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Der Zauberfinger

Электронная книга - «Der Zauberfinger». Краткое содержание книги:

Roald Dahl, 1916-1990, war Mitarbeiter der Shell Company in Ostafrika, im Zweiten Weltkrieg Pilot bei der Royal Air Force. Er schrieb folgende Kinderbücher „Das riesengroße Krokodil, 1978; „Der fantastische Mr. Fox (rotfuchs 615); „Charlie und die Schokoladenfabrik (rotfuchs 778); „Danny oder Die Fasanenjagd (rotfuchs 315); „Sophiechen und der Riese (rotfuchs 582); „James und der Riesenpfirsich (rotfuchs 433); „Das Wundermittel, 1982; „Matilda, 1989; „Hexen hexen (rotfuchs 587); „Das Konrädchen bei den Klitzekleinen, 1992; „Die Giraffe der Peli und ich, 1993; „Sophiechen und der Riese, Theaterstücke für Kinder (rotfuchs 798) u. a.

Hansjörg Langenfass Studium an der Akademie für das grafische Gewerbe 1959-1962, Illustrator für Zeitschriften und Werbung Veröffentlichungen „Comic-Kochbuch (rotfuchs 212) u. a. Außerdem Buchausstattungen und -illustrationen: „Danny oder Die Fasanenjagd (rotfuchs 315) von Roald Dahl; Kinderbücher von Heinrich Kannover. Lebt als selbständiger Grafiker in Ismaning bei München
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„Auch keine Schnecken", sagte Willi.

Frau Hei nahm die beiden Jungen unter ihre Flügel und drückte sie an sich.

„Keine Sorge", sagte sie. „Ich kann alles ganz fein zerkleinern, dann merkt ihr überhaupt keinen Unterschied. Leckerer Schnackbraten. Köstliche Würmberger Klopse."

„Bitte nein!" rief Willi.

„Nie!" sagte Philipp und schüttelte sich.

„Ekelhaft!" sagte Herr Hei. „Weil wir Flügel haben, brauchen wir ja nicht gleich Vogelfutter zu fressen - Verzeihung: essen. Wir essen statt dessen Äpfel. Unsere Bäume hängen voll davon. Kommt!"

Also flogen sie zu einem Apfelbaum. Aber es ist gar nicht so einfach, einen Apfel zu essen, wenn man ihn nicht in der Hand halten kann. Sobald man abbeißen will, rutscht er einem weg.

Schließlich gelang es ihnen aber doch noch, ein paar kleine Häppchen abzuknabbern. Und dann fing es an, dunkel zu werden, also flogen sie alle zum Nest zurück und legten sich zum Schlafen nieder.

Ungefähr um diese Zeit muß es gewesen sein, als ich bei uns zu Haus zum Telefon griff und Philipp anzurufen versuchte.

Ich wollte wissen, ob bei ihm zu Haus alles in Ordnung war.

„Hallo", sagte ich.

„Quack!" sagte jemand am anderen Ende. „Wer ist da?" fragte ich. „Quack-quack!"

„Philipp", sagte ich, „bist du das?" „Quack-quack-quack-quack-quack!"

„Ach, hör doch auf!" sagte ich.

Darauf gab es ein sehr komisches Geräusch. Es hörte sich an wie ein Vogel, der lacht.

Ich legte schleunigst den Hörer auf.

„Oh, dieser Zauberfinger!" rief ich. „Was hat er bloß mit meinen Freunden gemacht?"

In der Nacht, während Herr und Frau Hei und Philipp und Willi in ihrem hohen Nest ein bißchen zu schlafen versuchten, erhob sich ein gewaltiger Wind. Der Baum schwankte hin und her, und alle, sogar Herr Hei, hatten Angst, das Nest könne herunterfallen. Dann kam der Regen. Es regnete und regnete, und das Wasser lief ins Nest, und alle wurden durch und durch naß - und, ach! es war eine ganz, ganz schreckliche Nacht!

Endlich kam der Morgen und mit ihm die warme Sonne.

„So!" sagte Frau Hei. „Das ist ja nun zum Glück vorbei! Ich möchte nie wieder in einem Nest schlafen!" Sie richtete sich auf und guckte über den Rand...

„Hilfe!" schrie sie. „Da! Guckt mal da unten!" „Was ist denn, meine Liebe?" fragte Herr Hei. Er stand auf und linste vorsichtig über den Nestrand. Und kriegte den größten Schreck seines Lebens!

Unten auf der Erde standen die vier Riesenenten, so groß wie Menschen, und drei von ihnen hielten eine Flinte im Anschlag. Eine hatte Herrn Heis Flinte, eine hatte Philipps Flinte und eine hatte Willis Flinte.

Alle drei Flinten zeigten genau auf das Nest.

„Nein! Nein! Nein!" riefen Herr und Frau Hei gleichzeitig. „Nicht schießen! Bitte nicht schießen!"

„Warum nicht?" fragte eine von den Enten. Es war die, die keine Flinte hielt. „Ihr schießt doch auch immer auf uns."

„Oh, das ist aber nicht dasselbe!" sagte Herr Hei.

„Wir dürfen Enten schießen!"

„Wer hat gesagt, daß ihr es dürft?" fragte die Ente.

„Einer sagt's dem anderen. Wir erlauben es uns gegenseitig", antwortete Herr Hei. „Na, prima", sagte die Ente. „Und jetzt erlauben wir es uns gegenseitig, euch zu schießen."

(Für mein Leben gern hätte ich Herrn Heis Gesicht in dem Augenblick gesehen!)

„Oh, bitte!" rief Frau Hei. „Unsere beiden kleinen Kinder sind hier oben bei uns! Ihr wollt doch sicher nicht meine Kinder totschießen!" „Gestern habt ihr meine Kinder totgeschossen", sagte die Ente. „Alle sechs habt ihr mir totgeschossen."

„Ich will's nie wieder tun!" rief Herr Hei. „Nie, nie, nie!"

„Ehrlich?" fragte die Ente. „O ja, ehrlich!" sagte Herr Hei. „In meinem ganzen Leben will ich nie wieder eine Ente schießen!"

„Das genügt nicht", sagte die Ente. „Nämlich zum Beispiel die Rehe?"

„Ich tu alles, was ihr von mir wollt, wenn ihr nur endlich die Flinten herunternehmt!" rief Herr Hei. „Ich schieße bis an mein Lebensende keine Ente mehr und kein Reh mehr und überhaupt nichts mehr!"

„Gibst du mir dein Wort darauf?" fragte die Ente. „Ja! Ja!" sagte Herr Hei. „Wirfst du deine Flinten weg?" fragte die Ente. „Ich zerbreche sie in tausend winzige Stücke!" sagte Herr Hei. „Und ihr braucht nie wieder Angst vor mir oder meinen Kindern zu haben." „Gut", sagte die Ente. „Dann dürft ihr jetzt runterkommen."

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