Schamane
- Автор: Робинсон Ким Стэнли
- Год: 2014
- Язык: немецкий
- Год: Wilhelm Heyne
- ISBN: 978-3-453-26948-4
- Переводчик: Jakob Schmidt
- Жанр: Историческая проза
Электронная книга - «Schamane». Краткое содержание книги:
Ein atemberaubendes Panorama des eiszeitlichen Europas und eine faszinierende Nacherzählung der Menschwerdung — mit Schamane hat Kim Stanley Robinson einen historischen Roman geschrieben, den es so noch nie gab.
Er begleitete sie zu ihrem Lager und leistete ihnen abends am Feuer Gesellschaft. Sie schnitten den Hirsch klein, und die Frauen steckten einige Kräuter ins Bruststück, marinierten die Rippen und Läufe und bestrichen sie mit gewürztem Fett. An jenem Abend aßen sie alle gut.
Während sie dasaßen und dem Feuer beim Herunterbrennen zusahen, verteilte Pippalott ein paar Geschenke aus seinem Sack, Muscheln und Schnitzereien aus Geweih, Stoßzahn und dunklem Holz. Die Rudelangehörigen, die Handarbeiten zum Tauschen beim Acht-Acht hatten, gaben ihm einige ihrer kleineren Stücke, damit er sie an andere Rudel weitergeben konnte. Dadurch erfuhren die Leute, wonach sie auf den Festen Ausschau halten konnten. Also gaben sie ihm Sachen, die in sein Bündel passten, zum Beispiel Körbe, Löffel, wasserdichte Beutel, Pelzfutter oder Hüte.
Eistaucher gab ihm ein Stück Geweih, das er so beschnitzt hatte, dass auf dem Körper eines Menschen der Kopf eines Löwen saß, so ähnlich wie die Schnitzerei aus dem Stück Holz mit dem Astloch, das er auf seiner Wanderschaft gefunden hatte. Pippalott lachte laut, als er sie begutachtete, schüttelte Eistaucher die Hand und sagte: — Das behalte ich selbst, das sage ich dir, aber ich zeige es allen und sage ihnen, dass du es gemacht hast.
— Danke, sagte Eistaucher.
Weil sich mehrere Mädchen um Pippalott drängten, kamen bald auch zahlreiche Frauen dazu, die einen, um auf die Mädchen aufzupassen, die anderen einfach, weil sie sich mit vergnügen wollten, denn der Reisende war ein gut aussehender Mann und wusste viel Neues zu berichten. Selbst Heide benahm sich in seiner Gegenwart ganz locker, was ein gutes Zeichen war, weil sie Männer wie ihn normalerweise nur abfällig musterte und brummte: — Ein Gesicht ist ein Gesicht, für was einer leistet, zählt es nicht.
Doch Pippalott schien bei sich zu Hause eine Menge zu leisten. Und außerdem war er gut darin, freundlich zu sein, ohne sich dabei an die Frauen ranzumachen. Er war einnehmend, wahrte aber einen gewissen Abstand, und er achtete darauf, auch mit den Männern zu sprechen, mit denen er zusammen gejagt hatte. Wenn eine peinliche Situation entstand, dann holte er seine Flöte aus dem Bündel und spielte ihnen die gleichen Melodien wie bei jedem seiner Besuche vor, Melodien, die sie nur von ihm hörten. Sein Flötenspiel war anrührend, ganz anders als das von Dorn. Mit seiner hohen, nasalen Stimme sang er ihre Lieder mit, mit einem schnarrenden, durchdringenden Klang, aber ohne einen falschen Ton. Er war wirklich musikalisch. Ein Geist erhob ihn in die Lüfte, wenn er sang oder spielte, genau wie man es morgens bei manchen Vögeln beobachten konnte. Bei diesen Gelegenheiten stand er immer auf.
An diesem Abend erklärte er sich bereit, ihnen eine Geschichte zu erzählen, und sie ließen sich erfreut im Kreis nieder. Er stellte sich vor das Feuer und sah sie beim Sprechen an.