Galeeren in der Ostsee: Konteradmiral Bolitho vor Kopenhagen
- Автор: Кент Александер
- Год: 1980
- Язык: немецкий
- Год: Ullstein
- ISBN: 3-548-20072-9
- Переводчик: Wentzel Fritz
- Жанр: Морские приключения
Электронная книга - «Galeeren in der Ostsee: Konteradmiral Bolitho vor Kopenhagen». Краткое содержание книги:
Er fragte sich, was Allday jetzt wohl machte. Er hätte inzwischen mit dem geborgten Wagen in Portsmouth sein müssen. Wieder sah er sein flehendes Gesicht vor sich und fühlte, daß er ihn hier brauchte, und sei es nur, um ihn aufzuheitern und ihm zu beweisen, daß er wirklich noch lebte.
Herrick trat ein und registrierte Bolithos Nacktheit, ohne sich etwas anmerken zu lassen.
«Ich möchte unseren Ankerplatz morgen nach Spithead verlegen, Sir, sobald wir die Proviantübernahme beendet haben. Der Wind ist günstig, und ich mag nicht länger im Innenhafen liegen.»
«Dann benachrichtigen Sie den Hafenadmiral, Thomas. Ich würde gern möglichst bald zum Geschwader zurückkehren. Hier hält mich nichts mehr. «Er besann sich im gleichen Augenblick.»Verzeihen Sie, ich habe nur an mich selber gedacht. «Er zuckte die Achseln.»Wieder einmal.»
Herrick lächelte.»Verstehe. Ich habe zwar noch nie im Leben ein solches Glück erlebt wie mit Dulcie, aber ich will es nicht konservieren, indem ich hierbleibe. Ein neues Jahr ist angebrochen, vielleicht bringt es den Frieden. Zwar deuten alle Anzeichen darauf hin, daß der Feind sich wieder in den Kanalhäfen sammelt, aber Ihre Gefechte mit Ropars und der Ajax haben einen gleichzeitigen Angriff aus der Ostsee zumindest verzögert, wenn nicht vereitelt. Selbst die undankbaren Tölpel in der Admiralität müßten das erkennen.»
Bolitho nippte an seinem Kaffe und bedachte, was ihre Freundschaft schon alles überdauert hatte.
«Für uns wird es wieder Blockade- und Patrouillendienst geben, Thomas. Zumindest bis das Eis schmilzt und der Zar entscheidet, auf welche Seite er sich schlagen will.»
Als Bolitho hörte, wie jemand von der Hütte aus ein Boot anrief, trat er — unbekleidet wie er war — auf die Heckgalerie hinaus.
Es war der Kutter der Benbow mit einigen undefinierbaren Säcken, ein paar kleinen Fässern, zwei verschreckt aussehenden Männern, die ihnen die örtliche Obrigkeit wohl zuschieben wollte, anstatt sie zu hängen oder zu deportieren, und schließlich, auf dem Hecksitz, All-day.
Bolitho atmete auf. Er hatte sich — die umgestürzte Kutsche noch immer vor Augen — Sorgen um ihn gemacht.
Von Browne indessen keine Spur. Er war den ganzen Vormittag in der Werft unterwegs gewesen, um den Stab des Hafenadmirals nach möglichen Befehlen aus London auszuquetschen.
Herrick trat heran und sagte:»Allday weiß bestimmt schon Bescheid, er grinst ja übers ganze Gesicht. «Etwas ernster setzte er hinzu:»Hoffentlich gibt es keine weiteren Attacken gegen Sie, Sir.»
«Die werden kommen, Thomas. Aber jetzt gegen mich, nicht gegen Adam. «Seine Hand zitterte.»Wenn ich mir vorstelle, was geschehen wäre, wenn Sie nicht so prompt gehandelt hätten, könnte mir übel werden vor Zorn. Es geht nicht mehr um diesen Killer, ich habe jetzt Damerum selber herausgefordert, weiß Gott!»
Man hörte Fußgetrappel auf dem Gang, und nach kurzem Anklopfen trat Allday in die Kajüte, das Gesicht vom Wind und Spritzwasser gerötet.
«Sie sind unversehrt, Sir! Ich wußte doch, daß Sie einen Trick in der Hinterhand hatten!»
«Sie sind ein Lügner, Allday, aber ich danke Ihnen«, er streckte impulsiv die Hand aus,»von Herzen.»
Herrick lächelte und dabei glätteten sich die Sorgenfalten in seinem Gesicht.»Haben Sie den Wagen heil zurückgegeben? Mr. Browne wird Ihnen einiges erzählen, falls Sie ihn zuschanden gefahren haben.»
Der Posten meldete von draußen:»Fähnrich der Wache, Sir!»
Midshipman Lyb trat ein und sagte:»Der Erste Offizier läßt fragen, Sir, ob er alle Boote außer den Verkehrsbooten einsetzen kann?«Dabei bemühte er sich, seine Augen von Bolithos Nacktheit fernzuhalten.
Bolitho dachte an seine eigene Kommandantenzeit. Es war erst zwei Jahre her, und er konnte sich gut an die internen Auseinandersetzungen auf seinen verschiedenen Schiffen erinnern. Wie hier um den armen Lyb, zum Beispiel. Er war zur gleichen Zeit wie Aggett in die Marine eingetreten und sogar etwas älter, und doch war Aggett vor ihm beförde rt worden und nahm nun den Platz des toten Leutnant Courtenay ein. Das war zwar nur ein winziges Problem im Vergleich zur Gesamtstrategie einer Flotte im Krieg, aber Lybs niedergeschlagenes Gesicht sprach Bände.
Herrick sagte zögernd:»Es ist noch ein bißchen zu früh, Mr. Lyb. Ich komme besser nach oben und schaue mir an, wie weit Mr. Wolfe ist. «Er griff nach seinem Hut.»Ich lasse Sie also in den Händen dieses Schurken, Sir.»
Die Tür schloß sich hinter ihm, und Allday sagte:»Ich fürchte, Mr. Lyb hatte die Frage des Ersten Offiziers falsch verstanden.»
Bolitho nahm das saubere Hemd, das Ozzard ihm reichte, und zog es über den Kopf.»Warum meinen Sie das?»
«Weil ich sie veranlaßt habe. «Allday sah einen Augenblick unsicher aus.»Ich wollte Ihnen etwas unter vier Augen sagen. «Er warf Ozzard einen Blick zu, der diesen zusammenschrumpfen ließ, bevor er den Raum verließ.
Bolitho befürchtete das Schlimmste.»Sie haben den Wagen doch kaputtgefahren?»
«Nein, Sir. «Allday spielte mit seinen vergoldeten Knöpfen.»Die
Sache ist aber die: Kaum waren Sie und Mr. Browne weggeritten, erschien die Dame. «Auf Bolithos ungläubigen Blick hin bestätigte er:»Aye, Sir, die Dame.»
Bolitho schaute beiseite.»Erzählen Sie. Was hat sie gesagt?»
Allday antwortete:»Ich war durch Ihr Fortreiten so durcheinander, daß ich mich nicht mehr genau erinnere, Sir. Jedenfalls war sie sehr aufgeregt. Vor allem, weil Sie sie für herzlos halten mußten, wo Sie doch so viel wegen Ihres Neffen auf der Seele hatten. Als sie herausgefunden hatte, daß ich schon lange in Ihrem Dienst stehe, bombardierte sie mich mit derart vielen Fragen, daß ich kaum dazu kam, unsere Kisten zu packen.»
«Was haben Sie erzählt?»
«Zu viel, nehme ich an. «Allday wirkte plötzlich sehr entschlossen.»Am besten sage ich gleich alles, Sir: Ich habe sie mitgebracht. Zufällig trafen wir Mr. Browne, und der hat sie im >George< untergebracht. «Er holte tief Luft.»Sie wartet dort auf Sie. Jetzt.»
Bolitho ließ sich auf einen Stuhl fallen und blickte auf seine Hände nieder.»Weiß sie über das Duell Bescheid?»
Allday strahlte:»O ja, Sir. Wir hörten schon einige Meilen vor Portsmouth davon. Mr. Roche muß eine Menge Feinde haben.»
Bolitho wußte nicht, was er sagen sollte. Belinda wartete hier in Portsmouth, um ihn zu sehen. Als sie gehört hatte, daß er unversehrt war, hätte sie umdrehen und nach London zurückfahren können, ohne ihn zu sehen. Wenn es nur Mitgefühl gewesen wäre oder normale Höflichkeit, hätte sie ihm wahrscheinlich eine kurze Nachricht geschickt, nicht mehr.
Er sagte:»Ich gehe an Land.»
«Du meine Güte, Sir, nicht so, wie Sie sind!«Allday grinste über das ganze Gesicht.»Sie ziehen besser vorher eine Hose an.»
Ozzard erschien auf Bolithos Ruf etwas zu schnell für jemanden, der sich angeblich außer Hörweite aufgehalten hatte. Aber Bolitho war zu durcheinander, zu besessen von der Angst vor einer möglichen Enttäuschung, daß er keine Notiz davon nahm.
Allday marschierte in der Kajüte umher und gab Anweisungen.
«Den besten Uniformrock! Holen Sie den Hut mit den schwarzen Tressen, nicht den goldbestickten!«Bolitho unterbrach seine Bemühungen, sich ordentlich anzuziehen.
«Warum das?»
Allday betrachtete ihn ruhig.»Frauen sollen auf den Mann achten, nicht auf die Uniform.»
Bolitho schüttelte den Kopf.»Ich muß mich immer wieder über Sie wundern, Allday.»
Allday musterte ihn sorgsam.»So mag's gehen, Sir. Wenn Sie mir jetzt erlauben, hole ich die Bootsgäste. «Er trat beiseite, als Herrick zurückkam.
Herrick sagte:»Lyb hat alles mißverstanden, wie üblich. «Er erstarrte, als er Bolithos veränderte Erscheinung bemerkte.»Zum Teufel, Sir, Sie sehen ja richtig schick aus, wenn nur. «Er brach ab, und in seinen blauen Augen zeigte sich Verständnis.»Allday! Er hat mich weggelockt. Und ich weiß auch, warum!»
Bolitho nahm seinen Hut von Ozzard entgegen. Wie von Allday angeordnet, war es der einfache mit der schwarzen Kokarde und der schlichten Randeinfassung.