Spiel des Schicksals (Hounds and Jackals)
- Автор: Вуд Барбара
- Язык: немецкий
- Переводчик: Xenia Gharbi
- Жанр: Остросюжетные любовные романы
Электронная книга - «Spiel des Schicksals (Hounds and Jackals)». Краткое содержание книги:
Wenig später trifft ein Päckchen von Adele ein. Es enthält eine Figur aus Elfenbein mit einem kunstvoll geschnitzten Schakalskopf. Lydia zieht den mit ihr befreundeten Chirurgen Dr. Kellerman zu Rate, der sich privat als Kunstsammler betätigt. Dr. Kellerman findet schnell heraus, daß es sich bei dem Schakal um eine Figur aus einem uralten ägyptischen Brettspiel handeln und daß diese Figur äußerst wertvoll sein muß. Lydia macht sich indessen große Sorgen um ihre Schwester. Gegen den Rat von Dr. Kellerman fliegt Lydia kurzentschlossen nach Rom. Aber das ist erst der Anfang einer gefährlichen Odyssee, die Lydia schließlich bis in das ägyptische Tal der Könige führt.
Barbara Wood, 1947 in England geboren, wuchs in Kalifornien auf. Sie arbeitete nach ihrem Studium zehn Jahre als OP-Schwester in einer neurochirurgischen Klinik, bevor sie ihr Hobby zum Beruf machte und Schriftstellerin wurde. Inzwischen hat sie mehrere sehr erfolgreiche Romane geschrieben. Barbara Wood bereist alle Länder, in denen ihre Romane spielen, um die geschichtlichen und sonstigen Details zu recherchieren. Sie lebt in Kalifornien.
»Worauf beziehen sich denn Ihre Ermittlungen?« »Die Herstellung und den illegalen Verkauf gefälschter Kunstgegenstände.«
Ich riß die Augen auf. »Gefälschte Kunstgegenstände! Mein Schakal!«
»Aber ich muß in meinem Beruf auch nach Leuten fahnden, die echte Kunstgegenstände illegal aus Ägypten herausschmuggeln.«
»Und womit haben wir es in meinem Fall zu tun?«
»Mit letzterem, Miss Harris. Ihr Schakal ist tatsächlich echt und ungefähr dreitausend Jahre alt. Nach meiner Einschätzung stammt er aus der zwanzigsten Dynastie unserer Pharaonen.«
»Haben Sie ihn gesehen?«
»Als Sie in meiner Wohnung schliefen, nachdem wir aus dem Shepheard’s Hotel geflohen waren.«
Ich öffnete den Mund, um etwas zu erwidern, schloß ihn aber schnell wieder.
Er fuhr fort: »Sagt Ihnen der Name Paul Jelks etwas?«
»Nein.«
»Es handelt sich um einen britischen Archäologen, der gegenwärtig in der Wüste in der Nähe von Luxor arbeitet. Wir haben ihn nun schon geraume Zeit beobachtet.«
»Ist er denn der Verbrecher, hinter dem Sie her sind?«
»Das weiß ich nicht. Aber wir haben ein entschiedenes Interesse daran, Arnold Rossiter zu fassen, dem wir seit drei Jahren auf den Fersen sind und der uns immer wieder entwischt ist. Er hat mehr als einmal gemordet, um unsere wertvollen Kunstgegenstände aus Ägypten
herauszuschmuggeln. Ihm muß das Handwerk gelegt werden.«
»Glauben Sie, er arbeitet für diesen Paul.«
»Jelks. Wir können nur Vermutungen anstellen, obgleich ich es nicht denke. Ich begann meine Ermittlungen vor ein paar Wochen, als meiner Behörde zu Ohren kam, daß eine junge Frau - Ihre Schwester - die Antiquitätenhändler im Khan el
Khalili aufsuchte und sich nach dem Wert eines gewissen Elfenbeinschakals erkundigte. Sie wollte ihn nicht verkaufen, sondern nur den Preis dafür wissen, was äußerst merkwürdig ist. Es war fast so, als wollte sie die Händler registrierter Antiquitäten dazu verleiten, etwas anderes als den Schakal zu kaufen. Als ob der Schakal nur, wie soll ich mich ausdrücken, ein Köder wäre. Natürlich war meine Behörde an dem Fall interessiert, um so mehr, als meine Informanten auf seine Echtheit hinwiesen. Normalerweise sind nur wenige solcher kostbaren Stücke im Umlauf. Sie wollte niemandem verraten, woher sie ihn hatte. So fragte ich herum und verfolgte die Spur Ihrer Schwester bis nach Rom, wo sie im Hotel Palazzo Residenziale mit John Treadwell Kontakt aufgenommen hatte. Ich konnte beobachten, wie sie ihm den Schakal zeigte, und dann unterhielten sich die beiden eine Weile. Ich plante bereits, sie anzusprechen, doch da war sie plötzlich verschwunden und mit ihr John Treadwell. Ein paar Tage später kamen Sie, Miss Harris, nach Rom. Und es ist doch wohl ganz natürlich, daß ich neugierig war, welche Rolle Sie bei der ganzen Sache spielten.«
Ich nickte stumm. »Was hat das nun alles zu bedeuten?«
»Ich kann nur eine Hypothese aufstellen, Miss Harris, aber ich glaube, daß sie der Wahrheit ziemlich nahe kommt. Ihre Schwester muß sich in Luxor mit Paul Jelks angefreundet haben und arbeitet nun mit ihm. Arnold Rossiter ist scharf auf das, was Paul Jelks zu verkaufen versucht. Und Sie sind, glaube ich, mitten hineingeraten.«
»Aber was, wenn nicht den Schakal, versucht Paul Jelks zu verkaufen?«
»Wir vermuten«, er dämpfte die Stimme und sah sich um, »wir vermuten, daß es um den Inhalt eines neuentdeckten Grabes geht.« Ich rührte gedankenverloren in meinem Kaffee, bis er kalt war. Das Geratter des Zuges klang weit entfernt.
Das leuchtende Grün und Gelb der Landschaft raste unbeachtet an meinem Fenster vorbei. Ich versuchte mich zu erinnern, was ich über altägyptische Grabmäler gelesen hatte.
Dann schaute ich verwirrt zu Achmed Raschid auf. »Ich habe nichts davon gehört, daß man ein neues Grab entdeckt haben soll.«
»Aber das ist es doch gerade, verstehen Sie nicht? Es ist ein Geheimnis. Es weiß überhaupt niemand davon. Aber ich bin mir nicht einmal sicher, ob das alles genau so stimmt.«
»Sie meinen, es sei ein Grab gefunden worden, und die Entdecker hätten es für sich behalten?«
»Das nehmen wir an.«
»Aber warum sollten sie es geheimhalten?«
»Möglicherweise, damit der Entdecker die Grabbeigaben an einen Mann wie Arnold Rossiter verkaufen und sich dadurch bereichern kann.«
»Aber Jelks könnte die Antiquitäten doch genausogut selbst verkaufen, oder? Warum benutzt er dazu Rossiter?«
»Weil alles, was in der ägyptischen Wüste gefunden wird, dem ägyptischen Volk gehört, Miss Harris. In der Vergangenheit gab es einen Massenexport ägyptischer Schätze in die Museen der ganzen Welt, während unser eigenes Land nichts oder nur sehr wenig davon sah. Seither sind neue Gesetze geschaffen worden, und Männer wie ich sind dazu da, über die Einhaltung dieser Gesetze zu wachen. Wir wollen nicht, daß unser Erbe ins Ausland verschoben wird, während wir es stolz selbst und zum Nutzen unseres eigenen Volkes herzeigen könnten. Wenn eine Ausgrabung stattfindet, so geschieht dies unter dem schützenden Auge der ägyptischen Regierung. Und von der Behörde für Altertümer wird über alles entschieden, was unser Land verläßt. Selbstverständlich gibt es skrupellose Leute, die diese Gesetze ignorieren und versuchen, unser Erbe zu stehlen - für eine Menge Geld, versteht sich.«
»Sie denken also, Paul Jelks hat ein Grab gefunden wie das von Tutenchamun und versucht nun, die Schätze außer Landes zu schmuggeln?«
»Oder zumindest, sie an einen Mann wie Rossiter zu verkaufen, der es dann übernimmt, sie aus Ägypten herauszuschaffen, ja.«
»Und Adele? Was hat sie mit der ganzen Sache zu tun?« Achmed Raschid zuckte die Schultern. »Das kann ich nicht sagen. Möglicherweise ist ihr gar nicht bewußt, was da eigentlich vor sich geht. Vielleicht hat Dr. Jelks sie dazu gebracht, auf den Khan el Khalili zu gehen, um den Schakal schätzen zu lassen, indem er ihr vorgaukelte, er hätte eine kleine Auswahl der Stücke zum Verkauf. Ich weiß es nicht.«
»Dann fuhr sie aus irgendeinem Grund zu John Treadwell, dann rief sie mich an, und schließlich verschwand sie, nachdem sie mir den Schakal geschickt hatte.« Ich nippte an meinem Kaffee. »Dies ist nur eine Theorie, Miss Harris, aber im Augenblick haben wir leider nicht mehr.«
»Nun, betrachten Sie es doch einmal so: Vielleicht kennt Adele diesen Jelks überhaupt nicht. Vielleicht fand sie den Schakal oder kaufte ihn in Luxor.«
»Warum ist sie dann aber nach Rom gereist, um sich mit Mr. Treadwell zu treffen?«
»Was führt Rossiter eigentlich im Schilde? Warum ist er auf ihren Handel in Rom nicht einfach eingegangen und hat sich das Zeug geholt? Was ist geschehen?«
»Wir wissen es nicht. Sie zeigte John Treadwell den Schakal wahrscheinlich als Beweisstück für die großen Schätze, die sich noch in dem Grab befinden. Dann machte sie sich aus dem Staub, und wir wissen nicht, warum. Als Sie mit dem Schakal in Rom auftauchten.«
Ich lächelte schwach. »Ich weiß, was Sie gedacht haben müssen. Es tut mir leid, daß ich Sie so garstig behandelt habe, Mr. Raschid. Ich wünschte nur, Sie hätten mir eher davon erzählt.«
»Wie hätte ich das tun können? Zuerst, in Rom, traute ich Ihnen nicht. Ich war nicht sicher, ob Sie Adele Harris’ Schwester waren. Sie hätten genausogut eine Person sein können, die mit Arnold Rossiter zusammenarbeitet, besonders, da Sie mit John Treadwell angereist kamen. Aber nach dessen Ermordung und nachdem ich Sie zu mir nach Hause gebracht hatte, begann ich Ihnen zu glauben. Und jetzt bin ich mir sogar ganz sicher, daß Sie die Wahrheit sagen.«
»Danke.« Ich seufzte erleichtert auf und sah mich um. Außer uns hatten sich nun noch ein paar weitere Fahrgäste in den Speisewagen begeben und plapperten munter darauf los. Der Zug machte einen kurzen Halt an einem Ort namens Dendera. Auf meiner Armbanduhr war es sieben.