Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Verneig dich vor dem Tod - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Verneig dich vor dem Tod

Электронная книга - «Verneig dich vor dem Tod». Краткое содержание книги:

Peter Tremayne ist das Pseudonym eines anerkannten Historikers, der sich auf die versunkene Kultur der Kelten spezialisiert hat. In seinen im 7. Jahrhundert spielenden historischen Romanen löst Schwester Fidelma, eine irische Nonne von königlichem Geblüt und gleichzeitig Anwältin bei Gericht, auf kluge und selbstbewußte Art die schwierigsten Fälle. Wegen des großen internationalen Erfolgs seiner Serie um Schwester Fidelma wurde Peter Tremayne 2002 zum Ehrenmitglied der Irish Literary Society auf Lebenszeit ernannt.
Schwester Fidelma und Bruder Eadulf sind seit kurzem verheiratet. Allerdings gibt es nach altirischem Brauch dafür ein Probejahr. Beide wurden von einem Freund Eadulfs in die Aldreds Abtei eingeladen. Als sie dort eintreffen, finden sie den Freund ermordet. In der Abtei gehen seltsame Dinge vor: Die Totenmesse für Eadulfs Freund wird durch einen weiteren Zwischenfall gestört, im nahen Moor spukt der Geist einer toten Frau. Dieser Geist soll sogar der fieberkranken Fidelma erschienen sein. Einer der Klosterbrüder hat es mit eigenen Augen gesehen. Im Kloster wird es zunehmend gefährlich, zudem der Abt Fidelma nun auch noch der Hexerei anklagt.
Aus dem Englischen von Friedrich Baadke.
Die Originalausgabe unter dem Titel »The Haunted Abbot« erschien 2002 bei Headline Book Publishing, London.
1 ... 54 55 56 57 58 59 60 61 62 ... 81
Перейти на страницу:

Eadulf zog ein mißbilligendes Gesicht.

»Du zitierst doch gern Publilius Syrus«, warf er ihr vor. »Hast du ihn nicht einmal, und zwar positiv, zitiert, daß es falsch sei, sich mit Geschwätz abzugeben?«

Fidelma lächelte. »Du hast zwar Publilius Syrus nicht genau wörtlich zitiert, Eadulf, aber dem Sinn nach wahrscheinlich richtig. Was ich aber meinte, war, daß man dem Geschwätz Einstellungen entnehmen kann, nicht Tatsachen. In diesem Fall liegt die Bedeutung des Geschwätzes im Kontext.«

»Und bist du schon zu irgendwelchen Folgerungen gelangt?« fragte Eadulf. Er konnte den ironischen Unterton nicht ganz verbergen.

Fidelmas Miene wurde ernst.

»Ich gestehe dir gern, Eadulf, daß nichts, was ich bisher erfahren habe, mir Lösungen zu erkennen gibt. Die Sache ist äußerst knifflig. Mit Sicherheit wissen wir nur von einem Verbrechen, dem Tod deines Freundes Botulf. Wir haben von einem möglichen anderen Verbrechen, begangen an der Ehefrau des Abts, gehört, aber war es wirklich ein Verbrechen? Das wissen wir nicht, denn Beschuldigungen sind keine Beweise, wie du in Tunstall klarzustellen versucht hast. Wie sollen wir weiter vorgehen? Es gibt keine Zeugen für diese Geschehnisse, nur Gerüchte und Geschwätz.«

»Es ist noch ein anderer Punkt zu berücksichtigen.«

Fidelma sah ihn an, überrascht von seinem traurigen Tonfall. »Welcher ist das?«

»Wenn wir auch durch ein Wunder dahinterkommen, was in Wahrheit geschieht, auf welchem Wege können wir es offenlegen und die Beteiligten zu einer schiedlichen Einigung zwingen? Du besitzt in diesem Land keine juristische Vollmacht. In Dyfed hat dir der walisische König eine solche Vollmacht erteilt. Aber hier bei den Angeln und Sachsen hast du keine. Du bist ohne jede Machtbefugnis.«

»Das stimmt«, pflichtete sie ihm ernst bei. »Doch dies ist dein Land, Eadulf. Es ist dein Volk. Du bist hier ein gerefa

Eadulf schüttelte den Kopf.

»Ich war hier ein gerefa und habe die Gesetze der Wuffingas angewendet. Sobald ich Mönch wurde, erlosch meine Vollmacht als gerefa.«

Fidelma kniff leicht die Augen zusammen.

»Willst du damit sagen, daß ein Mönch in diesem Land nicht zugleich Anwalt sein kann?«

Eadulf nickte.

»Es ist reine Ironie, wenn Mul mich mit gerefa anredet. Das tut er, weil er als Nicht-Christ sich weigert, mich Bruder zu nennen. Falls du es bemerkt hast, er sagt zu dir auch nicht Schwester. Ich habe viele Mönche und Nonnen getroffen, die wegen meiner juristischen Kenntnisse meinen Rat suchten, aber in Wirklichkeit besitze ich in diesem Königreich keine Vollmacht mehr, und die Leute wissen das auch.«

Fidelma überlegte einen Moment. Irgendwoher mußte sie das gewußt haben. Man hatte es ihr wohl erklärt, als sie Eadulf auf der großen Synode von Whitby zum erstenmal begegnete. In der letzten Zeit hatte sie ihrem Volk gegenüber seinen juristischen Rang betont, da er ihm die moralische Berechtigung gab, ihr bei ihren eigenen Nachforschungen zu helfen.

»Nun, dann müssen wir einen anderen Weg finden, Einfluß auf die Dinge zu nehmen«, meinte sie. »Ich glaube, Gadra und Garb werden darauf eingehen, wenn ich ihnen beweisen kann, daß sie das rituelle Fasten nicht zu beginnen brauchen.«

»Aber in der Zwischenzeit«, seufzte Eadulf, »müssen wir zusehen, daß wir nicht in Abt Cilds Fänge geraten. Ich frage mich, wie er es sich leisten kann, drei Goldstücke für unsere Gefangennahme auszusetzen? Das ist eine hohe Summe, und sie wird zweifellos viele Leute in Versuchung führen.«

Daran zweifelte Fidelma nicht.

»Noch wichtiger ist die Frage, warum ihm soviel daran gelegen ist, uns gefangenzunehmen und zum Schweigen zu bringen?« überlegte sie. »Er muß doch ebensogut wie wir wissen, daß wir ihm nichts nachweisen können ...«

»Es sei denn, wir übersehen das Nächstliegende«, brummte Eadulf.

Fidelma betrachtete ihn nachdenklich. Sie bemerkte die zusammengezogenen Brauen, die verkniffenen Lippen, als bemühe er sich, einen vergessenen Hinweis zurückzurufen, den er erhalten hatte, als sie noch im Fieber lag.

»Du weißt, daß das Kruzifix, das Mul fand, nicht zu solchen gehört, wie sie Mönche normalerweise tragen?« fragte sie nach einer Weile.

Eadulf nickte.

»Es wurde für eine reiche Persönlichkeit hergestellt, sicherlich für eine Frau«, antwortete er. »Es scheint logisch, daß es Gelgeis gehörte.«

»Logisch wohl, aber sicher ist es nicht, auch nicht der Grund, weshalb es auf Muls Hof gelangte.«

Wieder trat Schweigen ein, bis es Fidelma erneut brach: »Du hast doch mit Cild gesprochen. Sag, ist er wirklich geistig gestört? Und wenn, hast du die Ursache erkannt?«

Eadulf zuckte die Achseln. »Ich würde sagen, Cild ist gestört bis zum Irrsinn. Was zu diesem Wahn geführt hat? Das weiß ich nicht.«

»Der Tod seiner Frau und die seltsamen Erscheinungen in der Abtei?«

Zu ihrer Überraschung schüttelte Eadulf den Kopf.

»Ich glaube, es steckt mehr dahinter. Aldhere behauptet, sein Bruder sei von Kindheit an gestört und grausam gewesen und aus diesem Grunde enterbt worden. Vielleicht wurde er böse geboren.«

Fidelma verzog das Gesicht.

»Kinder werden nicht böse geboren, Eadulf. Gewöhnlich werden sie dazu gemacht.«

Sie waren bisher durch einen Wald geritten, der zumeist aus kahlen, dünnen Bäumen bestand, mit einigen Gruppen von immergrünen Bäumen dazwischen. Es war eine flache Gegend nahe der See, so nahe, daß sie das ferne Rauschen der anlaufenden und wieder abebbenden Wellen hören konnten. Jetzt mischte sich ein anderes Geräusch darein.

Fidelma zügelte ihr Pony und legte Eadulf die Hand auf den Arm. Er blickte aus seinem Nachgrübeln auf und hielt ebenfalls an.

Es war das Knallen einer Peitsche gewesen, das sie gewarnt hatte, und nun wiederholte es sich zweimal schnell hintereinander. Sie vernahmen ein leises Rollen und das Klirren von Metall. Dann war ein Ruf zu hören.

Fidelma spähte in die Richtung dieser Geräusche. Sie kamen von dem Weg vor ihnen, der sich im Wald außer Sicht schlängelte.

Eadulf suchte die Umgebung nach einem möglichen Versteck ab.

Er berührte ihren Arm und zeigte zwischen den hohen Eichen am Rande des Weges hindurch auf ein Gehölz von immergrünen Bäumen und Büschen, vielleicht Stechpalmen und Tüpfelfarn, da war er sich nicht sicher. Er wußte nur, das war in dieser Wildnis ihre einzige Hoffnung auf Deckung. Ihnen blieb keine Zeit, lange zu überlegen. Sie lenkten ihre Ponys rasch vom Weg ab in den dünnen Schutz, den die immergrünen Bäume boten. Kaum waren sie dahinter, sprangen beide ab und hielten die Ponys fest am Zügel. Erst dann fiel es Eadulf ein, daß ihre Spuren im Schnee wohl deutlich zu sehen wären.

Doch nun war es zu spät. Um die Wegbiegung jagte eine leichte Kutsche heran, von zwei kräftigen Pferden gezogen. Sie war reich geschmückt und verziert. Das Wappen an der Tür konnten sie freilich nicht erkennen. Vorhänge am Fenster der Kutsche bauschten sich im Fahrtwind. Sicher saß eine hochstehende Persönlichkeit darin. Was sie beide überraschte, war jedoch der Kutscher.

Es war ein junger Mann, der offensichtlich das Lenken einer zweispännigen Kutsche gewohnt war. Er hielt die Zügel mühelos mit einer Hand, knallte mit der anderen Hand mit der Peitsche und ermunterte die Tiere mit Rufen zu ihrer rasenden Fahrt durch den Wald. Das Erstaunliche an ihm war seine Kleidung: eine Mönchskutte.

Eine Pferdelänge hinter der Kutsche folgten vier berittene Krieger, jeder mit einer Lanze, an der ein viereckiges Stück Seide flatterte.

Alle waren gut gekleidet und wohl bewaffnet; sie bildeten offensichtlich die Eskorte der Kutsche.

Alle hatten soviel Schwung, daß niemand die Stelle auffiel, an der Eadulf und Fidelma vom Weg abgebogen waren.

Kutsche und Begleitung brausten weiter durch den Wald, und ihr Lärm verklang langsam in der Ferne.

1 ... 54 55 56 57 58 59 60 61 62 ... 81
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)