Sand
- Автор: Herrndorf Wolfgang
- Год: 2011
- Язык: немецкий
- Год: Rowohlt
- Жанр: Современная русская и зарубежная проза
Электронная книга - «Sand». Краткое содержание книги:
Während in München Palästinenser des Schwarzen September das Olympische Dorf überfallen, geschehen in der Sahara mysteriöse Dinge. In einer Hippie-Kommune werden vier Menschen ermordet, ein Geldkoffer verschwindet, und ein unterbelichteter Kommissar versucht sich an der Aufklärung des Falles. Ein verwirrter Atomspion, eine platinblonde Amerikanerin, ein Mann ohne Gedächtnis — Nordafrika 1972.
Ein mitreißender Agententhriller — und noch viel mehr: ein literarisches Abenteuer, ein außerordentlicher Roman. (rowohlt)
Er fand ein paar Fässer, eine Leiter und einen abgerissenen Flaschenzug. Über ihm eine Luke zum Dachboden. Gerade fragte er sich, wie er dort hinaufgelangen könne, da hörte er in der Ferne ein Geräusch.
Durch die Ritzen der Bretterwand hinausspähend, sah er eine sich von der Piste her nähernde Limousine, die nur wenige Meter an seinem Versteck vorüberfuhr und vor den Baracken hielt. Der Fahrer (hellgrauer Anzug, gepflegte Erscheinung) stieg aus, kurz darauf sah Amadou ihn im Gespräch mit dem Fellachen. Sie kamen sofort zur Sache. Der Alte fiel vor dem Fahrer auf die Knie, Amadou hörte das Wort «Geld». Immer wieder bestürmte der Alte den Fahrer, immer wieder war von Entschädigungen und Geld die Rede. Schließlich verschwanden sie in einer der Baracken. Nichts passierte. Die Fahrertür des Autos stand offen.
Amadou wartete kurz, dann schlich er zum Auto und kroch auf den Fahrersitz. Der Zündschlüssel war abgezogen. Er versuchte, die Verkleidung um das Zündschloss mit den Fingernägeln herunterzureißen, und hielt inne, weil er Stimmen zu hören meinte. Er sprang auf die Rückbank, duckte sich und zog einen herumliegenden Pullover über seinen Kopf. Jetzt waren die Stimmen nicht mehr zu hören. Einige Minuten kauerte er so da. Dann hob er unruhig den Kopf und begann, das Auto zu durchsuchen. Unter dem Fahrersitz zog er ein paar Gegenstände hervor. Einen Draht, einen Bleistift, eine Wasserflasche. Er trank die Wasserflasche leer, brach vorsichtig den Bleistift in zwei gleich große Hälften, schlang je ein Ende des Drahtes um je eine Bleistifthälfte und zwirbelte sie fest. Probeweise zog er an den Bleistifthälften. Es klang wie das Summen einer Gitarrensaite.
«… aber allein kann ich gar nichts machen. Und sabber mich nicht voll, Licht deiner Augen, Sonne deines Alters! Ich glaub dir ja, ich glaube dir! Und die Fachleute kriegen heute noch Bescheid, versprochen. Unsere Spezialeinheit für Verzwicktes … Kollegen von der höchsten Kompetenz, die Unsichtbaren Königsbrigaden. Die finden das Grab, ja sicher. Die finden immer alles, und dann wird das untersucht, ohne Leiche können wir ja nichts machen. Und dein anderer Sohn, das wird gründlich gecheckt, ja … natürlich bei meiner Mutter. Glaubst du, ich erzähl dir Unsinn? Du erzählst mir keinen Unsinn, ich erzähl dir keinen Unsinn, das ist die Abmachung … nein, natürlich nicht! Die heißen so, weil sie geheim sind, nicht weil sie unsichtbar sind. Man kann doch nicht unsichtbar sein! Aber du wirst sehen, die sind schnell da, und alles klärt sich auf. Und versteht sich von selbst, dass du da mit niemandem drüber sprechen darfst. Jetzt hör auf, vor mir rumzukriechen … bei Allah, bei meiner Mutter, bei was du willst! Geh weg. Herr im Himmel.»
Canisades stieg in sein Auto, startete den Motor und steuerte, ohne noch einen Blick auf den im Staub knienden Alten mit dem herausgesoffenen Hirn zu werfen, die Piste an. Der elende Gestank von hochprozentigem Alkohol hing ihm noch eine Weile im Auto nach, als hätten seine Kleider oder das Auto den Geruch in dieser kurzen Zeit schon aufgenommen, was wohl kaum möglich war. Ein Phantomgeruch. Aber er wunderte sich nicht allzu sehr. Und eine Minute später war er tot.
41. EIN GELBER MERCEDES MIT SCHWARZEN SITZEN
Ben Trane. I don’t trust him. He likes people, and you can never count on a man like that.