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Neues vom Hexer von Salem

Электронная книга - «Neues vom Hexer von Salem». Краткое содержание книги:

Er ist der Sohn eines mächtigen Magiers. Doch nicht nur die Hexerkräfte seines Vaters sind auf Robert Craven übergegangen. Auch der furchtbare Fluch der Großen Alten. Craven ist dem Tode geweiht. Es gibt nur einen Weg, den finsteren Göttern zu entkommen - die Magie eines uralten, sagenumwobenen Buches, in dem der Wahnsinn haust. Zusammen mit seinem Freund H. P. Lovecaft macht er sich auf die Suche nach dem Necronomicon. Doch alles scheint verloren, als die Großen Alten Macht über den Geist seines Vaters erlangen.
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Die beiden Drachenkrieger zogen schweigend ihre Waffen und postierten sich rechts und links des improvisierten Lagers, auf dem das Mädchen lag.

Necron betrachtete die Bewußtlose noch einen Moment, mit einer sonderbaren Mischung aus Unglauben und Verwirrung, dann wandte er sich um und blickte nachdenklich von Howard zu van der Groot und wieder zurück. Vier seiner Krieger hatten Howard und den Holländer herbeigeschleift und hielten sie mit stählernem Griff zwischen sich.

»Ich habe über Ihren Vorschlag nachgedacht, Lovecraft«, sagte Necron leise.

Howard sah auf. Es waren Stunden vergangen, seit er das letzte Mal mit Necron gesprochen hatte; Stunden, in denen die Sonne draußen untergegangen und seine Hoffnung nahezu auf den Nullpunkt gesunken war.

»Sind Sie einverstanden?« fragte er.

Necron antwortete nicht. Statt dessen gab er einem der beiden Krieger, die Howard gepackt hielten, einen knappen Wink. Der Mann hob die Hand und schlug sie seinem Gefangenen in den Nacken. Howard sank mit einem unterdrückten Schmerzenslaut auf die Knie, biß die Zähne zusammen und schrie erneut auf, als ihn der Krieger wieder auf die Beine riß.

Necron lachte leise. »Das nur als Warnung, Lovecraft. Sie haben nur zu reden, wenn ich es Ihnen ausdrücklich gestatte. Wie gesagt - ich habe über Ihren Vorschlag nachgedacht. Man könnte das, was Sie mir angetragen haben, eine Erpressung nennen, oder?«

»Ich schlage Ihnen ein Geschäft vor«, erwiderte Howard. »Ihr Leben gegen unseres und das des Jungen.«

»Ein Leben gegen vier?«

»Das eigene Leben ist immer ein bißchen mehr wert, oder?«

Wieder hob der Drachenkrieger die Faust, aber diesmal winkte ihn Necron im letzten Moment zurück. Er lachte sogar. Wenn auch auf eine Art, die Howard einen Schauer über den Rücken laufen ließ.

»Sie amüsieren mich, Lovecraft«, sagte er. »Entweder sind Sie wirklich sehr mutig, oder ein Narr. Aber zur Sache.« Er trat ein Stück zur Seite, so daß Howard direkt auf die bewußtlose Priscylla hinabsehen konnte, und fuhr fort: »Wie gesagt, ich habe über Ihren Vorschlag nachgedacht.«

»Sie haben gar keine andere Wahl, als anzunehmen«, sagte Howard leise. »Das wissen Sie. Sie sitzen mit Ihren Männern in der Falle. Früher oder später wird Cthulhu hier auftauchen, oder eine seiner Kreaturen. Dann ist es um Sie geschehen.«

»Das mag sein«, bekannte Necron ungerührt. »Trotzdem werde ich nicht auf den Handel eingehen, den Sie mir vorschlagen. Ich habe eine bessere Idee.« Er lächelte dünn. »Ich werde Sie zwingen, mir zu sagen, wo dieses Tor ist - falls es überhaupt existiert.«

»Und wie?« fragte Howard. »Ich habe keine Angst vor dem Tod, Necron. Und ihre magischen Kunststückchen funktionieren nicht bei mir.«

»Wer spricht von Magie?« entgegnete Necron lächelnd. »Sehen Sie, Lovecraft, Sie sind ein Europäer, und ihr Abendländer seid uns auf gewissen Gebieten schon immer unterlegen gewesen. Zum Beispiel im Ertragen von Schmerzen. Oder im Zufügen.«

Howard schluckte. »Sie wollen mich ... foltern?«

»Der Gedanke ist mir gekommen«, sagte Necron. »Aber nur für einen kurzen Moment. Ich bin sicher, daß Sie Schmerzen nicht lange aushalten würden, aber ich bin fast ebenso sicher, daß Sie einen Weg fänden, sich selbst zu töten, ehe Sie reden würden. Wie Sie sehen, begehe ich nicht den Fehler, Sie zu unterschätzen. Aber ich habe noch zwei weitere Gefangene, nicht?« Er wies auf van der Groot, der erschrocken zusammenzuckte.

»Meine Männer sind Spezialisten im Zufügen von Schmerzen«, fuhr Necron fort. »Und darin, das Opfer dabei möglichst lange am Leben zu erhalten. Ich könnte es Ihnen an diesem Narren demonstrieren, Lovecraft. Es wäre kein großer Verlust.«

»Warum tun Sie es nicht?« fragte Howard kalt. »Wir sind nicht gerade Freunde. Glauben Sie, ich würde Robert verraten, um einen Mann zu retten, der mich umbringen wollte?«

»Sie bluffen«, behauptete Necron. »Ich kenne Sie besser. Sie würden reden. Ich bin überzeugt, daß Sie nicht zusehen würden, wie ein anderer an ihrer Stelle leidet. Aber - wie gesagt, das ist nur meine Meinung. Ich kann mich täuschen. Deshalb bin ich auf eine bessere Lösung verfallen.«

Er starrte Howard durchdringend an, drehte sich plötzlich herum und trat mit einem schnellen Schritt hinter Priscyllas Lager. Seine Hand krallte sich in ihr Haar und riß ihren Kopf in die Höhe. Sie erwachte nicht, aber über ihre Lippen kam ein halblautes Stöhnen.

»Ich gebe Ihnen mein Wort, daß meine Männer dieses Mädchen vor Ihren Augen zu Tode foltern werden, Lovecraft«, sagte er leise. »Sagen Sie mir, wo sich das Tor befindet!«

»Du Teufel!« keuchte Howard. »Du verdammte Bestie! Ich -«

Ein Faustschlag traf ihn zwischen die Schulterblätter und ließ ihn erneut auf die Knie brechen.

»Wenn Sie sie ... auch nur anrühren, Necron«, würgte er hervor, »töte ich mich selbst. Dann haben Sie nur noch eine Leiche, und niemanden mehr, der Ihnen den Weg zurück zeigen könnte.«

»Das würde nichts nutzen«, sagte Necron kalt. »Ich würde sie trotzdem töten lassen, Lovecraft. Wenn ich meinen Männern den Befehl dazu gebe, würden sie weitermachen, gleich, ob Sie tot sind oder nicht. Ihr Opfer wäre sinnlos. Glauben Sie mir - ich meine, was ich sage.«

Howard stemmte sich mühsam auf Hände und Knie. Sein Blick war getrübt. »Sie sind ... ja kein Mensch mehr«, keuchte er. »Warum begreifen Sie nicht, daß wir auf der gleichen Seite stehen? Cthulhu ist auch Ihr Feind, Necron!«

»Nicht, wenn ich ihm etwas bringe, das noch wertvoller ist als das Leben Robert Cravens«, sagte Necron leise.

»Er wird Sie vernichten«, beharrte Howard. »Und Sie wissen es. Sie kennen die GROSSEN ALTEN besser als jeder andere Sterbliche. Er wird Sie benutzen und Sie dann vernichten, sobald sie Ihren Zweck erfüllt haben.«

»Vielleicht.« Necrons Blick glitzerte wie der eines Wahnsinnigen. »Aber wenn, so werde ich mich zu wehren wissen.« Er hob die Hand. Einer der schwarzgekleideten Mörder zog einen schmalen, gekrümmten Dolch unter dem Gewand hervor, kniete neben dem Mädchen nieder und setzte seine Spitze auf ihrem linken Augenlid an.

»Nein!« keuchte Howard.

Necron starrte ihn an. »Sie werden reden?«

»Ich ... sage Ihnen alles«, sagte Howard niedergeschlagen. »Sie haben gewonnen, Necron. Lassen Sie das Mädchen in Frieden.«

Necron lächelte triumphierend und winkte den Drachenkrieger zurück. »Also?«

Howard richtete sich mühsam auf. »Es ist ... hier«, sagte er leise. »Hier im Haus. Dieser Keller hier gehört doch zu Roberts Haus, nicht?«

»Woher wissen Sie das?« schnappte Necron. Seine Augen waren schon wieder voller Mißtrauen.

Howard lachte leise. »Ich bin kein Narr, Necron. Ich war oft genug hier. Ein paar von den Kisten dort hinten habe ich selbst hier heruntergeschafft, zusammen mit Andara. Das Tor ist hier, direkt über Ihrem Kopf, sozusagen.«

»Hier?« murmelte Necron ungläubig. »Ein Tor? Ein magisches Tor der ALTEN hier im Haus?«

»Andara entdeckte es vor vielen Jahren«, bestätigte Howard. »Er, ich und ein paar befreundete Männer versuchten, es für unsere Zwecke umzupolen und hierher zu schaffen. Es gelang.« Er lachte leise. »Es ist noch immer da, und es arbeitet noch. Lassen Sie uns gehen, und ich zeige Ihnen -«

»Das wird nicht mehr nötig sein«, unterbrach ihn Necron.

»Was soll das heißen?«

»Nichts.« Necron lächelte. »Ich weiß, was ich wissen wollte, Lovecraft. Ich und meine Männer werden gehen - sobald wir das NECRONOMICON haben.«

»Sie brechen Ihr Wort?«

»Ich habe Ihnen kein Wort gegeben, das ich brechen könnte«, sagte Necron kalt. »Ich bin gekommen, um mein Eigentum zurückzuholen - und ich werde es bekommen. In einem anderen Punkt allerdings«, fügte er nach einer merklichen Pause hinzu, »gebe ich Ihnen recht, Lovecraft. Es wäre ein Fehler, Craven und Sie zu beseitigen. Wenn dieses ... ›Hexer-Söhnchen‹ mir das Buch übergibt, dann schenke ich Ihnen Ihr jämmerliches Leben. Wer weiß - vielleicht sind Sie ja noch einmal ganz nützlich.«

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