Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Юмористическая проза » Ganz Deutschland lacht!. 50 deutsche Jahre im Spiegel ihrer Witze
Ganz Deutschland lacht!. 50 deutsche Jahre im Spiegel ihrer Witze - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Ganz Deutschland lacht!. 50 deutsche Jahre im Spiegel ihrer Witze

Электронная книга - «Ganz Deutschland lacht!. 50 deutsche Jahre im Spiegel ihrer Witze». Краткое содержание книги:

Wann haben Sie zuletzt gelacht? Über was können wir in Deutschland überhaupt noch lachen? Und worüber wurde einmal in Deutschland gelacht? Welche Witze wurden weitergegeben und wie reagiert der deutsche Witz auf Zeitströmungen?
Fragen über Fragen - Antworten und viele Beispiele finden sich in diesem Doppelband der erfolgreichen Witzebücher >Ganz Deutschland lacht< und >Kennen Sie den ...?<.
Peter Jamin, geboren 1951, arbeitet als Schriftsteller, Journalist und Filmemacher in Düsseldorf.
Michael Lentz (1926-2001) war Professor an der Kunsthochschule für Medien in Köln.
Chris Howland, geboren 1928 in London, kam als Soldat nach Deutschland und startete seine Karriere beim BFN in Hamburg. Bekannt wurde er als Humorist, Sänger und Schauspieler. Dieter Thoma, geboren 1927, Journalist, Kabarettist und freier Schriftsteller, war lange Jahre Chefredakteur und Moderator verschiedener Sendungen beim WDR.
1 ... 47 48 49 50 51 52 53 54 55 ... 112
Перейти на страницу:

Solch ein Datum hat es in unserer geschichtlichen Zeitrechnung erst zum zweiten Mal gegeben. Das erste Mal liegt schon hinter uns. Tausend Jahre eben. Aber fängt so, wie wir es erleben, wirklich ein neues Jahrtausend an?

Natürlich hatten die Mathematiker recht, wenn sie diesen Zeitpunkt nicht im Jahr 2000, sondern erst 2001 sahen. Die Zeitenwende begann wie als Erfüllung apokalyptischer Vorhersehungen. Im Jahr 2001 wurde der »11. September« durch terroristische Anschläge auf schreckliche Weise zum »Wort des Jahres«. Aber in unserer Computerwelt schienen die Toilettenzahlen 00 des Jahres 2000 zunächst wichtiger zu sein als die 01 der Puristen.

Das Millennium schürte Ängste, die denen des mittelalterlichen Jahres 1000 nur in wenig nachstanden. Das Datum lockte zahllose falsche Propheten aus der Deckung. Der 1999 gestorbene Johannes Gross hatte schon vorher entdeckt, das Gewerbe der Seherin Kas-sandra werde mittlerweile ein »anerkannter Heilberuf«. Nur dass die meisten Ansager des Unheils weniger den Weltuntergang fürchteten als einen Weltstillstand, herbeigeführt durch einen Computercrash. Die Zahlen 00, so meinten die Seher, müssten unsere technischen Gehilfen in die Jugendstilzeit des Jahres 1900 zurückwerfen und so verwirren, dass sie ihren Dienst versagen. Es sei zu erwarten, dass sie verrückt spielen, Atomraketen fliegen lassen, Ex- und Implosionen erzeugen, dass sie alle wichtigen Daten löschen, die unser Leben bestimmen, die Gehalts- und Rentenzahlungen stoppen. Sie könnten das Leben richtig lebensgefährlich machen.

Die aufgeschreckte Menschheit sorgte darum vor. Lebensmittel und Wasser wurden gehortet, Heizmaterial besorgt, falls die Ölheizungen versagen. Und die Fahrpläne wurden geändert. Die deutsche Bahn ließ vorsichtshalber über Mitternacht alle ihre Züge anhalten. Auch ohne die 00 im Computer entgleisen ja normale Züge heutzutage ohnehin schon häufiger als früher. Das Königlich-Bayerische Medizinalkollegium schrieb bereits 1835 in weiser Voraussicht: »Ortsveränderung mittels irgendeiner Art von Dampfmaschinen sollte im Interesse der öffentlichen Gesundheit verboten sein.«

Und dann entpuppte sich die Angst vor dem Datum 00 als der Witz des Jahrtausends. Die Computer waren besser als ihr Ruf. Und die Menschen fragten sich, warum sie eigentlich diesen Jahreswechsel als so wichtig eingeschätzt hatten.

Erst 2001 sollten wir uns an den Bonner Kunsthistoriker Professor Lützeler erinnern. Der hatte beschrieben, dass der Witz gerade in Notzeiten immer wichtig und hilfreich war:

Schäl kommt Anfang 1945 in voller Marschausrüstung auf die Rheinbrücke zu. Tünnes wartet da, an das Brückengeländer gelehnt. Er fragt voller Verwunderung:

»Warum läufst du denn so?«

Schäl antwortet düster: »Ich eile an die Front.«

Da sagt Tünnes: »Da brauchst du doch nicht so zu laufen — die kommt doch hier vorbei!«

Oder wie der Münchner Kabarettist Weiß-Ferdl 1944 sagte: »Wer heute noch lebt, ist selber schuld dran. Bomben sind doch genug gefallen.«

Auch die Engländer kehrten nach dem Jahrtausendwechsel ohne größere Umstände in den Alltag zurück und kürten die folgende Geschichte zum Witz des Jahres 2001:

Sherlock Holmes und sein Assistent Dr. Watson zelten. Mitten in der Nacht weckt Holmes seinen Begleiter auf und sagt: »Siehst du die Sterne über uns? Sag mir, was du daraus schließt!« Dr. Watson holt weit aus. »Zehntausende, was sag' ich, Millionen von Sternen sehe ich da oben. Und wenn nur ein winziger Prozentsatz davon Planeten sind, so besteht doch die große Chance, dass irgendwo in der Unendlichkeit dort auch Leben ist wie bei uns hier auf dem Planeten Erde. Vielleicht überlegen dort gerade Lebewesen dasselbe wie wir. Und was siehst du?« Darauf sagt Sherlock Holmes: »Jemand hat uns das Zelt geklaut!«

Einem namhaften Politiker brachte auch das Jahr 2000 schon Unglück: Es traf den CDU-Vorsitzenden Helmut Kohl. Und mit ihm seine Partei.

Kohl musste eingestehen, Millionen an Spendengeldern nicht gemeldet und eigenmächtig verteilt zu haben. Die Nation erregte sich über sein Ehrenwort zugunsten anonymer Geldspender, über schwarze Kassen und kriminell erscheinende Machenschaften. Betroffen waren zusätzlich einige Politiker, die speziell für law and order zuständig gewesen waren. Da hat wieder einmal die Wirklichkeit all das überboten, was sich Witzemacher und Kabarettisten je ausdenken können. Es hieß:

Wer künftig wählen geht, muss juristische Konsequenzen fürchten. Wegen Unterstützung einer kriminellen Vereinigung.

Oder die Oma, die sich erinnert:

Dabei ist der Kohl doch immer so brav in die Kirche gegangen. Vielleicht waren es schwarze Messen . . .

Es wurde die Frage gestellt:

Was ist der Unterschied zwischen Retortenkindern und der CDU? - Keiner. Beide kennen ihre Spender nicht.

Und bei Frau Professor Noelle-Neumann in Allensbach lief angeblich die schlichte Umfrage:

»Wie viel ist zwei mal zwei?«

Die Hausfrau antwortet: »Wenn ich es richtig gelernt habe: vier.« Der Steuerberater fragt zurück: »Welches Ergebnis wünschen Sie denn?«

Der Rechtsanwalt entgegnet: »Vier, würde ich sagen, aber ob wir bei Gericht damit durchkommen, weiß ich nicht.«

Der Politiker erklärt: »Das war vor meiner Zeit, ich sage nichts!«

Schuld an dieser Verunsicherung sollte Altbundeskanzler Adenauer sein:

Adenauer macht sich Sorgen um seine Partei in der deutschen Politik. Er bittet um eine Audienz beim lieben Gott und sucht um himmlische Hilfe nach. Der Heilige Vater lässt den Kanzler sein Anliegen vortragen: Künftig sollen Menschen, die Politiker werden, mit drei Merkmalen ausgestattet sein. Erstens: Sie sollen klug sein; zweitens: Sie sollen Charakter haben. Und drittens: Sie sollen der CDU angehören. So wird es beschlossen und in den himmlischen Computer eingegeben. Da hat jedoch der Teufel seine Hand im Spiel und schleust einen Virus ein. Der sorgt dafür, dass immer nur zwei der drei vorgesehenen Merkmale zusammenkommen können. Das Ergebnis: Den klugen Menschen in der Partei fehlt der Charakter; denjenigen mit Charakter fehlt es an Klugheit. Und wenn sie klug sind und Charakter haben, sind sie nicht in der Partei. Das ist Teufelswerk.

Für die SPD kam der jüngste Aufschwung so unerwartet wie einst die Wiedervereinigung, deren zehnjähriges Jubiläum eher zurückhaltend gefeiert wird. Dem historischen Ruf »Wir sind das Volk« wird eine Antwort aus dem Westen entgegengesetzt: »Wir auch!«

Die Feierlichkeiten zur Vereinigung wurden von einem besonders bösen Witz begleitet:

Die gute Fee wird wieder tätig und hat Gründe, drei Männern je einen Wunsch zu erfüllen: einem Mann aus Warschau, einem aus Dresden und einem dritten aus Stuttgart.

Der Pole wünscht sich, dass jeder Pole einen Mercedes besitzen solle.

»Erfüllt«, sagt die Fee und wendet sich dem zweiten zu: »Und Sie?«

Der Mann aus Dresden überlegt nicht lange. »Ich möchte die Mauer wiederhaben und wieder Devisen aus dem Westen kassieren.«

»Gemacht«, sagt die Fee. »Und Sie?«, fragt sie den Mann aus Stuttgart.

»Ach«, meint der, »wenn diese beiden Wünsche erfüllt sind, brauche ich eigentlich nur noch einen guten Cognac!«

Dass die SPD ebenfalls von einem regionalen Spendenskandal erschüttert werden könnte, dass es die FDP noch schlimmer erwischen sollte, konnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand voraussehen. Und dass Gerhard Schröder die Bundestagswahl 2002 verlieren könnte, auch nicht. Da mussten erst ein Jahrtausendhochwasser und ein drohender Krieg gegen den Irak sowie der Absturz der FDP zu Hilfe kommen, damit Schröder mit nur rund sechstausend Stimmen Vorsprung weiter Kanzler bleiben konnte. Der Witz daran war, dass er es offenbar selbst nicht geglaubt hatte. Es gab keinen Plan in der Schublade, der auf seine Realisierung wartete. Die Regierung versammelte sich augenscheinlich im Kanzleramt wie zu einer Fahrt ins Blaue und fragte: »Was wollen wir denn jetzt mal machen?«

1 ... 47 48 49 50 51 52 53 54 55 ... 112
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)