Rivalen
- Автор: Фрэнсис Дик
- Язык: немецкий
- Переводчик: Malte Krutzsch
- Жанр: Другие детективы
Электронная книга - «Rivalen». Краткое содержание книги:
Was sich wie ein Kinderspiel anläßt, entpuppt sich innerhalb weniger Tage als gefährliches Unternehmen, denn der Stimmenfang wird nicht nur mit legalen Mitteln geführt. Lückenbüßer und Vorzeigesöhnchen Ben muß schon bald eine neue Rolle übernehmen: die des Leibwächters.
Der Wahlzirkus - ein wohlbekanntes Schauspiel, von Wahlhelfern und Medien inszeniert. Doch Dick Francis führt uns hinter die Kulissen, dahin, wo der Rummel in seiner Unmenschlichkeit und die Akteure in ihrer Menschlichkeit zu sehen sind - wo sich inmitten des dröhnenden Spektakels mit seinen hinterhältigen Intrigen leise eine Beziehung zwischen Vater und Sohn entwickelt.
Neid und Zuneigung, Ehrgeiz und Loyalität, dies sind die Gefühle, die der Meister des Thrillers einmal mehr gegeneinander antreten läßt. Und am Ende haben die Helden ihre Auszeichnungen genauso verdient wie Dick Francis die seinen.
Der Sanitäter deckte die Verletzung mit einem breiten, wattierten Verband ab und kehrte zum Krankenwagen zurück. Er rufe einen Arzt, sagte mein Vater; bei Schußwunden seien alle möglichen Vorschriften und Bestimmungen zu beachten.
Es kam mir nicht in den Sinn, daß ich das Bein verlieren könnte, und es blieb mir auch wirklich erhalten. Verloren ging mir, nachdem alles genäht und zusammengeheilt war, die Kraft, zehn Zentner schwere Steepler über feste Hindernisse zu reiten. Verloren ging mir die Geschwindigkeit.
Leute kamen aus dem Hotel und stiegen in die Streifenwagen. Einer von ihnen war Alderney Wyvern, in Handschellen.
Als die Wagen abgefahren waren, kam Joe Duke über den Platz und hockte sich auf die Fersen, um mit meinem Vater und mir zu reden.
»Sind Sie aufnahmefähig?« fragte er mich.
»Ja.«
»Als ich die Treppe hochging, um den Stock in Anschlag zu bringen, kam der Hoteldirektor mir nachgelaufen und holte mich vor dem kleinen Aufenthaltsraum ein. Er sagte, vielleicht sei es ein Zufall, aber kurz vorher erst, gegen elf, sei ein Gast angekommen, der auch eine Golftasche dabeihatte. Und etwas merkwürdig an ihm sei gewesen, daß er Handschuhe getragen habe.«
Joe stand auf, um einen Augenblick die Beine zu strecken, und ging dann wieder in die Hocke. »Bekommen Sie mit, was ich sage?« fragte er.
»Ja«, antwortete ich erschöpft.
»Wir hörten den Knall des Gewehrschusses, und als der Direktor mit seinem Hauptschlüssel eine Zimmertür aufschloß, kam uns Alderney Wyvern drinnen mit seiner Golftasche entgegen, aber der Direktor nahm sie ihm ab und kippte sie aus, und es waren nur Golfschläger drin.«
Joe erzählte weiter. »Er hatte keine Zeit gehabt, das Gewehr in die Dachrinne zu verfrachten, aber es war nicht weit. Er hatte es in einen der Geranienkörbe gestellt, zwischen die Ketten, an denen der Korb hängt. Daraufhin habe ich übers Zimmertelefon meine Kollegen von der Bereitschaft gerufen. Während wir auf sie warteten, habe ich Wyvern aus Neugier gefragt, wie er von der Rekonstruktion erfahren habe. Woher hatte er gewußt, daß er die Gelegenheit bekommen würde, auf George Juliard zu schießen?« Joe lächelte schief. »Wyvern sagte, Usher Rudd habe ihn angerufen und ihm Bescheid gesagt.« Er stand wieder auf.
Mein Vater fragte: »Hat Wyvern geglaubt, er käme damit ungeschoren davon?«
Joe zuckte die Achseln. »Ist er ja schon mal. Beim vorigen Mal hat er sich in dem Aufruhr einfach aus dem Staub gemacht. Ohne den Direktor wäre ihm das vielleicht auch diesmal geglückt. Aber es war seltsam. Er wirkte ganz eindeutig müde. Er war fertig. Es war ihm nicht gelungen, Sie beide unterzukriegen, und er wollte nicht mehr. Er ließ sich widerstandslos festnehmen.«
»Und was werfen Sie ihm vor?« fragte mein Vater.
»Versuchten Mord«, sagte Joe.
Ich lächelte matt. »Zehn Pfund Aufgewicht.«
»Zehn Jahre«, sagte Joe.
Der künftige Premierminister hielt meine Hand.
Ich umfaßte die seine, als könnte ich immer Trost und Sicherheit bei ihm finden, wenn ich sie dringend brauchte.
Ich hielt seine Hand fest wie ein kleiner Junge.