Katzenjammer
- Автор: Шойнеманн Фрауке
- Серия: Dackel Herkules #2
- Год: 2011
- Язык: немецкий
- Год: PeP eBook
- Жанр: Домашние животные
Электронная книга - «Katzenjammer». Краткое содержание книги:
Geschafft! Endlich hat Dackel Herkules für Frauchen Carolin den richtigen Mann gefunden: Marc, Tierarzt und echter Hundeversteher. Als sie in der Wohnung über Marcs Praxis zusammenziehen, ist Herkules selig. Nur der Kater Herr Beck, Dackels bester Freund, bleibt skeptisch. Nach seiner Erfahrung ist das Leben reichlich kompliziert. Recht hat er: Denn da gibt es leider noch Sabine, Marcs Exfrau, die plötzlich wieder Interesse an ihrem Verflossenen zeigt. Und die schöne Cherie, eine elegante Golden-Retriever-Dame, die von Herkules glühend verehrt wird, aber ihrerseits den zwei Köpfe kleineren Dackel komplett ignoriert. Kurz: Schon bald hat Herkules alle Pfoten voll zu tun, seine Menschen vor neuen Katastrophen zu bewahren und Cheries Herz vielleicht doch noch für sich zu erobern …
»So, Herkules. Dann will ich dir mal den Abschiedsschmerz erträglicher machen und etwas Leckeres für dich kochen. Die ollen Hundekuchen brauchen wir doch gar nicht, ich habe mir etwas Besseres überlegt. Komm mal mit in die Küche.«
Na ja, manchmal ist so eine gewisse räumliche Trennung vom Frauchen vielleicht auch gar nicht schlecht. Man weiß sich hinterher bestimmt wieder viel mehr zu schätzen. Und die ganze Zeit nur mit Marc und Caro, ohne andere Tiere – das wäre auch langweilig geworden. Hach, es riecht schon ganz köstlich!
»Kumpel, da steigt die Laune, oder?«
Ich ignoriere Beck, denn ich habe beschlossen, ihm heute mal in keinem einzigen Punkt Recht zu geben. Er ist mir einfach zu oberschlau. Stattdessen sehe ich gebannt zu, wie Nina leckere Herzstückchen mit Sauce auf einer Portion Reis verteilt, die sie zuvor in meinen Napf gefüllt hat. Lecker!
»Sag mal, kann es übrigens sein, dass du zugenommen hast?«, erkundigt sich Beck.
Ich sage nichts dazu. Ich lasse mich nicht provozieren. Ich nicht. Er läuft einmal um mich herum und betrachtet mich genau.
»Doch. Mindestens ein Kilo, oder?«
Ich lasse mich nicht provozieren. Ich nicht.
»Tja, was rede ich da. Du weißt wahrscheinlich gar nicht, was ein Kilo ist. Also, es ist ungefähr so viel wie ein halbes Kaninchen.«
Ich tauche meine Schnauze tief in den Napf und versuche, nicht hinzuhören.
»Diese Cherie ist ziemlich schlank, oder? Sind Retriever ja meistens.«
Okay. Gott weiß, ich habe es versucht. »Beck. Du nervst. Und zwar gewaltig. Ich bemühe mich wirklich, deine ständigen Belehrungen nicht persönlich zu nehmen. Aber das fällt mir immer schwerer. Wenn ich deiner Meinung nach alles verkehrt mache, zu sehr an meinem Frauchen und an meinem Opili hänge, mich in die falschen Frauen verliebe und sowieso ein bedauernswerter Schoßhund bin, dann frage ich mich ernsthaft, warum du mein Freund bist. Oder ob du überhaupt mein Freund bist. Oder ob du nur jemanden brauchst, bei dem du schlaumeiern kannst, um dich selbst besser zu fühlen.«
»Oh.« Mehr sagt Beck nicht, stattdessen schaut er mich völlig erstaunt an.
»Ja: oh!«, entgegne ich einigermaßen giftig. Wir schweigen uns eine Weile an.
»So siehst du mich?«
Ich nicke.
Beck schaut zu Boden. Dann schüttelt er sich kurz. »Es tut mir leid. Ich bin wohl mittlerweile etwas zynisch geworden.«
»Mag sein. Ich weiß nicht, was das heißt. Aber du kannst es mir natürlich gerne erklären. Ist ja sowieso deine Lieblingsbeschäftigung. «
»Herkules, ich habe gesagt, dass es mir leidtut. Und ich meine das ernst. Natürlich will ich dein Freund sein, und ich hoffe, ich bin es auch. Zynismus ist nämlich gar nicht gut. Es bedeutet, dass man Sachen, die anderen wichtig sind, lächerlich macht. Und zwar meistens, weil man diese Sachen früher selbst mal für wichtig gehalten hat, aber dann das Gefühl hatte, dass es sie vielleicht gar nicht gibt. Nimm beispielsweise deinen unerschütterlichen Glauben an die Freundschaft zwischen Mensch und Tier. Als ich noch ein junger Kater war, habe ich auch fest daran geglaubt. Aber vielleicht habe ich einfach ein paar Mal zu oft den Besitzer gewechselt und zu unerfreuliche Dinge mit Menschen erlebt, um davon noch überzeugt zu sein. Bei Frau Wiese war es zwar ganz okay, aber sie war natürlich nicht meine Freundin. Eher meine Zimmerwirtin. Offen gestanden, ist Nina der erste Mensch seit langer Zeit, der mir richtig viel bedeutet. Wahrscheinlich war ich immer ein bisschen neidisch auf dein gutes Verhältnis zu Carolin. Verzeih mir, mein Freund!«
Ach, ich habe einfach ein weiches Herz. Wenn mir Beck so eine traurige Geschichte erzählt und mich dabei auch noch so treu anschaut, ist es dahin mit meinem Vorsatz, endlich mal hart zu bleiben. Mist.
»Ausnahmsweise. Aber du musst dich bessern!«
»Großes Ehrenwort! Ich werde mich anstrengen, versprochen!«
Um unsere nun per Schwur erneuerte Freundschaft ein bisschen zu feiern, beschließen wir, uns im Garten zu sonnen. Die letzten Tage war das Wetter für solche Aktionen zu schlecht, aber heute regnet es endlich mal nicht, und der Himmel ist strahlend blau. Nina deutet unser Maunzen und Jaulen gleich richtig und lässt uns raus.
Herrlich, sich so im Gras zu fläzen. Ich fühle mich trotz meines vollen Bäuchleins ganz leicht und unbeschwert. Herr Beck, der nun offenbar bemüht ist, den neuen Superfreund zu geben, legt sich neben mich und signalisiert Interesse an meinem Gefühlsleben.
»Sag mal, Freund Herkules, wie steht es denn nun um dein kleines Dackelherz? Immer noch verliebt in diese Cherie?«
»Ja, leider.«
»Und? Schon irgendwelche Fortschritte gemacht?«
Ich schüttele den Kopf, was im Liegen gar nicht so einfach ist, ohne gleich herumzukugeln.
»Nein. Leider nicht. Also: Sie kennt mich, und seit sie in Marcs Praxis war, findet sie mich wohl auch nett. Aber ich werde das Gefühl nicht los, dass ich für sie nur ein guter Kumpel bin.«
»Immerhin. Das ist doch schon mal etwas.«
»Ja. Aber es ist irgendwie nicht das, was ich gerne für sie wäre. Ein Kumpel. Natürlich bin ich gerne ihr Freund. Aber ich würde einiges dafür geben, wenn sie mich nur einmal so anschauen würde, wie sie damals an der Alster diesen Alonzo angeschaut hat. So … so … bewundernd! Ja, das ist es – sie hat ihn bewundert, sie fand ihn toll. Als Rüde, nicht als Kumpel.«
»Hm. Da hast du in der Tat ein Problem. Und wie willst du das lösen?«
Ich schaue auf meine Pfoten, als gäbe es dort etwas Interessantes zu entdecken. Vielleicht gar die Lösung meines Problems. Aber natürlich sehe ich da nur Gras und zwei bis drei wagemutige Ameisen, die sich an meinen Krallen zu schaffen machen.
»Keine Ahnung, was ich da machen könnte. Hast du vielleicht eine Idee?«
»Einen alten Kater nach den Chancen bei einer jungen Hündin zu fragen ist mit Sicherheit nicht besonders erfolgversprechend. Aber ich werde mir Mühe geben, mir anhand meiner generellen Erkenntnisse über die Liebe etwas Sinnvolles einfallen zu lassen.«
»Ach, Herr Beck, das klingt gut. Denn ich habe nicht einmal generelle Erkenntnisse über die Liebe. Mich trifft es zum ersten Mal. Und manchmal fühlt sich das ganz toll an und manchmal leider ganz furchtbar.«
»Na gut, eine Sache steht damit schon mal fest: Du bist wirklich verliebt.«
Das Wummern aus der Decke über uns ist mittlerweile so laut, dass es sogar den Fernseher überdröhnt. Es ist mal schneller, mal langsamer, aber leider nie leise. Zwischendurch klingt es auch so, als würden Menschen rauf- und runterspringen, wobei ich mir das kaum vorstellen kann, denn eigentlich machen Menschen so was nicht. Wenn ich mal vor Begeisterung rauf- und runterspringe, ernte ich jedenfalls meist tadelnde Blicke von ihnen.
Nina scheint aber wild entschlossen, den Lärm zu ignorieren. Sie geht zum Fernseher und stellt ihn noch ein bisschen lauter. Für Herrn Beck und mich ist das allerdings keine Alternative, denn nun sind wir wie eingeklemmt zwischen dem Lärm des Fernsehers und dem von oben. Ein kurzer Blickkontakt, und wir sind uns einig: Das geht so nicht!
Wir verziehen uns also in den Flur. Hier ist es aber leider auch nicht wesentlich ruhiger, denn offenbar bekommt der Herr Obermieter heute sehr viel Besuch. Auf der Treppe herrscht jedenfalls reger Verkehr, Menschen traben zu seiner Wohnung, und viele von ihnen müssen sehr seltsames Schuhwerk anhaben, denn die Schritte klingen gar nicht wie Schritte, sondern wie ein schnelles Klackern.
Da! Schon wieder! Klack klack, klack klack! Die Klingel schrillt, dann lautes Hallo an der Tür, Musik schwappt in den Hausflur. Nervig. Ob es in Ninas Schlafzimmer ruhiger ist? Und ob Beck und ich da ausnahmsweise reindürfen? Beck schaut mich leidend an.