterlang und rabenschwarz. Er war kein Muskelprotz wie Ares, strahlte aber Macht aus. Er saß auf seinem Thron aus Menschenknochen und sah geschmeidig, elegant und gefährlich aus, wie ein Panther.
Ich hatte sofort das Gefühl, dass er hier die Befehle erteilen müsste. Er wusste mehr als ich. Er müsste mein Herr sein. Dann riss ich mich zusammen.
Hades’ Aura schlug mich in den Bann wie schon die von Ares. Der Herr des Todes hatte Ähnlichkeit mit Bildern, die ich von Adolf Hitler oder Napoleon gesehen hatte oder von Terroristenführern, die Selbstmordbomber losschickten. Hades hatte den gleichen intensiven Blick, die gleiche Art von hypnotischem, bösem Charisma.