Die drei Musketiere
- Автор: Дюма Александр
- Язык: немецкий
- Переводчик: Zoller
- Жанр: Исторические приключения
Электронная книга - «Die drei Musketiere». Краткое содержание книги:
Mylady jedoch ist Athos’ Ex-Frau, die sich zu einem intrigenreichen Kampf gegen die Musketiere rüstet: Sie soll im Auftrag Richelieus die Königin Anna von Österreich und spanische Gemahlin Ludwigs XIII. bloßstellen. Ihr wird ein Liebesverhältnis mit dem Herzog von Buckingham nachgesagt. Dieser soll auf Geheiß des eifersüchtigen Richelieu durch Mylady de Winter ermordet werden, weil er sich zuvor mit den Protestanten von La Rochelle, wo die Musketiere zu Helden aufgestiegen waren, verbündet hatte. Richelieu fädelt daraufhin weitere Intrigen ein …
D'Artagnan gab Zug für Zug das Signalement des Grafen von Wardes.
«Hat er einen Begleiter?«fragte der Gouverneur.
«Ja, einen Bedienten, Namens Lubin.«
«Man wird auf sie Acht haben, und wenn man ihrer habhaft wird, mag Seine Eminenz ruhig sein, sie sollen unter sicherem Geleite nach Paris zurückgeführt werden.«
«Wenn Ihr dies thut, mein Herr Gouverneur, «sprach d'Artagnan,»werdet Ihr Euch ein großes Verdienst um den Kardinal erwerben.«
«Ihr seht ihn wohl bei Eurer Rückkehr, mein Herr Graf?«
«Das versteht sich.«
«Sagt ihm gefälligst, ich sei sein getreuer Diener.«
«Ich werde nicht ermangeln.«
Erfreut über diese Versicherung, visirte der Gouverneur den Paß und stellte ihn d'Artagnan zu.
D'Artagnan verlor keine Zeit mit unnützen Komplimenten, verbeugte sich vor dem Gouverneur, dankte ihm und ging weg.
Sobald er mit Planchet aus dem Hause war, setzten sie sich in raschen Lauf, machten einen langen Umweg, um das Gehölze zu vermeiden, und gelangten durch ein anderes Thor nach der Stadt zurück.
Das Schiff war immer noch zur Abfahrt bereit. Der Patron wartete am Hafen.
«Nun, wie steht's?«sagte er, sobald er d'Artagnan gewahr wurde. — »Hier ist der visirte Paß, «erwiederte dieser. — »Und der andere Herr?«—»Er wird heute nicht mehr abreisen, «sprach d'Artagnan,»aber seid ruhig, ich bezahle die Ueberfahrt für uns Beide.«—»In diesem Fall, zu Schiffe, «sagte der Patron. — »Zu Schiffe, «wiederholte d'Artagnan.
Und er sprang mit Planchet in den Nachen; fünf Minuten nachher waren sie an Bord.
Es war höchste Zeit; sie befanden sich kaum eine halbe Meile in See, als d'Artagnan eine Flamme bemerkte und einen Knall hörte.
Es war der Kanonenschuß, der das Schließen des Hafens ankündigte.
Nun mußte man sich endlich mit d'Artagnans Wunde beschäftigen. Zum Glück war sie, wie er selbst gedacht hatte, nicht gefährlich. Die Degenspitze hatte eine Rippe getroffen und war von dem Beine abgeglitten; überdieß hatte sich das Hemd an die Wunde festgeklebt und so waren nur einige Tropfen Blutes hervorgedrungen.
D'Artagnan war im höchsten Grad ermattet. Man breitete ihm eine Matratze auf dem Verdeck aus, er warf sich darauf und entschlummerte.
Am andern Morgen bei Tagesanbruch befand er sich noch drei bis vier Meilen von der Küste Frankreichs entfernt; der Wind war in der ganzen Nacht sehr schwach gewesen und man hatte eine kleine Strecke zurückgelegt.
Um zwei Uhr ging das Schiff in dem Hafen von Dover vor Anker.
Um halb drei Uhr setzte d'Artagnan den Fuß auf den Boden Englands und rief:»Endlich bin ich hier!«
Aber damit war es noch nicht genug. Man mußte London erreichen. In England war die Post ziemlich gut bedient. D'Artagnan und Planchet nahmen jeder einen Klepper. Ein Postillon ritt voraus, in vier Stunden langten sie vor den Thoren der Hauptstadt an.
Der Herzog befand sich mit dem König auf der Jagd.
D'Artagnan kannte London nicht. D'Artagnan verstand kein Wort Englisch; aber er schrieb den Namen Buckingham auf ein Papier und Jedermann zeigte ihm das Hotel des Herzogs.
D'Artagnan fragte nach dem ersten Kammerdiener Buckinghams, der ihn auf allen seinen Reisen begleitet hatte und vollkommen Französisch sprach. Er sagte ihm, er komme von Paris in einer Angelegenheit, bei der es sich um Leben und Tod handle, und müsse seinen Herrn sogleich sprechen.
Die Sicherheit, mit der d'Artagnan sein Verlangen ausdrückte, überzeugte Patrice, so hieß dieser Minister des Ministers. Er ließ zwei Pferde satteln und übernahm es, den jungen Gardisten zu begleiten. Planchet hatte man steif wie ein Rohr von seinem Rosse herabgehoben. Die Kräfte des armen Burschen waren völlig erschöpft. D'Artagnan schien von Eisen.
Man kam in dem Schlosse an und zog hier Erkundigung ein; der König und Buckingham waren auf der Beize in einem zwei bis drei Meilen von da entfernten Moore.
In zwanzig Minuten befand man sich an der bezeichneten Stelle. Bald hörte Patrice die Stimme seines Herrn, der seinen Falken zurückrief.
«Wen soll ich Mylord-Herzog ankündigen?«fragte Patrice.
«Den jungen Mann, der eines Abends auf dem Pont Neuf bei der Samaritaine Händel mit ihm gesucht hat.«
«Eine sonderbare Empfehlung!«
«Ihr werdet sehen, daß sie so viel werth ist, als irgend eine andere.«
Patrice setzte sein Pferd in Galopp, erreichte den Herzog und meldete ihm in den so eben erwähnten Worten einen Boten an, der seiner harrte.
Buckingham erkannte d'Artagnan sogleich, und da er vermuthete, daß in Frankreich etwas vorging, wovon man ihn in Kenntniß setzen wollte, so nahm er sich nicht die Zeit, zu fragen, wo der Bote sei, sondern galoppirte, als er von Ferne die Uniform der Garden erkannt hatte, gerade auf d'Artagnan zu. Patrice hielt sich aus Discretion entfernt.
«Es ist der Königin doch kein Unglück widerfahren?«rief Buckingham, alle seine Gedanken, seine ganze Liebe in diese Frage legend.
«Ich glaube nicht, aber ich bin der Ueberzeugung, daß sie eine große Gefahr läuft, der Eure Herrlichkeit allein sie entziehen kann.«
«Ich?«rief Buckingham.»Sollte ich so glücklich sein, ihr in irgendwie nützen zu können? Sprecht? sprecht!«
«Nehmt diesen Brief, «sagte d'Artagnan
«Diesen Brief? von wem kommt er?«
«Von Ihrer Majestät, wie ich glaube.«
«Von Ihrer Majestät, «sprach Buckingham und erbleichte dergestalt, daß d'Artagnan meinte, er würde in Ohnmacht fallen.
Er erbrach das Siegel.
«Woher dieser Riß?«sagte er und zeigte d'Artagnan eine Stelle, wo er durchbohrt war.
«Ah, ab!«rief d'Artagnan,»ich hatte das nicht gesehen. Der Degen des Grafen von Wardes wird dieses schöne Loch gemacht haben, als er ihn mir in die Brust stieß.«
«Ihr seid verwundet?«fragte Buckingham.
«O! nichts, «erwiederte d'Artagnan;»eine Schramme.«
«Gerechter Himmel! was habe ich gelesen?«rief der Herzog.»Patrice, bleibe hier, oder vielmehr suche den König auf, wo er auch sein mag, und sage Seiner Majestät, daß ich mich zu entschuldigen bitte; aber eine Angelegenheit von höchstem Belang rufe mich nach London zurück. Kommt, Herr, kommt!«
Und Beide schlugen im Galopp den Weg nach der Hauptstadt ein.
XXI.Die Gräfin von Winter
Den ganzen Weg entlang ließ sich der Herzog über Alles von d'Artagnan Bericht erstatten, nicht über Alles, was vorgefallen war, sondern über das, was d'Artagnan davon wußte. Indem er die Mittheilungen des jungen Mannes mit seinen Erinnerungen zusammenhielt, konnte er sich einen genauen Begriff von der Lage machen, von deren Mißlichkeit ihm der Brief der Königin, so kurz er auch war, einen Maßstab gab. Er wunderte sich besonders darüber, daß es dem Kardinal, dem so viel daran liegen mußte, daß der junge Mann England nicht erreichen konnte, nicht gelungen war, ihn auf dem Wege aufgreifen zu lassen. Als er sein Erstaunen hierüber kund gab, erzählte ihm d'Artagnan von den Vorsichtsmaßregeln, die er genommen, und wie er durch die aufopfernde Ergebenheit seiner drei Freunde, die er blutend und zerstreut auf der Straße zurückgelassen, mit einem Degenstiche sich durchgeschlagen, der durch das Billet der Königin gedrungen war, und den er dem Grafen von Wardes mit so furchtbarer Münze zurückbezahlt hatte. Während der Herzog auf diese Erzählung hörte, die mit der größten Einfachheit vorgetragen wurde, schaute er d'Artagnan mit erstaunter Miene an, als könnte er nicht begreifen, wie er so viel Muth, so viel Klugheit, so viel Ergebenheit mit einem Gesichte zusammenreimen sollte, das kaum zwanzig Jahre andeutete.