Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Научная фантастика » Winterplanet [The Left Hand of Darkness - de]
Winterplanet [The Left Hand of Darkness - de] - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Winterplanet [The Left Hand of Darkness - de]

Электронная книга - «Winterplanet [The Left Hand of Darkness - de]». Краткое содержание книги:

Eine Zivilisation in ferner Zukunft auf einem Planeten namens Winter; eine humanoide Rasse, die Karhiden, die durch ihre besondere Geschlechtlichkeit in einer merkwürdigen Welt zwischenmenschlicher Beziehungen leben. Sie treten in monatlichen Abständen in eine sexuell erregbare Phase, die „Kemmer“, doch wissen sie vorher nie, ob sie sich in die Rolle eines männlichen oder eines weiblichen Geschlechtspartners entwickeln werden. Daß unter diesen Umständen eine Familie in unserem Sinne völlig undenkbar ist und sich ganz andere psychologische und soziale Bindungen ergeben, die auf alle Bereiche menschlichen Zusammenlebens ausstrahlen, ist natürlich einzusehen. Aber wie stark unsere zwischenmenschlichen Beziehungen im engsten und weitesten Sinn, die wir als ganz selbstverständlich erachten, von der biologischen Zufälligkeit einer bipolaren Sexualität abhängig sind, wird erst deutlich, wenn man diesen glänzend und mit bewundernswertem Einfühlungsvermögen geschriebenen Roman gelesen hat, der in seiner bizarren Exotik und in der Zeichnung der Charaktere Frank Herberts Roman DER WÜSTENPLANET übertrifft und sowohl mit dem HUGO-GERNSBACK-Preis als auch mit dem NEBULA-Award des amerikanischen SF- Schriftstellerverbandes ausgezeichnet wurde.
1 ... 37 38 39 40 41 42 43 44 45 ... 76
Перейти на страницу:

Darum werden jene, die die Dunkelheit, die Handdarata, anrufen, vom Munde Meshes verspottet und bespien, denn sie nennen, was nicht ist, nennen es Anfang und Ende.

Es gibt weder Anfang noch Ende, denn alle Dinge liegen im Mittelpunkt der Zeit. Wie alle Sterne sich in einem runden Regentropfen, der in der Nacht fällt, spiegeln können: so spiegeln auch alle Sterne diesen Regentropfen. Es gibt weder Dunkelheit noch Tod, denn alle Dinge sind im Licht des Augenblicks, und ihr Anfang und ihr Ende sind eins.

Ein Mittelpunkt, ein Sehen, ein Gesetz, ein Licht.

Blickt in das Auge Meshes!

DREIZEHNTES KAPITEL

Auf der Farm

Durch Estravens plötzliches Auftauchen, seine Vertrautheit mit meinen Angelegenheiten und die verbissene Dringlichkeit, mit der er seine Warnungen vorgebracht hatte, in tiefe Unruhe versetzt, winkte ich ein Taxi herbei und ließ mich zu Obsles Insel fahren. Ich wollte den Commensal fragen, woher Estraven das alles wußte, und warum er so plötzlich aus dem Nichts aufgetaucht war, um mich zu überreden, genau das zu tun, wovon mir Obsle gestern abgeraten hatte. Der Commensal war ausgegangen, der Türhüter wußte weder, wo er war, noch wann er wiederkommen würde. Ich fuhr zu Yegey, hatte aber dort auch kein Glück. Es herrschte Schneetreiben, das dichteste seit dem Herbstanfang; mein Chauffeur weigerte sich, mich weiter zu fahren als bis zu Shusgis’ Haus: Er habe keine Schneeklauen an den Reifen. An diesem Abend konnte ich weder Obsle noch Yegey oder Slose per Telefon erreichen.

Beim Essen erklärte mir Shusgis, warum: Es wurde gerade ein Yomesh-Festtag gefeiert — die Zeremonie der Heiligen und Thronerhalter -, und man erwartete, daß sich die hohen Beamten der Commensalität im Tempel zeigten. Darüber hinaus erklärte er mir Estravens Verhalten überaus geschickt als das eines Mannes, der einstmals mächtig gewesen, nun aber gestürzt worden sei und jede Gelegenheit ergreife, Personen oder Geschehnisse zu beeinflussen: jedesmal hektischer und verzweifelter, da er, wie er selber erkennt, mit der Zeit immer tiefer in ohnmächtige Anonymität versinkt. Ich stimmte zu, daß diese Auslegung Estravens aufgeregtes, beinahe hysterisches Verhalten erklären könne. Dennoch hatte er mich mit seiner Nervosität angesteckt. Das ganze lange und schwere Mahl hindurch fühlte ich mich beunruhigt. Shusgis redete ununterbrochen auf mich, die vielen Angestellten, Gehilfen und Speichellecker ein, die jeden Abend an seinem Tisch saßen; noch nie hatte ich ihn so langatmig, so unermüdlich jovial erlebt. Als wir das Essen hinter uns gebracht hatten, war es zu spät geworden, um noch einmal auszugehen, und außerdem würde die Zeremonie die Commensalen, wie Shusgis sagte, ohnehin bis nach Mitternacht beschäftigen. Also beschloß ich, die letzte Mahlzeit ausfallen zu lassen, und begab mich früh zu Bett. Irgendwann zwischen Mitternacht und Morgengrauen wurde ich von völlig fremden Leuten aus dem Schlaf gerissen, die mir barsch erklärten, ich stehe unter Arrest, und mich von bewaffneten Wachtposten ins Kundershaden-Gefängnis bringen ließen.

Das Kundershaden-Gefängnis ist alt — eines der wenigen alten Gebäude, die noch in Mishnory übriggeblieben sind. Ich hatte es schon oft gesehen, wenn ich in der Stadt spazierenging: ein langgestrecktes, schmutziges, bedrohlich wirkendes Bauwerk mit vielen Türmen, das sich von all den farblosen Riesenkästen der Commensal-Bürokratie auffallend unterschied. Es ist genauso, wie es aussieht und heißt: ein Gefängnis. Es ist keine falsche Fassade für etwas anderes, es ist auch kein Pseudonym. Es ist das Wahre, das Echte, die Realität hinter der Bezeichnung.

Die Wachen, robuste, kräftige Männer, stießen mich durch die Korridore und ließen mich dann in einem kleinen, sehr verdreckten und sehr hell erleuchteten Zimmer allein. Nach ein paar Minuten schob sich ein zweites Wachkommando herein, das einen schmalgesichtigen Mann, eindeutig eine Autoritätsperson, eskortierte. Er entließ sie alle bis auf zwei. Ich fragte ihn, ob man mir gestatten werde, Commensal Obsle eine Nachricht zu schicken.

»Der Commensal weiß von Ihrer Verhaftung.«

»Er weiß davon?«fragte ich verblüfft.

»Meine Vorgesetzten handeln selbstverständlich auf Befehl der Dreiunddreißig. Wir werden Sie jetzt einem Verhör unterziehen.«

Die Wachen packten meine Arme. Ich wehrte mich und sagte wütend:»Ich bin durchaus bereit, Ihre Fragen zu beantworten. Die Einschüchterung können Sie sich sparen!«Der Schmalgesichtige hörte nicht auf meinen Protest, sondern rief noch einen weiteren Wachmann herein. Zu dritt schnallten sie mich auf einen verstellbaren Tisch, zogen mich aus und injizierten mir, wie ich annehme, eine Wahrheitsdroge.

Ich weiß nicht, wie lange das Verhör dauerte, und auch nicht, um welches Thema es ging, denn ich stand die ganze Zeit bis zur Bewußtlosigkeit unter Drogen und kann mich an nichts mehr erinnern. Als ich wieder zu mir kam, hatte ich nicht die geringste Ahnung, wie lange man mich in Kundershaden behalten hatte: nach meinem körperlichen Zustand zu urteilen, vier bis fünf Tage, aber ganz sicher war ich nicht. Eine Zeitlang wußte ich auch nicht, welchen Tag des Monats, ja nicht einmal, welchen Monat wir hatten, und wurde mir überhaupt erst allmählich meiner Umgebung bewußt.

Ich befand mich in einem Lastwagen, ganz ähnlich demjenigen, der mich über den Kargav nach Rer gebracht hatte; nur war ich diesmal im Laderaum, statt in der Fahrerkabine. Außer mir gab es noch zwanzig bis dreißig andere Personen, aber ihre Zahl war schwer zu bestimmen, da der Laderaum keine Fenster hatte und nur durch einen Schlitz in der Hecktür, der noch dazu mit vier Lagen Maschendraht gesichert war, ein wenig Licht hereinfiel. Wir waren anscheinend schon eine ganze Weile unterwegs, als ich das Bewußtsein wiedererlangte, denn jeder von uns hatte bereits einen Platz für sich erobert und der Gestank nach Exkrementen, Erbrochenem und Schweiß hatte inzwischen einen Punkt erreicht, an dem er weder zunehmen noch abnehmen konnte. Keiner von uns kannte den anderen. Keiner wußte, wohin wir fuhren. Gesprochen wurde nur sehr wenig. Dies war nun das zweitemal, daß ich zusammen mit den niemals klagenden, niemals hoffenden Menschen von Orgoreyn im Dunkeln eingesperrt war. Jetzt wußte ich, daß ich in jener ersten Nacht in diesem Land ein Zeichen bekommen hatte. Damals hatte ich einen Zipfel der Wahrheit in der Hand gehalten, doch ich hatte den schwarzen Keller ignoriert und die Substanz von Orgoreyn über der Erde, im hellen Tageslicht, gesucht. Kein Wunder, daß sie mir unwirklich vorgekommen war.

Ich hatte das Gefühl, daß der Lastwagen nach Osten fuhr, und konnte diesen Eindruck auch nicht loswerden, als eindeutig feststand, daß er nach Westen rollte, also immer tiefer nach Orgoreyn hinein. Auf einem fremden Planeten gerät der unterbewußte Richtungssinn vollkommen durcheinander, und wenn der Intellekt diese Fehlinformation nicht ausgleichen kann oder will, resultiert daraus eine tiefe Verwirrung, das Gefühl, daß irgendwie alles in Unordnung geraten ist.

Noch in derselben Nacht starb einer meiner Leidensgenossen. Man hatte ihn mit Prügeln oder mit Fäusten in den Magen geschlagen, er brach die ganze Fahrt über Blut und hatte Blut im Stuhlgang, den er nicht halten konnte. Niemand kümmerte sich um ihn; man konnte nichts mehr für ihn tun. Vor mehreren Stunden hatte man uns einen Plastikkrug voll Wasser hereingeschoben, aber der war schon lange leer. Zufällig saß der Sterbende rechts neben mir, also nahm ich seinen Kopf auf meine Knie, damit er ein wenig leichter atmen konnte, und so starb er. Wir waren alle nackt. Von da an jedoch klebte an meinen Beinen, Schenkeln und Händen sein Blut, ein krustiges, steifes, bräunliches Gewand, das keine Wärme gab.

Die Nacht wurde bitterkalt, so daß wir eng zusammenkriechen mußten, um etwas die Wärme zu halten. Der Leichnam, der keine Wärme mehr geben konnte, wurde ausgestoßen, beiseite geschoben. Wir anderen saßen die ganze Nacht hindurch, dicht aneinander gedrängt und ließen uns gemeinsam durchschütteln. In diesem Stahlsarg herrschte völlige Dunkelheit. Wir fuhren auf einer Landstraße, und nicht ein einziger Wagen begegnete oder überholte uns; sogar wenn man das Gesicht ganz fest an den Maschendraht preßte, konnte man durch den Türschlitz nichts anderes sehen als Dunkelheit und den ungewissen Schimmer des gefallenen Schnees.

1 ... 37 38 39 40 41 42 43 44 45 ... 76
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)