Vol'jin: Schatten der Horde
- Автор: Stackpole Michael A.
- Серия: World of Warcraft #12
- Год: 2013
- Язык: немецкий
- Год: Panini Verlags GmbH
- ISBN: 9783833226175
- Переводчик: Andreas Kasprzak
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Vol'jin: Schatten der Horde». Краткое содержание книги:
Die Attentäter Garrosh Höllschreis haben Vol’jin niedergestreckt und ihn zum Sterben zurückgelassen. Doch das Schicksal hat andere Pläne mit dem Trollhäuptling, denn Braumeister Chen Sturmbräu gelingt es, den Schwerverletzten in einem abgelegenen Bergkloster in Sicherheit zu bringen. Dort muss Vol’jin an der Seite eines mysteriösen Soldaten der Allianz nicht nur um sein Leben kämpfen, sondern auch gegen althergebrachte Vorurteile und Hassgefühle. Doch damit nehmen Vol’jins Probleme erst ihren Anfang, denn schon bald sieht er sich inmitten einer Invasion Pandarias durch die Zandalari – ein geachteter Trollstamm, getrieben von Allmachtsträumen. Sie bieten Vol’jin die Gelegenheit, grenzenlosen Ruhm zu ernten – das Geburtsrecht aller Trolle! Ein verlockendes Angebot, vor allem nach Höllschreis niederträchtigem Verrat. Es liegt nun allein in den Händen des Trollhäuptlings, ob er die Zukunft seines Volkes nachhaltig verändert, oder es zur ewigen Knechtschaft verdammt, in den Schatten der Horde.
„Das sehe ich. Ich finde es nur schade, dass unsere Pfade sich so bald schon wieder trennen.“
Sie blickte über die Schulter zu ihrer Familie, die bei der ersten Gruppe von Flüchtlingen stand. „Es war ein guter Vorschlag von Euch, die Leute in die Sturmbräu-Brauerei im Tal der Vier Winde zu schicken. Es ist eine beschwerliche Reise, aber ihre Sicherheit ist die Mühe wert. Ich bin sehr froh, dass meine Familie ausgewählt wurde.“
„Es war nur logisch. Dort können sie alles lernen, was sie für die Brauerei in Zouchin wissen müssen. Ich hätte schon früher darauf kommen sollen.“
Sie legte ihm eine Pfote auf den Unterarm. „Ich weiß, Ihr schickt meine Familie, weil die Mission, sie sicher an ihr Ziel zu bringen, der einzige Weg ist, Li Li von hier fortzubekommen.“
„Und ich bin froh, dass Ihr auf sie aufpassen werdet.“ Chen schnürte seinen Rucksack wieder zu. „Es war nicht leicht, damals auf der Straße fortgehen zu müssen, während Ihr die anderen gerettet habt. Und jetzt fällt es mir ebenso schwer zu gehen.“
Sie hob die Pfote und streichelte seine Wange. „Ihr ehrt mich, indem Ihr mir Li Lis Wohl anvertraut und ihr das Wohl meiner Familie.“
Er drehte sich um, und am liebsten hätte er sie in die Arme geschlossen, aber er konnte all die Augen spüren, die sie beobachteten. Ihn selbst kümmerte es zwar nicht, was andere über ihn dachten, aber er wollte ihre Würde nicht beflecken. Mit gesenkter Stimme sagte er: „Wärt Ihr keine Shado-Pan …“
„Still, Chen! Wäre ich keine Shado-Pan, wären wir uns nie begegnet. Dann wäre ich jetzt die Frau eines Fischers mit einem halben Dutzend Kinder, und wärt Ihr nach Zouchin gekommen, hättet Ihr mir ein Lächeln und ein Nicken geschenkt und vielleicht Feuer gespuckt, um meine Kleinen zum Lachen zu bringen, aber das wäre alles gewesen.“
Er lächelte. „Eure Weisheit macht Euch nur noch attraktiver.“
„Das Gleiche gilt für Eure Ehrlichkeit.“ Yalia blickte ihm in die Augen und lächelte. „Ihr seid der Schildkröte nachgejagt, darum nehmt Ihr die Traditionen nicht so ernst wie wir. Diese Traditionen fördern Stabilität, aber sie machen uns auch unflexibel. Doch die Umstände bedrohen unsere Stabilität und verlangen nach Flexibilität. Es gefällt mir, dass Ihr teilen könnt, was in Eurem Herzen ist.“
„Mir gefällt es, diese Dinge mit Euch zu teilen.“
„Und ich freue mich darauf, bald mehr Zeit mit Euch zu teilen.“
„Chen, bist du bereit … oh, vergebt mir, Schwester Yalia.“ Tyrathan, der sich seinen Rucksack bereits über den Rücken geworfen hatte, hielt dicht vor dem Eingang inne und verbeugte sich.
„Ich komme gleich.“ Chen verbeugte sich vor ihm, dann vor Yalia, anschließend eilte er zu seiner Nichte hinüber. „Li Li!“
„Ja, Onkel Chen?“ Ihre Worte hatten einen eisigen Unterton, der zeigte, wie unzufrieden sie war, den „Reiseführer“ spielen zu müssen.
„Benimm dich diesmal weniger wie eine wilde Hündin, Li Li, und mehr wie eine Sturmbräu!“
Sie versteifte sich, aber dann beugte sie den Kopf. „Ja, Onkel Chen.“
Er umarmte sie und drückte sie fest an sich. Zunächst wehrte sie sich dagegen, aber dann schlang sie die Arme um ihn. „Li Li, was du jetzt tust, wird Leben retten, wichtige Leben. Und nicht nur wichtig für mich oder Schwester Yalia, sondern für ganz Pandaria. Eine große Veränderung hat diesen Ort erreicht, ein brutaler, schrecklicher Wandel. Die Weisenweiden und die Steinacker und andere wie sie werden den Pandaren zeigen, dass wir diese Veränderung überleben können.“
„Ich weiß, Onkel Chen.“ Sie drückte so fest zu, dass er keuchte. „Sobald wir sie zur Brauerei gebracht haben, könnten ich und Schwester Yalia …“
„Nein.“
„Glaubst du nicht, dass …?“
Er schob sie von sich fort und hob ihr Gesicht an, sodass sie ihm in die Augen blickte. „Li Li, ich habe dir viele Geschichten erzählt. Über Oger, darüber, wie ich Murlocs überredet habe, nicht mich, sondern sich selbst in ihren Eintopf zu schneiden …“
„… wie du Eisavataren und Frostriesen das Tanzen beigebracht hast …“
„Ja. Du hast viele Geschichten gehört, aber nicht alle. Es gibt ein paar Dinge, die ich mit niemandem teilen konnte.“
„Mit Vol’jin oder Tyrathan würdest du sie sicher teilen.“
Chen blickte zu dem Menschen hinüber, der sich gerade mit Yalia unterhielt. „Vol’jin würde ich sie erzählen, weil er bei vielen von ihnen dabei war. Aber diese Geschichten sind schrecklich, Li Li. Es gibt keine Freude in ihnen, nichts, was einen lachen ließe. Die Leute von Zouchin haben jetzt traurige Dinge zu erzählen, aber dass sie überlebt haben, macht daraus gute Geschichten. Bei dem, was wir gesehen haben, was Tyrathan und Vol’jin und Yalia noch sehen werden, gibt es keinen solchen Anlass zum Lächeln.“
Li Li nickte langsam. „Mir ist aufgefallen, dass Tyrathan nicht oft lächelt.“
Chen schauderte, weil er sich an Tyrathans breites Grinsen in Zouchin erinnerte. „Ich kann dich nicht vor diesen Geschichten bewahren, Li Li. Aber ich möchte, dass du die Leute vorbereitest, wenn ihr die Brauerei erreicht, damit ihnen solche Geschichten erspart bleiben. Die Steinacker mögen lausige Ackerbauern sein, aber mit einer Sense und Dreschflegeln in den Pfoten können sie einem Zandalari Albträume bereiten. Taran Zhu und Vol’jin haben nur dann eine Chance, Pandaria zu retten, wenn sie von so vielen Bauern und Fischern unterstützt werden, wie du nur ausbilden kannst.“
„Du vertraust mir die Zukunft von Pandaria an.“
„Bei wem wäre sie besser aufgehoben?“
Li Li warf sich in seine Arme und drückte ihn so fest an sich wie damals, als sie noch ein Kind gewesen war und er sich zu seinen abenteuerlichen Reisen aufgemacht hatte. Er erwiderte die Umarmung und streichelte ihren Rücken. Schließlich ließen sie voneinander ab, dann verbeugten sie sich lange und tief vor dem anderen und widmeten sich wieder ihren jeweiligen Pflichten.
Die Flüchtlingskarawane begleitete Chen und Tyrathan Khort nur kurz, dann bogen Li Li und Yalia auf die Straße nach Süden ab, während die anderen gen Norden weiterzogen. Auf der Kuppe eines Hügels machte der Mensch halt, augenscheinlich, um sich Notizen über das Gelände zu machen. Chen blickte den Flüchtlingen nach, bis sie hinter einer Biegung verschwanden – und ungefähr zur selben Zeit beendete Tyrathan auch seine Notizen.
Chens Herz schmerzte, aber er wollte sich dennoch nicht deprimiert fühlen. Während er und der Mensch sich nach Norden vorarbeiteten, wobei sie stets den Straßen fernblieben, sah der Pandaren immer wieder Dinge, die ihn an Yalia denken ließen. Er pflückte ein wenig Herzensruhe und zerrieb es, um den Geruch in der Nase zu haben, dann prägte er sich die Form eines Steines ein, der aussah wie ein Oger mit großem Hintern, wenn er sich vornüberbeugte, um in ein Shed-Ling-Loch zu blicken. Sie hätte das witzig gefunden, und noch viel mehr hätte sie sich über seine Verlegenheit amüsiert, wenn ihm mitten in der Beschreibung plötzlich eingefallen wäre, wie unangebracht so ein Vergleich war.
Es war noch keine Stunde vergangen, da machte Tyrathan in einer grasbewachsenen Senke, eine halbe Meile östlich der Straße, erneut halt. Im Westen erhob sich der Kun-Lai, halb hinter Wolken verborgen. Vol’jin und Taran Zhu sollten inzwischen wieder dorthin zurückgekehrt sein, gemeinsam mit jedem Mönch, der nicht wie Yalia die Flüchtlinge beschützte. Die Shado-Pan würden mit den Mitteln, die ihnen zur Verfügung standen, eine Verteidigung planen und sich dann gemäß den Spähern verteilen.
Tyrathan wickelte ein klebriges Reisbällchen aus. „Schwester Yalia ist es bestimmt wert, ihr nachzuschmachten, Chen, aber wir müssen konzentriert sein, wenn wir weitergehen. Also schließ damit ab!“
Der Pandaren starrte ihn an. „Ich habe den größten Respekt vor Yalia Weisenwisper, mein Freund. Nachschmachten – was immer das bedeuten mag – ist wohl kaum der passende Ausdruck, um …“