Электронная книга - «Innswich Horror». Краткое содержание книги:
Als er in die seltsame abgelegene Hafenpräfektur Innswich Point gelangt die auf keiner Karte zu finden ist , geht er anfänglich davon aus, dass deren Namen reiner Zufall ist nur um im Verlauf der nächsten vierundzwanzig Stunden festzustellen, dass er sich in dieser Hinsicht drastisch getäuscht hat.
Immer tiefer und tiefer dringt Morley in die dunklen Geheimnisse der merkwürdigen Stadt vor. Spielt ihm seine Fantasie einen Streich, oder gibt es wirklich derart viele Übereinstimmungen zwischen diesem entlegenen kleinen Fischerdorf und der erfundenen Stadt aus Lovecrafts Meisterwerk Schatten über Innsmouth ? Hat Lovecraft diesen Ort vor seinem Tod im Jahre 1937 vielleicht tatsächlich besucht?
Schon bald muss Morley feststellen, dass er beobachtet wird, doch sein Verfolger ist genau der Mann, nach dem er sucht: ein einheimischer Zuhälter und Heroinsüchtiger, der angeblich das unaussprechlichste Geheimnis der Stadt kennt. Weiß er vielleicht auch, welches Mysterium bewirkt hat, dass ungewöhnlich viele Frauen der Stadt gleichzeitig schwanger sind?
Morley wird von unnatürlichen Dingen heimgesucht, und als dieser malerische Zufluchtsort in ein Chaos aus Andersartigkeit, Perversion und dem lauernden, ungezügelten Bösen stürzt, trifft er endlich die Frau, die im Verborgenen Lovecrafts Kind zur Welt gebracht hat, nur um noch tiefer in einem unterirdischen Sumpf und einer Nacht voller verkörperter Schrecken zu versinken.
Denn das schlimmste Geheimnis von allen, das unter den vermodernden Landungsstegen und hinter den verwitterten Fassaden des heruntergekommenen Dörfchens Innswich Point lauert, wurde noch lange nicht enthüllt ...
DER AUTOR
Der amerikanische Schrifsteller Edward Lee wurde am 25 Mai 1957 in Washington D.C. geboren und wuchs in Bowie, Maryland auf. Lee verfasste mehr als 40 Bücher, wovon mehr als die Hälfte als Mass Market Paperback veröffentlicht worden sind. Seine Kurzgeschichten erschienen in unzähligen Anthologien darunter auch die preisgekrönte Anthologie 999. Für seine Erzählung Mr. Torso wurde er für den Bram Stoker Award nominiert. Viele Übersetzungsrechte wurden an deutsche, griechische und rumänische Verleger verkauft. Lee veröffentlicht außerdem für Kleinverlage limitierte Hardcover Bücher, viele davon wurden bereits zu echten Sammlerstücken. Mehr über Edward Lee erfährt man auf seiner Homepage http://www.edwardleeonline.com
Titel der Originalausgabe: The Innswich Horror
© 2010 by Edward Lee
Großer Gott!, dachte ich angewidert, als ich in das altersschwache Fahrzeug stieg; meine Hose wurde augenblicklich von dem Vorkommen an Zalens Blut durchtränkt, das sich hier bei dessen Ausweidung und Zerstückelung gebildet hatte. Ich saß einen Augenblick lang still da, begutachtete bedächtig die unmittelbare Umgebung durch die Windschutzscheibe und sah nichts – absolut nichts – Ungewöhnliches. Wenn mich diese Vollblütigen jagen, dann geben sie sich dabei bisher aber keine große Mühe. Doch dann überfiel mich eine düstere Erinnerung: Zalens frühere Besorgnis über den Zündmechanismus des Wagens. Ich war Antiquar und Philanthrop, kein Autodieb. Wenn der Wagen ein Zündschloss hat, dann habe ich keine andere Wahl, als Onderdonks halb garen Körper aus dem Räucherfass zu holen und in seinen Taschen nach dem Schlüssel zu suchen … Ich holte meine Taschenlampe heraus, schloss mein Zielauge, um dessen Nachtsicht zu bewahren, dann, bloß für einen Sekundenbruchteil, schaltete ich vor dem Armaturenbrett die Lampe ein.
Mir rutschte das Herz in die Hose.
Die Lampe beleuchtete den Schlitz eines Zylinderschlosses, das in das Armaturenbrett eingebaut war.
»Hier ist der Schlüssel, Mr. Morley«, sagte auf einmal eine leise Stimme direkt neben dem offenen Wagenfenster. War mein Herz eben noch in tiefster Verzweiflung versunken, hüpfte es mir nun vor Schreck beinahe aus dem Mund.
Es war Klein Walter, der neben dem Wagen stand.
»In Himmels Namen, Junge!«, flüsterte ich zurück. »Deinetwegen wäre mein Herz fast stehen geblieben!« Doch dann wanderte mein Blick zu seiner jugendlichen Hand, und ich stellte fest, dass seine Behauptung zutraf. »Wie … Wie in aller Welt hast du …«
Ein leicht stolzes Lächeln zeichnete sich auf seinen Lippen ab. »Mr. Onderdonk hat den Schlüssel immer unter dem Fußabtreter aufbewahrt; ich habe ihn den oft dort hinlegen sehen, Sir, während meiner Wanderungen durch den Wald.«
»Du hast nicht nur gute Manieren«, lobte ich ihn, »sondern bist auch noch tüchtig.« Ich blinzelte. »Aber du hast doch eben noch geschlafen.«
»Ich bin aufgewacht und habe Sie und meine Mom reden gehört, deshalb bin ich auf eigene Faust hierher gekommen, um den Schlüssel für Sie zu holen.«
Das war freilich ein Geschenk, mit dem ich niemals hätte rechnen können. »Du bist ein guter Junge, Walter, und ein sehr tapferer noch dazu. Doch hier draußen ist es über die Maßen gefährlich. Weißt du über …« Ich wusste nicht, wie ich es sagen sollte.
»Ich weiß alles über die Vollblütigen, Sir. Ich habe sie ein paar Mal gesehen, aber heute Nacht habe ich eine ganze Menge von ihnen gesehen.«
Und das ist meine Schuld, rief ich mir ins Gedächtnis. Walters Mut war lobenswert, aber er brachte ihn durchaus in große Gefahr. »Steig in den Wagen zu mir, Walter. Wir holen jetzt deine Mutter ab, dann nehme ich euch beide mit und ihr könnt bei mir leben.«
»Aber Sie werden Hilfe brauchen, Sir«, entgegnete er. »Es wäre am besten, wenn ich auf der Ladefläche sitze. Ich bekomme kein gutes Ziel, wenn ich mit Ihnen im Wagen sitze.«
»Kein gutes Ziel? Walter, wovon redest du?«
Er hob seinen selbst gebauten Bogen hoch. »Sie könnten versuchen, die Straße zum Haus zu versperren, aber ich bin ein ziemlich guter Schütze.«
Unwillkürlich musste ich grinsen. »Bursche, du bist bestimmt der mutigste Junge, der mir je begegnet ist, aber ich befürchte, Pfeile mit Saugnäpfen werden gegen die Vollblütigen nicht viel ausrichten können.«
Dann zeigte er mir eine Handvoll echter Pfeile.
»Sehen Sie, Mr. Morley? Wir sollten lieber losfahren, bevor sie kommen.«
Was konnte ich solch jugendlichem Genie und bereitwilligem Wagemut entgegenhalten? »Gut, Walter, steig hinten ein und sei wachsam … Und drück uns die Daumen, dass diese alte Kiste anspringt.«
Der Junge sprang hinten auf. Mit geweiteten Augen und zitternden Lippen steckte ich den Schlüssel ins Schloss, sprach ein Gebet, das jedoch deprimierend kraftlos schien, und drehte den Schlüssel herum.
Der verrostete Koloss ruckelte und stieß ein lautes, metallisches Jaulen aus, bei dem mir die Nackenstränge rausstanden, sprang dann aber rumpelnd an. Es knirschte bei meinem Versuch, den ersten Gang einzulegen, und ich biss die Zähne zusammen, dann setzten wir uns endlich in Bewegung. Der Wagen war tatsächlich fahrtüchtig, doch der Krach, den er beim Starten gemacht hatte, musste bestimmt noch in der Stadt zu hören gewesen sein.
Ich fuhr los und wendete schleunigst, sodass der Kies und die Austernschalen unter den abgenutzten Reifen knirschten. »Pass gut auf!«, rief ich Walter zu, als ich über die Notwendigkeit nachdachte, die Frontscheinwerfer ausgeschaltet zu lassen. »Ja, Mr. Morley!«, erwiderte der Junge, und als ich durch das Loch, in dem sich einst eine Glasscheibe befunden hatte, nach hinten blickte, sah ich, dass der Junge sich auf der Ladefläche postiert hatte und seinen primitiven Bogen bereithielt. Mir wurde bewusst, dass ich in seinem Alter nicht ein Zehntel seines Muts besessen hatte. Ich werde ihn großziehen, als wäre er mein eigener Sohn, schwor ich, und ich werde der Vater sein, den er nie hatte, und dasselbe gilt auch für Marys Baby … Rostige Federn knirschten, als ich das archaische Vehikel über die zerfurchte Straße Richtung Stadt steuerte. Der Mond schien sein Licht in den wenigen Sekunden, in der die Straße uns preisgab, derart auf uns zu versprühen, dass die Straße selbst sowie die Bäume und die Vegetation an deren Rand zu schillern schienen, und das ließ mich an Lovecrafts Meisterwerk Die Farbe aus dem All denken, von dem es heißt, es sei seine Lieblingsgeschichte gewesen. Auch wenn der Grad meiner Angst durch die Bloßstellung sprunghaft anstieg, ermöglichte das Licht mir, die Straße in beide Richtungen zu überblicken. Doch wo ich erwartet hatte, Feinde zu Gesicht zu bekommen, war erneut nichts dergleichen zu entdecken.
Seltsam, dachte ich. Es sei denn, sie liegen irgendwo auf der Lauer …
Der altersschwache Wagen schaukelte, als ich das Lenkrad drehte und ihn auf den langen, holperigen Waldweg steuerte, der uns zum Haus führen würde. Auf einmal wurden wir von der Dunkelheit verschluckt, die nur hin und wieder vom Mondlicht durchbrochen wurde; die Kronen der Bäume verschmolzen über dem Weg beinahe miteinander und verwandelten unsere Fahrstrecke in eine Art Tunnel. Ich musste die Geschwindigkeit wegen der reduzierten Sicht jetzt deutlich heruntersetzen.
Walters blasses Gesicht spähte durch das Loch in der Rückwand herein. »Mr. Morley? Vielleicht sollten Sie die Scheinwerfer einschalten. Ich kann rein gar nichts sehen.«
Die Lichtdisziplin eines Soldaten kannte gewiss taktische Ausnahmen, ganz abgesehen davon war ich nicht im Entferntesten so etwas wie ein Soldat. Nur ein reicher Waschlappen, rief ich mir Zalens Beleidigung ins Gedächtnis, doch er hatte recht. Ich wähnte, ihn nun über mich lachen zu hören, selbst da sein verhasster Kopf derzeit gegart wurde. Doch jetzt würde ich ein Soldat sein müssen, und ich würde Risiken eingehen müssen, um erfolgreich zu sein. Ich befolgte den Rat des Jungen und schaltete die Scheinwerfer ein.
Der Junge kreischte auf, und ich tat es ihm nach.
Gestalten stürmten aus dem mit Brombeersträuchern gesäumten Wald hervor. Bevor ich auch nur zum Zielen kam, sah ich eine seltsam gekleidete Kreatur – jedoch eine mit einem eindeutig menschlichen Gesicht – sich vorwärtsstürzen, dann jedoch zurückschrecken; ihre Hand schoss an ihr Gesicht, wo ein Pfeil sie direkt in den offenen Mund getroffen hatte.