The Walking Dead
- Автор: Kirkman Robert, Bonansinga Jay
- Год: 2012
- Язык: немецкий
- Жанр: Ужасы
Электронная книга - «The Walking Dead». Краткое содержание книги:
Die Apokalypse ist hereingebrochen: Eine weltweite Plage lässt die Toten wiederauferstehen und Jagd auf Menschenfleisch machen. Die meisten Überlebenden fliehen in Angst und Schrecken, und nur wenige wagen es, sich der Flut der untoten Bestien entgegenzustellen. Zu ihnen gehört Philip Blake mit seiner kleinen Schar, zu der seine Tochter Penny, sein Bruder Brian sowie seine Freunde Bobby und Nick zählen. Auf ihrem Weg nach Atlanta müssen sie sich den Herausforderungen des tagtäglichen Kampfes ums Überleben stellen. Mit diesem Höllentrip beginnt die Story des Mannes, den sie später nur noch den »Governor« nennen werden – eines unmenschlichen Despoten, der mit harter Hand über eine kleine Siedlung von Überlebenden regiert. Dies ist seine Geschichte …
Robert Kirkmans The Walking Dead ist der Auftakt der Romanserie zum erfolgreichsten Zombie-Medienphänomen unserer Zeit.
Die Autoren
Robert Kirkman ist der Schöpfer der mehrfach preisgekrönten und international erfolgreichen Comicreihe The Walking Dead. Die gleichnamige TV-Serie wurde von ihm mit entwickelt und feierte weltweit Erfolge bei Kritikern und Genrefans gleichermaßen. Zusammen mit dem Krimiautor Jay Bonansinga hat er nun seinen ersten Roman aus der Welt von The Walking Dead veröffentlicht.
Titel der englischen Originalausgabe
THE WALKING DEAD – RISE OF THE GOVERNOR
»Er redet nicht mehr so viel wie früher mit mir.«
Nick bremst das Karussell langsam ab, bis es steht. Penny schaukelt jetzt mit dem Kopf vor und zurück. Nick klopft ihr sanft auf die Schulter. »Hör zu. Ich verspreche dir, dass dich dein Daddy mehr als alles andere auf der Welt liebt.«
»Ich weiß.«
»Er hat nur gerade sehr viel um die Ohren. Deshalb ist er so.«
»Glaubst du nicht, dass er sauer auf mich ist?«
»Nie und nimmer. Er hat dich sehr lieb, Penny. Das kannst du mir glauben. Er hat nur … nur viel um die Ohren.«
»Ja … Kann sein.«
»Wir alle haben viel um die Ohren.«
»Ja.«
»Ich bin mir sicher, dass keiner von uns in letzter Zeit viel geredet hat.«
»Onkel Nick?«
»Ja, Süße?«
»Glaubst du, dass Onkel Brian sauer auf mich ist?«
»Um Gottes willen, nein. Warum in aller Welt sollte Onkel Brian sauer auf dich sein?«
»Vielleicht, weil er mich die ganze Zeit durch die Gegend tragen muss?«
Nick lächelt traurig. Er mustert ihre Miene, ihre sorgenvoll gerunzelte Stirn und streichelt ihr über die Wange. »Jetzt hör mir mal zu. Du bist das mutigste kleine Mädchen, das mir je über den Weg gelaufen ist. Und das sage ich nicht einfach so. Du bist eine Blake … Und darauf kannst du stolz sein.«
Sie denkt über seine Worte nach, und ein Lächeln zeichnet sich auf ihrem Gesicht ab. »Weißt du, was ich tun werde?«
»Nein, Liebes. Verrat es mir.«
»Ich werde die kaputten Puppen wieder heil machen. Du wirst schon sehen. Ich werde sie alle wieder gesund machen.«
Nick lächelt sie an. »Das ist ein prima Plan.«
Er fragte sich schon, ob er das kleine Mädchen jemals wieder fröhlich erleben würde.
Einen Augenblick später sieht Brian Blake aus dem Augenwinkel, wie sich etwas auf der anderen Seite der Raststätte zwischen den Picknicktischen bewegt. In hundert Meter Entfernung, hinter der Raststätte inmitten der zerfallenen Grabsteine mit ihren verblassten Inschriften und kaputten Plastikblumen braut sich etwas zusammen.
Brian starrt auf die drei Gestalten in der Ferne, die jetzt aus dem Schatten der Bäume treten. Unsicher stolpern sie auf Brian und die anderen zu – wie träge Bluthunde, die ihre Beute aufgespürt haben. Es ist schwer, es aus dieser Entfernung genau einzuschätzen, aber ihre Kleider machen den Anschein, als ob sie aus Versehen in einen Mähdrescher geworfen worden wären. Ihre Münder stehen in immerwährender Qual offen.
»Zeit, dass wir uns auf die Socken machen«, meint Philip locker und läuft zum Spielplatz. Sein Gang ist schwer und hat etwas beinahe Mechanisches an sich.
Brian eilt ihm hinterher. Plötzlich drängt sich ihm der Gedanke auf, dass sein Bruder, dessen muskulöse Arme an den Seiten herabhängen und auf dessen Schultern die Sorgen der Welt zu lasten scheinen, beinahe selbst ein Zombie sein könnte.
Sie fahren und fahren. Hauptsache weg von Atlanta. Immer wieder kommen sie an kleinen Städtchen vorbei, die so still in der Landschaft liegen, als ob sie Modellbauten in einem Museum wären. Das blaue Licht der Abenddämmerung zieht seinen Schleier über den bewölkten Himmel, und der Wind schlägt eiskalt gegen ihr Visier, während sie Autowracks und menschenleeren Wohnwagen ausweichen. Sie befinden sich noch immer auf dem Highway 85. Brian überlegt. Sie müssen bald ein Nachtquartier suchen.
Auf dem Sitz hinter Nick hat Brian mit tränenden Augen und dröhnenden Ohren vom Rauschen des Windes und dem Geräusch des Doppelnockenwellenmotors der Harley genügend Zeit, sich die perfekte Bleibe für den erschöpften Reisenden im Land der Toten vorzustellen. Er träumt von einer riesigen Festung mit Gärten und Wachtürmen. Er würde seine linke Hand für ein Steak mit Pommes geben. Oder für eine Flasche Cola. Selbst ein Stück des Fleisches, das die Chalmers immer aufgetischt haben …
Etwas spiegelt sich auf der Innenseite seines Visiers wider und reißt ihn abrupt aus den Gedanken.
Er wirft einen Blick über die Schulter.
Merkwürdig. Für einen winzigen Augenblick verspürte er etwas in seinem Nacken – flüchtig wie ein Kuss kalter Lippen. Es passierte genau im selben Moment, in dem er einen dunklen Punkt über sein Visier huschen sah. Vielleicht bildete er es sich nur ein, aber er glaubt, auch etwas im Seitenspiegel gesehen zu haben – und zwar kurz bevor Nick nach Süden lenkte.
Er wirft erneut einen Blick nach hinten, sieht aber nichts als die leere Straße, die sich durch die Landschaft schlängelt und hinter einem Wäldchen verschwindet. Er zuckt mit den Achseln und widmet sich erneut seinen Fantasien.
Sie fahren immer tiefer ins Hinterland, bis sie an kaputten Farmhäusern und wilden Landstrichen vorbeikommen. Die sanfte Hügellandschaft mit ihren Bohnenfeldern fällt nach links und rechts ab. Das hier ist alte Erde – prähistorisch, müde und über Generationen hinweg zu Tode bewirtschaftet. Die Überreste alter Maschinen liegen überwachsen tief im Morast der Felder.
Die Dämmerung weicht langsam der Nacht, und das Grau des Himmels verfärbt sich zu einem tiefen Indigoblau. Neunzehn Uhr. Brian hat die Sache mit der Spiegelung in seinem Visier inzwischen vergessen. Sie müssen sich langsam um eine Unterkunft kümmern. Philip schaltet sein Licht ein. Das Motorrad wirft einen silbrigen Strahl auf die länger werdenden Schatten.
Brian will den anderen gerade Bescheid geben, dass sie nicht mehr viel Zeit haben, um etwas zu finden, aber Philip kommt ihm zuvor. Er gibt ein Handzeichen, ehe er nach rechts deutet. Brians Blick folgt der Geste nach Norden, und er sieht, worauf es sein Bruder abgesehen hat.
In der Ferne vor den Hügeln kann man die Silhouette eines Hauses erkennen. Es ist noch so klein, dass es wie aus Papier gemacht aussieht. Wenn ihn Philip nicht darauf aufmerksam gemacht hätte, wäre es Brian nicht aufgefallen. Jetzt aber weiß er, warum es Philip darauf abgesehen hat. Es scheint eines dieser alten Häuser aus dem neunzehnten Jahrhundert, vielleicht sogar aus dem achtzehnten Jahrhundert zu sein – wahrscheinlich das ehemalige Herrenhaus einer Plantage.
Erneut bemerkt Brian etwas, das in seinen Augenwinkeln vorbeihuscht. Diesmal hat er auch einen Blick im Seitenspiegel erhascht … Es ist hinter ihnen und schnellt für den Bruchteil einer Sekunde durch sein Blickfeld.
Dann ist es wieder verschwunden, und Brian dreht sich auf seinem Sitz, um einen Blick über die Schulter zu werfen.
Sie nehmen die nächste Ausfahrt und schießen dann einen staubigen Feldweg entlang. Während sie sich dem Haus nähern, das einsam auf einer Hügelkuppe eines Gebirgsausläufers einen knappen Kilometer vom Highway entfernt steht, fährt Brian die Kälte so sehr in die Knochen, dass er zittern muss. Auf einmal erfüllt ihn eine Vorahnung, obwohl das Haus immer einladender aussieht, je näher sie kommen. Dieser Teil von Georgia ist für seine Pfirsich-, Feigen- und Pflaumenplantagen berühmt, und als sie die Auffahrt zum Haus entlangfahren, wird es immer offensichtlicher, dass es sich hier um ein in die Jahre gekommenes Prachtexemplar eines Herrenhauses handelt.
Von Pfirsichbäumen umsäumt, die sich wie die Speichen eines Rads mit dem Haus in der Mitte in die Landschaft hineinziehen, steht das zweistöckige Ziegelsteingebäude mit seinen kunstvoll verzierten Dachgauben und Dachfenstern und einem Dach, das bei einer alten, verfallenen italienischen Villa nicht fehl am Platz gewesen wäre, majestätisch da. Die Veranda ist ein fünfzehn Meter langer Säulenvorbau mit Balustraden und Fenstern, die gerade noch unter dem sprießenden Efeu und der Bougainvillea hervorlugen. In dem dahinschwindenden Licht erscheint das Gebäude wie ein Geisterschiff, das noch aus den Zeiten vor dem amerikanischen Bürgerkrieg stammen könnte.
Der Lärm und die Abgase der Harleys wirbeln die staubige Luft auf, als Philip vor das Haus fährt, wo ein Springbrunnen aus Marmor steht; das Becken ist schon seit langem nicht mehr gesäubert worden. Rechts befinden sich mehrere Außengebäude, die Stallungen sein könnten. Ein mit Hirsegras überwachsener Traktor steht in der Nähe, während zur Linken der Villa ein Kutschenhaus in die Höhe ragt, in das locker sechs Autos passen.