Die Fünfundvierzig
- Автор: Дюма Александр
- Язык: немецкий
- Жанр: Исторические приключения
Электронная книга - «Die Fünfundvierzig». Краткое содержание книги:
»Das ist mehr, als ich erwartete, und wenn ich von meiner Sendung zurückkomme, Freund ...« – »Ah! es ist wahr, lieber Freund; sprechen wir von Eurer Sendung ...«
»Um so lieber, als ich vor meiner Abreise eine Botschaft oder vielmehr einen Boten an den König zu schicken habe.« – »An den König, lieber, Freund? einen Boten? Ihr korrespondiert also mit dem König.? Wollt Ihr einen von unseren Brüdern? Es wäre eine Ehre für das Kloster, wenn einer von unsern Brüdern den König sehen würde.«
»Gewiß!« – »Ich will zwei unserer besten Beine zu Eurer Verfügung stellen; doch erzählt mir, Chicot, wie der König, der Euch für tot hielt ...«
»Ich habe ihm gesagt, es war nur eine Lethargie, und im gegebenen Augenblick bin ich aufgestanden.« – »Um wieder in Gunst zu kommen?«
»Mehr als je.« – »Dann könnt Ihr dem König wohl alles sagen, was wir in seinem Interesse tun?«
»Ich werde es nicht unterlassen, mein Freund, seid unbesorgt.« – »Ah! teurer Chicot,« rief Gorenflot, der sich schon als Bischof sah.
»Zuvor habe ich Euch jedoch um zwei Dinge zu bitten.« – »Sprecht.«
»Zuerst um Geld, das Euch der König zurückgeben wird.« – »Geld?« rief Gorenflot, höflich aufstehend, »meine Kassen sind voll.«
»Ihr seid, meiner Treu! glücklich.« – »Wollt Ihr tausend Taler?«
»Nein, das ist viel zu viel; ich bin bescheiden in meinen Ansprüchen, demütig in meinen Wünschen; mein Titel als Botschafter macht mich nicht stolz, und ich verberge ihn eher, als daß ich mich damit brüste. Hundert Taler genügen mir.« – »Hier sind sie. Und das Zweite?«
»Ein Stallmeister.« – »Ein Stallmeister?«
»Ja, um mich zu begleiten; ich liebe die Gesellschaft.« – »Ah! mein Freund, wenn ich noch frei wäre, wie einst ...« sagte Gorenflot, einen Seufzer ausstoßend.
»Ja, aber Ihr seid es nicht mehr.« – »Die Größe fesselt,«, murmelte Gorenflot.
»Ach! man kann nicht alles zugleich haben,« erwiderte Chicot; »da ich mich nicht Euerer ehrenwerten Gesellschaft erfreuen kann, teuerster Prior, so werde ich mich mit dem kleinen Bruder Jacques begnügen.« – »Mit dem kleinen Bruder Jacques?«
»Ja, er gefällt mir.« – »Und du hast recht, Chicot; es ist ein seltener Mensch, der es weit bringen wird.«
»Ich will ihn zuerst zwei hundert Meilen weit führen, wenn du es erlaubst?« – »Er gehört dir, mein Freund.«
Der Prior schlug auf eine Glocke, bei deren Klang ein Laienbruder herbeilief.
»Man lasse den Bruder Jacques und den mit den Gängen in der Stadt beauftragten Bruder heraufkommen.«
Zehn Minuten nachher erschienen beide auf der Schwelle.
»Jacques,« sagte Gorenflot, »ich gebe Euch eine außerordentliche Sendung.«
»Mir, Herr Prior?« fragte der junge Mensch erstaunt.
»Ja, Ihr werdet Herrn Robert Briquet auf einer großen Reise begleiten.«
»Oh!« rief mit maßloser Begeisterung der junge Bruder, »ich auf die Reise mit Herrn Robert Briquet, ich in frischer Luft, ich in Freiheit! Ah! Herr Robert Briquet, nicht wahr, wir werden jeden Tag fechten?« – »Ja, mein Kind.«
»Und ich darf meine Büchse mitnehmen?« – »Du wirst sie mitnehmen.«
Jacques sprang und stürzte mit einem Freudengeschrei aus dem Zimmer.
»Was den Auftrag betrifft,« sagte Gorenflot, »so bitte ich Euch, Eure Befehle zu geben. Tretet vor, Bruder Panurgos.«
Das Beichtkind.
Der vom Prior unter dem Namen Panurgos angekündigte Mönch erschien bald; er glich mit seinem vorstehenden Kiefer einem Fuchse.
Chicot schaute ihn einen Augenblick an und schien während dieses Augenblicks, so kurz er auch war, den Boten des Klosters zu seinem wahren Werte geschätzt zu haben.
Panurgos blieb demütig bei der Tür stehen.
»Kommt hierher, Herr Eilbote!« sagte Chicot; »kennt Ihr den Louvre?« – »Ja, mein Herr.«
»Und im Louvre kennt Ihr einen gewissen Heinrich von Valois?« – »Den König?«
»Ich weiß in der Tat nicht, ob es der König ist, aber man nennt ihn gewöhnlich so.« – »Mit dem König werde ich zu tun haben?«
»Ganz richtig, kennt Ihr ihn?« – »Genau, Herr Briquet.«
»Wohl! Ihr verlangt mit ihm zu sprechen.« – »Wird man mich zu ihm lassen?«
»Bis zu seinem Kammerdiener, ja; Euer Kleid ist ein Paß; Seine Majestät ist sehr religiös, wie Ihr wißt.« – »Und was soll ich dem Kammerdiener Seiner Majestät sagen?«
»Ihr sagt ihm, Ihr werdet vom Schatten geschickt.« – »Ja.«
»Und Ihr erwartet den Brief.« – »Das ist alles, was ich zu tun habe?«
»Ihr fügt hinzu, der Schatten warte, indem er ganz langsam auf der Straße nach Charenton fortwandere.« – »Auf dieser Straße habe ich Euch nachzufolgen?«
»Allerdings.«
Panurgos schritt auf die Tür zu und hob den Vorhang auf, um hinauszugehen; es kam Chicot vor, als hätte der Bruder Panurgos bei dieser Bewegung einen Horcher sichtbar werden lassen.
Übrigens fiel der Vorhang wieder so rasch, daß Chicot nicht hätte dafür stehen können, ob das, was er für Wirklichkeit nahm, nicht eine Vision gewesen sei.
Aber Chicots Scharfsinn machte es diesem bald zur Gewißheit, daß Bruder Borromée horchte.
»Oh! du horchst,« dachte er; »desto besser, ich werde in diesem Fall für dich sprechen.«
»Ihr seid also mit einer Sendung vom König beehrt, lieber Freund?« sagte Gorenflot. – »Mit einer vertraulichen, ja.«
»Ich denke, sie bezieht sich auf die Politik?« – »Ich denke es auch.«
»Wie, Ihr wißt nicht, mit welcher Sendung Ihr beauftragt seid?« – »Ich weiß nur, daß ich der Träger eines Briefes bin.«
»Ein Staatsgeheimnis ohne Zweifel?« – »Ich glaube es.«
»Und Ihr vermutet nichts?« – »Nicht wahr, wir sind allein, so daß ich Euch meine Gedanken sagen kann?«
»Sprecht; ich bin ein Grab für Geheimnisse.« – »Nun Wohl! der König ist endlich entschlossen, dem Herzog von Anjou beizustehen.«
»In der Tat?« – »Ja, Herr von Joyeuse mußte zu diesem Behuf in der vergangenen Nacht abreisen.«
»Aber Ihr, mein Freund?« – »Ich gehe nach Spanien.«
»Wie reist Ihr?« – »Bei Gott! wie wir es früher machten, zu Fuß, zu Pferd, im Wagen, wie es sich gerade trifft.«
»Jacques wird ein guter Gesellschafter auf der Reise für Euch sein, und Ihr habt wohlgetan, ihn zu wählen.« – »Ich gestehe, mir gefällt er ungemein.«
»Dies wäre ein hinreichender Grund, ihn Euch zu geben; aber ich glaube überdies, er wäre doch für Euch im Falle eines Zusammentreffens eine tüchtige Unterstützung.« – »Ich danke, mein Freund. Und nun habe ich Euch nur noch Lebewohl zu sagen.«
»Gott befohlen!« – »Was macht Ihr?«
»Ich will Euch meinen Segen geben.« – »Bah! unter uns ist das unnötig.«
»Ihr habt recht,« versetzte Gorenflot, »das ist gut für die Fremden.«
Und die Freunde umarmten sich zärtlich.
»Jacques!« rief der Prior, »Jacques!«
Panurgos zeigte sein Mardergesicht zwischen den Türvorhängen.
»Wie! Ihr seid noch nicht abgegangen?« rief Chicot.
»Verzeiht, Herr.«
»Geht geschwinde, Herr Briquet hat Eile,« sagte Gorenflot; »wo ist Jacques?«
Bruder Borromée erschien ebenfalls mit süßlicher Miene und lachendem Mund.
»Bruder Jacques?« wiederholte der Prior.
»Bruder Jacques ist weggegangen,« sagte der Säckelmeister.
»Wie weggegangen!« rief Chicot.
»Habt Ihr nicht verlangt, daß jemand nach dem Louvre gehe, mein Herr?«
»Ja, Bruder Panurgos,« erwiderte Gorenflot.
»Oh! ich Dummkopf, der ich bin! Ich hatte verstanden Jacques,« sagte Borromée, sich vor die Stirn schlagend.