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Das letzte Rätsel

Электронная книга - «Das letzte Rätsel». Краткое содержание книги:

Der 89-jährige Sherlock Holmes, von dem die Dorfbewohner zu wissen glauben, dass er einst ein berühmter Detektiv war, wohnt zurückgezogen in der englischen Provinz, um sich der Bienenzucht zu widmen. Doch sein beschauliches Leben wird gestört, als Linus Steinman im Dorf auftaucht, neun Jahre alt und stumm, der mit seinem einzigen Begleiter, einem Graupapagei, Hitlerdeutschland entkommen konnte. Doch welche Bedeutung haben die Zahlen, die der Papagei aufsagt? Ist es eine geheime SS-Chiffre? Oder der Code zu einem Schweizer Bankkonto? Als ein Mord geschieht, sieht sich der alte Meisterdetektiv vor ein schier unlösbares letztes Rätsel gestellt. Nach und nach entfaltet sich die wahre Geschichte des kleinen Jungen und seines Papageis in dieser Hommage an die großen klassischen Kriminalromanautoren. Eine meisterliche Erzählung vom Pulitzer-Preisträger Michael Chabon, die alle Liebhaber des klassischen Krimis begeistern wird.

»Auf gleicher Höhe mit den dichtesten Passagen aus Chabons wundervollem letzten Roman.« New York Times Book Review
»Einer der besten amerikanischen Romane in diesem Herbst … das Experiment eines Meisters.« New York Sun
»Ein tiefsinniges Vergügen.« New York Magazine
»Eine liebevolle Hommage an ein Genre.« Chicago Tribune
»Eine unvergessliche Erzählung.« Publishers Weekly
»Genau das, was sich Chabon-Fans wünschen: ein kraftvolles und melancholisches Buch, meisterlich ausgeführt.« Baltimore Sun

Über den Autor:
Michael Chabon wurde 1963 in Washington D. C. geboren und wuchs in Columbia, Maryland, auf. Seine Arbeiten erschienen im New Yorker, in Harper’s, GQ, im Esquire und Playboy und in zahlreichen Anthologien. Für seinen Roman »Die unglaublichen Abenteuer von Kavalier und Clay« erhielt er 2001 den Pulitzer-Preis. Er lebt heute mit seiner Frau und seinen Kindern in Berkeley.

Andrea Fischer, geboren 1969, lebt seit 1989 in Düsseldorf und übersetzt dort aus dem britischen und amerikanischen Englisch, u. a. Stephen King, Dennis Lehane, Peter Robinson.
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Es war weiß Gott kein geläufiges oder angenehmes Eingeständnis für den alten Mann. Ein Problem mit kreativer Intelligenz anzugehen, eine Lösung zu finden, die widerstandsfähig, elegant und abwegig zugleich war, das war für ihn immer die wesentliche Aufgabe des Menschen gewesen – in falschen Spuren, im Lärm, im wirren Gestrüpp des Lebens Sinn und Kausalzusammenhänge zu entdecken. Und doch hatte ihn immer das Wissen gequält – etwa nicht? –, dass es Menschen gab, irre Dechiffrierer, verrückte Detektive, die ihren Scharfsinn und ihren gesunden Verstand vergeudeten, indem sie die Botschaften von Wolkenformen, von neu zusammengesetzten Buchstaben der Bibel, von Flecken auf Schmetterlingsflügeln zu entziffern und zu interpretieren versuchten. Aus der Existenz solcher Menschen mochte man folgern, dass Bedeutung einzig und allein im Kopf eines Analytikers existierte. Dass die unlösbaren Probleme – die falschen Spuren und auf Eis gelegten Fälle – die wahre Natur der Dinge offenbarten. Dass all die scheinbaren Bedeutungen und Regelmäßigkeiten nicht mehr Sinn  besaßen als das Geplapper eines Graupapageis. Das mochte man daraus folgern; gewiss, dachte er, das war durchaus möglich.

»Hallo«, sagte der Papagei.

In dem Moment erzitterte der Boden leicht, und in der Ferne ertönte das näher kommende Kreischen von Eisenrädern auf Eisenschienen. Ein Zug fuhr durch den Bahnhof, ein Frachtzug, ein Militärtransport mit trüb graugrün bemalten Wagen, der Granaten, Schinken und Särge als Nachschub in die strapazierten Depots des europäischen Krieges brachte. Der Junge blickte auf, als der Zug langsamer wurde und vorbeituckerte, ohne jedoch anzuhalten. Er sah den Wagen nach, und seine Augen zuckten von links nach rechts, als lese er sie im Vorbeifahren.

»Sieben zwei eins vier drei«, flüsterte der Junge mit leichtem Lispeln. »Sieben acht vier vier fünf.«

Da flog der Papagei, vielleicht aufgeschreckt durch den Lärm des vorbeifahrenden Zuges, hinauf zu den Sparren des Bahnhofsdachs, wo er, lupenrein die Stimme einer Frau nachahmend, die keiner von ihnen jemals wieder treffen oder sehen würde, zuckersüß zu singen anhob.

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