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Die Kinder von Shannara

Электронная книга - «Die Kinder von Shannara». Краткое содержание книги:

Die Kinder von Shannara - Dreihundert Jahre nach dem Tod des Druiden Allanon bilden die Vier Länder ein Bild des Jammers. Das Südland steht unter derHerrschaft der Föderation, und jegliche Magie ist strengstens untersagt. Als Par Ohmsford und sein Bruder Soll, die Kinder von Shannara, in Varfleet die alten Legenden vortragen, verfolgt man die beiden, da Par Magie angewandt habe, Auf ihrer Flucht begegnen sie einem Unbekannten, der ihnen eine merkwürdige Botschaft überbringt …
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Par sagte nichts. Obwohl seine Erinnerungen verschwommen waren, spürte er nur allzu gut, wie nahe er seinem Ende gewesen war. »Wo ist Walker?« fragte er schließlich.

»Das wissen wir nicht«, erwiderte Morgan achselzuckend. »Seit wir angekommen sind, haben wir ihn nicht mehr gesehen. Er ist einfach verschwunden.«

»Zurück in den Wildewald, nehme ich an«, fügte Coll mit Bitterkeit in der Stimme hinzu.

»Aber, aber, Coll«, beschwichtigte ihn Morgan.

Coll hob die Hände. »Ich weiß, Morgan – ich sollte ihn nicht tadeln. Er war da, als wir ihn gebraucht haben. Er hat Par das Leben gerettet, und dafür bin ich dankbar.«

»Außerdem glaube ich, daß er immer noch in der Nähe ist«, sagte Morgan leise. Als die anderen beiden ihn fragend ansahen, zuckte er nur die Schultern.

Par erzählte ihnen, was sich nach seiner Gefangennahme durch die Spinnengnome zugetragen hatte. Er war davon überzeugt, daß die Spinnengnome nur dazu ausgeschickt worden waren, ihn zu finden, denn andernfalls hätten sie auch Coll gefangengenommen. Das Schattenwesen hatte sie geschickt, das kleine Mädchen. Trotzdem blieb die Frage, wie sie wissen konnte, wer er war oder wo er zu finden war.

Schweigen senkte sich über den Raum, als sie ihren Gedanken nachhingen. »Die Magie«, meinte Morgan schließlich. »Sie haben sich scheinbar alle für die Magie interessiert. Auch diese Kreatur muß sie gefühlt haben.«

»Bis zum Tofferkamm?« Voller Zweifel schüttelte Par den Kopf.

»Und warum haben sie es dann nicht auch auf Morgan abgesehen?« fragte Coll plötzlich. »Schließlich gebietet er über die Magie des Schwertes von Leah.«

»Nein, nein, an dieser Art von Zauberkraft sind sie nicht interessiert«, antwortete Morgan sogleich. »An der Art von Magie, die Par besitzt, sind sie interessiert, sie sind von ihr geradezu angezogen – von einer Zauberkraft, die dem Körper oder Geist entspringt.«

»Das Schattenwesen hat versucht, in mich einzudringen«, sagte Par schließlich. »Es wollte sich mit mir vereinen, ein Teil von mir werden. Es wiederholte immer wieder: ›Drück mich, drück mich.‹«

Sie unterhielten sich noch ein Weilchen, grübelten über das Wenige, das sie über die Schattenwesen wußten, und über deren Interesse an der Magie nach. Dann erhoben sich Coll und Morgan. »Es ist Zeit für Par, sich auszuruhen«, bestimmten sie. Er war immer noch krank, immer noch schwach, und er mußte wieder zu Kräften kommen.

Par erinnerte sich plötzlich an das Hadeshorn. Wie viel Zeit blieb ihnen bis zum neuen Mond?

Coll seufzte. »Vier Tage – falls du immer noch gehen willst.«

Im Hintergrund sagte Morgan: »Wir sind in der Nähe, wenn du uns brauchst. Wunderbar, daß es dir wieder gut geht, Par.« Er schlüpfte zur Tür hinaus.

»Ja, wunderbar«, pflichtete Coll bei und drückte die Hand seines Bruders.

Als sie das Zimmer verlassen hatten, lag Par noch eine Zeitlang mit offenen Augen da und überließ sich seinen Gedanken. Fragen drängten sich ihm auf, die auf Antworten warteten, die er nicht geben konnte. Er war gejagt und verfolgt worden, von Varfleet bis zum Regenbogensee, von Culhaven bis zum Kamin, von der Föderation und den Schattenwesen, von Dingen, die er entweder nur vom Hörensagen kannte oder von deren Existenz er überhaupt nichts gewußt hatte. Alles drehte sich um die Magie, und trotzdem hatte ihm die Magie im Grunde genommen nichts genützt. Er war ständig auf der Flucht vor dem einen oder auf der Suche nach dem anderen, ohne das eine oder andere wirklich zu verstehen. Er fühlte sich hilflos.

Er schlief bis tief in den nächsten Tag hinein. Als er erwachte, regnete es. Er konnte das Tageslicht durch den Spalt zwischen den Vorhängen sehen. In der Ferne hörte er ein Donnergrollen, das in langem, ungleichmäßigem Getöse zu ihm ins Zimmer drang.

Er stützte sich auf einen Ellbogen auf und gewahrte, daß in einem kleinen Ofen ein Feuer brannte, das den Raum mit wohliger Wärme erfüllte und ihm ein Gefühl der Sicherheit verlieh. Neben seinem Bett standen Tee und Kekse. Er setzte sich auf und zog Tee und Kekse zu sich heran.

Er trank gerade die dritte Tasse Tee, als sich die Tür lautlos öffnete und Walker Boh im Zimmer erschien. Sein Onkel hielt kurz inne, als er bemerkte, daß Par wach war, schloß dann leise die Tür und kam an sein Bett. Er war in waldgrüne Gewänder gehüllt. »Fühlst du dich besser?« fragte er leise.

Par nickte und stellte seine Tasse beiseite. »Ich glaube, ich muß mich bei dir bedanken. Du hast mich vor den Werbestien gerettet. Es war deine Idee, mich nach Storlock zu bringen. Coll und Morgan haben mir erzählt, daß du sogar Zauberkraft eingesetzt hast, damit ich die Reise überstünde.«

»Zauberkraft.« Leise wiederholte Walker das Wort. »Mein Erbe von Brin Ohmsford. Ich bin nicht mit dem Fluch ihrer gesamten Kraft belegt – nur mit einem Teil davon. Trotzdem verwandelt er sich hin und wieder in die Gabe, die er deiner Meinung nach ist. Dann bin ich in der Lage, auf ein anderes Lebewesen Einfluß zu nehmen, seine Lebenskraft zu spüren und sie manchmal sogar zu stärken – obwohl ich nicht weiß, ob man das Zauberkraft nennen kann.«

»Und das, was du zu meinem Schutz mit den Werbestien gemacht hast, war das nicht Zauberkraft?«

Die Augen seines Onkels wandten sich von ihm ab. »Das habe ich gelernt«, sagte er schließlich.

Par wartete einen Augenblick, doch als sein Onkel dem nichts hinzufügte, sagte er: »Auf jeden Fall bin ich dir sehr dankbar.«

Der andere schüttelte den Kopf. »Ich verdiene deinen Dank nicht. Es war meine Schuld, daß es überhaupt so weit gekommen ist.« Er setzte sich auf die Bettkante. »Wenn ich dich beschützt hätte, so wie es meine Aufgabe gewesen wäre, wäre es den Spinnengnomen niemals gelungen, in das Tal einzudringen. Sie konnten es deshalb tun, weil ich mich lieber von dir ferngehalten habe. Du hast alle möglichen Risiken auf dich genommen, um mich zu finden; ich hätte wenigstens dafür sorgen müssen, daß dir, nachdem du mich gefunden hattest, nichts zustößt. Ich habe versagt.«

»Ich gebe dir keine Schuld an dem, was geschehen ist«, sagte Par schnell.

»Aber ich gebe mir die Schuld.« Walker erhob sich, trat zum Fenster und starrte in den Regen hinaus. »Ich lebe allein, weil ich es so wollte. Aber zuweilen vergesse ich, daß es nicht das Gleiche ist, ob man allein ist oder sich vor den anderen versteckt. Auch der Abstand, den wir zwischen uns und den anderen errichten können, hat seine Grenzen – weil in unserer Welt das Absolute keinen Platz hat. Ich habe mich versteckt, als du nach mir gesucht hast. Deshalb warst du schutzlos.«

Par verstand nicht, was Walker damit sagen wollte, aber er zog es vor, ihn nicht zu unterbrechen.

Walker wandte sich vom Fenster ab. »Ich habe dich in der ganzen Zeit, seit du hier bist, erst einmal besucht, heute«, sagte er, während er sich dem Bett näherte. »Weißt du das?«

Par nickte und schwieg.

»Du sollst nicht glauben, daß ich dich mißachten wollte. Aber ich wußte, daß du in Sicherheit bist, daß es dir gut gehen würde, und ich brauchte Zeit zum Nachdenken. Nachdem die Störs mir berichtet haben, daß du aufgewacht bist, daß das Gift deinen Körper verlassen hat, habe ich beschlossen, dich zu besuchen.« Walkers Blick schweifte ab. Als er weitersprach, schien er seine Worte sorgfältig zu wählen. »Ich habe über die Träume nachgedacht. Ich habe damit gerechnet, daß du kommen würdest, als die Träume begannen. Ich habe über diese Möglichkeit nachgedacht und mir überlegt, was ich dir sagen könnte.« Er hielt inne. »Wir sind uns auf eine gewisse Weise ähnlich, Par. Wir sind beide Erben der Magie, doch dazu kommt, daß wir eine vorbestimmte Zukunft teilen, die uns sehr wohl das Recht auf Selbstbestimmung verwehren könnte.« Wieder zögerte er. »Ich will damit sagen, Par, daß wir die Kinder von Brin und Jair Ohmsford sind, die Erben der Magie des Elfenhauses von Shannara, die Bewahrer eines Geheimnisses. Allanon war es, der uns dieses Geheimnis anvertraut hat, er war es, der auf seinem Totenbett zu Brin gesagt hat, daß die Ohmsfords die Magie über Generationen hüten würden, bis sie wieder gebraucht werde.«

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