Das Schwert von Shannara
- Автор: Брукс Терри
- Серия: Schwert von Shannara #1
- Год: 1978
- Язык: немецкий
- Переводчик: Tony Westermayr
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Das Schwert von Shannara». Краткое содержание книги:
»Was für eine Person ist Eventine ?« fragte Flick die Brüder gerade. »Ich habe immer gehört, er gelte als der größte aller Elfen-Könige und werde von jedermann geachtet. Wie ist er wirklich?«
Durin lächelte breit, und Dayel lachte hell auf.
»Was können wir über unseren eigenen Vetter sagen?« meinte Dayel.
»Er ist ein großer König«, erklärte Durin nach einer Pause ernsthaft. »Sehr jung für einen König, würden die anderen Monarchen und Führer sagen. Aber er hat Weitsicht, und, was das Wichtigste ist, er handelt zum rechten Zeitpunkt.
Alle Elfen lieben und verehren ihn. Sie würden ihm überallhin folgen, alles tun, was er verlangt, und das ist ein Glück für uns alle. Die Ältesten unseres Rates würden die anderen Länder sich selbst überlassen wollen. Sie haben Angst vor einem neuen Krieg. Nur Eventine steht gegen diese Ansicht. Er weiß, daß ein Krieg nur vermieden werden kann, wenn man zuerst zuschlägt und der Armee, die uns bedroht, den Kopf abschlägt. Das ist ein Grund, weshalb dieses Unternehmen so wichtig ist — dafür zu sorgen, daß die Invasion aufgehalten wird, bevor daraus ein großer Krieg entstehen kann.«
Menion war herangeschlendert und hatte die letzte Bemerkung gehört.
»Was wißt ihr vom Schwert von Shannara?« fragte er neugierig.
»Eigentlich sehr wenig«, gab Dayel zu. »Für uns ist das aber eine Sache der Geschichte, nicht der Legende. Das Schwert hat immer ein Versprechen für die Elfen dargestellt, daß sie die Wesen aus der Geisterwelt nie mehr zu fürchten brauchen. Man ging immer davon aus, daß die Bedrohung mit dem Ende des Zweiten Kriegs der Rassen aufgehört hatte; so daß niemand sich mit der Tatsache befaßte, daß das Haus Shannara im Lauf der Zeit ausstarb, bis auf wenige wie Shea, von denen niemand etwas wußte. Eventines Familie — unsere Familie — übernahm die Herrschaft vor mehr als hundert Jahren.
Das Schwert blieb in Paranor, bis jetzt von fast allen vergessen.«
»Was ist die Macht des Schwertes?« fragte Menion.
»Ich kenne die Antwort darauf nicht«, räumte Dayel ein und sah Durin an, der aber auch die Achseln zuckte und den Kopf schüttelte. »Nur Allanon scheint das zu wissen.«
Sie blickten alle hinüber zu der hochgewachsenen Gestalt auf der anderen Seite der Lichtung. Allanon war in ein Gespräch mit Balinor verwickelt.
»Es ist ein Glück, daß wir Shea haben, einen Sohn des Hauses Shannara«, sagte Durin. »Er wird das Geheimnis der Macht des Schwertes entschlüsseln können, sobald wir es in unserem Besitz haben, und mit dieser Macht können wir gegen den Schwarzen Lord vorgehen, bevor er den Krieg anzubetteln vermag, der uns alle vernichten würde.«
»Falls wir das Schwert in die Hände bekommen«, verbesserte Shea schnell. Durin lachte zustimmend und nickte.
»Es gibt bei dem Ganzen noch immer etwas, das nicht so richtig paßt«, meinte Menion leise, stand plötzlich auf und suchte sich einen Platz zum Schlafen. Shea sah ihm nach und gab ihm recht, vermochte aber nicht zu sagen, was sie hätten tun können. Im Augenblick sah er so wenig Hoffnung, ihr Ziel zu verwirklichen, daß er sich allein darauf konzentrieren wollte, die Reise nach Paranor zu bestehen.
Als der Tag anbrach, waren die Marschierer schon wieder unterwegs, angeführt vom wachsamen Höndel. Der Zwerg eilte mit schnellen Schritten durch den Wald, der immer dichter wurde. Der Weg begann anzusteigen, ein Hinweis darauf, daß sie sich den Bergen näherten, die durch die Mitte des Anar verliefen. An einem Punkt weiter nördlich würden sie gezwungen sein, das Gebirge zu überqueren, um die Ebenen im Westen zu erreichen, die zwischen ihnen und den Hallen von Paranor lagen. Die Spannung wuchs, als sie tiefer in das Reich der Gnome eindrangen. Sie erlebten das unbehagliche Gefühl, daß jemand sie unaufhörlich beobachtete, verborgen im dichten Wald, auf den richtigen Augenblick wartend, um zuzustoßen.
Nur Höndel schien keine Bedenken zu kennen.
Niemand sprach unterwegs.
Gegen Mittag stieg der Weg steil an. Die Bäume standen nun weiter auseinander, und die Büsche waren weniger belaubt.
Der Himmel wurde zwischen den Bäumen deutlich sichtbar, ein tiefes Blau, frei von Wolken. Die Sonne war warm und hell und schien durch den lichten Wald. In kleinen Gruppen tauchten Felsblöcke auf, und sie konnten vor sich die hohen Gipfel und Grate sehen. Die Luft wurde merklich kühler, je weiter sie hinaufstiegen; das Atmen fiel schwerer.
Nach einigen Stunden erreichten sie den Rand eines wieder sehr dichten Waldes alter Fichten, so eng beieinanderstehend, daß man nirgends weiter als zwanzig oder dreißig Fuß sehen konnte. Auf beiden Seiten des Weges erhoben sich Felsen Hunderte von Fuß in die Luft und ragten in das Blau des Nachmittagshimmels. Der Wald endete an den Bergwänden.
Am Rand des Fichtenwaldes ließ Höndel kurz anhalten und sprach einige Minuten mit Menion, zeigte auf den Wald und die Felsen und stellte Fragen. Allanon trat zu ihnen und bedeutete auch den anderen, näherzukommen.
»Das Gebirge, das wir überqueren werden, ist das Wolfsktaag, ein Niemandsland für Zwerge und Gnomen zugleich«, sagte Höndel leise. »Wir haben diesen Weg gewählt, weil hier die Gefahr, einer Gnomen-Patrouille zu begegnen, geringer ist. Die Wolfsktaag-Berge sind angeblich von Wesen aus einer anderen Welt bewohnt — spaßig, nicht?«
»Kommt zur Sache«, warf Allanon ein.
»Die Sache ist die«, fuhr Höndel fort, »daß uns vor einer Viertelstunde ein Gnomen-Späher entdeckt hat, vielleicht waren es auch zwei. Es mögen noch mehr in der Nähe sein, Gewißheit gibt es nicht — der Hochländer sagt, er sah Anzeichen für einen großen Trupp. Auf jeden Fall werden die Späher Meldung erstatten und rasch Hilfe holen, also müssen wir uns beeilen.«
»Schlimmer noch!« sagte Menion. »Nach allem, was man sieht, müssen sich irgendwo vor uns Gnome befinden — vielleicht in den Bäumen.«
»Vielleicht, vielleicht auch nicht«, sagte Höndel kurz. »Die Bäume verlaufen so noch etwa eine Meile, und die Felsen setzen sich auf beiden Seiten fort, verengen sich hinter dem Wald aber zum Noose-Paß, dem Zugang zum Wolfsktaag. Diesen Weg müssen wir nehmen. Es auf einem anderen zu versuchen, würde zwei weitere Tage kosten, und wir würden Gefahr laufen, mit den Gnomen zusammenzustoßen.«
»Genug gesprochen«, sagte Allanon scharf. »Machen wir uns auf den Weg! Sobald wir die andere Seite des Passes erreicht haben, sind wir im Gebirge, und dorthin folgen uns die Gnome nicht.«
»Sehr trostreich«, murmelte Flick vor sich hin.
Sie traten in den dichten Wald und schlichen zwischen den knorrigen Stämmen dahin. Vertrocknete Nadeln lagen in Haufen auf dem ganzen Boden und dämpften ihre Schritte bis zur Lautlosigkeit. Die Bäume erhoben sich schlank und bildeten mit ihren Wipfeln ein kompliziertes, spinnenartiges Geflecht, das bizarre Muster in den blauen Himmel zeichnete.
Die Gruppe folgte durch das Labyrinth von Stämmen und Ästen ihrem Anführer Höndel, der den Weg zügig und ohne Zögern wählte. Sie hatten erst einige hundert Meter zurückgelegt, als Durin sie mit einer heftigen Bewegung zum Stehen brachte und sich fragend umschaute.
»Rauch!« stieß er plötzlich hervor. »Sie haben den Wald angezündet!«
»Ich rieche keinen Rauch«, sagte Menion schnuppernd.
»Ihr habt auch nicht den scharfen Geruchssinn eines Elfen «, erklärte Allanon tonlos. Er sah Durin an. »Könnt Ihr sagen, wo?«