Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Фэнтези » Die Saga von Garth und Torian
Die Saga von Garth und Torian - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Die Saga von Garth und Torian

Электронная книга - «Die Saga von Garth und Torian». Краткое содержание книги:

Die Saga von Garth und Torian - Ungeahnte Kräfte wurden frei, als der Magier der Tremonen starb. Torian aus Scrooth, verwantwortlich für den Tod des Zauberers, entgeht mit seinem ehemaligen Gegner Garth dem Inferno – aber nur, um noch gefahrvollere Abenteuer bestehen zu müssen. Denn in der Ruinenstadt Rador wartet die Vergangenheit und ersinnt einen teuflischen Plan...
1 ... 34 35 36 37 38 39 40 41 42 ... 229
Перейти на страницу:

Torian blickte aus brennenden Augen zu Garth hinüber. Er lächelte, obwohl seine Lippen dabei schmerzten und er im ersten Moment selbst nicht wußte, warum er es überhaupt tat. Obgleich Garth – wie er selbst – einen bemitleidenswerten Anblick bot, wirkte er doch gleichzeitig fast lächerlich: Die Männer trugen Helme und schwarze Kettenhemden, die Hosen verschwanden in den umgestülpten Schäften harter Lederstiefel. Um ihre Schultern lagen Umhänge, die trotz des festgebackenen Schmutzes noch prachtvoll wirkten. Aus Mangel an anderer Kleidung hatten sie ihre Uniformen nicht ablegen können, obwohl sie längst keine Krieger mehr waren. Der einzige Kampf, den sie noch fochten, war der Kampf ums nackte Überleben. Gut, dachte Torian spöttisch. Wenn wir schon untergehen, dann wenigstens mit Würde. Garth und er würden zwei prachtvolle Leichname abgeben, wenn sie irgendwann einmal gefunden würden.

Sein Pferd stolperte, kam aus dem Tritt, als Torian eine erschrockene und nicht sonderlich geschickte Bewegung machte, und knickte in den Vorderläufen ein. Er klammerte sich am Sattelknauf fest und riß so heftig an den Zügeln, daß die Trense schmerzhaft in das Maul des Tieres schnitt. Der Schmerz trieb es wieder hoch. Mit einem schrillen Kreischen warf das Tier den Kopf in den Nacken, versuchte auszubrechen und kam mit zitternden Flanken zum Stehen, als Torian noch einmal und jetzt mit aller Gewalt am Zügel riß.

Torian seufzte, teils vor Erleichterung, teils aber auch, weil ihm der kleine Zwischenfall deutlicher als alles zeigte, wie erschöpft er wirklich war. Er mußte achtgeben, sich nicht aus lauter Müdigkeit selbst umzubringen. Er strich sich eine Strähne seines schwarzen, sandverklebten Haares aus der Stirn, wischte sich den Staub aus den Augen, dann beugte er sich im Sattel vor und tätschelte den Hals des Pferdes. Das strähnige Fell war schweißverklebt, und er konnte spüren, wie schnell und ungleichmäßig der Atem des Tieres ging. »Schon gut, Junge«, murmelte er. »Tut mir leid.«

Das Sprechen bereitete ihm Mühe. Sein Rachen schmerzte. Es war mehr als eine Stunde vergangen, seit er das letzte Wasser aus dem Schlauch getrunken hatte; ein paar Tropfen nur, kaum genug, seine rissigen Lippen damit zu befeuchten. Die einzige Flüssigkeit, die danach noch seinen Mund erreicht hatte, war sein eigenes Blut, das aus den gerissenen Lippen tropfte. Seine Zunge lag wie ein tauber Fremdkörper aus Pelz und schlechtem Geschmack in seinem Mund. Selbst das Atmen tat ihm jetzt schon weh. Nun ja, dachte er spöttisch. Nicht mehr sehr lange, und die Schmerzen sind vorbei. So oder so.

Mühsam richtete er sich wieder auf und wandte den Kopf zum Himmel, wo der Mond wie ein großes, kaltes Auge hing. Die Nacht war immer noch völlig sternenklar, nirgendwo zeigte sich auch nur der Schatten einer Wolke. Vor drei Stunden, als der Wind aufkam, hatte er sich für einen Augenblick in die Hoffnung verstiegen, er würde Regen bringen. Aber natürlich tat er es nicht – was hatte er erwartet? In dieser Wüste hatte es seit fünfhundert Jahren nicht mehr geregnet, vielleicht auch seit fünftausend. Was brachte ihn auf die Idee, daß sich daran ausgerechnet jetzt etwas ändern sollte? Vielleicht hatte er es auch gar nicht wirklich gehofft, sondern sich einfach nur an den Gedanken geklammert, um noch einmal Kraftreserven zu mobilisieren, über die er längst nicht mehr verfügte. Rador hatte ihnen mehr gestohlen als einen Tag.

»Schon gut«, murmelte er noch einmal und trieb sein Pferd mit sanftem Schenkeldruck an. Das Tier antwortete mit einem unwilligen Schnauben, setzte sich aber gehorsam in Bewegung. Er lenkte es hinter Garth her, der gleichgültig weitergeritten war. Wahrscheinlich hatte der hünenhafte Dieb nicht einmal bemerkt, was passiert war.

Seine eigenen Worte klangen wie Hohn in Torians Ohren. Nichts war gut, absolut gar nichts. Sie hatten den Kampf gegen die Wüste verloren und waren im Grunde schon längst tot. Sie hatten es nur noch nicht gemerkt. Trotz und ein angeborener Instinkt hielten sie noch am Leben; ein haßerfüllter Trotz gegen das Schicksal, das so grausam gewesen war, sie der teuflischen Falle des Magiers in der Ruinenstadt Rador nur deshalb entkommen zu lassen, damit sie hier einen viel langsameren und qualvolleren Tod fanden.

Dabei hatte es eine Weile wirklich so ausgesehen, als hätten sie es geschafft. Nach ihrer Flucht aus Rador war es ihnen gelungen, einige Proviantlager des tremonischen Heeres zu finden, dem Garth angehört hatte: Nahrung, Wasser im Überfluß und sogar Gold, von dem sie einen erklecklichen Vorrat mitgenommen hatten. Aber dann waren sie mitten in der Wüste vom Weg abgekommen, und trotz strenger Rationierung waren ihre Vorräte bald aufgebraucht gewesen. Außerdem hatte Torian etwas gelernt, was er zwar gewußt hatte, was ihm aber niemals so klargeworden war wie heute: daß man Gold nicht essen konnte. Und noch weniger trinken...

Er holte rasch zu Garth auf. Wenn der Dieb überhaupt gemerkt hatte, daß er zurückgefallen war, so ließ er es sich zumindest nicht anmerken. Schweigend ritten sie weiter nebeneinander her. Jedes Wort wäre nur eine unnötige Kraftverschwendung gewesen. Sie waren längst über den Moment hinaus, wo sie sich mit Worten trösten und gegenseitig Mut zusprechen konnten.

Immer häufiger ertappte sich Torian dabei, daß seine Hand zum Sattelgurt glitt, und zum Wasserschlauch, aus dem er vor Stundenfrist den letzten Tropfen getrunken hatte. Eine Geschichte fiel ihm ein, die er einmal gelesen hatte: die Geschichte von zwei Männern gleich ihnen, die halbtot vor Durst durch die Wüste geirrt waren. Schließlich hatten sie ihre Pferde getötet und deren Blut getrunken, und das hatte sie gerettet. Aber natürlich war das Unsinn. Die Landschaft war im Lauf der letzten Stunden hügeliger geworden. Unter den Hufen ihrer Pferde raschelten trockene Flechten, wo am Tage noch nichts außer Sand und Felsen gewesen war, und gelegentlich erhob sich ein verdorrtes Grasbüschel aus dem Sand. Zeichen, daß sie sich den Bergen näherten, die die Wüste im Osten begrenzten, und die doch noch viel zu weit entfernt waren, als daß sie es bis dorthin schaffen könnten. Torian verscheuchte auch diesen Gedanken, schloß für einen Moment die Augen und versuchte, an etwas Angenehmes zu denken. Aber alles, was er sah, war Sand. Plötzlich stieß Garth einen krächzenden Laut aus und packte seinen Arm. Müde hob Torian den Kopf und öffnete die Augen.

Im selben Moment wußte er, daß er nun endgültig den Verstand verloren hatte.

Sie hatten die Kuppe eines Hügels erreicht, aber auf der anderen Seite war keine Wüste mehr. Vor ihnen erstreckte sich ein flaches Tal, an dessen sanft abfallenden Hängen sich das braun verbrannte Gras erst gelb und dann sogar schwach grünlich färbte. Zwischen den Gräsern schlängelte sich am Grund des Tals ein Bach hindurch, der im Mondlicht wie ein Band aus Silber glitzerte.

Eine Vision, dachte er. Es konnte nur eine Vision sein, geschickt von den zornigen Göttern, die sich gegen sie verschworen hatten. Es war unmöglich!

Aber wenn es eine Halluzination war – woran kein Zweifel bestand –, so war sie verdammt realistisch. Er konnte das Wasser sogar riechen.

1 ... 34 35 36 37 38 39 40 41 42 ... 229
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)