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Ein Kampf um Rom

Электронная книга - «Ein Kampf um Rom». Краткое содержание книги:

Dahn erzählt vom Kampf und vom Untergang der Ostgoten in Italien nach dem Tode des großen Theoderich von Ravenna. Wir erleben das Ringen um die Macht, hören von den Ostgotenkönigen Witiches und Totila bis zu dem denkwürdigen letzten Kampf der Goten unter Teja am Vesuv.
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«Unmöglich, Feldherr, er war nicht stark genug. Und sie lag ja, nach letzter Botschaft, sicher vor Anker im Hafen von Brundisium.» - «Nun, wir können nicht auf die Schiffe warten. Vorwärts, meine Feldherren, wir brechen alle, ich selber mit, sofort gegen den Engpaß auf. Leb' wohl, Cethegus! Laß dich die Entsetzung nicht anfechten. Ich besorge, es würde dir nach der Beendung des Krieges manch lästiger Prozeß drohen. Du hast viele Feinde: mit Recht und mit Unrecht. Böse Wahrzeichen drohen dir ringsumher. Aber ich weiß, du hast von jeher nur ein Wahrzeichen geehrt: <Ein Wahrzeichen nur gilt:> -»

«<Für die Heimat kämpfend zu fallen.> Nur noch eine Gunst: verstatte mir - meine Isaurier und Tribunen ruhen ja in Rom -die Italier und Römer in deinem Heer, die du unter alle deine Scharen verteilt hast, um mich zu sammeln und sie gegen die Barbaren zu führen»

Einen Augenblick besann sich Narses. «Gut, sammle sie und führe sie! - Zum Tode», sagte er leise zu Basiliskos. «Es sind höchstens fünfzehnhundert Mann - ich gönne ihm die Freude, an der Spitze seiner Landsleute zu fallen - und sie hinter ihm! Leb' wohl, Cethegus.»

Stumm, mit dem erhobenen Speer ihn grüßend, schritt Cethegus hinaus.

«Hm», sagte Narses zu Alboin, «- schau' ihm nur ernsthaft nach, Langobarde. Da geht ein merkwürdiges Stück Weltgeschichte dahin. Weißt du, wer da hinausschritt?»

«Ein großer Feind seiner Feinde», sagte Alboin ernst.

«Ja, Wölflein, schau' dir ihn nochmal an: da geht zu sterben -: der letzte Römer!» - -

Als alle Heerführer bis auf Basiliskos und Alboin Narses verlassen hatten, eilten aus dem durch Vorhänge abgesperrten Abschluß des Zeltes Anicius, Scävola und Albinus, noch in langobardischer Kleidung, mit bestürzten Mienen. «Wie?» rief Scävola, «du willst dem Richter diesen Mann entziehen?» -«Und dem Henker», sprach Albinus, «seinen Leib? und seinen Anklägern sein Vermögen?» Anicius nur schwieg und ballte die Faust um den Schwertgriff.

«Feldherr», rief Alboin, «laß die zwei Schreier meines Volkes Kleidung von sich legen. Mich ekelt dieser Kläffer.»

«Du hast nicht unrecht, Wölflein! - Ihr braucht euch nicht mehr zu vermummen», sprach Narses. «Ich bedarf euer nicht mehr als Ankläger.

Cethegus ist gerichtet: das Urteil vollstrecken wird - König

Teja. Ihr aber, Rabenschnäbel, sollt nicht noch einhacken auf den toten Helden.»

«Und Kaiser Justinians Befehl?» trotzte hartnäckig Scävola.

«Tote Männer kann auch Justinianus nicht blenden und kreuzigen lassen. Wenn Cethegus Cäsarius gefallen, kann ich ihn nicht wieder aufwecken, für des Kaisers Grausamkeit. Von seinem Gold aber, Albinus, erhältst du keinen Solidus: und du, Scävola, von seinem Blute keinen Tropfen. Sein Gold ist dem Kaiser, sein Blut den Goten, sein Name der Unsterblichkeit verfallen.»

«Den Tod des Helden gönnst du diesem Bösewicht?» grollte jetzt Anicius.

«Ja, Sohn des Boethius: denn er hat ihn verdient.

Du aber hast ein tüchtig Recht auf Rache an ihm: - du wirst dem Gefallenen das Haupt abschlagen und nach Byzanz dem Kaiser bringen! Hört ihr die Tuba? Das Gefecht begann!»

Fünfzehntes Kapitel

Als König Teja das ganze Heer des Narses gegen die Mündung des Engpasses in Bewegung sah, sprach er zu seinen Helden: «Wohlan: so schaut denn statt der Sterne die Mittagssonne den letzten Kampf der Goten. Das ist die einzige Änderung unsres Entschlusses.» Er stellte eine Anzahl von Kriegern vor der Lavahöhle auf, wies ihnen die Leiche Theoderichs, auf purpurner Bahre aufgerichtet, und den Königshort und trug ihnen auf, während der Kampf um den Engpaß toben würde, die Purpurbahre und die Truhen in den Vesuv zu schleudern auf Adalgoths Wink, dem er mit Wachis die letzte Obhut des Passes anbefahl.

Die Unwehrhaften drängten sich um die Lavahöhle zusammen -: man sah keine Träne, man hörte kein Schluchzen. Die Krieger aber ordnete Teja nach Hundertschaften, und innerhalb derselben nach den Sippen, so daß Väter und Söhne, Brüder und Vettern nebeneinander fochten: ein Gefüge der Schlachthaufen, dessen grimmige Zähigkeit die römischen Legionen seit den Tagen der Kimbern und Teutonen, des Ariovist und des Armin erprobt. Die natürliche Beschaffenheit des letzten Schlachtfeldes der Goten wies von selbst auf die alte, von Odin gelehrte Schlachtordnung zum Angriff aus dem Engpaß: dem Keil.

Die tiefen, dichten Kolonnen der Byzantiner standen nun, wohl gegliedert, staffelförmig von dem Meeresufer an bis auf Speerwurfweite vor des Passes Mündung hintereinander aufgestellt: - ein prachtvoll schöner, aber furchtbarer Anblick. Die Sonne glänzte auf ihren Waffen, indes die Goten im Schatten der Felsen standen. Weit über die Lanzen und Feldzeichen der Feinde hinweg blickten die Germanen bis in das lachende, schimmernde Meer, das in wonnigem Lichtblau strahlte.

König Teja stand neben Adalgoth, der das Banner Theoderichs trug, in der Mündung des Passes. Der Dichter regte sich in dem Heldenkönig.

«Sieh hin», sprach er zu seinem Liebling, «wo könnten wir schöner sterben? Nicht im Himmel der Christen, nicht in Meister Hildebrands Asgardh oder Breidablick kann es schöner sein. Auf, Adalgoth, laß uns hier sterben, unsres Volkes und dieser schönen Todesstätte wert.»

Und er warf den Purpurmantel zurück, den er über der schwarzen Erzrüstung getragen, nahm die kleine Harfe in den linken Arm und sang mit leiser verhaltener Stimme:

«Vom fernsten Nord bis vor Byzanz, Bis Rom - welch Siegeswallen! Der Goten Stern stieg auf in Glanz: In Glanz auch soll er fallen. Die Schwerter hoch um letzten Ruhm Mit letzter Kraft zu werben: Fahr wohl, du stolzes Heldentum: Auf, Goten, - laßt uns sterben!»

Und mit kräftigem Schlag zerschmetterte er die im Tode noch hellaufklingende Harfe an dem Fels zu seiner Linken.

«Nun, Adalgoth, leb' wohl! Hätt' ich die Reste meines Volkes retten können! Nicht hier! Aber mit freiem Abzug gen Norden!

Es sollte nicht sein. Narses würd's kaum gewähren. Und die letzten Goten bitten nicht. Zum Tod!»

Und die mächtige Streitaxt an lanzengleichem Schaft erhebend, die gefürchtete Waffe, trat er an die Spitze des Keils. Hinter ihm Aligern, sein Vetter, und der alte Hildebrand. Hinter diesen Herzog Guntharis von Tuscien, der Wölsung, Graf Grippa von Ravenna und Graf Wisand von Volsinii, der Bandalarius. Hinter diesen Wisands Bruder: Ragnaris von Tarentum, und vier Grafen, dessen Gesippen. Darauf in steigender Breite, je sechs, acht, zehn Goten.

Den Schluß bildeten dichte Haufen, je nach Zehnschaften geordnet.

Wachis, neben Adalgoth in dem Engpaß haltend, gab, auf des Königs Wink, das Zeichen mit dem gotischen Heerhorn. Und nun brach die Sturmschar ausfallend aus der Schlucht.

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