Harry Potter und die Heiligtümer des Todes
- Автор: Роулинг Джоан Кэтлинг
- Серия: Harry Potter (de) #7
- Язык: немецкий
- Жанр: Детское фэнтези
Электронная книга - «Harry Potter und die Heiligtümer des Todes». Краткое содержание книги:
HARRY POTTER
und die Heiligtümer des Todes
Aus dem Englischen
von Klaus Fritz
Inhalt:
An eine Rückkehr nach Hogwarts ist für Harry nicht zu denken. Er muss alles daransetzen, die fehlenden Horkruxe zu finden, um zu vollenden, was Dumbledore und er begonnen haben. Erst wenn sie zerstört sind, kann Voldemorts Schreckensherrschaft vergehen. Mit Ron und Hermine an seiner Seite und einem magischen Zelt im Gepäck begibt sich Harry auf eine gefährliche Reise, quer durch das ganze Land. Als die drei dabei auf die rätselhaften Heiligtümer des Todes stoßen, muss Harry sich entscheiden. Soll er dieser Spur folgen? Doch er ahnt schon jetzt: Welche Wahl er auch trifft – am Ende des Weges wird der Dunkle Lord auf ihn warten...
Die Eingangszitate sind entnommen aus:
Aischylos: Orestie. Das Opfer am Grabe. In einer Übersetzung von Ulrich von Wilamowitz-Moellendorf. Berlin 1896.
William Penn: Früchte der Einsamkeit. Zweyte Abtheilung.
In einer Übersetzung von Friedrich von Schiller. Friedensthal 1803.
»Er hat nie geheiratet, warum auch immer«, sagte Ron.
»Das überrascht mich jetzt«, erwiderte Hermine.
Sie lachten alle so heftig, dass keiner von ihnen den späten Gast bemerkte, einen dunkelhaarigen jungen Mann mit einer langen krummen Nase und dichten schwarzen Augenbrauen, bis er Ron seine Einladung hinstreckte und mit Blick auf Hermine sagte: »Du siehst wunderbar aus.«
»Viktor!«, kreischte sie und ließ ihre kleine perlenverzierte Handtasche fallen, die mit einem lauten, dumpfen Schlag aufprallte, der gar nicht zu ihrer Größe passte. Hermine bückte sich errötend, um sie aufzuheben, und sagte: »Ich wusste nicht, dass du – Himmel – schön, dich zu – wie geht es dir?«
Rons Ohren waren wieder leuchtend rot geworden. Nachdem er kurz auf Krums Einladung geschaut hatte, so als würde er kein Wort davon glauben, sagte er viel zu laut: »Wie kommst du denn hierher?«
»Flor hat mich eingeladen«, antwortete Krum mit hochgezogenen Brauen.
Harry, der keinen Groll gegen Krum hegte, schüttelte ihm die Hand; da er spürte, dass es am klügsten wäre, Krum aus Rons Umgebung zu entfernen, bot er dann an, ihm seinen Platz zu zeigen.
»Deine Freund ist nicht froh, mich zu sehen«, sagte Krum, als sie das nun brechend volle Zelt betraten. »Oder ist er ein Verwandter?«, fügte er mit einem kurzen Blick auf Harrys rote Locken hinzu.
»Cousin«, murmelte Harry, aber Krum hörte nicht richtig hin. Sein Erscheinen verursachte Aufruhr, besonders unter den Veela-Cousinen: Er war immerhin ein berühmter Quidditch-Spieler. Während manche sich nach wie vor die Hälse verrenkten, um ihn besser sehen zu können, eilten Ron, Hermine, Fred und George den Gang zwischen den Stühlen entlang.
»Höchste Zeit, dass wir uns setzen«, sagte Fred zu Harry, »sonst werden wir noch von der Braut umgerannt.«
Harry, Ron und Hermine nahmen ihre Plätze in der zweiten Reihe hinter Fred und George ein. Hermine war ziemlich rosa im Gesicht und Rons Ohren waren immer noch scharlachrot. Ein wenig später murmelte er Harry zu: »Hast du gesehen, er hat sich einen bescheuerten kleinen Bart wachsen lassen!«
Harry antwortete mit einem unverbindlichen Grunzen.
In dem warmen Zelt waren inzwischen alle in gespannter Erwartung, gelegentlich unterbrach kurzes aufgeregtes Gelächter das allgemeine Gemurmel. Mr und Mrs Weasley spazierten den Mittelgang entlang und winkten lächelnd ihren Verwandten zu; Mrs Weasley trug einen brandneuen amethystfarbenen Festumhang mit einem dazu passenden Hut.
Einen Moment später erhoben sich Bill und Charlie vorne im Zelt, beide in Festgewändern, mit großen weißen Rosen in ihren Knopflöchern; Fred stieß einen bewundernden Pfiff aus und die Veela-Cousinen fingen an zu kichern. Dann schwoll Musik an, und es war, als würde sie von den goldenen Ballons herrühren, und die Menge verstummte.
»Ooooh!«, sagte Hermine, wirbelte auf ihrem Platz herum und blickte zum Eingang.
Ein einziger lauter Seufzer entfuhr den versammelten Hexen und Zauberern, als Monsieur Delacour und Fleur den Mittelgang entlangkamen, Fleur glitt dahin, Monsieur Delacour hüpfte und strahlte. Fleur trug ein ganz schlichtes weißes Kleid und es schien ein kräftiges silbriges Leuchten von ihr auszugehen. Während ihr Glanz für gewöhnlich alle anderen im Umkreis verblassen ließ, machte er heute alle schöner, auf die er fiel.
Ginny und Gabrielle, die beide goldene Kleider trugen, sahen sogar noch hübscher aus als sonst, und sobald Fleur Bill erreicht hatte, schien es, als wäre er niemals Fenrir Greyback begegnet.
»Meine Damen und Herren«, sagte eine leicht leiernde Stimme, und Harry bemerkte mit einem leisen Schrecken, dass derselbe kleine Zauberer mit den büscheligen Haaren, der Dumbledores Begräbniszeremonie geleitet hatte, jetzt vor Bill und Fleur stand. »Wir sind heute hier versammelt, um die Verbindung zweier treuer Seelen festlich zu begehen ...«
»Ja, mein Diadem bringt die ganze Sache doch hübsch zur Geltung«, flüsterte Tantchen Muriel recht deutlich vernehmbar. »Aber ich muss sagen, Ginevras Kleid ist viel zu tief ausgeschnitten.«
Ginny spähte nach hinten, grinste, zwinkerte Harry zu und wandte sich dann rasch wieder nach vorn. Harrys Gedanken schweiften weit weg von dem Zelt, zu den Nachmittagen zurück, die er mit Ginny allein an lauschigen Plätzen des Schulgeländes verbracht hatte. Sie schienen so weit zurückzuliegen; sie waren ihm immer zu schön vorgekommen, um wahr zu sein, als hätte er einem gewöhnlichen Menschen glanzvolle Stunden seines Lebens gestohlen, einem Menschen ohne Blitznarbe auf der Stirn ...
»William Arthur, willst du Fleur Isabelle ...?«
In der vorderen Reihe schluchzten Mrs Weasley und Madame Delacour leise in ihre Spitzentaschentücher. Trompetenartige Geräusche vom hinteren Teil des Zeltes verrieten allen, dass Hagrid eines von seinen tischtuchgroßen Taschentüchern hervorgeholt hatte. Hermine drehte sich zur Seite und strahlte Harry an; auch ihre Augen waren voller Tränen.
»... dann seid ihr hiermit im Leben vereint.«
Der Zauberer mit den büscheligen Haaren hob seinen Zauberstab hoch über die Köpfe von Bill und Fleur, und ein silberner Sternenschauer überrieselte sie und wand sich spiralförmig um ihre jetzt eng umschlungenen Gestalten. Fred und George klatschten als Erste los, und stürmischer Beifall folgte, während die goldenen Ballons über den Köpfen platzten: Paradiesvögel und goldene Glöckchen flogen und schwebten daraus hervor und stimmten zwitschernd und bimmelnd in den lauten Trubel ein.
»Meine Damen und Herren!«, rief der Zauberer mit den büscheligen Haaren. »Würden Sie sich bitte erheben!«
Alle erhoben sich, Tantchen Muriel hörbar murrend; er schwang seinen Zauberstab. Die Stühle, auf denen sie gesessen hatten, stiegen elegant in die Höhe, und die seitlichen Leinwände des Zeltes verschwanden, so dass sie nun unter einem Baldachin standen, der von goldenen Pfosten getragen wurde, mit einem herrlichen Blick über den sonnenbeschienenen Obstgarten und das umliegende Land. Gleich darauf verbreitete sich von der Zeltmitte her eine Lache aus flüssigem Gold und bildete eine schimmernde Tanzfläche; die schwebenden Stühle gruppierten sich um kleine, weiß gedeckte Tische, alles sank elegant wieder zu Boden, rund um die Tanzfläche herum, und die Band mit den goldenen Jacketts marschierte zu einem Podium.
»Scharf«, sagte Ron beifällig, als nun von allen Seiten her die Kellner auftauchten, manche mit Silbertabletts voller Kürbissaft, Butterbier und Feuerwhisky, andere mit schwankenden Bergen von Törtchen und Sandwiches.
»Wir sollten hingehen und ihnen Glück wünschen!«, sagte Hermine, die auf Zehenspitzen stand und zu der Stelle hinüberspähte, wo Bill und Fleur in einer Traube von Gratulanten verschwunden waren.
»Dazu haben wir später noch Zeit«, erwiderte Ron achselzuckend, griff sich drei Butterbiere von einem vorbeischwebenden Tablett und gab eines Harry. »Hermine, los, schnappen wir uns einen Tisch ... nicht da!
Möglichst weit weg von Muriel -«
Ron führte sie über die leere Tanzfläche, wobei er immer wieder nach links und rechts sah: Harry war sicher, dass er nach Krum Ausschau hielt.
Als sie die andere Seite des Zeltes erreicht hatten, waren die meisten Tische besetzt. Der leerste war der, an dem Luna allein saß.
»Was dagegen, wenn wir uns zu dir setzen?«, fragte Ron.
»Überhaupt nicht«, sagte sie erfreut. »Daddy ist gerade weggegangen, um Bill und Fleur unser Geschenk zu geben.«
»Was ist es denn, ein Gutschein für Spulenwurzeln auf Lebenszeit?«, fragte Ron.
Hermine trat unter dem Tisch nach ihm, erwischte aber stattdessen Harry. Der Schmerz trieb Harry Tränen in die Augen, so dass er kurz der Unterhaltung nicht folgen konnte.
Die Band hatte zu spielen begonnen. Bill und Fleur betraten unter großem Beifall als Erste die Tanzfläche; wenig später führte Mr Weasley Madame Delacour zum Tanz, ihnen folgten Mrs Weasley und Fleurs Vater.