Galeeren in der Ostsee: Konteradmiral Bolitho vor Kopenhagen
- Автор: Кент Александер
- Год: 1980
- Язык: немецкий
- Год: Ullstein
- ISBN: 3-548-20072-9
- Переводчик: Wentzel Fritz
- Жанр: Морские приключения
Электронная книга - «Galeeren in der Ostsee: Konteradmiral Bolitho vor Kopenhagen». Краткое содержание книги:
Ropars' Schiff kam mächtig bei der Benbow auf, seine vorderen Geschütze feuerten in schneller Folge über einen immer kleineren Streifen Wasser. Für die verstörten Seeleute um Bolitho herum hatte es den Anschein, als fände jede Kugel ihr Ziel.
Niemand jubelte, als der Fockmast des falschen französischen Flaggschiffs in einer großen Wuling aus zerfetzter Leinwand, gebrochenen Spieren und losem Tauwerk über Bord fiel. La Loire war schwer mitgenommen, aber es sah ganz danach aus, als hätte ihr Opfer dazu gedient, die Schlacht in eine totale Niederlage für Bolithos Geschwader zu wenden.
Bei schlechter werdender Sicht, die durch Rauchschwaden zusätzlich beeinträchtigt wurde, torkelten die Schiffe wie trunken gegeneinander, während ihre Kanonen auf nächste Entfernung mitleidlos aufeinander einhämmerten. Ringsum ein Wald von Masten und flatternden Fahnen — es war ein Bild wie in der Hölle.
Herrick schien überall zu sein, anfeuernd, befehlend, Mut zusprechend und immer wieder neue Anstrengungen fordernd.
Der junge Sechste Offizier, Courtenay — jener, den Allday aus seinem Boot verdrängt hatte — , lag ausgestreckt auf dem Bauch, und seine Füße schlugen auf das Deck, als ein Seesoldat ihn zum Niedergang zog. Er war von einem französischen Scharfschützen getroffen worden, sein ganzer Unterkiefer war weggeschossen.
Browne rief: «Relentless greift den Transporter an, Sir!«Er senkte sein Glas.»Die beiden französischen Fregatten sind hinter ihr her.
Lookout bittet um Erlaubnis zum Eingreifen.»
«Abgelehnt!«Bolitho wischte sich über das Gesicht.»Wir können sie hier noch brauchen.»
Wozu? Um Überlebende aufzufischen? Oder um die Nachricht von einer vernichtenden Niederlage nach England zu bringen?
Er sagte:»Signal an alle: > Auf geeignete Positionen zur gegenseitigen Unterstützung gehen. Einen Gegner nach dem anderen angrei-fen<!»
Flaggen schleiften über das Deck, als eine Kanonenkugel durch die Gruppe der eifrig tätigen Signalgasten fegte, doch trotz des Schrek-kens und der Schmerzensschreie stiegen die Signale ohne Verzögerung hoch bis unter die Rah. Bolitho war zwar sicher, daß sie kaum nötig waren. Seine Kommandanten wußten von selber, was in dieser Lage zu tun war, und würden ihr Bestes geben. Doch wenn die Flaggen über dem alles umhüllenden Pulverqualm auswehten, war das ein Zeichen, daß sie immer noch ein Verband waren, mit einem Kopf, der sie führte.
Bolitho sah traurig auf einen schluchzenden Matrosen, der an ihm vorbeihumpelte.
Herrick meldete: «Indomitable ist in Schwierigkeiten, Sir. Ihr Be-sanmast ging gerade über Bord.»
Grubb sagte:»Aye, aber die alte Nicator setzt mehr Segel, um ihr zu helfen.»
«Alle haben >verstanden< gezeigt, Sir. «Browne schaute auf die Blutflecken an seiner Hose, die er erst jetzt bemerkte.»Zum Teufel auch!»
Bolitho sah gebannt auf Ropars' Flaggschiff. Es war jetzt weniger als eine halbe Kabellänge entfernt, nahm Segel weg, und auf seiner Laufbrücke sammelten sich Bewaffnete, während die Steuerbordgeschütze mit verminderter Geschwindigkeit weiterfeuerten.
Herrick schrie:»Sie wollen uns entern, Sir!»
Bolitho blickte zu den schlaff hängenden Segeln der Benbow empor. Ropars' Kommandant war ein gewiefter Seemann. Er nahm ihnen den Wind aus den Segeln und damit jede Manövrierfähigkeit, bevor er zum endgültigen Knockout ausholte.
Wolfe brüllte:»Klar zur Abwehr von Enterkommandos!»
Über ihnen der scharfe Abschußknall einer Drehbasse, und dann ein Hagel von Kartätschenkugeln, der eine blutige Schneise durch die dicht gedrängt stehenden französischen Seeleute und Soldaten schlug.
Die gespannten Gesichter der sich duckenden Geschützbedienungen leuchteten plötzlich grellrot auf, und Sekunden später schüttelte eine gewaltige Explosion die ineinander verbissenen Schiffe wie Spielzeugboote im Sturm.
Rauchende Trümmerstücke fielen zischend rundherum vom Himmel. Bolitho wußte sofort, daß es die Loire war, auf der während des Gefechts unbemerkt Feuer ausgebrochen war. Jetzt war ihr Pulvermagazin explodiert.
Männer rannten mit Wassereimern achteraus, um — vom Bootsmann angetrieben — die auf ihr Schiff herabfallenden Funken und brennenden Holzteile zu löschen.
«VonIndomitable, Sir: >Bitte um Unterstützung<!»
Bolitho blickte seinen Flaggleutnant an, sah aber nur Kapitän Ke-verne — den Kommandanten der Indomitable — vor sich. Er schüttelte den Kopf.»Geht nicht. Wir müssen zusammenbleiben.»
Browne beobachtete ihn neugierig und nickte dann seinem Signalgasten zu.
«Zeigen Sie >Verstanden<!»
Die Indomitable wurde von den beiden Schiffen angegriffen, die am Ende des gegnerischen Geschwaders gestanden hatten. Behindert durch einen gebrochenen Mast und die über Bord hängende Takelage, fiel sie langsam zurück, während Nicator und Odin ihrem Flaggschiff hinterherjagten, mehr Segel s etzten und aus allen Rohren schossen.
Auch Ropars' Flaggschiff setzte eine Menge Signale, und Bolitho nahm an, daß die meisten davon für die beiden Fregatten und den Transporter bestimmt waren. Er wollte sicher alles tun, um zu verhindern, daß der Transporter schwer beschädigt wurde oder seine Ladung — seien es Truppen oder was auch immer — in die Hände des Feindes fiel.
Bolitho brüllte heiser:»Haltet durch, Jungs! Gleich geht's ums Ganze!«Er packte Herricks Arm.»Feuern Sie unsere Leute an, Thomas! Schicken Sie welche auf die Laufbrücke, als ob Sie den Feind entern wollten!»
Herrick starrte ihn an.»Ich werd's versuchen, Sir.»
Bolitho riß seinen goldverbrämten Hut herunter und schwenkte ihn über dem Kopf.»Ein Hurra, Leute!«Mit langen Schritten lief er die Backbordlaufbrücke entlang, über die glühendheißen Kanonen hinweg, vorbei an den zerfetzten Hängematten und Schutznetzen.»Hurra, Jungs! Zeigt ihnen, was wir noch draufhaben!»
Auch der Dümmste an Bord der Benbow hatte wohl erkannt, daß sie vom französischen Admiral ausgetrickst und ausmanövriert worden waren. Wenn sie jetzt den Kopf verloren, waren sie erledigt. Die Ben-bow würde in die Hände des Feindes fallen und eines Tages in einer französischen Schlachtlinie segeln.
Der Gedanke war zu schrecklich, um ihn auszuspinnen. Bolitho achtete weder auf Herricks Entsetzen noch auf Alldays besorgte Miene, mit der er ihm auf die ungeschützte Laufbrücke folgte.
Aber die Männer der Benbow reagierten. Obwohl weitere Treffer in die Bordwand einschlugen oder Teile der Takelage wie mit einer unsichtbaren Sichel abmähten, traten sie von ihren Kanonen zurück, riefen Hurra, umarmten einander und kletterten zu Bolitho auf die Laufbrücke hinauf.
Die verminderten Geschützbedienungen aber beeilten sich, neu zu laden, angetrieben durch Spekes ungebrochene Energie, der laut kommandierte:»Volle Breitseite! Fertig!»
Bolitho griff in die Netze und starrte auf das Wasser, das neben ihm hochspritzte. Es mußte bald zu Ende sein.
Das starre Lächeln auf seinen Zügen tat ihm beinahe weh; nur undeutlich und verzerrt hörte er die Stimmen der Matrosen um sich herum, die dem Feind Flüche und Beschimpfungen entgegenschrien: wie bedrängte Bluthunde, die nur noch töten wollten, und koste es ihr eigenes Leben.
«Breitseite: Feuer!»
Der Rückstoß der gemeinsam feuernden Batterie warf Bolitho beinahe um, und als er sich umschaute, meinte er auf einem einsamen Steg zu stehen, denn der Pulverqualm, der vom Batteriedeck und an der Bordwand aus allen Stückpforten hochgestiegen war, hatte das Schiff völlig eingehüllt.
Irgendwo schmetterte plötzlich eine Trompete mit dringlichem Ton, und Bolitho mochte seinen Augen kaum trauen, als er bemerkte, daß Ropars' Schiff abdrehte. Seine Besanstange war verschwunden, und aus ihren Geschützpforten und sonstigen Löchern in der Bordwand drang Rauch. Er sah auch Flammen und Leute, die mit Wassereimern herbeieilten, um das Feuer, ihren schlimmsten Feind, zu bekämpfen.