Die Vagabunden von Gor
- Автор: Норман Джон
- Серия: Gor-Zyklus #24
- Год: 1998
- Язык: немецкий
- Переводчик: Andreas Decker
- Жанр: Боевая фантастика
Электронная книга - «Die Vagabunden von Gor». Краткое содержание книги:
Beim Verfolgungsmarch durch das Delta des Vosk geraten die Kriegsgegner in die Abgründe mörderischer Sümpfe, aus denen es kaum ein Entrinnen gibt.
Tarl Cabot muß seine letzten Trümpfe einsetzen, um sich und seine Gefährtin zu retten.
»Und wie wollt Ihr etwas sehen?«
»Da sind die Sterne, die Monde.«
»Wir bleiben also ein paar Ahn lang hier?« fragte sie. »Ich glaube, das wird mir genug Zeit geben, meine Passage zu verdienen.«
»Du wirst gefesselt an einer Leine folgen.«
Ina lachte. »Das ist doch sicherlich nicht Euer Ernst, Herr.«
»Geh auf die Sandbank.«
»Ich werde tun, was Ihr wünscht.«
Ich blickte sie nur an.
»Ich tue, was Ihr wollt«, versicherte sie, legte mir die Hand auf die Schulter und lächelte. Dann drehte sie sich um und betrat die winzige Insel im Sumpf. Ich folgte ihr kurz darauf, nachdem ich das Floß mit seiner Ladung verborgen hatte. Ina erwartete mich schon an einer warmen, von der Sonne beschienen Stelle.
»Die Gefangene erwartet ihren Herrn«, sagte sie und streckte die Arme nach mir aus.
»So?« fragte ich lediglich. »Soll ich gehen und noch einmal wiederkommen?«
Sie kniete schnell nieder und nahm die Haltung ein, die ich ihr beigebracht hatte.
Ich betrachtete sie. Sie bot einen wunderschönen Anblick in der Position der Unterwerfung.
»Steh wieder auf und komm näher«, sagte ich.
Sie gehorchte. Nur noch eine Handbreit trennte uns. Ich hätte sie mühelos in den Arm nehmen können. »Seht Ihr«, sagte sie. »Ich kann doch sehr gehorsam sein.« Ich rührte mich nicht. Sie hob die Arme und legte sie mir um den Hals. »Ich bin bereit, mir meine Reise zu verdienen.«
»Deine Reise?«
»Meinen Unterhalt«, verbesserte sie sich schnell.
»Zweifellos ist das für dich das erste Mal, daß du, eine Frau, dir deinen Unterhalt verdienen mußt.«
»Das ist schon möglich«, lachte sie.
»Und bist du sicher, daß du das willst?«
»Ja«, sagte sie. »Da bin ich mir absolut sicher.« Sie hob den Kopf und stellte sich auf die Zehen, um mich zu küssen, aber ich wich zurück und entfernte ihre Arme um meinem Hals. Dann hielt ich sie fest. Sie hatte noch so viel zu lernen.
Ina blickte mich unsicher an.
»Dreh dich um«, sagte ich, »und leg dich auf dem Bauch in den Sand.«
»Ich verstehe nicht.«
»Bist du eine ungehorsame Gefangene?«
»Nein!« erwiderte sie und legte sich schnell hin.
Ich zog die Tunika aus.
»Oh!« schrie sie einen Augenblick später auf. »Oh!« protestierte sie.
Unwillkürlich schrie ich ebenfalls auf, bemühte mich dann aber, nicht zuviel Lärm zu machen.
Sie wand sich, kämpfte gegen mich an. Sie stützte sich auf die Ellbogen, bäumte sich auf. »Nein, ich bin eine freie Frau!« rief sie. »Nicht so!« Ich hielt sie fest. »Hör auf!«
Wieder stöhnte ich vor Erleichterung, vor Vergnügen, vor Zufriedenheit. Ich hatte lange keine Frau gehabt.
Keuchend hielt ich sie fest, rang nach Atem.
»Oh«, sagte sie leise. Sie war schweißüberströmt, genauso atemlos wie ich. »Du benutzt mich wie eine Sklavin«, stöhnte sie. »Hör auf.« Sie war wieder in die frühere Anredeform verfallen.
»Also gut«, erwiderte ich und hielt inne.
»Nein! Nein!« rief sie da. »Nicht aufhören! Nicht aufhören! Was machst du nur mit mir?«
Ich schwieg. Sie war wunderschön, verschwitzt, voller Leben, wie sie sich wand und stöhnte, mich bestürmte, nur nicht aufzuhören. »Jetzt verstehe ich, was es bedeutet, eine Sklavin zu sein! Bring mich noch einmal zu den höchsten Höhen! Zeig keine Gnade!« schluchzte sie.
»Keine Gnade?«
»Nein!«
Ich erfüllte ihr den Wunsch.
Einige Ahn später schob ich das Floß aus seinem Versteck und machte es zur Abreise bereit. Dann ging ich zu meiner schönen Gefangenen. Sie erwachte, als ich den Riemen löste, der ihre Hand- und Fußfesseln miteinander verband. Ich warf sie mir über die Schulter und trug sie zum Floß. Dort setzte ich sie ab und schnallte ihr einen Lederriemen um den Hals, den ich aus dem Geschirr geschnitten hatte, mit dem ich das Floß gezogen hatte.
Ich betrachtete sie im Licht der Monde, die Knöchel gebunden, die Hände auf den Rücken gefesselt, den improvisierten Kragen um den Hals.
»Ich glaube, ich werde mich noch etwas ausruhen«, sagte sie und legte sich auf das Floß. Das tat sie auf eine Weise, die keinen Zweifel an ihrer Weiblichkeit ließ.
Ich schob das Floß in den Sumpf. Sie sah mir dabei zu. Ich zog mich auf das Floß, bückte mich und befreite sie von den Fußfesseln. »Danke«, sagte sie und streckte die schönen Beine. »Was tust du da?« fragte sie plötzlich. Ich hob sie hoch und warf sie hinter dem Floß ins Wasser. Sie tauchte unter und kam sofort wieder hoch.
»Was hat das zu bedeuten?« schrie sie wütend.
»Warum sollte ich dein zusätzliches Gewicht befördern?« fragte ich und nahm die Stange. Sie stand bis zur Taille im Wasser. Die Leine um ihren Hals, deren eines Ende ich am Heck befestigt hatte, hing schlaff durch. »Ich habe dir doch gesagt, daß du gefesselt hinterhergehst.«
»Nein! Das kann nicht dein Ernst sein.«
Ich stieß die Stange in den schlammigen Sumpfboden und setzte das Floß in Bewegung.
»Das kann unmöglich dein Ernst sein«, rief sie. »Oh!«
Ich blickte zurück; sie folgte mir an der Leine.
Ein paar Ehn später sagte sie plötzlich: »Warte!«
Ich hielt das Floß an.
»Wir gehen gar nicht nach Norden, nicht wahr?«
»Nein«, erwiderte ich. »Wir gehen nach Süden.« Ich hatte mich schon gefragt, wann es ihr auffallen würde.
»Aber du wolltest doch nach Norden.«
»Ich habe meine Meinung geändert.«
»Aber im Süden ist Ar!«
»Und Brundisium und Torcodino und hundert andere Städte.«
»Du wirst mich doch nicht den Arern ausliefern!« rief sie. »Ich habe Ar verraten!«
»Aber das werden sie doch nicht wissen«, meinte ich.
»Ich habe Saphronicus’ Stab angehört«, sagte sie. »Ich war eine Beobachterin für Talena aus Ar. Diejenigen, die im Delta waren, werden mittlerweile zweifellos erkannt haben, welchem Verrat sie zum Opfer gefallen sind.«
»Vielleicht auch nicht.«
»Und sie kennen mich!« schluchzte sie. »Liefere mich ihnen nicht aus!«
»Glaubst du nicht, daß sie gern eine cosische Spionin in ihrer Gewalt hätten?«
»Liefere mich ihnen nicht aus!« flehte sie.
»Ich glaube, du wirst lernen, bescheiden und gehorsam zu sein.«
»Ja, das werde ich. Das werde ich!«
»Aber vielleicht würden die Soldaten dich auch gar nicht erkennen«, meinte ich.
»Wieso?« fragte sie.
»Du bist nackt, in Fesseln; selbst wenn du den Wunsch hättest, würde dir der Beweis schwerfallen, daß du Lady Ina aus Ar bist.«
»Aber dann würden sie mich ja nur als eine nackte, gebundene Frau ansehen und mich dementsprechend behandeln«, rief sie.
»Ja.«
Das Stöhnen, das sie ausstieß, kam aus tiefster Seele. »Natürlich könnte ich dich auch den Cosianern ausliefern«, schlug ich ihr vor.
»Das würdest du nicht wagen!« rief sie.
Ich setzte das Floß wieder in Bewegung. Ina watete niedergeschlagen hinterher.
»Das wäre interessant, wenn man deinen Akzent in Betracht zieht.«
»Nein!« schluchzte sie.
»Wenn du in Ketten zu ihren Füßen liegst, könntest du ihnen doch immer noch erklären, daß du eigentlich zu ihren Spionen gehörst.«
»Aber das würde mir doch sicher keiner glauben.«
»Das glaube ich auch nicht.«
»Aber ich weiß viel«, sagte sie. »Ich bin die Vertraute von Lady Talena.«
»Steht sie Ar genauso verräterisch gegenüber wie du?« fragte ich.
»Ja.«
Ich drehte mich um und blickte sie an.
»Sie ist eine Erzverräterin«, sagte sie und verstummte jäh. »Warum siehst du mich so an? Töte mich nicht!« flehte sie dann.
Ich beruhigte mich und stemmte mich wieder gegen die Stange. »Man wird dich für eine gedungene Spionin halten«, sprach ich weiter. »Lady Talena wird über jeden Verdacht erhaben sein. Mittlerweile hat sie sich bestimmt von dir distanziert.«
»Das dürfte nicht so leicht sein«, meinte sie. »Ich kenne viele Geheimnisse.«