Lucky Starr auf der Venus
- Автор: Азимов Айзек
- Серия: Lucky Starr #3
- Год: 1981
- Язык: немецкий
- Жанр: Научная фантастика
Электронная книга - «Lucky Starr auf der Venus». Краткое содержание книги:
»Bist du auch ganz sicher? Kein Zweifel möglich?«
»Überhaupt kein Zweifel möglich. Sie haben mich mit der Erde verbunden, und ich habe mit Conway persönlich gesprochen. Der Teil ist geregelt.«
»Dann ist alles geregelt«, krähte Bigman vergnügt. »Die Erde ist gewarnt. Jetzt wissen sie dort, was mit den V-Fröschen los ist.«
Lucky lächelte, sagte aber nichts.
»Eins noch, Lucky«, sagte Bigman, »erzähl' mir, was passiert ist. Wie bist du ihnen entkommen? Bei allen Marswüsten! Was hast du nur getan?«
»Nichts, an was ich nicht schon viel früher hätte denken müssen, dann wäre uns eine ganze Menge unnötiger Schwierigkeiten erspart geblieben. Die Stimme hat uns gesagt, daß alles, was sie brauchen, ihr Leben und die Möglichkeit nachzudenken sei. Daran erinnerst du dich doch, Bigman? Später sagte sie, daß wir nichts hätten, womit wir sie bestechen oder bedrohen könnten. Erst in diesem Moment ging mir auf, daß du und ich es besser wußten.«
»Ich weiß es besser?« fragte Bigman naiv.
»Selbstverständlich tust du das. Keine zwei Minuten, nachdem du deinen ersten V-Frosch zu Gesicht bekommen hast, hast du gemerkt, daß Leben und Nachdenken nicht alles ist, was sie brauchen. Auf dem Weg zur Oberfläche habe ich dir erklärt, daß die Pflanzen auf der Venus den Sauerstoff speichern, damit Venustiere ihren Sauerstoff aus der Nahrung beziehen können und nicht atmen müssen. Ich habe sogar gesagt, daß sie wahrscheinlich zuviel Sauerstoff aufnehmen und daß das der Grund ist, warum sie sauerstoffarme Kost wie Kohlenwasserstoffe so lieben. Wagenschmiere zum Beispiel. Erinnerst du dich nicht mehr daran?«
Bigmans Augen wurden immer größer: »Sicher, klar doch!«
»Überlege dir doch bloß mal, wie sie hinter Kohlenwasserstoffverbindungen her sein müssen. Das muß so ähnlich wie das Verlangen von Kindern nach Süßigkeiten sein.«
Wieder sagte Bigman: »Sicher, klar doch.«
»Also, die V-Frösche hatten uns geistig in ihrer Gewalt, aber um diese Kontrolle aufrecht erhalten zu können, mußten sie sich konzentrieren. Was ich tun mußte, war sie abzulenken, oder wenigstens diejenigen in der Nähe unseres Schiffes, deren Kräfte am stärksten auf uns wirkten. Also habe ich das Naheliegendste über Bord gehen lassen.«
»Aber was denn, los Lucky, mach's nicht so spannend.«
»Ich habe ein offenes Glas Vaseline, aus dem Apothekenschrank hinausgeworfen. Reiner Kohlenwasserstoff, viel hochprozentiger als Wagenschmiere. Sie konnten einfach nicht widerstehen. Selbst wo so viel auf dem Spiel stand, konnten sie der Versuchung nicht widerstehen. Diejenigen, die dem Glas am nächsten waren, tauchten danach. Andere, die weiter entfernt waren, standen in geistiger Verbindung, und ihre Gedanken konzentrierten sich augenblicklich auf Kohlenwasserstoff. Die Kontrolle über uns ging ihnen dabei verloren, und ich konnte die Meldung absetzen. Das war alles.«
»Na schön«, meinte Evans, »dann sind wir mit denen ja wohl fertig.« »Was das angeht«, erwiderte Lucky, »bin ich mir gar nicht so sicher. Da sind noch ein paar Dinge.«
Er drehte sich um, die Stirn in Falten gelegt und die Lippen aufeinandergepreßt.
*
Durch das Bullauge schimmerte die Kuppel in unbeschreiblicher Schönheit; bei ihrem Anblick hüpfte Bigman das Herz. Er hatte etwas gegessen, und sogar eine Runde geschlafen, und nun rumorte sein rühriger Geist wie eh und je. Lou Evans hatte sich im beachtlichen Maße von seiner Niedergeschlagenheit erholt. Nur Lucky hatte noch immer seinen müden Gesichtsausdruck.
»Ich sage dir, die V-Frösche sind demoralisiert, Lucky«, verkündete Bigman voller Überzeugung. »Sieh' mal, wir haben hundert Meilen Ozean, oder wenigstens beinahe hundert Meilen, hinter uns und sie haben uns nicht einmal belästigt. Hab' ich nicht recht?«
»Im Augenblick frage ich mich bloß, warum wir keine Antwort von der Kuppel bekommen.«
Jetzt war Evans an der Reihe, die Stirn zu runzeln. »So lange sollten sie nicht brauchen.«
Bigman schaute von einem zum anderen. »Ihr glaubt doch nicht etwa, daß in der Stadt etwas nicht stimmt, oder?«
Lucky machte eine Handbewegung, die Schweigen bedeutete. Eine leise schnellsprechende Stimme kam durch den Lautsprecher.
»Identifizieren Sie sich bitte.«
»Hier ratsgechartertes Unterseeschiff Hilda aus Aphrodite mit Kurs auf Aphrodite. Kommandant David Starr an der Leitung.«
»Sie werden warten müssen.«
»Bitte aus welchem Grund?«
»Alle Schleusen sind im Augenblick in Betrieb.«
Evans zog die Stirn in Falten und murmelte: »Lucky, das ist unmöglich.«
»Wann wird eine frei sein?« erkundigte sich Lucky. »Geben Sie mir die Position und weisen Sie mich mit Ultrasignal ein.«
»Sie werden warten müssen.«
Die Leitung blieb offen, aber der Mann am anderen Ende sagte nichts mehr.
»Hol' Ratsmitglied Morriss an die Leitung, Lucky«, schlug Bigman entrüstet vor. »Das wird ihnen Feuer unter dem Hintern machen.«
Zögernd sagte Evans: »Morriss glaubt, ich sei ein Verräter. Nimmst du an, daß er sich entschieden haben könnte, daß du mit mir gemeinsame Sache machst, Lucky?«
»Wenn dem so wäre«, gab Lucky zurück, »dann würde er alles daransetzen, uns in die Stadt hinein zuholen. Nein, ich glaube vielmehr, daß der Mann im Kontrollraum geistig gesteuert wird.«
»Um uns daran zu hindern, in die Stadt zu gelangen?« fragte Evans ungläubig. »Meinst du das im Ernst?«
»Ja, das meine ich im Ernst.«
»Es gibt auf Dauer keine Möglichkeit, uns am Betreten der Stadt zu hindern, es sei denn, sie.« Evans wurde leichenblaß, mit zwei Schritten war er am Bullauge. »Lucky, du hast recht! Sie bringen eine Blasterkanone in Stellung! Sie werden uns aus dem Wasser blasen!«
Bigman stand ebenfalls am Bullauge. Ein Irrtum war ausgeschlossen. Ein Kuppelabschnitt hatte sich zur Seite bewegt, und dahinter konnte man - durch das Wasser betrachtet wirkte es etwas unwirklich - eine gedrungene Röhre erkennen.
Bigman sah mit fasziniertem Schrecken zu, wie die Mündung herunterkam und genau auf sie zielte. Die Hilda war unbewaffnet. Sie würde niemals imstande sein, schnell genug Fahrt aufzunehmen und der Vernichtung zu entgehen. Es schien keinen Ausweg zu geben.
XV
Der Feind?
Aber selbst als Bigman fühlte, wie sich ihm der Magen in Erwartung des unmittelbar bevorstehenden Todes zusammenzog, konnte er hören, wie Lucky mit ruhiger Stimme kräftig in das Mikrophon sprach:
»Unterseeschiff Hilda mit Petroleum an Bord... Unterseeschiff Hilda mit Petroleum an Bord. Unterseeschiff Hilda mit Petroleum an Bord. Unterseeschiff Hilda...«
Am anderen Ende machte sich eine aufgeregte Stimme bemerkbar. »Hier Clement Heber im Schleusenstand. Was stimmt da nicht? Ich wiederhole. Was stimmt da nicht? Hier Clement Heber.«
»Sie fahren den Blaster wieder ein, Lucky«, schrie Bigman.
Lucky atmete in einem Zuge aus, aber nur dadurch verriet er seine innere Anspannung. In das Mikrophon sagte er: »Unterseeschiff Hilda meldet sich zum Einlaufen in Aphrodite. Bitte weisen Sie Schleuse zu. Wiederhole. Bitte weisen Sie Schleuse zu.«
»Sie können Schleuse fünfzehn nehmen. Folgen Sie dem Richtungssignal. Hier scheint einige Verwirrung zu herrschen.«
Lucky stand auf und sagte zu Evans: »Lou, übernimm' die Schiffsführung und bring' die Hilda so schnell du kannst in die Stadt.«
Er bedeutete Bigman, ihm in den anderen Raum zu folgen.
»Was. was.« Bigman sprudelte wie eine undichte Wasserpistole.