Headhunt - Feldzug der Rache (German Edition)
- Автор: Престон Дуглас, Чайлд Линкольн
- Серия: Ein Fall für Special Agent Pendergast #17
- Год: 2018
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Триллеры
Электронная книга - «Headhunt - Feldzug der Rache (German Edition)». Краткое содержание книги:
Kathees Augen weiteten sich. »Wollen Sie damit sagen, dass der Enthaupter auch weiterhin die Superreichen töten wird?«
Harriman ließ einen langen, bedeutungsvollen Augenblick verstreichen. Dann nickte er. Zeit, Öl ins Feuer zu gießen. »Ja. Aber wir sollten nicht selbstgefällig werden. Es mag ja sein, dass er mit den Reichen und Mächtigen beginnt«, sagte er anspielungsreich. »Doch wenn wir seine Warnung nicht beherzigen … dann lässt er es möglicherweise nicht dabei bewenden. Uns allen droht Gefahr, Kathee, jedem Einzelnen von uns.«
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Die Büros der Security-Abteilung des Seaside Financial Building, und hier vor allem von LFX Financial, befanden sich im Untergeschoss in mehreren fensterlosen Räumen mit Wänden aus gestrichenen Betonschalsteinen und funktionalen Metallmöbeln. Doch das eigentliche Überwachungssystem war, wie D’Agosta gleich bei ihrem Eintreten erkannte, hochmodern, brandneu und wurde von einer mehr als kompetenten Gruppe geleitet. Der Leiter der Sicherheitsteams, ein Typ namens Hradsky, hatte sämtliche Aufzeichnungen der Überwachungskameras aus dem gesamten Gebäude beschlagnahmt, geordnet und für die NYPD-Technikteams, die die Aufnahmen mitgenommen hatten, auf Festplatten kopiert. Doch D’Agosta wollte nicht warten und sich das Material im 1PP ansehen, was Stunden, wenn nicht einen ganzen Tag dauern würde. Er wollte die Aufzeichnungen sofort sehen. Und deshalb hatte Hradsky sie freundlicherweise geordnet und alles vorbereitet, damit sie gleich loslegen konnten, als D’Agosta und Pendergast mit Sergeant Curry im Schlepptau eintrafen.
»Meine Herren, hereinspaziert.« Hradsky war ein kleiner Mann mit schwarzen Haaren, strahlend weißen Zähnen, rosa Zahnfleisch und einem breiten Lächeln, das er anscheinend ständig zur Schau stellte. Er sah eher aus wie ein Friseur und weniger wie ein Security-Experte. Während D’Agosta ihn dabei beobachtete, wie er im Vorführraum herumwuselte, dieses einschaltete, jenes einstöpselte und auf dieser und jener Tastatur tippte, wurde ihm allerdings klar, dass sie verdammt viel Glück hatten. Die meisten Leiter von Sicherheitsdiensten waren wenig hilfreich, wenn nicht sogar offen feindselig. Dieser Mann wollte ihnen zu Gefallen sein und wusste eindeutig, was er tat.
»Also, was genau möchten die Herren denn gerne sehen?«, fragte Hradsky. »Wir verfügen über jede Menge Cams und haben allein am gestrigen Tag über tausend Stunden Videomaterial generiert. Wir haben das alles schon Ihren Leuten mitgegeben.«
»Was ich möchte, ist ganz einfach. Es gibt eine Kamera direkt vor der Tür zum Chefbüro. Ich möchte, dass Sie den Feed aufrufen und in dem Moment starten, in dem die Leichen entdeckt wurden – und die Aufzeichnung mit doppelter Geschwindigkeit zurücklaufen lassen.«
»Wie Sie wünschen.«
Hradsky benötigte nur einen Moment, dann hatte er alles eingerichtet und den Raum abgedunkelt. Auf dem Monitor erschien ein überraschend scharfes Bild mit einer Weitwinkelansicht auf die doppelflügelige Tür und den Bereich ringsum, mit den Schreibtischen auf beiden Seiten. Die Aufzeichnungen setzten ein mit dem Mann, der die Leichen gefunden hatte, wie er mit dem Kopf in den Händen dasaß, während neben ihm eine der Sekretärinnen auf eine Couch gelegt wurde. Dann erhoben sich beide, und der Mann zog die Frau rückwärts in das Chefbüro. Einige Augenblicke später kamen sie wieder heraus, rückwärts gehend – und da sah man den Mann, wie er, zusammen mit der Frau, am Griff der verschlossenen Tür rüttelte. Dann ging die Frau zurück zu ihrem Schreibtisch, der Mann geriet erneut außer Sicht, und die Tür blieb geschlossen. Gleichzeitig schwärmten mehrere Personen im Vorzimmer hierhin und dorthin aus.
Sie warteten, während die Sekunden weiter rückwärts liefen. Dann aber öffnete sich die Tür, und ein Mann mit einem großen Instrumentenkasten erschien links im Bild; er ging rückwärts und trat rückwärts durch die Bürotür. Die Tür schloss sich.
»Stopp!«, sagte D’Agosta.
Hradsky hielt die Aufzeichnung an.
»In Zeitlupe vorspulen.«
Hradsky ließ die Aufnahme vorwärts laufen. Jetzt öffnete sich die Tür. Der Mann verließ das Zimmer.
»Standbild.« D’Agosta erhob sich und schaute auf das Bild. Es war erstaunlich scharf. »Das ist doch unser Mann, oder? Er ist als Letzter aus dem Büro gekommen, ehe die Leichen gefunden wurden. Das muss er sein.« Er blickte Pendergast an und rechnete fast damit, dass er widersprach.
Aber nein. Pendergast sagte: »Ihre Logik ist unbestreitbar.«
»Sehen Sie sich doch mal das Ding an, das er da trägt. Groß genug für ein Schwert oder zwei Köpfe! Und die Zeitmarke entspricht genau der Zeit, die der Rechtsmediziner als Todeszeitpunkt festgestellt hat. Heiliger Bimbam, das ist er!«
»So erscheint es zweifellos«, sagte Pendergast.
»Also, wer ist es?« D’Agosta wandte sich zu Hradsky um. »Haben Sie den Mann schon mal gesehen?«
Hradsky ließ das Bild vorwärts und rückwärts laufen, isolierte das Gesicht des Mannes, vergrößerte es und betätigte ein paar Software-Regler, um es schärfer einzustellen. »Er kommt mir bekannt vor. Ich glaube, er arbeitet hier. Mensch, das ist ja McMurphy!«
»Wer ist das?«
Er drückte einen Knopf. Auf dem Bildschirm erschien eine digitale Personalakte. Zu sehen war das Foto eines Mannes, daneben sein Name: Roland McMurphy, stellvertretender Vizepräsident, samt allen Daten: Telefon, Adresse an der Columbus Avenue, allem.
»Das ist unser Mann.« Endlich. D’Agosta hatte Mühe, seine Hochstimmung aus der Stimme herauszuhalten.
»Hm«, sagte Hradsky, »ich glaube nicht.«
»Was meinen Sie damit?«
»McMurphy? Ich kann mir nicht einmal im Traum vorstellen, dass er so etwas tun würde. Wissen Sie, er ist einer von diesen Männern mit abfallenden Schultern und Doppelkinn, ein Hypochonder, Schmetterlingssammler, Cellospieler, der huscht hier im Haus herum, als würde er im nächsten Moment ausgepeitscht.«
»Manchmal sind es die Typen, die man am wenigsten verdächtigt«, sagte D’Agosta. »Die dann plötzlich durchdrehen.«
»Wir können verifizieren, ob er anwesend war. Wir führen digitale Aufzeichnungen von jedem, der das Gebäude betritt und wieder verlässt.« Hradsky blätterte auf dem Bildschirm durch irgendwelche Akten. »Hier steht, dass er nicht zur Arbeit erschienen ist – anscheinend hatte er sich krankgemeldet.«
»Dann hat er sich krankgemeldet und sich unbemerkt ins Gebäude geschlichen.« D’Agosta drehte sich zu Curry um. »Schicken Sie zwei Streifenwagen zu seiner Wohnung, mit einem Back-up- und einem Spezialeinsatzkommando in Rufbereitschaft. Tun Sie’s jetzt.«
»Ja, Lieutenant.« Curry entfernte sich einige Schritte, zog sein Handy aus der Hosentasche und tätigte die Telefonate.
Hradsky räusperte sich. »Ich würde meinen, dass das, was Sie da unterstellen, nämlich dass er sich unbemerkt in das Gebäude geschlichen hat, schwierig, wenn nicht gar unmöglich sein dürfte. Wir haben hier das neueste Überwachungssystem.«
Pendergast sagte ruhig: »Darf ich eine Bitte äußern?«
D’Agosta blickte ihn an. »Ja, nur zu.«
»Der Mörder hat das Büro um 16.01 Uhr verlassen. Wie lange dauert es, um von dort zum Haupteingang zu kommen?«
»Sechs bis acht Minuten, würde ich sagen.«
»Ausgezeichnet. Schauen wir uns einmal die Lobby-Kamera um 16.07 Uhr an, um festzustellen, ob er das Gebäude verlassen hat.«
Hradsky nahm die nötigen Einstellungen vor; einen Augenblick später beobachteten sie tatsächlich, wie der Mann mit dem Cellokasten um 16.08 Uhr die Eingangshalle verließ.
»Und jetzt«, sagte Pendergast, »lassen Sie mal die ursprüngliche Büro-Cam weiter rückwärts durchlaufen, bis wir sehen, wie er das Büro betritt.«
Sie schauten zu, wie das Video zurücklief, und dann sahen sie, wie der Mann aus der Tür kam und rückwärts außer Sicht ging.
»15.50 Uhr«, sagte Pendergast. »Jetzt wissen wir, dass der Mord im Lauf von elf Minuten stattgefunden hat, zwischen 15.50 und 16.01. Ausgezeichnet. Mr. Hradsky zeigen Sie uns die Lobby-Cam acht Minuten vorher, damit wir sehen, ob der Mann das Gebäude betritt.«