Percy Jackson 01 - Diebe Im Olymp
- Автор: Риордан Рик
- Серия: Percy Jackson #1
- Язык: немецкий
- Жанр: Прочая древняя литература
Электронная книга - «Percy Jackson 01 - Diebe Im Olymp». Краткое содержание книги:
Durch irgendein Wunder war ich noch immer am Leben. Ich wollte nicht sehen, wie es unter den Resten meiner Rüstung aussah. Meine Brust fühlte sich heiß und nass an und ich wusste, dass ich ernstlich verletzt war. Noch eine Sekunde und das Monster hätte mich in hundert Pfund Hackfleisch verwandelt.
Chiron trat mit grimmigem Gesicht neben uns, den Bogen in der Hand.
»Bei den Göttern«, sagte Annabeth. »Das ist ein Höllenhund von den Feldern der Bestrafung. Sie dürfen nicht … die sollten eigentlich nicht …«
»Irgendwer hat ihn gerufen«, sagte Chiron. »Irgendwer hier im Camp.«
Luke kam zu uns herüber, die Flagge in seiner Hand war vergessen, sein Triumph verflogen.
Clarisse schrie: »Percy ist an allem schuld! Percy hat ihn gerufen!«
»Sei still, Kind«, sagte Chiron zu ihr.
Wir sahen zu, wie der Leichnam des Höllenhundes sich in Schatten auflöste, mit dem Boden verschmolz und dann verschwunden war.
»Du bist verletzt«, sagte Annabeth zu mir. »Schnell, Percy, ins Wasser mit dir.«
»Mir geht es gut.«
»Nein, tut es nicht«, sagte sie. »Chiron, sieh dir das an.«
Ich war zu erschöpft, um zu widersprechen. Ich trat zurück in den Bach und alle aus dem Lager umringten mich.
Sofort ging es mir besser. Ich spürte, wie die Wunden in meiner Brust sich schlossen. Einige der Umstehenden schnappten nach Luft.
»Hört mal, ich – ich weiß nicht, wieso …«, sagte ich, wie um mich zu entschuldigen. »Tut mir leid …«
Aber sie sahen überhaupt nicht auf meine heilenden Wunden. Sie starrten etwas über meinem Kopf an.
»Percy«, sagte Annabeth und zeigte nach oben. »Äh …«
Als ich aufschaute, verblich das Zeichen bereits, aber ich konnte das grün leuchtende, wirbelnde und funkelnde Hologramm noch immer erkennen: einen Speer mit drei Spitzen, einen Dreizack.
»Dein Vater«, murmelte Annabeth. »Das ist wirklich nicht gut.«
»Es ist entschieden«, verkündete Chiron.
Alle Umstehenden fielen auf die Knie, sogar die aus der Areshütte, obwohl ihnen das gar nicht zu gefallen schien.
»Mein Vater?«, fragte ich total verwirrt.
»Poseidon«, sagte Chiron. »Welterschütterer, Sturmbringer, Vater der Pferde. Heil dir, Percy Jackson, Sohn des Meeresgottes.«
Mir wird eine Aufgabe angeboten
Am nächsten Morgen befahl Chiron mir, in Hütte 3 umzuziehen.
Die brauchte ich mit niemandem zu teilen. Ich hatte jede Menge Platz für meine Habseligkeiten: das Minotaurushorn, eine Garnitur Unterwäsche und meine Toilettentasche. Ich bekam beim Essen einen Tisch für mich allein, konnte selbst entscheiden, was ich machen wollte, »Licht aus« rufen, wann immer es mir passte, und brauchte auf niemanden Rücksicht zu nehmen.
Ich fühlte mich einfach durch und durch elend.
Als ich gerade angefangen hatte, das Gefühl zu haben, dass ich akzeptiert wurde, in Hütte 11 ein Zuhause hatte und ein normaler Junge war – so normal, wie das für ein Halbblut eben möglich ist –, war ich ausgesondert worden wie jemand mit einer seltenen Krankheit.
Niemand erwähnte den Höllenhund, aber ich hatte das Gefühl, dass hinter meinem Rücken alle darüber redeten. Der Angriff hatte allen Angst gemacht. Er hatte zwei Dinge klargestellt: erstens, dass ich der Sohn des Meeresgottes war, und zweitens, dass die Ungeheuer alles versuchen würden, um mich zu töten. Sie konnten sogar in ein Camp eindringen, das bisher immer als sicher gegolten hatte.
Die anderen im Lager schienen mir so weit wie möglich aus dem Weg zu gehen. Hütte 11 mochte nicht mehr zum Schwertunterricht kommen, nach allem, was ich im Wald mit den Aresleuten angestellt hatte, deshalb musste ich im Unterricht immer nur gegen Luke antreten. Er nahm mich härter in die Mangel denn je und es schien ihn nicht zu stören, wenn ich total zerschunden aus einer Stunde kam.
»Du wirst so viel Training brauchen, wie du überhaupt nur kriegen kannst«, sagte er, als wir mit Schwertern und lodernden Fackeln arbeiteten. »Und jetzt versuchen wir noch mal den Schlangenköpfschlag. Fünfzigmal.«
Annabeth gab mir morgens weiterhin Griechischunterricht, aber sie wirkte dabei zerstreut. Wenn ich etwas sagte, starrte sie mich wütend an, als ob ich ihr gerade einen Schlag zwischen die Augen verpasst hätte.
Nach dem Unterricht murmelte sie im Weggehen immer: »Aufgabe … Poseidon? … verdammt mies … brauch einen Plan …«
Sogar Clarisse ging mir aus dem Weg, auch wenn ihre giftigen Blicke keinen Zweifel daran ließen, dass sie mich gern umgebracht hätte, weil ich ihren Zauberspeer zerbrochen hatte. Ich wäre froh gewesen, wenn sie mich angebrüllt oder geschlagen hätte oder was auch immer. Lieber wäre ich jeden Tag gegen sie zum Kampf angetreten, als ignoriert zu werden.
Ich wusste, dass irgendjemand im Lager mich nicht leiden konnte, denn eines Abends fand ich in meiner Hütte eine Zeitung der Sterblichen, die New York Daily News, deren Lokalseiten aufgeschlagen waren. Ich brauchte fast eine Stunde, um den Artikel zu lesen, denn je wütender ich wurde, umso wilder wirbelten die Wörter über die Seite.
MUTTER UND SOHN NACH RÄTSELHAFTEM
AUTOUNFALL NOCH IMMER VERMISST
Von Eileen Smythe
Sally Jackson und ihr Sohn Percy werden eine Woche nach ihrem mysteriösen Verschwinden noch immer vermisst. Der völlig ausgebrannte 78er-Camaro der Familie wurde vergangenen Samstag auf einer Landstraße im Norden von Long Island gefunden, das Dach war abgerissen und die Vorderachse gebrochen. Der Wagen war offenbar mehrere hundert Meter geschlingert und dann explodiert.
Mutter und Sohn hatten das Wochenende in Montauk verbringen wollen, ihr Ferienhaus dort aber überstürzt und unter ungeklärten Umständen verlassen. Im Wagen und in der Nähe des Wracks wurden Blutspuren gefunden, andere Spuren der vermissten Jacksons gibt es jedoch nicht. Die Anwohner der ländlichen Umgebung geben an, zur Zeit des Unfalls nichts Besonderes gesehen oder gehört zu haben.
Ms Jacksons Ehemann, Gabe Ugliano, bezeichnet seinen Stiefsohn Percy Jackson als gestörtes Kind, das bereits von mehreren Internaten verwiesen worden ist und in der Vergangenheit durchaus gewalttätige Tendenzen gezeigt hat.
Die Polizei will nicht mitteilen, ob Percy der Mithilfe beim Verschwinden seiner Mutter verdächtigt wird, aber es kann nicht ausgeschlossen werden, dass hier ein Verbrechen vorliegt. Erstmals veröffentlichen wir hier aktuelle Fotos von Sally Jackson und Percy. Die Polizei bittet jeden, der irgendwelche Hinweise liefern kann, die folgende gebührenfreie Telefonnummer anzurufen.
Die Nummer war schwarz eingekreist.
Ich knüllte die Zeitung zusammen und warf sie weg, dann ließ ich mich mitten in der leeren Hütte auf mein Bett fallen.
»Licht aus«, befahl ich mir niedergeschlagen.
In dieser Nacht hatte ich meinen bisher schrecklichsten Traum.
Ich rannte bei Sturm über den Strand. Diesmal lag hinter mir eine Stadt, aber es war nicht New York. Sie sah anders aus, die Gebäude standen weiter auseinander, in der Ferne sah ich Palmen und niedrige Hügel.
Ungefähr hundert Meter weiter, unten am Wasser, kämpften zwei Männer gegeneinander. Sie sahen aus wie Catcher im Fernsehen, muskulös mit Bärten und langen Haaren. Beide trugen wehende griechische Kittel, einer war blau bestickt, der andere grün. Sie rangen miteinander, rauften, traten, stießen sich mit den Köpfen, und wenn sie aufeinandertrafen, dann brachen Blitze los, der Himmel verdüsterte sich und der Wind wurde stärker.
Ich musste sie aufhalten. Ich wusste nicht, warum. Aber je schneller ich lief, umso mehr drängte der Wind mich zurück, bis ich auf der Stelle trat und meine Fersen sich hilflos in den Sand bohrten.
Durch das Tosen des Sturms konnte ich den Mann im blauen Kittel dem im grünen zurufen hören: Gib’s her! Gib es zurück! Wie ein Kind im Kindergarten, dem ein Spielzeug geklaut worden ist.