Der Krieg der Zwerge
- Автор: Хайц Маркус
- Серия: die zwerge #2
- Год: 2004
- Язык: немецкий
- Год: Piper Verlag GmbH
- ISBN: 3-492-70093-4
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Der Krieg der Zwerge». Краткое содержание книги:
Mit sicherem Griff suchte er Hammer, schmale Zangen, kleine Stemmbeitel und eine lange Eisenstange zusammen, während Narmora die Risszeichnungen seiner neuesten Erfindungen betrachtete.
»Einen Kran, den man rollen kann?«, staunte sie.
Er nickte strahlend. »Ich war es leid, sie ständig auf- und wieder abbauen zu müssen. Auf diese Weise sparen wir Zeit und können dort weitermachen, wo es gerade dringend notwendig ist.
Wenn alles gut für uns läuft, erhebt sich Porista bald schöner als je zuvor.«
Narmora küsste ihn leidenschaftlich. »Unser Kind wird in einer Stadt aufwachsen, die von seinem Vater errichtet wurde«, sagte sie stolz. »Ich freue mich für dich!«
»Es war eine gute Entscheidung gewesen, der Bitte Andôkais zu folgen und den Menschen zu helfen, die Stadt von Grund auf neu zu errichten.« Er schloss sie behutsam in die Arme, um nicht zu sehr gegen ihren Bauch zu drücken. »Du sollst wissen, dass die Maga es dir verdankt, dass ich hier und nicht in Mifurdania bin, wie es nämlich der beste Mime des Geborgenen Landes vorsah.«
»Ach? Haben wir einen Neuen in der Truppe?« Narmora fuhr ihm durch die kurzen, schwarzen Haare. »Ich weiß doch, dass dein Talent in einem Theater vergeudet wäre. Hier hast du die Gelegenheit, mit deinem Einfallsreichtum mehr zu erreichen.«
»Das habe ich gehört«, rief Rodario aus dem Hintergrund empört. »Ich habe alles gehört, Hexe mit der spitzen Zunge. Lass den Mann gehen, damit er mich von dem Eisenkleid erlöst.«
Furgas lachte und streichelte ihr Gesicht. »Es macht mir beides Spaß. Aber Andôkai bezahlt besser als mein Compagnon.« Er berührte ihre Lippen mit den seinen. »Geh schon nach Hause, Narmora. Ich komme nach, sobald ich den Retter des Geborgenen Landes befreit habe.«
Sie löste sich von ihm und ging zur Hintertür, zögerte, als sie den Riegel zurückschob, und beobachtete ihn, wie er das Werkzeug nahm und nach seinem Freund sah.
Niemals war sie sich sicherer gewesen, einen Mann nicht mehr verlassen zu wollen, nicht für alle Macht und alles Gold, das ihr die Maga zum Ausgleich bieten konnte. Mag sein, dass ich die Fertigkeiten einer Maga in mir trage. Doch sie sollen ruhen, ich benötige sie nicht.
Ihre Augen fielen zufällig auf die Ecke eines Papiers, das er anscheinend vor ihr verborgen hatte. Neugierig zog sie es hervor und juchzte unterdrückt auf. Es waren die Zeichnungen für eine außerordentlich hübsche Kinderwiege. Er ist mir das Liebste auf der Welt. Gerührt huschte sie hinaus.
Furgas gelangte zu dem eingeschlossenen Schauspieler, setzte den Beitel an und hebelte die verkeilten Eisenplatten auseinander. »Ich bin mir sicher, dass kein Krieger es geschafft hätte, sich seine Rüstung bei einem Sturz vom Pferd so zu verkanten, wie du es getan hast«, lobte er ihn stichelnd.
»Alles, was ich tue, ist von besonderer Vortrefflichkeit«, kommentierte Rodario gelassen.
Kreischend trennten sich die Metallstücke. Nun setzte Furgas die Zange ein, um die verbogenen Schnallen gerade zu drücken. »Ich bin froh, dass du dich hast umstimmen lassen«, sagte er währenddessen.
»Na, blieb mir denn eine andere Wahl? Was wäre ich ohne dich, meinen brillanten Magister technicus, verantwortlich für die herzallerliebsten Feuerspiele, die offenen Münder und die glücklichen Gesichter der Spectatores, denen danach das Geld nur so aus der Tasche fliegt?« Rodario erkannte, dass er soeben unwillentlich für eine Gehaltserhöhung für Furgas plädiert hatte, und fuhr hastig fort. »Aber leider, leider besitzen die armen Leute von Porista nicht eben große Reichtümer, sodass wir uns alle, die nicht von einer Maga zusätzlichen Lohn beziehen, in Bescheidenheit üben müssen.«
Grinsend arbeitete Furgas weiter. »Dafür wirst du dann, wenn Porista als Hauptstadt des einzigen Zauberreichs in neuem Glanz erblüht, der Besitzer des einmaligsten Theaters des Geborgenen Landes sein. Du hast das Haus von Andôkai geschenkt bekommen, vergiss es nicht.« Die Backen der Zange kämpften gegen das Eisen und schoben es wieder an seine ursprüngliche Position; Furgasʹ geschickte Finger lösten die Halterung, und der Harnisch fiel zu Boden. »Fertig.«
»Furgas, mein Bester, das war mal wieder glänzende Arbeit!« Der Mime riss sich den Helm vom Kopf, schüttelte die Armpanzerung ab und richtete sein zerzaustes Bärtchen. »Es wurde immer heißer darin. Ich könnte niemals ein Krieger sein, und ich danke den Göttern, dass sie mir eine Gabe zuteil werden ließen, die mir Reichtum und Weiber bringt.«
»Bei Andôkai hat deine göttliche Segnung jedoch versagt.« Furgas packte die Utensilien zusammen und brachte sie in die Werkstatt zurück, Rodario sammelte die Einzelteile der Rüstung ein und folgte ihm.
»Gar schrecklich Pein und großer Schmerz, die Worte dein, sie trafen mein empfindlich Herz.« Er deutete auf den Boden, seine Stimme wurde leiderfüllt. »Sieh, da liegt es, erneut in den alten Scherben, welche ich nach dem Unglück mit der Maga einsammelte und sorgsam kittete.« Er richtete den ausgestreckten Arm anklagend gegen Furgas. »O grausam Compagnon...«
»Rodario, die Probe ist zu Ende!«, erinnerte ihn der Magister technicus, während er Beitel, Hammer und Zange einsortierte. »Leg die Stücke auf die Werkbank, ich werde sie mir morgen noch einmal ansehen.«
Augenblicklich wurde aus dem eben noch zutiefst bekümmerten Rodario ein heiterer Mann; locker schritt er zum Tisch und knallte die Rüstung darauf. »Die Kunst der Schauspielerei, mein werter Freund, muss stets und überall erprobt werden, damit sie geschmeidig bleibt und die Worte fließen wie Wasser aus einer Quelle.«
»Lass sie im Gasthaus plätschern, damit die allein stehenden Frauen und ihre Töchter dich anhimmeln können.« Furgas löschte die Lampen bis auf eine, schloss den Hintereingang ab und drängte seinen Freund in den Aufführungsraum. »Halte den kleinen Rodario ein wenig im Zaum, damit wir es nicht mit zu vielen erbosten Ehemännern und Verlobten, Brüdern und Vätern zu tun bekommen. Großbrückstein und Königstein hätten dir eine Lehre...«
Mit einer herrschaftlichen Geste hob Rodario Einhalt gebietend die Hand. »Oh, bitte. Ich breche nicht jede Blume, die ich auf meinen Wegen entdecke.« Er drehte sich auf dem Absatz herum, schnappte sich seinen Mantel und warf ihn sich dramatisch um die Schultern. »Doch wenn sie freiwillig zu mir kommen und ihre Blütenblätter öffnen, nun, wer will es mir verwehren?«
Sie verließen zusammen das Curiosum, das 400 Schritte entfernt vom Palast und in der Nähe des Großen Marktes der Stadt lag. Furgas sicherte den Eingang mit einem Vorhängeschloss, dann reichte er dem Mimen die Hand. »Gute Nacht, alter Herzensbrecher. Eines Umlaufs wird dein kleiner Rodario an der Spitze einer Mistgabel oder einer Fahnenstange baumeln.«
»Und die Männer ob seiner Größe selbst im Tode beschämen.« Rodario zwinkerte ihm schelmisch zu. »Mein treuer Freund, immer besorgt.« Er deutete auf die Lichter eines Gasthauses. »Kommst du auf einen Becher Wein mit? Du könntest mich einladen, Erbauer des neuen Porista.« Er bekam eine Absage. »Gut, dann werde ich mich nach den Blumen der Stadt umsehen und mich ein wenig an ihrem Anblick erfreuen.« Er hob die Hand, die andere legte er aufs Herz. »Ich schwöre: nur anschauen.«
Furgas nickte wissend und schritt die Gasse entlang, die er immer nahm, um zu ihrer Unterkunft zu gelangen. Er und Narmora hatten es sich in einem herrenlosen Gebäude am Großen Marktplatz gemütlich gemacht; von dort aus erreichte er die zahlreichen Baustellen der Stadt am schnellsten. Das Bauen selbst überließ er denjenigen, die es gelernt hatten; ihm kam die Aufgabe zu, ihnen die Arbeit so leicht und so schnell wie möglich zu machen. Andôkai hieß mit ihrem Beinamen »die Stürmische« und nicht »die Geduldige«, und sie erwartete einen raschen Aufbau.